14.06.2017 – Picture Canyon – Snowbowl – Wupatki

Den vorletzten Tag vor unserer Abreise nach Westen in Richtung Los Angeles verbringen wir faul (so der Plan). Eine kleine Besichtigung des Picture Canyon Natural and Cultural Preserve im Nordosten der Stadt ist angesagt. Wenn man sich auf dem Weg nach Osten streng an die historische Route 66 hält, geht nach Verlassen der 89 auf der linken Seite die El Paso Flagstaff Road ab. Nach kurzer Zeit landet man auf einem Parkplatz, von wo aus mehrere Trails abgehen.

Zuerst landet man bei einem aus der angrenzenden Kläranlage gespeisten Feuchtbiotop, der Geruch nach Schwefel(wasserstoff) irritiert etwas.

Weiter geht es auf dem Weg und man gelangt zu einem Mini-Canyon, klein, überschaubar und schön.

Auf dem Weg neben dem Indian Paintbrush

auch noch andere Pflanzen.

Der Himmel bläute noch immer, nur über den San Franzisco Mountains zogen sich weiße Wolken hin. Immer noch Waldbrände? Um das herauszufinden, fuhren wir zur Snowbowl Parking Area hinauf. Auf dem Weg Firefighter Camps. Oben sahen wir das ganze schreckliche Ausmaß. Als ob der Berg sich in einen aktiven Vulkan verwandelt hätte. Riesige Rauchwolken zogen in nordöstlicher Richtung davon.

Die Informationsstände zeigten, dass es sich um um die Kendrick Mountain Wilderness handelte. Deshalb war die Durchfahrt über die 180 zum Grand Canyon auch gesperrt. Hoffentlich bekommen die Jungs das in den Griff. Im Internet gibt es aktualisierte Infos darüber.

Eigentlich hatten wir vorgehabt, danach gemütlich nach Hause zu fahren, ein leichtes Abendessen zu uns zu nehmen und dann nochmal auf Milchstraßenjagd zu gehen. Hätte auch zeitlich super gepasst. Auf dem Weg nach unten begegneten uns dann Mutter Elk mit Nachwuchs

sowie Deer.

Und dann fing die Göttergattin an zu quengeln, dass es oben auf dem Berg doch eigentlich so schöööön sei. Und was macht man als gut erzogener Ehemann? Man dreht um und kommt auf dem Weg nach oben unter anderem zu diesem Foto, wo sich das Sonnenlicht den Weg durch die Bäume bricht.

Und sie (die Göttergattin) ist auch Schuld daran, dass ich mal wieder meinen Chip füllte und euch jetzt die Aufnahmen der untergehenden Sonne, der verschiedenen Lagen der Berge und des Feuers zeige. Da müsst ihr durch.

Eine Aufnahme finde ich besonders interessant, weil sie (mit dem bloßen Auge gegen die Sonne fast nicht sichtbar) zeigt, dass sich auch auf der uns zugewandten Flanke des Berges Rauchnester zeigten.

Sonne weg, ab nach unten, nach Hause, ein paar Sachen packen, lange Hose anziehen (wer weiß, wo wir gleich noch rumkrauchen) und auf den Weg zum Wupatki Visitor Center. Als wir ankamen, war es im Gegensatz zu unserem letzten Besuch dort ziemlich dunkel und wir konnten uns bei einem Rundgang um die Ruine nach Herzenslust austoben.

Die Nacht war noch jung (für unsere Verhältnisse eigentlich nicht, aber wenn wir schonmal hier sind), es war schön warm draußen und wir machten noch einen kleinen Abstecher zum Wukoki Pueblo. Auf dem Parkplatz bemerkten wir plötzlich EIN Licht, welches anscheinend auf der Straße näherkam. Irgendwie nicht geheuer. Ein Radler? Nicht unmöglich, aber was will der hier? Möglicherweise jemand, der sich zum Boondocking in die Büsche schlagen wollte, denn plötzlich war das Licht weg. Schon ein bisschen unheimlich.

Also auf zur Ruine, einmal umrunden und versuchen, ein paar gute Fotos zu schießen.

Zurück vom Wanderweg stand unser Dusty in idealer Position vor der Milchstraße.

Einmal mit Eigenbeleuchtung, einmal mit der Taschenlampe.

An dieser Stelle möchte ich der besten Beleuchterin von allen danken, die mich mit Taschen- und Handylampe lichttechnisch so wunderbar unterstützt hat.

Jetzt aber zurück Richtung Flagstaff. Der Mond war immer noch nicht aufgegangen, aber an der Wiese vor dem Sunset Crater sah man ihn dann. Ob noch was von der Milchstraße zu sehen ist? Versuch macht kluch.

Wieder auf der 89 musste ich noch einen kleinen Zwischenstop einlegen. Es gibt da eine Baustelle, die von Warnlampen markiert wird. Aber direkt danach stehen auf einem Feld alle nicht benötigten Lampen, ordentlich aufgereiht. Und die haben mich jedes Mal angschaut, als wollten sie sagen: Fotografier uns. Und obwohl sie nicht benötigt wurden, hat sie nie jemand ausgeschaltet. Fotografisch gesehen ein Leckerbissen, umwelttechnisch suboptimal.

Um 0.30 Uhr waren wir dann auch zuhause…

13.07.2017 – Grand Canyon – die große Schlucht bei Tag und bei Nacht

Wie die aufmerksamen Leserinnen und Leser dieses kurzen Reiseberichts vielleicht mitbekommen haben, hatten wir den Grand Canyon an einem unserer ersten Tage zum Sonnenaufgang heimgesucht. Und etwas später nochmals zum Sonnenuntergang am Desert View Point.

Aber wir wollten mal etwas mehr sehen. Deshalb machten wir uns nach der Mittagspause auf und fuhren die 89 Richtung Norden. In Cameron bogen wir auf die 64 ab und gabelten noch einen jungen Mann auf, der so aussah, als könnte er einen Ritt gebrauchen. Seinen indianischen Namen konnten wir nicht genau verstehen, weil er ziemlich schnell sprach, aber er erklärte uns, dass es “Sunset” bedeutete. Sehr passend für unser heutiges Vorhaben. Er erzählte uns auch, dass er Künstler sei, von der Abstammung her Hopi und Navajo (hatte bisher angenommen, dass die Stämme sich voneinander fernhalten) und auch, dass er Höhenangst hatte. Das speziell erstaunte mich umso mehr, als es Indianerstämme gibt, die genau dieses Feature nicht aufweisen und deshalb bei Hochhausbauten gerne eingesetzt werden. Die Hopi und Navajo gehören offensichtlich nicht dazu. Ich erwähne das deshalb, weil wir unseren ersten Stop an der Little Colorado River Gorge machten, einem eindrucksvollen Vorgeschmack auf das, was uns im Laufe des Nachmittags noch erwarten würde.

Selbst meine Göttergattin traute sich (voooorsichtig und langsam, das Handy hatte sie mir in die Hand gedrückt) am Geländer entlang bis ziemlich weit nach vorne.

Und da ging es schon einige Meter nach unten. Auf direktem Weg. Quasi die Abkürzung.

Unser indianischer Freund hielt sich in sicherer Entfernung.

Etwas weiter oben setzten wir ihn dann bei seiner Familie ab und enterten den Nationalpark. Die Planung war, soviele wie View Points wie möglich zu sehen, aber angesichts der Ausmaße des Canyons und der Tatsache, dass sich die Sonne doch schon wieder dem Horizont zuneigte, ein aussichtsloses Unterfangen. Daher machten wir mit dem Auto einen Stop am Grand View Point.

Ein weiteres Foto direkt am Rande der Straße

und dann noch ein Stop am Mather Point.

Unterwegs noch eine Sichtung von Elks mit Nachwuchs.

Auf westlicher Seite am Ende der Route parkten wir Dusty in der Nähe der Grandview Lodge. Die Straße, die weiter nach Westen führt, ist in den Sommermonaten wegen des hohen Besucheraufkommens für private Autos gesperrt. Ein Shuttlebus fährt alle 10-15 Minuten diverse Viewpoints ab.

Ziel dabei war es, eine schöne Location für den Sonnenuntergang zu finden. Die erste schöne Stelle lag am Hopi Point.

Diverse andere Stellen ließen wir geflissentlich aus, weil unsere Führer sie nicht als “Sunset locations” deklariert hatten.

Den Pima Point fanden wir dann akzeptabel, fuhren aber noch weiter bis zur Endstation, Hermits Rest. Dieser gab fotografisch fast gar nichts her, so dass wir zum Pima Point zurückkehrten.

Man muss dazu erklären, dass “westbound” alle möglichen Punkte angefahren werden, “eastbound” aber nur Hermits Rest, Pima, Mohave, and Powell Point. Also sollte man sich schon überlegen, wo man den Abend verbringt, weil nach Sonnenuntergang die Busse nur alle halbe bis volle Stunde fahren. Nach Dunkelheit gar nicht mehr. Und man sollte den Einstiegspunkt möglich weit westlich wählen, weil auf dem Rückweg Besucher von alle anderen Punkten eingesammelt werden.

Soweit, so gut, der Sonnenuntergang war schön, wenn auch nicht so spektakulär wir kürzlich am Desert View Point.

Auf dem Rückweg nahmen wir noch einen Schweizer mit, der die ganze Zeit neben uns fotografiert hatte. Diesen brachten wir noch zu seinem Campmobil auf dem Mather Campground und fuhren dann Richtung Osten. Wie wir gehört hatten, war eine der westlichen Straßen, die nach Süden führten, aufgrund von Waldbränden immer noch teilweise gesperrt. Und ich wollte am Desert View Point nochmal mein Glück mit der Milchstraße versuchen.

Als wir dort ankamen, hatte ich in zweierlei Hinsicht Glück, dass der Mond noch nicht aufgegangen war. Erstens hatte ich meine Mondcreme vergessen und nichts ist ärgerlicher als ein heftiger Mondbrand und zweitens kam die Milchstraße dadurch richtig schön durch.

Mal einfach so mit Cameron im Hintergrund,

mal mit der großen Schlucht im Vordergrund,

dann auch mal mit dem Tower

und einmal mit ein paar Bäumchen, die von der vorhandenen Beleuchtung dankenswerterweise angestrahlt wurden.

Um 23 Uhr waren wir dann zuhause bei 6°C, ab in die Falle. Entwickelt wird morgen.

05.06.2017 – Canyon de Chelly

Für heute ist mal wieder ein Fahrtag angesetzt. Vermutlich der längste zu einem Ausflugsziel. Im Nordosten von Arizona liegt der Canyon de Chelly. Wobei die Bezeichnung eigentlich doppelt gemoppelt ist. Chelly stammt von dem alten Indianerwort “Tsegi = Felsschlucht”, also hieße es übersetzt Schlucht der Felsschlucht.

Aber halten wir uns nicht mit solchen Kleinigkeiten auf. Ca. 180 Meilen lagen vor uns, drei Stunden Fahrzeit. Vom Interstate 40 bogen wir auf die SR 87 ab,

um kurz darauf von einem Schild “Homolovi State Park” überrascht zu werden. Eine kleine Unterbrechung kann nicht schaden, einen State Park Pass haben wir sowieso. Im Visitor Center wurden wir sehr freundlich von einem Ranger empfangen, welcher uns, nachdem er festgestellt hatte, dass wir aus Deutschland kamen, so einiges interessantes erzählte. Unter anderem, dass er in Mannheim Hubschrauberpilot gewesen wäre und dass ihm das Leben als Parkranger sehr viel Spaß mache. Aber auch zum State Park selbst und zur Umgebung wusste er zu berichten.

Wir machten uns auf zur Ruinentour. Nicht nur “Säulen und Trümmer” gab es zu sehen.

Auch konnte man sehr viele große “Löcher”, wie auf einem Handgranatenwurfstand, finden. Hier hatten Ruinenräuber in der Hoffnung auf große Schätze viele Artefakte unwiderbringlich zerstört.

Ein Blick nach unten offenbarte zum einen die üblichen, aber nicht weniger schönen Kakusblüten,

aber auch eine Eidechse (Colored Lizzard), die von Scheu keine Spur zeigte.

Im zweiten Teil der Ausgrabungsstätte – und so muss man es bezeichnen, da 90% der Gebäude noch unter der Oberfläche liegen – hatte man freundlicherweise die Scherben für den Besucher dekorativ rausgelegt. Hoffentlich bedienen sich Besucher nicht daran.

Ein Tip, den uns der freundliche Ranger verraten hatte, war ein County Park 13 Meilen nördlich vom Parkabzweig. Painted Desert sollte dranstehen.

Das Schild war mehr als verwittert und nach kurzer Wegstrecke standen wir mal wieder an einer Abbruchkante mit einem Blick auf eine der farbenprächtigsten Wüstenteile, die wir bisher gesehen hatten. Natürlich fast zur Mittagszeit, im ungünstigsten Licht.

Weiter ging es, immer durch das Indianerreservat – in diesem Fall Navajo- und Hopi Nation – auf mehr oder weniger langweiligen Straßen.

Da wir merkten, dass uns trotz unseres relativ frühen Aufbruchs die Zeit langsam davon lief, verlegten wir unser Picnic kurzerhand in den Wagen während der Fahrt.

Am Ziel angekommen hatten wir wieder das Problem mit der Zeitverschiebung. Gerade mal eine Stunde blieb uns, bis das Visitor Center schloss. Aber für einen Rimdrive blieb uns noch genug Zeit und Sonne.

Der Canyon de Chelly ist wenigstens 20 Meilen langer Canyon und gehört der Navajo Nation. Vor ca. 150 Jahren haben Soldaten sich einen unrühmlichen Namen durch ein furchtbares Massaker dort gemacht. Mittlerweile ist die Schlucht selbst wieder komplett in indianischer Verwaltung. Es gibt einen Weg ins Tal hinunter, den Trail zu den White House Ruins, den man ohne Führer machen darf. Ansonsten kann man geführte Touren zu Pferd oder Jeep bei den Einheimischen buchen, ein gutes Zubrot in dieser kargen Wüste. Der Rimdrive führt ca. 11 Meilen mehr oder weniger nah an der Kante entlang und offeriert aus bis zu 700 Fuß Höhe einen Blick in eine fantastische Landschaft. Schaut Euch den Canyon spaßeshalber mal bei Google Maps in der Geländeansicht an.

Hier mal ein Blick auf die White House Ruins, zu denen ein 1,5 Meilen langer Trail vom oberen Rand nach unten führt. Und bitte dran denken, auch bei 30°C muss man wieder rauf…

Ganz am Ende der Fahrstraße eine der Attraktionen, der Spider Rock. Ca. 200 m hebt er sich steil und einsam in die Höhe. Ein absolut imposanter Anblick.

Zurück vom Rimdrive stellten wir fest, dass das Visitor Center wirklich schon geschlossen hatte. Gefühlt waren es für uns erst 16 Uhr, aber die blöde Zeitverschiebung…

Was tun? Eine Idee war – und darauf kamen wir erst beim Betrachten der Karten – noch zum Monument Valley zu fahren, um dort den Sonnenuntergang zu erleben. Zeit gecheckt, Sonnenstand kontrolliert, könnte gerade passen.

Aber nicht ohne vorher zu tanken. Meine Tankuhr sagte, es wären noch locker 300 Meilen im Tank drin, also null Problemo. Aber die ängstlichste von allen Beifahrerinnen bestand darauf, nochmal nachzutanken. Also packte ich zähneknirschend für 2,459 USD/ga noch Sprit in den Tank.

Dann aber schnell los Richtung MV. Unterwegs durchfuhren wir tolle Landschaften und ich ließ so einige Fotomotive links, rechts bzw. vor uns liegen, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Eine Impression eines Galaxy S7 Edge:

Und wirklich, wir waren ca. 15 Minuten, bevor die Sonne hinter den Bergen verschwand, am Monument Valley Navajo Tribal Park.

Die 20 USD, die normalerweise zum Eintritt zu bezahlen sind, wurden nicht kassiert. Sogleich erfuhren wir auch, warum: Die Straße ins Tal selbst war schon gesperrt und so konnten wir den Sonnenuntergang nur “außerhalb” des Tals erleben. Aber auch nicht schlecht.

Sonne untergegangen. Nachglühen beobachten.

Jetzt noch schlappe 176 Meilen zurück und schon sind wir wieder zuhause.

Übrigens: Wer sagt, dass Autos mit große Motoren Spritfresser sein müssen:

26.2 mpg entsprechen 9l/100 km. Nicht wirklich wenig, wenn man mit einem modernen Diesel in Deutschland vergleicht, aber für 5.6 l und über 350 PS OK.

In Tuba City wechselte ich Karin mit dem Fahren ab und machte am Wupakti National Monument noch einen Abstecher zur Milchstraßenfotografie. Da ich ungefähr wusste, in welcher Richtung die Milchstraße zu erwarten war, hatte ich mir die Hauptruine vorgenommen, die von allen Seiten mit einem asphaltierten Weg umgeben ist.

Der Mond schien brutal hell und sowohl der Weg als auch die Ruine waren bestens zu erkennen. Leider führte das dann auch dazu, dass von der Milchstraße absolut nichts zu sehen war. That’s live.

Ab nach Hause, gegen 0.30 Uhr konnten wir dann endlich in die Betten fallen.

28.05.2017 – Wupatki National Monument – Grand Canyon

So langsam spielt sich unser Tagesablauf ein: Papa schreibt den Reisebericht (wenn er es am Abend nicht mehr geschafft hat), sortiert die Fotos, dann gibt es ein gemütliches Frühstück auf dem Balkon, dann wird noch ein wenig gechillt und wenn keine große Tour ansteht, starten wir nach dem Mittag in die Wüste. Da kommen die Strukturen plastischer heraus und alles macht fotografisch mehr her.

So auch heute. Das Wupatki National Monument stand auf dem Plan. Etwas nördlich vom Sunset Crater gelegen (wir erinnern uns, eine knappe halbe Stunde nordöstlich von Flagstaff, gerade eine Autobahnausfahrt weiter), zeigt es diverse Ruinen aus indianischer Zeit in einem sehr guten Erhaltungszustand. Die erste Ausfahrt, die wir nahmen, war die zum Wukoki Pueblo:

Auf dem Rückweg mussten wir noch in eine Dirt Road einbiegen, die laut Karte zum Little Colorado River führte. Fluss, Wasser, immer gut. Nach einigen Meilen hatten wir wirklich das Flussbett erreicht. Und konnten sogar durchfahren. Hier ist seit Monaten kein Wasser mehr geflossen.

Zurück auf die Straße ging es zum Visitor Center und der Hauptruine. Diese ist noch wesentlich größer als die vorige und hat sogar einen “Sportplatz”.

Da wir uns sowieso schon in Richtung der großen Schlucht bewegten, beschlossen wir kurzerhand, den Sonnenuntergang am Desert View Point zu verbringen. Dazu mussten wir die Loop Road zu Ende fahren. Unterwegs noch eine weitere Ruine, die Zitadelle (ich habe sie deswegen kurz abgelichtet, weil sie im Laufe des Tages noch erwähnt werden wird).

Von der Loop Road biegt man nach Norden auf die 89 ab und bei Cameron verlässt man den Kreisverkehr (in USA der Roundabout) Richtung Westen und Grand Canyon. Langsam aber sicher geht es nach oben, vorbei an einem Ausblick auf eine Schlucht des Little Colorado (später seeeehr trocken) und zum Parkeingang. Gut, dass wir uns schon vor einiger Zeit einen Nationalparkpass (für die Älteren: der Golden Eagle, heute der Interagency Pass) besorgt hatten. Der Pass selbst kostet 80 USD und berechtigt für ein Jahr zum Eintritt in sämtliche Nationalparks, -monumente, Historical Sites und viele mehr. Ein einwöchiger Eintritt nur in den Grand Canyon National Park hätte alleine 30 USD gekostet.

Der Parkplatz war – es ist Memorial Day Weekend – gut gefüllt, aber die Menschenmassen verlaufen sich. Weit hervorstehendes Merkmal ist der Watchtower.

Auch etwas abseits vom Hauptaussichtspunkt ist der Blick in die Schlucht wie immer Atem beraubend.

Weiter links strebt die Sonne langsam auf den Horizont zu. Dort werden die verschiedenen Lagen der Felsen in ein besonderes Licht getaucht. Ein Anblick, der mich immer besonders fasziniert.

Und wie man sieht, nicht nur mich:

So langsam geht die Sonne unter und die Schatten werden länger und länger. Das Licht wird wärmer und bringt eine tolle Stimmung hervor.

Als sie dann hinter den Bergen verschwunden ist, beginnt das “Nachglühen”, eine Färbung des Himmels, der von “unten” angestrahlt wird und den wir auch auf Hawaii schon so oft bewundert haben.

Als alle Leute verschwunden sind, gehen wir noch zur “Landspitze” und ich schieße noch ein Foto bei Dunkelheit.

Über uns der Mond und – vom letzten Sonnenlicht rot angeleuchtet, die Kondensstreifen von Flugzeugen.

Eigentlich könnte der Abend hier zu Ende sein. Ab ins Auto und auf dem schnellsten Weg zurück nach Flagstaff.

Aber verrückt, wie wir sind, beschließen wir, der Zitadelle noch einen Besuch abzustatten und sie mit der Milchstraße zu fotografieren.

So schön das auch aussieht, es hat nicht geklappt. Warum? Weil sich die Milchstraße gegenüber aufbaute und ich a) keine Lust hatte, bei Dunkelheit durch die Wüste zu stolpern und b) die vorgegebenen Pfade im Nationalpark nicht verlassen wollte. Daher nur von der Straße:

Es gibt sie also doch. Schauen wir mal, ob ich das Wukoki Pueblo als Vordergrund nutzen kann.

Pech gehabt, auch hier in der falschen Richtung.

Letzter Versuch: Vor ein paar Tagen waren wir mit Yvonne unterwegs und hatten uns darüber geärgert, dass wir die Milchstraße über dem Sunset Crater nicht zu Gesicht bekamen. Kein Wunder, wenn man in die falsche Richtung schaut. So kann es aussehen:

Als wir dann um kurz nach 12 zu Haus in die Betten fielen, war wieder ein toller Tag zu Ende.

03.11.2016 – Valley of Fire Statepark

Im Nordosten von Las Vegas liegt der Valley of Fire Statepark. Wir waren schon mehrfach dort, allerdings immer nur bei Temperaturen, bei denen sich Pizza wohlfühlen würde. Wobei der Name des Parks weniger von den Temperaturen als von den roten Felsen herrührt, die das Gesicht des Parks prägen. Der Park ist vom Norden über den Interstate Highway 15 zu erreichen oder indem man im Süden durch die Lake Mead National Recreation Area fährt. Wir zogen die südliche Route vor, da wir auf dem Weg noch ein paar Einkäufe erledigen konnten. Und NEIN, den Bären haben wir nicht mitgenommen.

20161103_204635.jpgWir schlugen dann gegen 15 Uhr im Park auf. Eintritt 10 USD pro Auto. Da es sich um einen STATE Park handelt, nutzte uns unser Nationalparkpass nichts.

CA61589.jpgWie schon gesagt, wir hatten den Park schon früher besucht, aber erst jetzt, bei Temperaturen um 27°C, ließ es sich bequem wandern. Hauptziel war die sogenannte Fire Wave, eine Felsformation, die selbst in diesem Park als außergewöhnlich zu bezeichnen ist und unter anderem den Reiseführer  “Reise know how – Der ganze Westen” von Grundmann als Titelbild ziert. Entsprechend wild war meine Göttergattin darauf, diese zu sehen. Blöd nur, dass die Beschreibung etwas wage war: von einem Parkplatz aus links abbiegen, ein paar hundert Meter an der Straße entlang, dann links einbiegen, 100 Meter geradeaus, dann rechts und am McDonalds links (oder so ähnlich). CA61593.jpg CA61597.jpgIch muss gestehen, sie hörte sich schon leicht verzweifelt an.

Oder wir machen es auf dem anderen Weg: Am Parkplatz Nr. 3 steht groß und deutlich: Fire Wave: Trailbeginn links, folgen sie den Zeichen. CA61632.jpgDer gut ausgetretene Weg lief über 0,6 Meilen und wir standen (wie auch einige andere, ein gut gehütetes Geheimnis ist das nicht mehr) vor der Wave:

CA61613.jpg CA61617.jpg CA61612.jpgMachten Fotos von oben, unten, der Seite, drin und draußen und beschlossen dann, dass wir den Felsen in Ruhe lassen sollten. Sonst werden die anderen (Felsen) noch neidisch. Zurück am Auto fuhren wir den Scenic Drive noch bis zum Ende, CA61639.jpgmussten aber feststellen, dass die Sonne so langsam alles im Schatten hinter sich ließ.

CA61623.jpgAuf dem Parkplatz noch eine Begegnung der anderen Art. Ein Männlein stand plötzlich im Astronautenanzug vor uns:

CA61634.jpgZurück nach Vegas. Am Visitor Center noch einmal das stille Örtchen aufgesucht und ein Foto der Landschaft mit der untergehenden Sonne gemacht.

CA61643.jpgBis Vegas (wir hatten mal das Bellagio als Ziel im Navi eingegeben) waren es 65 Meilen.

Auf der kurvigen Straße durch die Lake Mead Area ging langsam die Sonne unter.

CA61637.jpgUnd wir überlegten uns, ob wir den Strip nicht zugunsten von ein wenig Milchstraßenfotografie wegfallen lassen könnten. Sorry Steffi, sorry Joe.

Auf einem Rastplatz machten wir Station, mampften vom mitgebrachten Futter und warteten darauf, dass es noch etwas dunkler wurde.

CA61647.jpgDer Mond, obwohl erst seit zwei Tagen zunehmend, tauchte die Felsen vor uns in “helles” Licht.

CA61671.jpg CA61660.jpg CA61682.jpgUnd gegen ihn fotografiert könnte es genauso gut die Sonne sein.

CA61674.jpgCA61676.jpgDas faszinierende für mich war, dass ich Anfang November mit Shorts und hochgekrämpelten Ärmeln ohne zu frieren draußen rumturnen konnte. Es hatte immerhin noch 20°C.

Genug Sterne, genug Auto (die Flugzeuge, die immer wieder ins Bild kamen, habe ich teilweise wegretuschiert, es waren zu viele).

Und kurz bevor wir nach Henderson runterkamen, ergab sich doch noch die Möglichkeit, Fotos vom Strip zu machen. War einfacher für mich, ich gebe es zu. Steffie, kannst Du die Fontänen am Bellagio erkennen? Ich habe extra gewartet, bis eine Vorführung begann.

CA61691.jpg CA61690.jpg CA61694.jpgUnd morgen ist ja auch noch ein Tag. Vielleicht schaffen wir es, wenn wir von Little Finland zurückkommen.