17.11.2017 – Fahrt von Phoenix nach LA

Heute geht es in Richtung Westen. Los Angeles ist das Ziel. Nicht nach Downtown, sondern ein Hotel in Colton (Nähe San Bernadino) hat Karin ausgesucht. Liegt nicht direkt in Flughafennähe, aber wir müssen morgen ja auch erst gegen 17 Uhr los. Also Zeit satt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von Phoenix. Das weinende Auge galt dem Staat Arizona, das lachende dem absolut miesen Internet in unserem Zimmer (424). Sie hatten zwar angeboten, den Empfang zu verbessern, aber wirkungslos. Und umziehen wollten wir auch nicht.

Um 10 Uhr noch kurz bei Costco rein, dort sollte heute eine Roadshow mit besonderen Brillen von Maui Jim stattfinden. Tat es. Und ich fand eine, die mir gefiel und passte. Ab ins Gepäck damit. Was übrigens auch noch den Weg in meine Tasche fand:

Endlich mal eine für mich passende Größe.

Die Straßen in Phoenix waren frei und wir setzten uns auf den I10 Richtung Westen. Meine Beifahrerin konnte ihren schlimmen Erkältungszustand von gestern noch toppen und döste die meiste Zeit vor sich hin (wenn sie sich nicht von einer der vielen Klopapierrollen bediente). Als ob das Wetter uns den Abschied leichter machen wollte, war es von Phoenix an bewölkt und ab und zu kamen auch ein paar Regentropfen runter.

Nach einigen Stunden (und einigen kurzen Pausen auf Rest Areas) waren wir auf der Höhe vom Joshua Tree National Park angelangt und beschlossen, uns diesen zu gönnen. In den letzten Urlauben hatte es regelmäßig nicht geklappt und so freuten wir uns, diesmal ein wenig mehr Zeit dort verbringen zu können. Kurz nach dem Parkeingang fing es schon gut an. Wenn in einem Nationalpark Autos ohne Parkbucht am Straßenrand stehen und Leute angestrengt irgendwo hinschauen, ist meistens etwas außergewöhnliches in Sicht. So auch hier. Die Leutchen starrten angestrengt nach unten. Und im Vorbeifahren konnte ich auch von der Gegenspur die fette Tarantel erkennen, die sich (ohne nach links oder rechts zu schauen) auf den Weg über die Straße gemacht hatte.

Ein paar Meilen weiter ein jetzt immer noch blühender Ocotillo. Der hatte offensichtlich den Termin zum Blätter abwerfen verpasst. Was dem Kolibri zugute kam, der immer mal wieder die Blüten anflog, um sich zu bedienen. Leider war der kleine Kerl so scheu, dass ich ihn nicht vernünftig aufnehmen konnte.

Von Joshua Trees bisher keine Spur. Im Visitor Center zeigten wir brav unseren Ausweis vor und holten uns eine Karte des Parks ab. Und staunten, was es alles zu sehen gab. Ein Tage füllendes Programm. Da wir aber am Abend im Hotel sein wollten/mussten, und weil die Klopapiervorräte meiner schniefenden Beifahrerin sich gefährlich dem Ende zuneigten, musste die Kurzversion ran.

Man fährt zuerst durch den Cholla Kaktus Garten. Das hatten wir zwar früher auch schonmal, aber nicht in der Schönheit, Größe und Ausdehnung. Mittlerweile hatte sich für den Fotografen auch wieder die Sonne eingefunden.

Nach dem Garten kommt man an verschiedenen Campgrounds und Parkbuchten vorbei. Der besondere Reiz besteht meistens in den riesigen Felsen, die dekorativ in der Gegend rumliegen und sich mit den Joshua Trees zu reizvollen Fotos ergänzen.

Einer hat den treffenden Namen „Skull head“ bekommen. Konnte sogar ich erkennen.

Die Campgrounds haben dank der Felsen einen besonderen Reiz. Vor allen Dingen zu dieser Jahreszeit, wo die Temperaturen noch erträglich sind. Im Sommer? Nicht auszuhalten.

Weiter an der Straße war dann wieder tierisch was los: Steinböcke hatten wir noch nie so nah in der Wildnis gesehen. Die Viecher schauten sich auch ganz interessiert das Logo unseres Autos an. Verwandtschaft?

Vorbei an dem einen oder anderen Joshua Tree zweigte die Straße zum Keys View ab. Wir waren schon eine ganze Weile gefahren und meine Fährtensucherin neben mir meinte, wir sollten besser umdrehen, das ginge noch ewig so weiter. Gut, dass ich nicht auf sie hörte.

Ca. eine Meile später dockten wir dann auf dem Parkplatz an und hatten einen tollen Überblick unter anderem bis zur Salton Sea.

Und ich dachte schon, ich käme heute mal mit weniger Fotos aus. Pustekuchen.

Auf dem Rückweg gegen den mittlerweile rötlich gewordenen Himmel noch mal Joshua Trees

und dann die 90 Meilen bis LA. Eigenartigerweise kamen wir auch hier nicht in einen Stau.

Das Zimmer, welches wir als Upgrade bekommen haben, ist riesig, über das Internet berichte ich morgen.

16.11.2017 – Am Saguaro Lake

Das Frühstück in B&W Hotels ist zwar durchaus als lecker zu bezeichnen, hat aber einen kleinen Nachteil: Es ist überall fast dasselbe. So gab es auch heute Rührei, Kartoffeln, Würstchen sowie die zum Glück vermeidlichen Bisquits und Gravy. Dafür ein schöner Blick auf den Pool und den strahlenden Sonnenschein draußen.

Plan für heute: Wir fahren heute nördlich bis Payson und machen es uns auf dem Mogollon Rim gemütlich. So der Plan. Vorher noch kurz bei Costco tanken und ein paar Scheiben Pizza mitnehmen. Aber halt! War da nicht ein Geschäft von „The Walking Company“ direkt um die Ecke? Hatten wir beim letzten Mal in umgekehrter Reihenfolge so entdeckt (erst das Schuhgeschäft, dann Costco). Und jaaaa, so war es dann auch. Aber ich darf mich nicht beschweren (meine Göttergattin aber auch nicht). Für mich waren ein paar Flipflops mit Fußbett drin, die hoffentlich ein wenig besser halten als die 9,95 USD-Teile, deren Sohle sich nach ca. 1 Woche anfängt abzulösen. Dabei war das schon Nautica-Markenware.

Aber jetzt geht es endlich auf die Straße. Über die 101, die 60 und die 202 stießen wir auf die Powell Road, die dann zum Bush Highway wurde. Dieser führt bis zum Saguaro Lake, dem westlichsten Ausläufer der Seenkette, die am Roosevelt Lake ihren Anfang nimmt und immer von Salt River durchflossen wird.

Dort rechnet man am Wochenende mit immensen Besucherströmen, wenn man sich die Größe der Parkplätze anschaut. Die Phoenizier wissen, wo es schön ist. Heute war es fast leer, maximal 1-3 Autos standen dort rum. Wir schnappten uns eine der ersten Stellen und spazierten zum Fluß hinunter.

Schön hier, wenn man mal ein paar Tage Zeit hat, Campingstühle und Mückenschutz eingepackt.

Es gibt derer 6 verschiedene Zugänge zum See, manche mehr, manche weniger sehenswert. Auf dem Weg dorthin immer wieder die schönsten Saguaros im herrlichsten Sonnenlicht, mal schön gerade gewachsen, mal sahen sie aus, als wären sie während der Wachstumsphase auf Dope gewesen.

Zwischendurch legten wir auf einem der Parkplätze ein Nickerchen ein. Ich versuchte mich mal auf der Rücksitzbank. Gar nicht so unbequem, könnte eine Position für die Rückfahrt werden…

An der letzten Recreation Area (welche wir übrigens alle dank unseres Interagency-Passes besuchen durften) ein letztes Fotoshooting

und wir machten uns (wie die Wild Hogs im Rückspiegel) zurück auf den Weg.

Die Straße ist im Licht der untergehenden Sonne sehr schön zu fahren und man kommt auch relativ schnell voran, wenn man nicht an jedem zweiten Kaktus anhält, um ihn zu fotografieren. Die Dinger zieren sich ja immer so und bis man sie dann überredet hat, still zu halten…

Häuptling Running Nose neben mir war nicht so richtig gut drauf und die Ladefläche füllte sich langsam mit gebrauchten Taschentüchern und Klopapier. Deshalb beschlossen wir, den Abend ganz in Ruhe ausklingen zu lassen.

15.11.2017 – Fahrt von Tucson nach Phoenix

Heute ein letztes Frühstück in Tucson. Ich kann mich nicht überwinden, nochmals Gravy zu mir zu nehmen. Mein Magen dankte es mir mit zartem Schnurren.

Bevor es losgeht, hier noch ein Foto von Cisco, den wir am Abend vorher am Gates Pass getroffen hatten und der uns unbedingt seine Fotos übermitteln wollte. Hier eines davon. Thanks, Cisco.

Die beste Wegplanerin von allen hatte uns eine Strecke ausgesucht, die uns auf dem schnellsten Weg von Tucson über den I10 nach Phoenix gebracht hätte. Abgesehen davon, dass ich es langweilig fand, nur über die Autobahn zu rutschen, hatte ich auch keine Lust, anschließend in Phoenix im Städtestau zu stehen. Das kommt noch früh genug. Übrigens: In Tucson haben wir nicht ein einziges Mal in einem richtigen Stau gestanden. Ob die Bewohner noch nicht mitbekommen haben, wie so was geht? Hoffentlich bleiben sie noch lange unwissend.

Meine Route ging nördlich auf die SR77 in Richtung Globe. Quasi auf dem Weg lag noch eine Niederlassung von „The Walking Company“, der Firma, die für meine Göttergattin die besten Schuhe herstellt. In Punkto Schuhe wurden wir nicht fündig, aber wir haben ja noch Phoenix.

Kurz nachdem wir den Laden verlassen hatte, fuhr uns ein echter Hardcore Biker auf seiner Harley über den Weg. Zumindest die Lederjacke und der Rest des Outfits oberhalb der Gürtellinie ließen darauf schließen. Was absolut nicht dazu passte, waren seine Sandalen mit den weißen Tennissocken. Ein Deutscher?

Vorbei am Biospähren-Gebäudekomplex führte die Route anschließend. Wir machten einen kurzen Stop in der Hoffnung, einen Blick darauf ergattern zu können. Leider wollten die Leutchen dort auch für eine Außenbesichtigung 20 USD/Person haben, ein angesichts unserer knappen Zeit ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis.

Daher habe ich mir erlaubt, nur ein paar Fotos an den Wänden abzufotografieren, um dem geneigten Leser eine Impression zu geben, womit er es zu tun hat.

Die University of Arizona hat dort wirklich dieses Gebäude komplett hermetisch abgeriegelt. Kein Sauerstoff oder irgendwas anderes rein, geschweige denn raus. Und die Insassen mussten ca. 2 Jahre komplett ohne Internet, Facebook und Whatsapp darin leben. Im Endeffekt scheiterte das Experiment. Ob es an den mangelnden Social Media-Möglichkeiten oder so Nebensächlichkeiten wie den biologischen lag, wer weiß?

Aber zumindest außerhalb erfreut sich die Natur bester Gesundheit.

Was ich von meiner Göttergattin nicht unbedingt behaupten konnte. Wie sagt man so schön? Ihre Nase hatte einen Run, deshalb auch die künstlerisch wertvolle Installation „Papier an Spiegel“. Joseph Beuys hätte seine Freude daran gehabt. Was er nicht hatte, war die volle Ladefläche mit weiteren Rollen…

Für unsere Route hatte ich die Fahrt bis Globe eingeplant, von dort aus einen Abstecher in die Salz-Fluß-Schlucht, im amerikanischen auch als Salt River Canyon bekannt. Auf dem Weg durchfuhren wir sehr interessante Landschaften, unter anderem mit den schönsten Saguaros gespickt, die wir in diesem Urlaub gesehen hatten. Solche Verzweigungen und Dichte im Wachstum haben wir nur hier gesehen.

Die nächste Überraschung war dann Globe. Wir suchten zuerst das Visitor Center auf. Die Dame dort war ziemlich baff, dass sich jemand für ihre Stadt interessierte, sprudelte aber dann mit Informationen heraus, die für einen mehrwöchigen Aufenthalt gereicht hätten. Gut, ganz so schlimm war es nicht, aber wir waren total aus dem Häuschen, als wir die vielen schönen alten Steinhäuser sahen.

Da unsere Zeit knapp war, drehten wir nur eine schnelle Runde mit dem Auto durch die Broad Street

und machten uns dann auf den Weg zum Salt River Canyon. Die Wegstrecke geht ähnlich wie beim Grand Canyon durch eher unauffälliges Gelände, bis man plötzlich nach ein paar Kurven vor einer Brücke steht.

Dort aussteigen, die obligatorischen Fotos machen und schnell wieder auf den Rückweg.

Auf dem Weg fielen uns immer wieder Schilder mit Warnungen vor Eis auf Straße auf. Merkwürdig. Mitte November hatte es hier noch 25°C. Kam mir übervorsichtig vor. So ähnlich, als würde man vorsorglich vor herabstürzenden Astronauten oder Kokosnüssen warnen. Aber die werden schon wissen, warum.

Warum die Eile zur Weiterfahrt? Wir wollten im Tonto National Monument noch eine kurze Wanderung in die Ruinen machen und von dort aus ein Foto nachstellen, welches wir vor 30 Jahren als Hochzeitsannonce verwendet hatten. Und laut unserer Kenntnis machen die Monuments um 17 Uhr zu. Das Navi zeigte 16.46 Uhr als Ankunftszeit an, also für mich als Fahrer eine Herausforderung.

Um 16.37 standen wir auf dem Parkplatz und lasen: Besichtigung der Ruine bis 16 Uhr. Suuuuper. Also bequatschte ich den Ranger, ob wir nicht ein paar Schritte raufgehen könnten, um das Foto zu machen. Er war so lieb, uns zu begleiten und auch das Foto zu schießen. Leider hat er es versaut, total unscharf (zumindest, was die beiden einzigen wirklich scharfen Personen auf dem Bild betrifft).

Aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht erkennen.

Bevor es auf die Straße ging, sah ich in einem Schuppen noch diese herrliche Transportgelegenheit, mit der die Ranger anscheinend immer wieder zusammengebrochene Wanderer vom Berg runterholen müssen. Daher ist der Weg im Sommer auch ab 12 Uhr gesperrt.

Als wir dem Ranger erzählten, wir wollten über den Apache Trail nach Phoenix fahren, wiegte er bedenklich mit dem Kopf, beruhigte sich aber, als wir ihm versicherten, dass wir den Trail schon bei Tag und auch bei Nacht, zuletzt noch vor Monaten gefahren wären.

Hier war das nächste ambitionierte Ziel, einen schönen Sonnenuntergang mitzuerleben. Ich nehme es mal vorweg: Wir haben es nicht geschafft. Dafür haben wir einige Autos, die wir dazu überholen „mussten“, so sehr mit unserem Staub eingenebelt, dass diese erstmal mit einem Spachtel den Dreck abkratzen müssen. Auf dem Pass gelang uns dann doch noch das eine oder andere „hingeklatschte“ Foto. Hingeklatscht deswegen, weil ich nicht das Stativ auspacken und eine Doktorarbeit aus dem Foto machen wollte. Die von uns eingestaubten anderen Fahrer hingen uns schließlich im Nacken.

Auf asphaltierter Straße fand ich dann noch einen schönen Turnout (drehte den Wagen vorsichtshalber) und es gelang mir endlich mal, Kaktus mit Sonnenuntergangshimmel abzulichten.

Jetzt nur noch 20 Meilen kurviger Straße nach Mesa und schon sind wir im Hotel.

 

14.11.2017 – Patagonia Lake State Park

Nein, wir sind nicht in Südamerika gelandet. Auch wenn der Titel so verheißungsvoll anfängt.

Wir fangen lieber beim Frühstück an. Rührei, Kartoffeln, Würstchen und Gravy mit Bisquits standen auf dem Speiseplan. Mutig, wie ich manchmal in bezug auf Speisen sein kann und experimentierfreudig, wie ein ausgebildeter Chemiker nur sein kann, versuchte ich mein Glück mal mit Bratkartoffeln und Gravy. Die Kartoffeln waren nicht mehr ganz so trocken und der Geschmack der Sauce wurde durch die Erdfrucht abgemildert. Es hätte schlimmer kommen können.

Nachdem wir gestern am Sabino-Canyon vorbeigekommen waren (bei Dunkelheit), wollten wir diesem mal einen Besuch bei Tageslicht abstatten. Von unserem Hotel aus ging es schnurstracks in Richtung Osten, durch nette Wohngebiete, immer die Felsen im Hintergrund.

Die Recreation Area konnten wir dank unseres Interagency Passes auch problemlos betreten und ein freundlicher Ranger erklärte uns, was wir alles unternehmen könnten. Z.B. den Canyon für 10 USD pro Person mit dem Shuttlebus durchfahren. Nur: Weil es in den letzten Wochen nicht geregnet hat, war dort alles trocken. Dafür war uns das Geld dann doch zuviel. Die Gegend hat noch mehr zu bieten.

Was noch auf unserer Liste stand, war der Patagonia Lake Statepark, einige zig Meilen südlich des Interstate 10. Die Stateroute 83 ist als landschaftlich schöne Strecke ausgezeichnet, weswegen ich hier auch ein Foto der Gegend zeige.

In der Nähe des Parks sehr viele sehr teure Häuser, immer elegant auf den Berg gesetzt. Ob die Nähe zu Mexico was damit zu tun hat? Wer hat soviel Geld und setzt sich dann in die Wüste solche Hütten hin?

Der Statepark selbst besteht aus einem schönen See, auf der einen Seite umgeben von vielen Stellplätzen für Wohnmobile, von denen so einige auch belegt waren. Die Temperatur hatte angenehme 28°C und wir machten an einem der Picnic-Plätze Mittagspause. Danach ein wenig am See entlangschlendern und Eindrücke einfangen.

Kurzer Blick nach unten: Nein, wir hatten unser Picnic schon beendet.

Um auf dem schnellsten Weg wieder nach Hause zu kommen, war es nötig, erst noch 11 Meilen nach Süden zu fahren, nach Nogales, der Grenzstadt zu Mexico. Die Stadt selbst unterscheidet sich nicht von irgendeiner anderen amerikanischen Stadt, außer dass an manchen Stellen plötzlich der Grenzzaun zu sehen ist.

Wir schwangen uns auf den Interstate 19 Richtung Norden, um nach einigen Meilen im Tumacacori National Historic Park aufzuschlagen.

Auf dem Weg endlich mal das schöne Schild von Arizona mit dem kupfernen Stern in der Mitte.

In Tumacacori gab es eine alte, schöne Kirche und natürlich einiges an geschichtlichem Hintergrund einzupacken.

Unter anderem die Geschichte von einem Father Kino. Worauf mir dann einiges klar wurde: Immer wieder war der Name aufgetaucht, als Straßenname und auch sonstwo. Und ich hatte mir überlegt, ob nicht Cinema die korrekte Bezeichnung sei. Wieder was dazugelernt.

Vor der Mission fette Schmetterlinge, gar nicht so einfach zu fotografieren.

Jetzt aber auf die Straße, eine Grenzkontrolle passieren (die Jungs müssten uns doch langsam kennen) und dann in Richtung Sonora Desert Museum. Ich wollte an der Straße dort einen Turnout nutzen, um den Sonnenuntergang vor einem Kaktus zu fotografieren. Aber entweder waren die Turnouts an der falschen Stelle oder die Saguaros glänzten just dort durch Abwesenheit.

Also ab zu einer bewährten Stelle. Der kürzeste Weg nach Tucson führt über den Gates-Pass (nicht, wie die beste Kartenleserin noch heute steif und fest behauptet: Grants Pass. Scheint eine Aversion gegen Microsoft-Produkte zu sein). Und genau dort hatten wir schon einen schönen Sonnenuntergang erlebt. Und genau das taten wir jetzt wieder.

Von der Sonne angestrahlt die Berge mit den Saguaros.

Und wir gingen noch weiter: Wir warteten bis zur Dunkelheit, um die Milchstraße zu begrüßen. Leider waren in der Zwischenzeit leichte Schleierwolken rangezogen, die das Bildergebnis trübten.

Nicht gerade eine meiner Glanzleistungen in Sachen Milchstraßenfotografie. Es war auch zu hell in der Umgebung. Daher ab nach Hause. Auf dem Weg lief uns noch ein Panda-Express über den Weg, bestes chinesisches Fastfoot. Lecker. Das Orange-Chicken müsst ihr probieren.

Und: Kein Ross, kein Marshalls, kein TJ-Max. Auch ein finanzieller Erfolg…

Morgen früh geht es nach Phoenix.

13.11.2017 – San Catalina Mountains

Das Frühstück bestand heute morgen wieder aus Rührei, Würstchen, Kartoffeln und Fladen mit Gemüse. Gravy, die hätte ignorieren können, war nicht auf dem Plan.

In der Hotel-Lobby fiel uns noch dieses Coupon-Heft auf: Kostet zwar 22 USD, aber wenn man kostenpflichtige Attraktionen besuchen möchte, hat man das Geld schnell raus. Wir sind leider erst zu spät auf den Trichter gekommen.

Wo geht es heute hin? Wir wollten uns im Osten und Südosten von Tucson umsehen. Dort liegt das Pima Air Museum. Auf dem Weg kurz noch in einen Walmart reingehüpft und Salat und andere gesunde Sachen gekauft: Weintrauben, Bananen, M&Ms…

Die beiden Anzüge habe ich übrigens NICHT gekauft. Konnte mich nicht entscheiden, welcher mir bessser steht. Was meint Ihr?

Das Pima Air Museum beherbergt eine erkleckliche Anzahl von Fluggeräten, mehr oder weniger intakt, unter anderem eine B52, einen der bekanntesten Bomber.

Aber das Museum selbst war eigentlich nicht sooo interessant für uns, weswegen wir uns auch den Eintritt schenkten (kann man nutzbringender verwenden, wie ihr später noch sehen werdet). Direkt an das Museum anschließend liegt einer der größten (wenn nicht sogar der größte) Fluggeräteabstellplatz der USA.

Den Begriff habe ich deshalb so gewählt, weil die Nutzung zweigeteilt ist. In einem Teil stehen hunderte von Flugzeugen und Hubschraubern, die ihr Leben endgültig ausgehaucht haben und im Endeffekt nur darauf warten, zerlegt zu werden.

Im anderen Teil, sorgfältig eingepackt (allerdings nicht in Geschenkpapier, obwohl wir kurz vor Weinachten haben – die Begrüßerinnen im Walmart hatten schon Weihnachtsmützen auf, fürchterlich) standen ebenfalls hunderte von Flugzeugen aller Größenordnungen, in der trockenen Wüstenluft kaum der Korrosion ausgesetzt. Möglicherweise harren sie auf einen späteren Einsatz.


Wir konnten von außen am Zaun vorbeifahren.

Und da zahlte es sich mal wieder aus, mit einem Truck unterwegs zu sein. Einfach auf die Ladefläche steigen und schon sind die besten Fotos ohne störenden Zaun möglich.

Vom Flugzeugfriedhof bis zum östlichen Teil des Saguaro Nationalparks sind es nur wenige Meilen. Die freundliche Dame im Visitor Center überfiel uns mit Dutzenden von Vorschlägen für Wanderungen. Aber wir konnten uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Saguaros hier so viel anders aussehen als z.B. im Sonora Desert Museum oder im Organ Pipe NM. Deswegen heuchelten wir die notwendige Begeisterung – die Leute sind ja wirklich total nett und hilfsbereit, wenn man auch nur ein wenig Interesse zeigt und dann noch sagt, dass man vor 30 Jahren schonmal hier war und einem alles sooo bekannt vorkommt.

Jedenfalls drehten wir eine Runde auf der Mountain Loop

und gingen auch einen kleineren Trail.

Wieder nur ein paar Meilen weiter ging die Strasse zum Mt. Lemmon los. Zitronenberg, klingt viel versprechend. Wie wir später erfuhren, war der Berg nach dem Ehepaar Lemmon benannt, die dort botanische Studien betrieben hatten.

Auf dem Weg nach oben fiel uns auf, dass hier in den Bergen die Saguaros wesentlich dichter stehen als im Nationalpark. Vielleicht sollte man diesen mal erweitern.

Es ging in langsamen Kurven bergauf, den ersten größeren Halt machten wir am Molino Canyon.

Eine schöne Bergwelt erwartete uns, etwas, was wir absolut nicht erwartet hatten.

Wir schraubten uns höher bis zur Windy Ridge, wo es einen fantastischen Überblick über das Tal nach Tucson gab.

Höher ging es, wir passierten ein Schild mit der 8000 Fuß-Marke und es wurde merklich kühler. Unser Picnic nahm mein kleiner Frierpitter schon mit Jacke ein.

Hoch droben auf dem Berg (gleich unter den funkelnden Sternen – wenn sie denn am frühen Nachmittag schon zu sehen gewesen wären) liegt dann der aus Film, Funk und Fernsehen bekannte Wintersportort Summerhaven.

Obgleich er normalerweise mit St. Moritz und Aspen in einem Atemzug genannt wird, hat er nicht den Zulauf wie die beiden erstgenannten. Vielleicht liegt es daran, dass nur ein Schlepplift vorhanden ist oder das Wüstenklima doch nicht die notwendige Schneesicherheit garantiert, jedenfalls war heute dort nichts los. Aber immerhin (wir hatten ja zum Glück noch keinen Schnee) konnten wir noch zum Mt. Lemmon ganz nach oben fahren.

Höhe: 9157 Fuss = 2387 m laut dem GPS in meiner Kamera.
Von dort aus auch ein toller Blick ins Tal in alle Richtungen, die Sonne stand schon etwas tiefer.

In der Mitte auf dem Foto oberhalb des Textes übrigens das Biosphere 2, eine abgeschlossene „Landschaft“, in der das Überleben trainiert werden sollte. Karin wollte es unbedingt mal sehen. Hat sie jetzt.

Wenn wir jetzt einen schönen Platz für den Sonnenuntergang erwischen wollen, müssen wir uns sputen. Also die erlaubte Höchstgeschwindigkeit am Tempomat eingestellt – er hält diese auch beim bergab fahren, schaltet dann automatisch hoch, ich musste fast nicht bremsen – und wir landeten just in time wieder bei der Windy Ridge. Und ein solches Farbenspiel habe ich noch nicht gesehen. Wie sich die Sonne an den unterschiedlichsten Stellen den Weg durch die Wolken suchte, ich finde keine Worte, um das zu beschreiben.

Aber irgendwann war auch das vorbei und wir machten uns auf den Weg nach Hause. Da unsere Ankunft gegen 19 Uhr anvisiert war, stellte mich die beste Rossbändigerin von allen vor die Wahl: entweder in einem teuren Waschsalon zeitaufwändig ein paar T-Shirts waschen oder lieber kurz bei Ross ein paar neue rausfischen. Als ob ich eine Wahl gehabt hätte. Und so kommt es, dass ich in knapp 1,5 Stunden diesen Bericht auf dem Handy getippt habe. Ich bitte die Autorenkorrektur zu entschuldigen.

P.S. Der Waschsalon wäre doch billiger geworden.