17.06.2016 – Flug nach Deutschland – Resumée

Um 3.30 Uhr geht wirklich der Wecker. Mitten aus dem Tiefschlaf. Unsicher torkele ich in die Dusche und versuche, einen klaren Kopf zu bekommen. Um 4 Uhr soll der Shuttle Bus gehen, um 3.55 Uhr sollen wir da sein. Logisch, dass wir erst um 4.15 Uhr loskommen, weil der Fahrer noch andere Gäste bedienen musste.

Dafür hat er uns als einzigen Mitfahrer und kann dank einer Abkürzung am Terminal 7 bei United anhalten. Das Gepäck ist schnell eingecheckt, welch Wunder und wir machen es uns für eine kurze Zeit noch in der Alaska Lounge gemütlich. Ein wenig Frühstück nachholen.

Der Flieger ist rappelvoll und die Beladung dauert. Ein Mann vom Außenpersonal meint, dass wir den nächsten Slot erst in 1,5 Stunden bekommen, falls nicht alle innerhalb von 3 Minuten sitzen und wir die Kabinentür schließen können. Das wirkt.

Die Sitze sind ziemlich eng, In-Seat Entertainment fehlt völlig. Dafür gibt es jetzt in den Sitzen des Vordermannes Halterungen, um ein Tablet aufzunehmen.

Einen Teil eines Films bekomme ich auf dem iPad mit, dann schlafe ich ein. Die Wiederaufnahme des Films klappt wegen Netzwerkproblemen nicht. OK, dann lese ich noch ein wenig und döse vor mich hin.

Pünktlich landen wir in Newark. Leider gibt es in unserem Terminal (C) keine passende Lounge und wir machen uns auf den Weg via Skytrain in die Art & Lounge im Terminal B. Dort gibt es halbwegs leckere Verpflegung und ich kann in Ruhe den Bericht bis hierhin schreiben.

Nun sitzen wir im Flieger nach Hamburg und warten darauf, dass es losgeht. Tut es aber nicht. Wegen eines Fehlers in einer Hydraulikanzeige gab es eine Verzögerung von ca. zwei Stunden, den die Maschine leider nicht aufholen konnte. In HH teilte man uns dann mit, dass wir den Anschlussflug nicht bekommen würden. Die Bahnkosten würde man uns erstatten. Oder uns umbuchen auf einen Flug am nächsten Tag am Morgen. Inakzeptabel. Wir starteten noch ein Gespräch mit der Hotline von United, um zu erfahren, ob auch ein Mietwagen bezahlt werden würden. Aber selbst der amerikanische Supervisor konnte uns dazu auch nicht Verlässliches sagen. Also Bahn. Wegen des langen Wochenendes in Deutschland waren alle Sitzplätze laut Computer ausgebucht und 4 Stunden stehen sind nicht wirklich prickelnd. Am Ticketautomaten wollte man keine von unseren Karten akzeptieren, Sch… Also ins „Servicecenter“ und dort ganz regulär die Fahrkarten gekauft. Von HH bis Bremen quetschten wir uns auf den Boden vor den Ausgängen,

in Bremen stiegen dann Leute aus und wir konnten den Rest der Strecke friedlich (und schlafend) bis Essen verbringen, wo uns unser Filius abholte. Endlich wieder zuhause.

Resumée

Wir haben alles richtig gemacht. Wir haben die richtige Reisezeit für diese Gegend gewählt (in der kommenden Woche soll es richtig warm werden). Die Location selbst war auch perfekt: Kühle Nächte, angenehme Tage – wir haben fast jeden Tag auf dem Balkon gefrühstückt. Das Haus war ein Traum. Es fühlte sich weniger wie Ferienwohnung denn wie zuhause an, integriert in den american way of life. Über das Auto habe ich mich zuvor schon ausgelassen, aber ich wiederhole es gerne: Einen schöneren Wagen kann ich mir für den Urlaub nicht vorstellen (vielleicht noch dunkelblau metallic wie bei Steve McGarret, aber wir wollen ja nicht korinthenk… sein).

Flagstaff selbst ist eine Stadt in genau der richtigen Größe. Sie strahlt Gemütlichkeit aus, ist sauber, die Menschen freundlich. Man hat direkt das Gefühl, sich hier wohlfühlen zu können. Dazu alle wichtigen Einkaufsmöglichkeiten. Ein gut ausgebautes Bus-System mit Hybrid-Bussen. Abgesehen von ein paar vierstöckigen Studentenwohnheimen der Northern Arizona University keine Hochhäuser.

Gut, wir sind eine Menge gefahren. Ca. 6.000 Meilen standen hinter mehr auf dem Tacho. Aber wir hatten nie das Gefühl, dass das Fahren Anstrengung bedeutet. Eigentlich mehr Entspannung und Freude, in einem so tollen Wagen sitzen zu dürfen. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch das Sirius Satelliten Radio, welches uns rund um die Uhr mit schöner Musik versorgte.

Während dieser 6.000 Meilen haben wir 271 Gallonen Sprit verfahren, was grob gerechnet 22,14 mpg = 10,62l/100km bedeutet.

Was mich auf der Fahrt verschiedentlich sehr erstaunt hat: Die Spritpreise schwanken selbst innerorts heftig. Während die eine Tankstelle Normalbenzin für 2,299 USD anbietet, sind die großen Markentankstellen durchschnittlich 30 bis stellenweise 60 Cent pro Gallone teurer. Und das fast in Sichtweite der anderen Zapfsäulen. Wer tankt da?

Flagstaff hat den teuersten Sprit in der Umgebung, ca. 2,459 USD/Ga, im Süden ist es stellenweise wesentlich billiger (Costco Phoenix 2,139 USD/Ga), in LA bekamen wir den preiswertesten Treibstoff bei Costco für 2,659 USD/Ga.

Und: In den sonnendurchglühten Gebieten von Phoenix und Lake Havasu, wo wirklich an wenigstens 365 Tagen die Sonne scheint: Kaum Solarzellen auf den Dächern, obwohl diese den Strom für die wirklich notwendigen Klimaanlagen locker liefern könnten.

Vielen Dank an alle, die uns auf dieser wunderbaren Reise begleitet haben. Ich hoffe, es hat Euch gefallen und Ihr konntet den einen oder anderen Tip für die eigene Reise mitnehmen.

Karin & Rolf

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