18.11.2017 – Von LA nach Düsseldorf

Der letzte Tag bricht an. Wir haben die Nacht in einem sehr schönen Hotelzimmer verbracht, das größte, das wir auf dieser Reise hatten. Mal sehen, was das Frühstück zum Abschied für uns bereit hält: Ahhh, Kalifornien steht auf Abwechselung: Neben Rührei gibt es (deutlich anders schmeckende) Bratkartoffeln und in Scheiben geschnittene, angebratene Scheiben Wurst, eine Art Salami. Dazu die Haferflocken direkt als warmen Porridge aufbereitet, auch nicht schlecht.

Dadurch, dass wir das Hotel nicht in Flughafennähe gebucht haben, dürfen wir noch einige Meilen fahren, so ca. 50 bis 60 (oder noch mehr?). Am Interstate 10 liegen direkt nebeneinander eine Burlington Coat Factory, die Hosen für mich abwirft und gegenüber noch ein Costo. Letzterer hält ein Sweatshirt für mich bereit (hatte ich in allen anderen Costcos gesucht, aber nicht gefunden). Hawaii-Hemden haben sie dort leider nicht. Dann dort noch tanken. Vor dem Tanken noch alles in die Koffer gepackt. Die Gewichtsreserven schwinden bedenklich.

Hier übrigens mal ein Blick auf das Mäusekino unseres RAM. Sehr interessant: Der Ganghebel ist kein fetter Schalthebel mehr, sondern ein zarter Drehknopf. Wenn man manuell in kleinere Gänge schalten möchte, gibt es dafür am Lenkrad Knöpfe oberhalb des Tempomaten. Unterhalb des Schaltknopfes die Einstellungen für 4-Rad-Antrieb.

SIrius Radio hat uns die Fahrten deutlich angenehmer gestaltet.

Dann endlich in Richtung Küste, dort liegt auch der Flughafen. Und endlch auch die (nicht unbedingt ersehnten, aber befürchteten) Staus auf den Autobahnen.

Wir quälen uns durch bis Venice, weil wir dort nach 30 Jahren mal die Kanäle besichtigen wollen. Gut „besichtigen“ ist nicht ganz der richtigen Ausdruck, die Straßen in den Wohngebieten um die Kanäle sind eng, freie Parkplätze sind Mangelware.

Wir stellen uns für Sekundenbruchteile in eine rote Zone, ich springe raus und mache ein paar Fotos.

Dann nochmal in anderer Richtung durchfahren und von den Brücken auch in alle Richtungen fotografieren.

Dann kurz vor dem Flughafen den letzten Rest an Sprit auffüllen und zum Car Rental Return. Den Wagen räumten wir leer und ich wechsele meine kurze Hose gegen eine lange und tausche das leichtere Hemd gegen das schwerere. Jedes Gramm zählt, feste Schuhe tauschen gegen die Flip Flops. Regenjacke an die Fototasche gehängt.

Checkin läuft problemlos, wir haben noch reichlich Zeit und machen es uns in der Alaska-Lounge gemütlich. Es gibt frischen Salat und Chili (hoffentlich nicht mit zuviel Bohnen, aber das müssen meine Hintermänner ausbaden…)

Von der Alaska-Lounge geht es vorbei am Wahrzeichen des Flughafens, diesmal schon im Abendlicht.

Der Flug nach London dauert 9 h und 45 min, alles läuft abgesehen von ein paar kleineren Turbulenzen glatt.

Jetzt sitze ich in der Plaza Lounge in LHR und tippe diese Zeilen, da hier (im Gegensatz zu LA) das Internet gut funktioniert. Gleich gibt es noch etwas leckeres zu Essen und um 3.40 Uhr geht der Flug nach Düsseldort. In der Annahme, dass dort nichts aufregendes mehr passieren wird, nutze ich die Zeit, den Urlaub zusammenzufassen und ein Resumée zu ziehen:

  • wir haben alles richtig gemacht
  • die Urlaubszeit war für das Urlaubsziel absolut passend. Ein Escape aus der kalten und nassen Jahreszeit, zwei Wochen Shorts und kurzärmelige Hemden
  • die Woche in Tucson war sehr schön. Dort gibt es viele kleine Ziele zu sehen und Tucson ist auch nicht die riesige Großstadt, die das Fahren ungemütlich macht
  • mit dem Tausch des Wagens haben wir auch einen guten Griff getan. Für uns sind Pickup-Trucks nicht einfach nur Autos, sondern ein Lebens-, ein Urlaubsgefühl. Der Spritverbrauch wäre bei einem 6-Zylinder eventuell etwas niedriger gewesen, aber für so ein Auto ist das akzeptabel. Angezeigt werden die Werte für unseren gesamten Trip, einmal in metrischen, einmal in amerikanischen Einheiten.
  • Die Hotels waren alle sehr schön, das Hotelpersonal durchweg freundlich und wir konnten dank Karins ausgeklügelter Buchungsstrategie reichlich Hotelpunkte sammeln, die sich bald zu einer Freinacht aufsummieren.
  • Was sich (zum Teil) als nachteilig erwiesen hat, war, dass die Tage relativ kurz waren. Dafür hat uns keine große Hitze in den Wüstengebieten belästigt. Und Sternenfotografie ist schon ab 18 Uhr möglich, nicht erst ab 23 Uhr.

Danke an alle die mitgelesen haben, es war schön, Euch mitzunehmen.

17.11.2017 – Fahrt von Phoenix nach LA

Heute geht es in Richtung Westen. Los Angeles ist das Ziel. Nicht nach Downtown, sondern ein Hotel in Colton (Nähe San Bernadino) hat Karin ausgesucht. Liegt nicht direkt in Flughafennähe, aber wir müssen morgen ja auch erst gegen 17 Uhr los. Also Zeit satt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von Phoenix. Das weinende Auge galt dem Staat Arizona, das lachende dem absolut miesen Internet in unserem Zimmer (424). Sie hatten zwar angeboten, den Empfang zu verbessern, aber wirkungslos. Und umziehen wollten wir auch nicht.

Um 10 Uhr noch kurz bei Costco rein, dort sollte heute eine Roadshow mit besonderen Brillen von Maui Jim stattfinden. Tat es. Und ich fand eine, die mir gefiel und passte. Ab ins Gepäck damit. Was übrigens auch noch den Weg in meine Tasche fand:

Endlich mal eine für mich passende Größe.

Die Straßen in Phoenix waren frei und wir setzten uns auf den I10 Richtung Westen. Meine Beifahrerin konnte ihren schlimmen Erkältungszustand von gestern noch toppen und döste die meiste Zeit vor sich hin (wenn sie sich nicht von einer der vielen Klopapierrollen bediente). Als ob das Wetter uns den Abschied leichter machen wollte, war es von Phoenix an bewölkt und ab und zu kamen auch ein paar Regentropfen runter.

Nach einigen Stunden (und einigen kurzen Pausen auf Rest Areas) waren wir auf der Höhe vom Joshua Tree National Park angelangt und beschlossen, uns diesen zu gönnen. In den letzten Urlauben hatte es regelmäßig nicht geklappt und so freuten wir uns, diesmal ein wenig mehr Zeit dort verbringen zu können. Kurz nach dem Parkeingang fing es schon gut an. Wenn in einem Nationalpark Autos ohne Parkbucht am Straßenrand stehen und Leute angestrengt irgendwo hinschauen, ist meistens etwas außergewöhnliches in Sicht. So auch hier. Die Leutchen starrten angestrengt nach unten. Und im Vorbeifahren konnte ich auch von der Gegenspur die fette Tarantel erkennen, die sich (ohne nach links oder rechts zu schauen) auf den Weg über die Straße gemacht hatte.

Ein paar Meilen weiter ein jetzt immer noch blühender Ocotillo. Der hatte offensichtlich den Termin zum Blätter abwerfen verpasst. Was dem Kolibri zugute kam, der immer mal wieder die Blüten anflog, um sich zu bedienen. Leider war der kleine Kerl so scheu, dass ich ihn nicht vernünftig aufnehmen konnte.

Von Joshua Trees bisher keine Spur. Im Visitor Center zeigten wir brav unseren Ausweis vor und holten uns eine Karte des Parks ab. Und staunten, was es alles zu sehen gab. Ein Tage füllendes Programm. Da wir aber am Abend im Hotel sein wollten/mussten, und weil die Klopapiervorräte meiner schniefenden Beifahrerin sich gefährlich dem Ende zuneigten, musste die Kurzversion ran.

Man fährt zuerst durch den Cholla Kaktus Garten. Das hatten wir zwar früher auch schonmal, aber nicht in der Schönheit, Größe und Ausdehnung. Mittlerweile hatte sich für den Fotografen auch wieder die Sonne eingefunden.

Nach dem Garten kommt man an verschiedenen Campgrounds und Parkbuchten vorbei. Der besondere Reiz besteht meistens in den riesigen Felsen, die dekorativ in der Gegend rumliegen und sich mit den Joshua Trees zu reizvollen Fotos ergänzen.

Einer hat den treffenden Namen „Skull head“ bekommen. Konnte sogar ich erkennen.

Die Campgrounds haben dank der Felsen einen besonderen Reiz. Vor allen Dingen zu dieser Jahreszeit, wo die Temperaturen noch erträglich sind. Im Sommer? Nicht auszuhalten.

Weiter an der Straße war dann wieder tierisch was los: Steinböcke hatten wir noch nie so nah in der Wildnis gesehen. Die Viecher schauten sich auch ganz interessiert das Logo unseres Autos an. Verwandtschaft?

Vorbei an dem einen oder anderen Joshua Tree zweigte die Straße zum Keys View ab. Wir waren schon eine ganze Weile gefahren und meine Fährtensucherin neben mir meinte, wir sollten besser umdrehen, das ginge noch ewig so weiter. Gut, dass ich nicht auf sie hörte.

Ca. eine Meile später dockten wir dann auf dem Parkplatz an und hatten einen tollen Überblick unter anderem bis zur Salton Sea.

Und ich dachte schon, ich käme heute mal mit weniger Fotos aus. Pustekuchen.

Auf dem Rückweg gegen den mittlerweile rötlich gewordenen Himmel noch mal Joshua Trees

und dann die 90 Meilen bis LA. Eigenartigerweise kamen wir auch hier nicht in einen Stau.

Das Zimmer, welches wir als Upgrade bekommen haben, ist riesig, über das Internet berichte ich morgen.

16.11.2017 – Am Saguaro Lake

Das Frühstück in B&W Hotels ist zwar durchaus als lecker zu bezeichnen, hat aber einen kleinen Nachteil: Es ist überall fast dasselbe. So gab es auch heute Rührei, Kartoffeln, Würstchen sowie die zum Glück vermeidlichen Bisquits und Gravy. Dafür ein schöner Blick auf den Pool und den strahlenden Sonnenschein draußen.

Plan für heute: Wir fahren heute nördlich bis Payson und machen es uns auf dem Mogollon Rim gemütlich. So der Plan. Vorher noch kurz bei Costco tanken und ein paar Scheiben Pizza mitnehmen. Aber halt! War da nicht ein Geschäft von „The Walking Company“ direkt um die Ecke? Hatten wir beim letzten Mal in umgekehrter Reihenfolge so entdeckt (erst das Schuhgeschäft, dann Costco). Und jaaaa, so war es dann auch. Aber ich darf mich nicht beschweren (meine Göttergattin aber auch nicht). Für mich waren ein paar Flipflops mit Fußbett drin, die hoffentlich ein wenig besser halten als die 9,95 USD-Teile, deren Sohle sich nach ca. 1 Woche anfängt abzulösen. Dabei war das schon Nautica-Markenware.

Aber jetzt geht es endlich auf die Straße. Über die 101, die 60 und die 202 stießen wir auf die Powell Road, die dann zum Bush Highway wurde. Dieser führt bis zum Saguaro Lake, dem westlichsten Ausläufer der Seenkette, die am Roosevelt Lake ihren Anfang nimmt und immer von Salt River durchflossen wird.

Dort rechnet man am Wochenende mit immensen Besucherströmen, wenn man sich die Größe der Parkplätze anschaut. Die Phoenizier wissen, wo es schön ist. Heute war es fast leer, maximal 1-3 Autos standen dort rum. Wir schnappten uns eine der ersten Stellen und spazierten zum Fluß hinunter.

Schön hier, wenn man mal ein paar Tage Zeit hat, Campingstühle und Mückenschutz eingepackt.

Es gibt derer 6 verschiedene Zugänge zum See, manche mehr, manche weniger sehenswert. Auf dem Weg dorthin immer wieder die schönsten Saguaros im herrlichsten Sonnenlicht, mal schön gerade gewachsen, mal sahen sie aus, als wären sie während der Wachstumsphase auf Dope gewesen.

Zwischendurch legten wir auf einem der Parkplätze ein Nickerchen ein. Ich versuchte mich mal auf der Rücksitzbank. Gar nicht so unbequem, könnte eine Position für die Rückfahrt werden…

An der letzten Recreation Area (welche wir übrigens alle dank unseres Interagency-Passes besuchen durften) ein letztes Fotoshooting

und wir machten uns (wie die Wild Hogs im Rückspiegel) zurück auf den Weg.

Die Straße ist im Licht der untergehenden Sonne sehr schön zu fahren und man kommt auch relativ schnell voran, wenn man nicht an jedem zweiten Kaktus anhält, um ihn zu fotografieren. Die Dinger zieren sich ja immer so und bis man sie dann überredet hat, still zu halten…

Häuptling Running Nose neben mir war nicht so richtig gut drauf und die Ladefläche füllte sich langsam mit gebrauchten Taschentüchern und Klopapier. Deshalb beschlossen wir, den Abend ganz in Ruhe ausklingen zu lassen.

07.11.2017 – Fahrt nach Yuma

Heute war die Nacht um 3.30 Uhr zu Ende. Ein Fortschritt.
Der Morgen war noch jung und wir beschlossen, in den Balboa-Park zu fahren. Das letzte Mal war ca. 30 Jahre her und die Erinnerung daran war nur noch schwach. Der frühe Vogel findet jedenfalls noch gute Parkplätze und wir beseitigten erstmal unseren Colaspringbrunnen im Auto. Meine Beifahrerin hatte nämlich plötzlich das Gefühl, dass es bei ihr im Fußraum feucht wurde. Der Griff nach hinten unter den Beifahrersitz förderte eine Colaflasche zutage, die am unteren Ende ein winziges Loch hatte, aus der der feine Regen wie ein Sprühnebel herausblies. Bis zum Parkplatz hielt sie tapfer die Flasche in der Hand aus dem Fenster. Gut, dass auf den Gehwegen keine Leute waren…
Nachdem wir die zwei Liter ausgetrunken hatten (nein, wir haben den Inhalt umgefüllt), machten wir einen Rundgang durch die zentralen Bereiche.
Die Museen hatten logischerweise geschlossen, aber die Gebäude von aussen sind an Imposanz kaum zu überbieten.
Dieses Foto ist übrigens nicht, wonach es aussieht (klar, dass ich das jetzt sagen muss).
Es wurde von meiner Stalkerin beim Schiessen dieses Fotos gemacht.
Faszinierend an dem Park im Speziellen und an San Diego im Allgemeinen finde ich übrigens das Klima: Wie man sieht, wachsen hier die Eukalyptusbäume und Palmen wild vor sich hin,
selbst eine der ausschließlich auf der Vulkanasche Hawaiis gedeihende Ohi’a Lehua sehr ähnlich sehende Pflanze treibt wilde Blüten.
So langsam aber sicher waren die zwei Tassen Kaffee und der Orangensaft durchgelaufen und wollten mit aller Macht an die frische Luft. Wie sagte schon Jürgen von der Lippe so schön? Auf Meilen ist kein Klo in Sicht…
Endlich fanden wir doch noch die entsprechende Örtlichkeit. Ich konnte danach noch vom Stealth-Bomber ein Foto machen
und fuhr deutlich erleichtert ins Hotel zurück. Auf dem Weg dahin ein Foto, wie es in Downtown aussieht (wie in jeder anderen Großstadt):
Im Hotel gab es mal wieder ein opulentes Frühstück, so dass wir gut gesättigt aufbrechen konnten. Zwischendurch waren die Wolken zur Seite gegangen, so dass es für ein Foto vom Hotel im Sonnenschein reichte.
So, gleich geht es auf nach Yuma, Arizona. Warum gerade dahin? Was gibt es dort?
Erstens haben wir keine Lust, die ganze Strecke nach Tucson (unserem östlichsten Ziel auf dieser Reise) in einem Rutsch abzufahren, zum anderen wollten wir noch den Yuma Territorial Prison State Park besuchen.
Aber nicht ganz so schnell. Vorher gab es noch was in San Diego zu tun. Steffie hatte eine Top Gun Location angefordert. Am Navy Pier liegt der Flugzeugträger Midway, der mittlerweile zu Besuchszwecken freigegeben ist. Am Parkplatz auf der Backbordseite die riesigen Statuen des sich küssenden Pärchens – embracing peace – one of the most famous and iconic moments of the history of the United States. World War had ended.
Aber der riesige Pott soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. War auch nicht ganz leicht, ihn komplett aufs Bild zu bekommen.
Ob die Navy wohl zuviel Geld hat, dass sie den Anker hat vergolden lassen?
Zu einem Besuch reichte die Zeit nicht mehr und wir setzten uns auf die Piste Richtung Osten. Der Interstate 8 führte durch die Berge bis auf ca. 4.100 Fuß und machte meine Spritberechung komplett zunichte. In Californien kostete die Gallone wenigstens 3.49 USD, in Arizona locker einen USD weniger. Als wir durch die Berge durch waren, neigte sich die Tachonadel bedenklich dem Ende zu. Ein Tankstellenschild wies zu einer Dorftankstelle, aber 4,39 USD/Ga waren mir dann doch zuviel. Dann lieber auf heißer Luft fahren. Andererseits: Die mexikanische Grenze lief stellenweise weniger als eine Meile rechts neben uns. Den Grenzzaun konnte man deutlich sehen. In El Centro fuhren wir dann raus und – oh Wunder – in diesem Drecksnest gab es einen Costco. Gut, das Pröbchenangebot hielt sich in Grenzen, aber über ein Mittagessen (eine Chicken Roll, einen Hot-Dog incl. Getränke-Refill und einen Salat) für 9,18 USD kann man nicht meckern. Und wie üblich gibt es dort den billigsten Sprit im Dorf. Also mal 10 Gallonen rein in den Tank und ab nach Yuma. Unser Hotel war schnell gefunden und eroberte sofort mein Herz: Eine große Schale Chocolate Chip Cookies wurde an der Rezeption angeboten. Als Zimmer bekamen wir eine Suite mit einem Bedroom und einem extra Wohnzimmer.
Sehr hübsch. Und dann rief auch noch eine Mitarbeiterin an und fragte, ob alles in Ordnung sei. Haben die uns mit dem Kaiser von China verwechselt? Danach ging es direkt weiter zum Gefängnis. Durch die Zeitverschiebung in Arizona wurde uns die gestern so mühselig erworbene Stunde wieder geklaut. Das Gefängnis war schon ziemlich interessant. Als wir da waren, hatte es (Anfang November) noch 25°C bis 27°C, im Sommer kann es leicht schon mal in die 120ies raufgehen – das sind dann 49°C. Und das in einer 6-Mann-Belegung? Ich ziehe doch mein Hotelzimmer vor.
Und ich schätze mal, dass mit „Dark Cell“ nicht die Dunkelkammer des Gefängnisdirektors gemeint ist.
Das Museum selbst war auch recht interessant und zeigte neben einigen anderen Dingen,
dass es Frauen gibt, die wirklich alles tragen können:
Vom Wachturm aus hat man einen guten Überblick über das Gelände – war wohl auch beabsichtigt.
Vor dem Gefängnis lag der Zusammenfluss des Rio Grande und des Gila River mit einem schönen Riverfrontpark. Als wir gerade so die Brücke bestaunten, kamen wir mit einem Herrn ins Gespräch, der uns über die Bedeutung des „Ocean to Ocean Highway“ aufklärte: Dies war die erste komplette Eisenbahn-Verbindung zwischen Ost und West.
Er schwärmte uns auch in höchsten Tönen von der Oldtown Yumas vor. Wir beschlossen, uns eine eigene Meinung zu bilden. Bei einer Durchfahrt durch die Mainstreet konnten wir die Begeisterung nicht ganz nachvollziehen. Das sah so aus, als würden die Bürgersteige bei Einbruch der Dunkelheit ganz schnell hochgeklappt.
Die Dämmerung brach langsam herein und das Hochklappen wollten wir nicht unbedingt miterleben. Dann lieber im Hotel mal in den Pool und relaxen. War wirklich schön, bis uns die ersten Regentropfen ereilten. Also ab in die gute Stube und mal Mails checken etc. Als es dann wirklich dunkel geworden war, machten wir uns (WIR DÜRFEN NICHT SO FRÜH SCHLAFEN GEHEN) nochmals auf den Weg zum Riverfrontpark, denn die Buchstaben (s. oben) sollten bei Dunkelheit beleuchtet sein. Waren sie auch:
Danach noch einmal durch Downtown um zu schauen, ob die Bürgersteige wirklich hochgeklappt werden. Aber das machen die anscheinend nicht mehr. Für zwei Fotos reichte es auch so.
Aber es ist immer noch zu früh. Was tun? Auf einem großen Schild war ein Ross angekündigt worden. Das beste: Direkt daneben ein Bealls und ein Marshalls. Paradies in Reinstform. Und sie hatten alle bis 9.30 Uhr geöffnet. Also setze ich mich gemütlich auf einen Stuhl und tippe schonmal den Reisebericht ins Handy, während die beste Shopperin von allen die Ständer leer räumt. Aber es kam total anders: Bei Bealls fand ICH ein Hemd, das mir gefiel, meine Göttergattin kam unverrichteter Dinge wieder raus. Da fing ich an, mir ernsthaft Sorgen zu machen: Sie sagte, sie wäre zu müde, um sich zu konzentrieren. Alarmstufe ROOOT. Aber es war nichts zu machen. Sie verließ alle drei Läden mit leeren Händen. Mittlerweile hatte es heftig angefangen zu regnen. Zur Info: In dieser Stadt scheint an 350 Tagen im Jahr die Sonne. Wir müssen den Einheimischen wie DIE Regenmacher vorgekommen sein. Wenn Sie uns demnächst anbeten, weiß ich, dass sie es wirklich glauben. Schließlich klappt es ja in Deutschland auch immer.

06.11.2016 – Von Los Angeles nach Düsseldorf

Die Nacht war entgegen aller Befürchtungen doch recht ruhig. Als wir aufwachten, zeigte der Zeitvergleich von Radiowecker zum Tablet eine Differenz von einer Stunde. Welche Uhr geht jetzt falsch? Beim Abflug eine nicht unerhebliche Kleinigkeit. An der Rezeption klärte sich das Ganze dann auf: Die Uhren waren über Nacht umgestellt worden und der Radiowecker hatte DAS natürlich nicht mitbekommen.

Aktionen für heute: erstmal aus dem Fenster schauen, wie das Wetter wird. Gut. CA62012.jpgDann nach gemütlichem Frühstück in Richtung Flughafen fahren, dabei bei Costco nochmal billigen Sprit bunkern. Und wenn dann noch Zeit ist, vielleicht am Santa Monica Pier vorbeischauen.

Das Wetter war so schön, dass ich nicht umhin konnte, ein Foto vom Hotel zu machen. CA62016.jpgWenn ihr dort eincheckt, lasst euch ein Zimmer weg von der Straße und zum Innenhof geben.

CA62017.jpgBei Costco kostete der Sprit 2,539 USD/Ga, ca. 20 Cent zu einer normalen Tankstelle gespart.

Dann auf nach Santa Monica. Bis dahin waren es noch 50 Meilen. Und die können sich ziehen, wenn die Straßen nicht frei sind. Google Maps meldete am Ende der Autobahn einen heftigen Stau. OK, drehen wir ab nach Süden und fahren direkt zum Flughafen. Na ja, nicht ganz direkt. Erstmal noch den Tank komplett füllen und danach das gleiche mit dem Magen nachholen. Inspiriert durch den Film „Crocodile Dundee in LA“ wollten wir auch mal bei Fräulein Wendy vorbeischauen. Und was soll ich sagen? Sie hat uns nicht persönlich bedient. Der Burger war recht einfallslos, dafür der Taco-Salat umso geschmackvoller und es gibt als Sättigungsbeilage sogar eine Folienkartoffel. Die restliche Zeit vertreiben wir uns dann in der Lounge. Das war eine gute Entscheidung. Nachdem wir den Wagen abgegeben hatten (wir konnten die Flugzeuge am Bauch kitzeln bei ihrer Landung),

CA62022.jpgquälte sich der Zubringerbus von Hertz fast eine Stunde durch den Verkehr zum Terminal. Gepäck war schnell aufgegeben (ich hatte ein halbes Pfund zuviel, also Sicherheitsreserve abgeworfen) und dann durch TSA Pre. Normalerweise hätte ich alle metallischen Gegenstände in meinen Hut gelegt und diesen durch die Röntgenkontrolle geschoben. So mokierte sich das System am Pass und anderen Gegenständen und ich kam doch noch in den Genuss einer Ganzkörperabtastung. Schööön.

Unser Flug sollte von Gate 76 im Terminal 7 abgehen. Eine für uns nutzbare Lounge war der Alaska Boardroom im Terminal 6, der für Lounge-Verhältnisse ziemlich gut gefüllt war. Und er ist vom Terminal 7 ohne neue Sicherheitskontrollen zu erreichen.

Auf dem Rückweg zum Flieger ein letzter Blick auf das Wahrzeichen von LAX.

CA62023.jpgIm Flieger die große Überraschung: Neben mir waren noch zwei Reihen im Mittelgang frei.

Also machte ich mich dort so breit wie möglich und habe schätzungsweise 6 von den 9 Stunden gedöst oder verpennt.

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In London Heathrow hatten wir zum Umsteigen 50 Minuten Zeit. Die Befürchtung, wir könnten das nicht schaffen, bewahrheiteten sich nicht. Wir hatten sogar noch die Zeit, der Plaza Lounge einen kurzen Besuch abzustatten und ein wenig Reis mit Curry Huhn zu essen.

Der Flug nach Düsseldorf verlief ereignislos, nur am Gepäckband standen wir dann gefühlt eine Ewigkeit rum. Ob die das Gepäck mit dem Schiff nachgebracht haben?

Glücklich wieder zuhause.

Ein Resumée:

Hotel-, Auto- und reisemäßig haben wir alles richtig gemacht. Es war gut, rauszukommen, wir haben sehr viel Interessantes und Neues gesehen. Auch die Aufteilung der Übernachtungen hat Entspannung reingebracht.

Kameratechnisch bin ich mit meiner Ausrüstung weiterhin sehr zufrieden. Die D800 ist schon eine Diva, längere Belichtungszeiten aus der Hand als 1/200s würde ich bei einer Normalbrennweite nicht empfehlen. Auch das Rauschverhalten bei höheren ISO-Zahlen (ab 800) ist bei der D4 deutlich besser. Woran ich mich erst gewöhnen muss, ist die Arbeit mit zwei verschiedenen Speicherkartentypen. Die SD-Karte kann ich leicht rausnehmen und in den Rechner stecken. Aber dort vergesse ich sie gerne mal und fotografiere dann doch mit der CF-Karte weiter. Und dazu muss ich dann wieder ein USB-Kabel anschließen. Was ich vor dem Urlaub nicht wusste: Die D800 hat einen USB 3.0 Anschluss. Für den hatte ich logischerweise kein Extra Kabel mitgenommen… Aber zum Glück passte das Anschlusskabel meiner Wechselfestplatte. Ob sie mich beim nächsten Mal wieder begleiten wird? Ich weiß es noch nicht. Lieber wäre mir ein Vollformatsensor, der 20-24 Megapixel auflöst. Aber eine solche Kamera gibt es von Nikon (noch) nicht.

Ich hoffe, der Bericht hat euch gefallen, es sind viele in Gedanken mitgefahren. Die Kommentare lassen es vermuten.

Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: Go West

Rolf und Karin