05.11.2016 – Las Vegas – Mojave National Preserve – Los Angeles

Es heißt Abschied nehmen. Die 5 Tage in unserer „Deluxe Balcony 1-BDRM King Suite“ (so die Beschreibung auf der Rechnung) hat uns richtig gut getan. Und auch, wenn unsere Reiseroute eine andere Übernachtungsart gefordert hat, so hat es mir doch auch gezeigt, wie schön es ist, in einem Vacation Rental – sei es ein Haus oder ein Condominium – seine Privatssphäre zu haben.

Unser heutiges Tagesziel ist ein Best Western Hotel im Moreno Valley. Am Stadtrand von LA gelegen, sind es nur noch 78 Meilen bis zum Flughafen. Und da der Flug erst am Nachmittag geht, haben wir morgen noch genug Zeit, uns durch die Megacity zu quälen.

Auf dem Weg wollen wir im Süden das Joshua Tree Monument (sorry, mittlerweile hat der Park ja ein Upgrade erfahren und heißt National Park) und vielleicht noch den Anza-Borrego Desert State Park besuchen.

Wir verlassen Las Vegas (nachdem wir bei Costco nochmal für 2,249 USD/Ga getankt haben) auf dem I15 Richtung Süden. Bei Primm geht es in die Pampa in Richtung Cima. Das einzige (und dazu noch vernagelte Haus) lassen wir rechts liegen.

Plötzlich befinden wir uns inmitten eines Joshua Tree Waldes.

CA61913.jpg CA61914.jpg CA61915.jpgWeiter auf der Kelso-Cima Road sehen wir einen Abzweig zur Cedar Canyon Road, welche zu den Kelso Sand Dunes führen kann. Plötzlich sind wir mitten im Mojave National Preserve drin und finden uns im Besucherzentrum wieder. Ein freundlicher Ranger erklärt uns, was wir hier alles machen können. Mal wieder ein Kleinod abseits der großen Touristenrouten.

Wir beschließen, den vom Picnic-Platz abgehenden Ring-Loop-Trail anzuschauen. Wobei: Ist Ring und Loop nicht doppelt gemoppelt?

Vorher gibt es noch das berühmte, aus Film und Fernsehen bekannte „Hole in the Rock“ zu besichtigen,

CA61922.jpgdann ringen wir uns auf die Loop. Nach den ersten Metern wissen wir, was es mit dem Namen auf sich hat.

CA61929.jpg CA61927.jpg CA61932.jpgFast senkrecht aufsteigende Felsen lassen nur schmale Steige zu. Und diese sind mit eisernen Ringen verziert, in die man reintritt, um nach unten zu gelangen. Also Abenteuer pur. Aber die Felslandschaft ist auch nicht ohne.

CA61936.jpgWir gelangen ohne größere Blessuren ganz nach unten, wo eine Filmcrew für die TV Show „Rock the park“ gerade dreht. Da wir einerseits nicht stören wollen, andererseits der Aufstieg durch die Ringleiter auch reizt, klettern wir den Weg zurück. Man darf mich also jetzt Herr der Ringe nennen. Und die beste Felsenkletterin von allen hatte einen Riesenspaß. Schließlich ist sie ja auch in Bayern aufgewachsen.

Danach gibt es das wohlverdiente Picknick, bevor es weiter auf die Straße geht. Um das Gebirge herum führt die Wild Horse Canyon Road. Der freundliche Ranger hat uns davon abgeraten, mit unserem Fahrzeug da durch zu fahren, die Washes wären quasi unpassierbar. Wenn im Besucherzentrum Wind geweht hätten, hätten wir seine Warnung in denselbigen geschlagen. So machten wir uns einfach auf und fuhren die Straße. Und ich muss sagen, ich habe schon schlimmere Dirt Roads hinter mich gebracht.

CA61946.jpgUnd auf dem Weg sahen wir dann wirklich auch Pferde (von hinten). Ob sie wild waren, ließ sich auf die Entfernung nicht feststellen.

CA61943.jpgZurück auf der Hauptstraße eine Ansammlung von Mammutfelsen (ja, die gibt es auch), fotografisch sehr attraktiv.

CA61956.jpg CA61951.jpgDann auf nach Kelso. Dort ist die wesentliche und einzige Attraktion das Kelso Depot. Es ist der ehemalige Bahnhof, der sehr gut erhalten oder gut restauriert ist. Oder beides.

CA61959.jpg CA61960.jpgFrüher war Kelso Zentrum des kulturellen Lebens, weil hier die Züge mit weiteren Zugmaschinen versehen werden mussten, um über die Berge zu kommen. Heute ist außer dem Depot nichts übrig geblieben.

Kurz hinter Kelso befinden sich die Dünen, denen wir einen Blick und ein paar Fotos widmeten.

CA61972.jpg CA61965.jpg CA61973.jpgDas Licht stand zwar ziemlich gut, aber die Zeit lief uns davon. Die beste Reisebucherin von allen wollte nämlich um 17 Uhr versuchen, über das Internet ein Paar kostenlose Economy Plus Sitze für den Flug über den Teich zu ergattern. Und ein Netz bekommt man am besten an der Autobahn. Und während sie sich um die Sitze bemühte, bemühte ich meine Kamera in dem Versuch, die herrlich in der Sonne leuchtenden Kakteen abzulichten.

CA61940.jpg CA61979.jpg CA61991.jpg CA61978.jpgNachdem die Plätze trotz der Webseite und App von United Airlines reserviert worden waren, ging es im Abendlicht

CA61976.jpg CA61998.jpg CA62004.jpgauf die Autobahn und von dort schnurstracks (heißt 2,5 Stunden Fahrt) ins Moreno Valley zum Hotel. Dort bekamen wir freundlicherweise auch ein Upgrade auf eine Suite, die den Vorteil hatte, dass sie zu zwei Seiten an Autostraßen lag. Ich schätze mal, das wird die lauteste Nacht unseres Urlaubs.

Ach ja, hatte ich schon gesagt, dass das Internet das langsamste war, was ich in den letzten 14 Tagen erlebt habe?

Und was ist mit den Parks, die wir eigentlich besuchen wollten? Na ja, Joshua Trees haben wir ja vorher schon reichlich gesehen und die Mojave Wüste war auch nicht uninteressant.

Morgen erfahrt ihr, wie wir genächtigt haben.

04.11.2016 – Falling Man Petroglyphs Area – Little Finland

Als besonderes Highlight wollten wir uns heute mit unserer Freundin Yvonne treffen. Sie hatte als Kennerin der Gegend zwei Wanderungen vorgeschlagen, die man nur mit einem geländegängigen Fahrzeug erreichen kann.

Wir wollten uns um 9 Uhr bei einer Ausfahrt am I15 südlich von Mesquite treffen. Ganz schön früh für unsere Verhältnisse. Aber mit dem akademischen Viertel Verspätung trafen wir beinahe pünktlich am Treffpunkt ein. Nun ging es noch 20 Meilen über die Gold Butte Road. Dies ist eine „paved road“, aber eigentlich das genaue Gegenteil von Flüsterasphalt. In dieser Gegend fand auch vor nicht allzulanger Zeit der Rinderkrieg der Bundy-Familie (nicht Al Bundy, dem Schuhverkäufer) mit dem BLM und dem FBI statt.

CA61695.jpgAn einem Parkplatz stellten wir unsere Fahrzeuge ab und luden unser Marschgepäck in Yvonnes Nissan Xterra um. Wir hatten gedacht, dass unser Explorer halbwegs geländegängig sei, aber als wir den Nissan näher in Augenschein nahmen, sahen wir, dass er die bessere Wahl war.

CA61696.jpgAls erstes ging es in eine bisher namenlose Gegend, die ich frei Schnauze als „Falling Man Petroglyphs Area“ getauft habe. Es ist eine fantastisch wilde Landschaft mit weißen Sandsteinfelsen inmitten von Joshua Trees. CA61747.jpgWir kletterten wild durch die Felsen und an allen Ecken und Kanten stießen wir auf tolle Rockart-Gemälde, die die früheren Bewohner in die Felsen geritzt hatten.

CA61742.jpg CA61758.jpgZwischendurch immer wieder Aufsehen erregende Felsformationen, besondere Zeichnungen, die die Mineralien im Fels hinterlassen hatten

CA61756.jpg CA61757.jpg CA61765.jpgund natürlich auch die Gelegenheit zu einem GruppenselfieCA61741.jpg in einer der vielen Höhlen, die das Wasser in den Stein gewaschen hatte.

CA61766.jpg CA61744.jpgLast but not least ging es noch durch eine Mini Arch

CA61768.jpg CA61771.jpgauf allen vieren, um das Tagesziel für diese Gegend, den Falling Man,

CA61772.jpgzu sehen.

Auf dem Weg zurück zum Auto ein Blick in die Berge mit einem Joshua Tree mit erektiler Dysfunktion im Vordergrund.

CA61767.jpgAber es geht auch ohne:

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Zurück zum Auto. Von dort aus am Parkplatz mit unserem Explorer vorbei in ein Flussbett, welchem wir für 10 Meilen folgten. Wir fühlten uns mit dem Xterra deutlich wohler als mit dem Explorer, obwohl uns hinterher Leute begegneten, die weniger geeignete Autos unter sich hatten.

Hatte ich schon erwähnt, dass Yvonne Hawaii-Liebhaberin ist?

CA61787.jpgPäuschen in einem schattigen Felsüberhang.

CA61788.jpgDas zweite Tagesziel ist allgemein unter dem Namen Little Finland bekannt. Woher der kommt, konnte mir Yvonne auch nicht sagen. Auf einem Felsabsatz liegen Sandsteinformationen, die am besten mit skurril, filigran, fantastisch und schön zu beschreiben sind.

CA61790.jpgWobei mir beim Schreiben dieser Zeilen eine Deutung für den Namen in den Sinn kommt: Manche der Formationen sehen aus wie kleine Flossen, Fins, vielleicht daher der Name „Finland“. Hat also nichts mit dem Land in Skandinavien zu tun.

Wir kletterten den Hügel rauf CA61795.jpgund befanden uns in einer fantastischten Landschaften, die ich seit langem gesehen habe.

CA61810.jpg CA61811.jpg CA61812.jpgDie Fantasie der beiden Damen, die mich begleiten, brachte immer neue Auswüchse.

CA61803.jpg CA61847.jpg CA61867.jpg CA61872.jpgDas sieht doch wie eine Schildkröte aus, da ist ein Adler und und und. Und ich sah meistens immer nur rote Felsen. Eine Ausnahme: Da erkannte sogar ich den Dinosaurierkopf als Schatten.

CA61839.jpgAnsonsten noch von Mineralien durchzogene Felsen, CA61856.jpgWave-Formationen in Miniatur. CA61880.jpg CA61879.jpgEs war ein dermaßen Overflow für meine Sinne, dass ich irgendwann sagen musste: Stop, ich kann nicht mehr, das ist zuviel.

CA61833.jpg CA61822.jpgUnd so kehrten wir dieser tollen Landschaft den Rücken, hoppelten den Weg zurück. CA61889.jpgLuden unsere Sachen in den Explorer zurück und nach einem tränenreichen Abschied ging es wieder Richtung Autobahn. Unterwegs (meine Sinne hatten sich wieder erholt, mein Kamerafinger wurde wieder beweglich) die untergehende Sonne vor den Felsen Nevadas. Da musste ich doch noch einmal stoppen.

CA61894.jpg CA61899.jpgWir fuhren die ca. 80 Meilen in die Dunkelheit Richtung Las Vegas. Und weil die Fahrt so schön gemütlich war, Tempomat auf 75 Meilen, wollten wir noch einen Sprung auf den Strip machen, damit ich wenigstens eines meiner Fotoziele abgearbeitet bekam. Weil der kleine Hunger uns plagte, sauten wir uns diesmal bei Taco Bell ein. Dann auf den Strip. Das war eine der schwachsinnigsten Ideen, die ich in diesem Urlaub hatte. Nur um das Riesenrad mal fotografieren zu können, haben wir uns endlos lange durch den Stau auf dem Strip gequält. Zur Erinnerung: Es war Freitag Abend in Las Vegas.

CA61907.jpgIch hoffe, ihr wisst diese Anstrengung zu würdigen, die wir für die Fotofans auf uns genommen haben.

03.11.2016 – Valley of Fire Statepark

Im Nordosten von Las Vegas liegt der Valley of Fire Statepark. Wir waren schon mehrfach dort, allerdings immer nur bei Temperaturen, bei denen sich Pizza wohlfühlen würde. Wobei der Name des Parks weniger von den Temperaturen als von den roten Felsen herrührt, die das Gesicht des Parks prägen. Der Park ist vom Norden über den Interstate Highway 15 zu erreichen oder indem man im Süden durch die Lake Mead National Recreation Area fährt. Wir zogen die südliche Route vor, da wir auf dem Weg noch ein paar Einkäufe erledigen konnten. Und NEIN, den Bären haben wir nicht mitgenommen.

20161103_204635.jpgWir schlugen dann gegen 15 Uhr im Park auf. Eintritt 10 USD pro Auto. Da es sich um einen STATE Park handelt, nutzte uns unser Nationalparkpass nichts.

CA61589.jpgWie schon gesagt, wir hatten den Park schon früher besucht, aber erst jetzt, bei Temperaturen um 27°C, ließ es sich bequem wandern. Hauptziel war die sogenannte Fire Wave, eine Felsformation, die selbst in diesem Park als außergewöhnlich zu bezeichnen ist und unter anderem den Reiseführer  „Reise know how – Der ganze Westen“ von Grundmann als Titelbild ziert. Entsprechend wild war meine Göttergattin darauf, diese zu sehen. Blöd nur, dass die Beschreibung etwas wage war: von einem Parkplatz aus links abbiegen, ein paar hundert Meter an der Straße entlang, dann links einbiegen, 100 Meter geradeaus, dann rechts und am McDonalds links (oder so ähnlich). CA61593.jpg CA61597.jpgIch muss gestehen, sie hörte sich schon leicht verzweifelt an.

Oder wir machen es auf dem anderen Weg: Am Parkplatz Nr. 3 steht groß und deutlich: Fire Wave: Trailbeginn links, folgen sie den Zeichen. CA61632.jpgDer gut ausgetretene Weg lief über 0,6 Meilen und wir standen (wie auch einige andere, ein gut gehütetes Geheimnis ist das nicht mehr) vor der Wave:

CA61613.jpg CA61617.jpg CA61612.jpgMachten Fotos von oben, unten, der Seite, drin und draußen und beschlossen dann, dass wir den Felsen in Ruhe lassen sollten. Sonst werden die anderen (Felsen) noch neidisch. Zurück am Auto fuhren wir den Scenic Drive noch bis zum Ende, CA61639.jpgmussten aber feststellen, dass die Sonne so langsam alles im Schatten hinter sich ließ.

CA61623.jpgAuf dem Parkplatz noch eine Begegnung der anderen Art. Ein Männlein stand plötzlich im Astronautenanzug vor uns:

CA61634.jpgZurück nach Vegas. Am Visitor Center noch einmal das stille Örtchen aufgesucht und ein Foto der Landschaft mit der untergehenden Sonne gemacht.

CA61643.jpgBis Vegas (wir hatten mal das Bellagio als Ziel im Navi eingegeben) waren es 65 Meilen.

Auf der kurvigen Straße durch die Lake Mead Area ging langsam die Sonne unter.

CA61637.jpgUnd wir überlegten uns, ob wir den Strip nicht zugunsten von ein wenig Milchstraßenfotografie wegfallen lassen könnten. Sorry Steffi, sorry Joe.

Auf einem Rastplatz machten wir Station, mampften vom mitgebrachten Futter und warteten darauf, dass es noch etwas dunkler wurde.

CA61647.jpgDer Mond, obwohl erst seit zwei Tagen zunehmend, tauchte die Felsen vor uns in „helles“ Licht.

CA61671.jpg CA61660.jpg CA61682.jpgUnd gegen ihn fotografiert könnte es genauso gut die Sonne sein.

CA61674.jpgCA61676.jpgDas faszinierende für mich war, dass ich Anfang November mit Shorts und hochgekrämpelten Ärmeln ohne zu frieren draußen rumturnen konnte. Es hatte immerhin noch 20°C.

Genug Sterne, genug Auto (die Flugzeuge, die immer wieder ins Bild kamen, habe ich teilweise wegretuschiert, es waren zu viele).

Und kurz bevor wir nach Henderson runterkamen, ergab sich doch noch die Möglichkeit, Fotos vom Strip zu machen. War einfacher für mich, ich gebe es zu. Steffie, kannst Du die Fontänen am Bellagio erkennen? Ich habe extra gewartet, bis eine Vorführung begann.

CA61691.jpg CA61690.jpg CA61694.jpgUnd morgen ist ja auch noch ein Tag. Vielleicht schaffen wir es, wenn wir von Little Finland zurückkommen.

02.11.2016 – Red Rock Canyon – Las Vegas Strip

Heute auf dem Programm: Die Red Rock Canyon National Conservation Area im Westen von Las Vegas. Aus der Entfernung betrachtet sieht es einfach nur aus wie eine Wand aus quietschroten Felsen.

CA61406.jpgWenn man auf das Gelände fährt (übrigens, unser Nationalpark Pass zog auch hier), kommt man zu einem hochmodernen Visitor Center mit schönen Ausstellungen im Außengelände.

CA61399.jpgAngeblich sollen dort auch große Green Turtoise (Landschildkröten) zu sehen sein. Waren sie für UNS natürlich nicht. So viel Glück haben wir nicht. Habe dort auch dort auch den Unterschied zwischen Turtle und Turtoise kennengelernt: Turtle sind die Viecher, die im Wasser schwimmen, mit flachen Flossen und Turtoise die, die sich an Land mit maximaler Beamtengeschwindigkeit bewegen. Füße wie Grabschaufeln.

Auf dem Rundweg, der als Einbahnstraße ausgeführt ist, bieten sich an mehreren Stellen Gelegenheiten, Wanderungen in die Felslandschaft durchzuführen.

CA61408.jpgDa wir den Vormittag in der angenehmen Wärme von Ross zugebracht hatten (draußen hatte es „nur“ 20°C), nahmen wir erstmal unser Mittagessen mit Blick auf die Felslandschaft ein. Mit von der Partie ein scheues Skipmunk. Und da war ich zum ersten Mal richtig froh, die D800 mit ihren 36MP dabei zu haben. Denn das, was ihr hier seht, ist schon eine heftige Ausschnittvergrößerung.

CA61405.jpgNach der Mittagspause ging es ab in die Felsen. Und was wie eine rote Wand aussah, entpuppte sich als Gewirr von Felsen, Schluchten und Klettergelegenheiten. Immer wieder sah man kleine bunte Punkte, die sich an den senkrechten Sandsteinwänden hochzogen.

CA61410.jpg CA61412.jpgDa kletterten wir natürlich nicht entlang, aber der eine oder andere Fels hatte es uns schon angetan.

CA61416.jpg CA61413.jpg CA61414.jpgWeiter auf dem Rundweg immer wieder weitere Trails, die wir dann nicht gelaufen sind (wir hatten dummerweise vergessen, unsere Wasserflaschen im Visitor Center aufzufüllen).

CA61421.jpg CA61419.jpgUnter anderem ging es auch eine Stichstraße in die Felsenlandschaft, die laut Auskunft im Besucherzentrum nur mit 4WD-Autos zu befahren wäre. Eigentlich der richtige Test für unseren Explorer. Aber ohne Wasser? Und dann stecken bleiben? Nein danke.

Wir entschieden uns dafür, eine Meile reinzufahren und die Gegend anzuschauen. Muss reichen.

CA61435.jpg CA61437.jpg CA61429.jpgDie Felsen wurden schon langsam in Schatten getaucht, als wir den Rundweg beendet hatten. Jetzt erst mal Wasserflaschen auffüllen. Und da muss ich sagen, hat die Parkverwaltung dazugelernt. Wo früher nur die Sprinkler standen, in denen man sich mühevoll die Flaschen füllen konnte, gibt es jetzt immer häufiger Füllstationen, in denen man bequem Wasser ziehen kann.

CA61455.jpg Nächstes Ziel war die Fremont Experience. Ein „alter“ Teil von Las Vegas, bei dem man die „Fußgängerzone“ überdacht hat und wo um 20 und um 21 Uhr eine Lasershow startet. Dieser Teil von LV ist zu Lasten des Strips mittlerweile ins Hintertreffen geraten und kämpft um Besucher.

Aber fangen wir vorne an. Da es noch lange nicht dunkel war, vertrieben wir uns die Zeit bei Marshalls und Ross. Mir gefiel ein Hoody von „The North Face“ ausnehmend gut, so dass ich beschloss, ihn auf der Tour anzuziehen. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte:

Wir hatten unseren Wagen auf der obersten Etage des Parkdecks abgestellt, noch einen kleinen Imbiss zu uns genommen und ich hatte gerade die erste Aufnahme in die Fremont Street gemacht, als ein berittener (Bike) Sicherheitsmann auf mich zukam und meinte, für Aufnahmen vom Parkhausdach bräuchte ich eine Genehmigung, die im zweiten Stock zu erhalten sei. OK, das erste Foto hatte ich im Kasten, also ab nach unten.

CA61458.jpgKaum hatte ich dort meine Cam aufgestellt, um die Zip-Liner, die zu viert durch die ganze Halle rauschen, aufzunehmen, kam der nächste Typ auf mich zu und wollte wissen, ob ich offiziell von North Face käme. Erst als ich ihm sagte, dass ich privat und just for fun hier wäre, gab er Ruhe. OK, dann doch erstmal ohne Sweatshirt weiter.

CA61466.jpg CA61462.jpgDie Lasershow dient als Publikumsmagnet, genau wie die Zip-Liner und die vielen anderen Straßenkünstler. Es ist eine andere Art von Show, die hier im Gegensatz zum Strip abgezogen wird. Es fehlt irgendwie das Flair und die Eleganz, die die ewig lange Partymeile auszeichnet. Hier präsentieren sich fast nackte Männer in Windel und Babyhaube, Captain America und Darth Vader laufen durch die Gegend, um sich durch fotografiert werden ein paar Dollar zu verdienen. Aber interessant und vor allen Dingen laut war es auf jeden Fall.

CA61480.jpg CA61481.jpgMeine Göttergattin wollte als nächstes unbedingt mal den „Vulkanausbruch“ am Mirage sehen. Für 21 Uhr war dort eine Vorstellung geplant. Das schafften wir so gerade eben, nachdem wir unseren Wagen in der Garage des Treasure Island abgestellt hatten. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt mussten wir zum Teil durch das Mirage durch. Und da fiel mir heftiger Zigarettengeruch auf. Überall in dem Casino darf anscheinend gequalmt werden. Eine „Nichtraucherzone“ wurde sogar ausgewiesen. Kenne ich von den USA gar nicht mehr.

Die Show war, wie üblich, nett:

CA61521.jpg CA61516.jpgDa wir unser Meilenpensum für diesen Tag schon locker erledigt hatten, beschlossen wir, nur noch auf dem Rückweg dem Venetian einen Blick zu gönnen und dann zum Auto zu marschieren.

CA61550.jpg CA61564.jpg CA61547.jpg CA61553.jpg

Bleibt für mich morgen noch auf dem Plan: Das Riesenrad, der Eiffelturm und evtl. noch der Stratosphere Tower. Und vielleicht noch das Luxor mit seinem Laserstrahl als besondere Herausforderung. Mal schauen, was wir davon schaffen.

 

01.11.2016 – Hoover Dam – Lake Mead

Viva Las Vegas. Auf zum Zocken, Gamblen, was das Zeug hält.

Ach nee, dafür sind wir nicht die Typen. Die City ist zwar nett und hat riesiges Flair, aber auch drum herum gibt es auch so einiges zu sehen. Und das wollen wir jetzt erkunden.

Der Morgen begann mit einem schönen Sonnenaufgang direkt vor unserem Hotelfenster.

CA61302.jpgDas Frühstück war gut, aber wir haben in den vergangenen Tagen auch schon besseres erlebt. Erstes Tagesziel für heute: Auto umtauschen. Der besten Automechanikerin von allen war aufgefallen, dass sich im Reifen rechts vorne eine schadhafte Stelle befand, die bis auf den Stahlgürtel durchblicken ließ. Abgesehen davon, dass dies natürlich ein Sicherheitsrisiko darstellt (besonders, wenn man noch ins Gelände will), ist es auch ein willkommener Grund, den Wagen loszuwerden. OK, er war riesig groß, fuhr sich gut, aber ich bin mit dieser weichgespülten Karosse nie so richtig warm geworden.

Im Angebot waren bei Hertz ein Hyundai Santa Fe (den hatten wir doch schonmal abgelehnt) und ein Ford Explorer. Passt. Also Sachen umgeladen (nichts vergessen? Wo ist meine Lesebrille Nr. 2?) und weiter im Plan. Wir hatten nichts mehr zu essen, also Schuhe kaufen. Und oh Wunder, wir landeten in der gleichen Mall wie letztes Jahr. Und wurden fündig. Aber da man von Schuhen bekanntlich nicht so richtig satt wird, sprangen wir noch beim Walmart rein und deckten uns mit essbaren Dingen ein.

Dann aber ab in die Pampa. Den Hoover Dam hatten wir vor vielen Jahren, also im analogen Fotografiezeitalter zum letzten Mal besucht, Zeit zum Digitalisieren. Auf dem Weg ein Nevada Welcome Center

CA61307.jpgmit einer sehr freundlichen Dame, die Karin mit Infos überfrachtete, während ich meine Augen durch Schließen gegen das grelle Sonnenlicht schützte. Plötzlich laute Rufe. Ein Bighorn-Schaf trabte munter über den fast leeren Parkplatz und bewegte sich in Richtung Hauptstraße. Für einen guten Schuss (mit der Kamera natürlich) schon viel zu weit weg. Dann kam eine andere Dame aus dem Visitor Center gelaufen und meinte, in einem Park, 1. Rechts, dann 1. links und 2 Blocks weiter würden sich die Viecher häufig aufhalten. Dort schmeckt das Gras besonders grün.

CA61327.jpgUnd richtig, eine kleine Herde graste friedlich vor sich hin. Und Mr. Chef Bighorn kam dann auch dazu und berichtete freudestrahlend und mit stolz geschwellten Hörnern von seinen Abenteuern.

CA61322.jpgEcht Schaf.

Zum Hoover Dam sind es dann ungefähr 20 Meilen, durch Boulder City hindurch. Die Dame am Visitor Center hatte uns empfohlen, am Fuß der Brücke einen kostenlosen Parkplatz zu nehmen und dann auf die Brücke zu laufen. Früher (ich muss ab und zu auf die alten Zeiten zurückkommen) war die einzige Verbindung nach Arizona in der Gegend die Straße über den Damm. Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens hat man in luftiger Höhe eine Wahnsinnskonstruktion errichtet, die Mike O’Callagan und Pat Tillman Memorial Bridge.

CA61339.jpgUnd von der Mitte der Brücke hat man den besten Blick auf die Staumauer.

CA61331.jpgUnd sogar meine nicht so ganz schwindelfreie Gattin traute sich auf die Brücke.

CA61337.jpgGut, dass das Geländer so stabil war.

CA61335.jpgWieder zurück fuhren wir über den Staudamm drüber (ist eine Sackgasse, die Durchgangsstraße wurde dicht gemacht) und suchten uns einen der kostenlosen Parkplätze rund um den Dam. Direkt am Visitor-Center und in direkter Nähe gibt es noch ein riesiges Parkhaus und mehrere kostenpflichtige Parkplätze (10 USD). Dort mit tollem Blick auf den Damm

CA61368.jpgerstmal Pause gemacht CA61340.jpgund dann über den Damm runtermarschiert.

CA61365.jpgDie üblichen Fotos gemacht wie allen anderen Touris

CA61349.jpgCA61361.jpgCA61364.jpg CA61362.jpgund am späten Nachmittag so langsam in Richtung LV.

Da wir gerade die Grenze nach Nevada passiert hatten, durfte natürlich das erste Spielcasino nicht fehlen.

CA61371.jpgRechts ging es zur Lake Mead National Recreation Area ab, die wir dank unseres Passes kostenlos betreten durften. Neben der Marina und Bootrampe ging es in die Pampa, wo wir die Geländefähigkeit unseres Explorers ausprobierten. So standen wir dann auf einer kleinen Halbinsel, schauten auf den See und die Berge, die so langsam in der Abendsonne leuchteten.

CA61375.jpgJetzt hatte ich das Gefühl, im Urlaub angekommen zu sein.

Und nicht nur die Berge leuchteten. Auch das Auto und meine Göttergattin strahlten. Mal sehen, ob ich das Foto an Ford verkaufen kann.

CA61373.jpgGegen die Sonne noch einen Cholla Cactus und die grünen Sträucher aufnehmen.

CA61369.jpg CA61380.jpgWährend ich mit der Kamera eine Zeitrafferaufnahme laufen ließ, schaute Karin den Boatern zu, wie sie versuchen ihre Boote ins Wasser zu lassen, ohne dass der Motor absoff.

CA61374.jpgDie Sonne ging unter und wir begaben uns, ohne weitere Shopping-Erlebnisse mitzunehmen, ins Hotel.

Wieder ein toller Tag.