Besuch im Spessart

Es hatte uns mal wieder in die Gegend von Würzburg verschlagen. Genau genommen präsentiere ich hier die Erlebnisse von zwei Besuchen. Jeweils Übernachtung in Veitshöchheim.

Beim ersten Mal hatten wir uns in der Hauptsache die Residenz von Würzburg vorgenommen. Das Wetter spielte leider nicht mit, so dass ich mich entschloss, die Aufnahmen dieser Tage in einem kontrastreichen S/W-Ton darzustellen. Ist auf jeden Fall besser als das Originalgrau des Himmels an diesen Tagen. Es startete an einem Freitag Abend, wo wir den Abend auf der Festung verbrachten und bei Dunkelheit zum Main hinabfuhren.

Den Samstag verbrachten wir in der Residenz, genau gesagt im Garten, der auch viele ausländische Touristen begeisterte. Erstmalig mit auf der Reise war mein neues Nikon 24mm Tilt/Shift Objektiv, welches die üblichen stürzenden Linien, die bei Architekturaufnahmen auftreten, kompensieren kann.

Am Nachmittag ging es nochmal rauf zur Festung, auch hier alles in kontrastreichem S/W dargestellt.

Die Heimfahrt am Sonntag präsentierte sich bei besserem Wetter und wir machten noch einen kleinen Stop bei der Johannisburg in Aschaffenburg. Ein imposantes Gebäude, wie viele in dieser Gegend aus dem roten Sandstein des Spessarts erbaut.

Die nächste Tour nach Süden startete bei bestem Wetter. Mit dabei war diesmal nicht meine D4, sondern die D800, da erstere zum Service nach Nikon unterwegs war.

Den Abend bis zum Sonnenuntergang verbrachen wir wieder auf der Festung, immer ein toller Ort, um in Ruhe und Stille den Ausklang des Tages zu genießen.

Zwar tönt der Lärm der Stadt von unten herauf, aber man fühlt sich durch die Höhe irgendwie entrückt und entkoppelt von der Hektik der Stadt.

Dank des riesigen Sensors weisen die Aufnahmen einen außerordentlichen Detailreichtum auf. Eigentlich sollte ich die Cam immer mitnehmen, allein die Größe der Dateien hält mich davon ab.

Wieder am Main angekommen suchten wir uns einen Parkplatz am westlichen Mainufer, enterten eine Pizzeria, bestellten eine Quadro Stazioni to go und vernichteten diese auf der alten Mainbrücke inmitten der Studenten und Touristen, die dort ebenfalls einen schönen Abend bei einem Glas Wein verbringen wollten.

Als die Lichter auf der Brücke und der Burg angingen, setzte ich die Kamera nochmals in Aktion und fing die tolle Stimmung ein.

Der nächste Morgen präsentierte sich zwar warm, aber noch bedeckt, so dass wir uns erst spät nach dem Frühstück aus dem Dorf trauten. Ziel des heutigen Tages: Schloss Mespelbrunn. Eines der Schlösser, welches die letzten Jahrhunderte ohne Beschädigung überstanden hat und sich in einem bemerkenswerten Zustand befindet.

Direkt davor das aus Film und Fernsehen bekannte „Wirtshaus im Spessart“. Ob das mit den Räubern damals so gestimmt hat, lasse ich dahingestellt. Jedenfalls sind die Nachkommen heute noch aktiv…

Während der Schlossführung (übrigens von einem Studenten und nicht vom Schlossgeist durchgeführt) war Fotografieren leider nicht erlaubt, aber die Familienhistorie war auch so schon recht interessant. Vor allen Dingen deshalb, weil sich das Schloss bis heute im Familienbesitz befindet und man in den Ahnengalerien auch die heutigen Besitzer abgebildet sieht. Das ist erlebte Geschichte.

Das schöne Wetter wollten wir ausnutzen und fuhren am Main entlang in Richtung Miltenberg. Auf der Höhe eine alte Burg und an einer Seitenstraße das Schild „Henneburg“. Warum nicht mal rauffahren? Über eine enge und steile Straße gelangten wir zu einem Parkplatz und dann zu einem wunderschönen alten Gemäuer, welches zur Zeit an einer Ecke restauriert wird.

Ein Spaziergänger, der sich in der Gegend auskannte, meinte, man könne die Burg besichtigen. Es gäbe zwar keine Restaurationsbetriebe, aber es wäre alles frei zugänglich. Wir wurden direkt ins finstere Mittelalter katapultiert. Überwachsen mit Pflanzen und Blumen steht dieses wunderschöne alte Gemäuer da und wartet nur darauf, erkundet zu werden.

Auch wenn die damaligen Wohngebäude in Punkto Komfort noch einige Mängel aufwiesen, der Blick über das Maintal war (speziell bei gutem Wetter) nicht zu verachten.Kurze Zeit später landeten wir in Miltenberg. Hier war entgegen meiner Vermutung nicht der Touristenrummel, den ich an einem Samstag Nachmittag erwartet hätte. Auch gut. Kann ich mit leben.

Auch wenn das nächste Foto etwas anderes vermuten lässt: Ich habe nur da gestanden…

Zurück am Main und am „Holstentor des Spessarts“ vorbei fuhren wir dann über Wertheim

– heute kein ausführlicher Stop, nur ein Klick auf die Burg – zurück nach Veitshöchheim.

Kurz vor der Auffahrt Wertheim Village noch ein Sonnenblumenfeld im Abendlicht.

Auch in Veitshöchheim am Main gibt es auch sehr schöne Stellen, um den Sonnenuntergang zu genießen. Besonders interessant an diesem Abend neben den tollen Wolkenformationen auch die „Regenbogenecke“, die durch Lichtbrechung gerade an der Stelle des Himmels zu Tage trat.

Ansonsten eine toller Himmel und ein friedlicher Abend, bis die Sonne hinter den Bergen verschwand.

Nürnberger Rostbratwürste und Lebkuchen

… die gab es auf diesem Kurztrip nicht. Es war schlicht und ergreifend zu heiß. Wir waren mal wieder in Chauffeurdiensten unterwegs und hatten als Zwischenziel Nürnberg auserkoren. Zum einen, weil es wegetechnisch passte, zum anderen, weil wir die Stadt noch nicht näher kennengelernt hatten. Übernachtet wurde im Best-Western Hotel City West, welches zu unserem großen Glück mit einer gut funktionierenden Klimaanlage auf dem Zimmer ausgestattet war.

Den Abend verbrachten wir schon in der Kühle des Raumes, nachdem das Thermometer während der Fahrt zwischenzeitlich auf 41°C geklettert war. Keine Notwendigkeit, nochmal draußen weiterzuschwitzen.

Der nächste Morgen erwartete uns mit einem opulenten Frühstück. Es war eines der höherklassigen in dieser Hotelkette. Die freundliche Dame an der Rezeption gab uns ein paar Tipps, was in Nürnberg zu sehen wäre: Kaiserburg, Altstadt…

Nachdem wir uns einen Parkplatz gesucht hatten, war die Kaiserburg das erste Ziel.

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Vormittags war die Hitze noch zu ertragen und wir gönnten uns einen Spaziergang über die Burg.

DSC0970.jpgMit den vielen Zinnen und Türmchen bieten sich Fotomotive an jeder Ecke.

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Dann vom Burgberg zurück in die Altstadt. Dort gibt es z. B. das Denkmal von Albrecht Dürer.

DSC0950.jpgEin Blick ins Rathaus zeigte einen schönen Ratssaal.

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Weiter geht es durch die Altstadt an vielen gut erhaltenen oder restaurierten Häusern

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bis zur Pegnitz (ja, die Pegnitz fließt durch Nürnberg, die Donau ist aber auch in der Nähe) mit wunderschönen Brücken.

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Aber auch Kirchen kommen nicht zu kurz:

Hier die ev. St. Lorenz Kirche:

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die von innen mehr nach katholisch aussieht, aber den typisch bayrischen Einfluss vermissen lässt.

DSC0997.jpgUnd als Gegenstück noch eine Katholische Kirche, die St. Elisabeth-Kirche:

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Auch hier der Blick ins Innere:

DSC1006.jpgMittlerweile hatte die Hitze deutlich angezogen und wir begaben uns ins Hotel zurück, um die größten Temperaturen in der angenehmen Kühle der Klimaanlage zu verbringen.

Als es dann dunkelte, erwachten die Lebensgeister wieder und los ging es zu einem Night-Shooting. Karin hatte mal davon abgesehen, ihr Handy in den Neid-Modus zu stellen (heißt es Neid-Modus, weil ich mit meiner Knipse nicht so schöne Bauklötzchen auf den Bildschirm zaubern kann? Oder doch Night-Modus?) und so durfte ich Stativ und Kamera bemühen:

DSC1018.jpgDSC1024.jpg Den Abend beschlossen wir auf einem Platz unterhalb der Burg. Das Pflaster hatte sich durch die Hitze angenehm aufgeheitzt und jung und alt saßen auf den „heißen Steinen“ und genossen die Stimmung.

DSC1038.jpgEine Stadtbesichtigungstruppe auf ihren Segways parkte in Reihe bevor sie in Richtung eines Stadttores abrauschten.

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Bei der Rückfahrt um die Stadtmauer aussen herum ein letzter Blick auf die Rückseite der Burg:

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Am nächsten Tag auf der Rückfahrt hatte ich das besondere Vergnügen, mal bei Rot ungestraft über die Kreuzung zu brettern. Wer das auch mal machen möchte, der sollte einfach mal die B290 von Wallhausen nach Brettenfeld fahren.