31.05.2018 – Red Cliffs – Cedar Breaks National Monument

Ich bin mir nicht sicher woran es lag, dass ich in der vergangenen Nacht (wie ich meine) gar nicht geschlafen habe. War es die Hitze? War es ein lautes brummendes Geräusch, was neben der Klimaanlage bis ca. 3 Uhr durchbrummte? Oder einfach nur die Kanne Kaffee, die wir uns am Abend unvernünftigerweise einverleibt hatten? Letzteres werden wir heute testen.

Tagesziel waren zwei alte Bekannte. Ca. 20 Meilen nördlich von St. George bei der Ausfahrt Leeds liegt die Red Cliff Recreation Area, etwas remote, aber mit unserem Nationalparkpass ohne weitere Kosten befahrbar. Hier hatten wir früher schon (also gerade mal 20 Jahre her) mit den Kids und dem Wohnmobil gestanden. Damals gab es eine sehr schöne Wanderung am Flussbett entlang mit netten Kletterpartien. Also das, womit man Youngster hinter dem Herd herlocken kann.

Das Tal sieht zu Anfang recht nichts sagend aus und man muss (speziell ich) sich gegen die Müdigkeit und die sich ausbreitende Erkältung durchsetzen. Fragen wie „ist es noch weit?“, „wie lange noch?“, „sind wir schon da?“ ziehen in meinem Alter bei der besten Ehefrau von allen nicht.

Aber irgendwann wurde das Tal enger und wir standen vor der interessanten Aufstiegsstelle.

Wie schon früher gab es dort ein Seil und in die Felsen gehauene Stufen. Trotzdem auch für Rollstuhlfahrer ungeeignet. Das war jetzt die Bewährungsprobe für die Schuhe der besten Wanderin von allen. Gut, dass solche Wegeigenheiten per Default schon bei den Tretern einprogrammiert sind. Die können nämlich mehr, als die Besitzerin sich zutraut.

Leichtfüßig wie ein Äffchen schwang sie sich am Seil empor und weiter ging es im Sauseschritt durch den Canyon.

Weiter hinten wurde die Schlucht immer enger und wir hatten die Möglichkeit, entweder die Berge raufzuklettern oder umzukehren.

Aber da wir ja schon festgestellt hatten, dass wir mehr nach unseren Artverwandten als nach Gemsen kommen, entschieden wir uns, den wunderbaren Seiltripp zu wiederholen. Mal sehen, ob die Schuhe auch bergrunter können.

Nicht nur die Schuhe, auch die Besitzerin konnte.

Blick zurück, jetzt mal ohne Leute.

Und da ich auf dem Rückweg sowieso das Fisheye auf der Kamera hatte, mal Felsen und Landschaft etwas anders.

Jetzt noch das langweilige Stück zurück (meine oben eingangs gestellten Fragen wurden alle gleichlautend mit „gleich“ beantwortet) und dann in die Kühle des Wagens zurück.

Weiter geht es auf dem Interstate 15 bis nach Cedar City, wo schon das Cedar Breaks National Monument ausgeschildert ist.

Im Endeffekt ist das Monument das gleiche wie der Bryce Canyon, nur etwas kleiner, gemütlicher und mit viel weniger Leuten. Dafür ca. 2000 Fuß höher, also bei etwas über 10.000 Fuß. Mein GPS der Kamera zeigte 3.200 Meter an. Gut, dass ich mir heute für alle Fälle ein Hemd mit langen Ärmeln angezogen hatte. Die Temperatur war auch gleich von 100° Fahrenheit auf 60°Fahrenheit gesunken…

Beim Weg nach oben durch Birkenwälder bekommt man eindrucksvoll eine Vorstellung davon, was einen erwartet.

Wenn man sich dann umdreht und ins Tal schaut, ein komplett anderer Anblick.

Vom Hauptaussichtspunkt dann der gewohnt überwältigende Ausblick in das riesige Amphitheater.

Und mit einem Fisheye bekommt man sogar alles drauf.

Selbst den Fotografen nebst Begleitung.

Der eigentlich interessante Wanderweg links vom Visitorcenter war (wie noch viele andere Einrichtungen) geschlossen. Immerhin tummelten sich noch diverse Schneefelder am Wegesrand.

Und so blieb uns nichts anderes übrig, als gegen den Uhrzeigersinn am Rim entlang zu fahren und von den verschiedenen Aussichtspunkten aus zu fotografieren. So man denn nicht weggeweht wurde, denn es wehte stellenweise eine echt steife Brise. Gut, dass ich meine Hemdsärmel runtergekrempelt hatte…

Und dann dreht man sich um: Nichts

Da der Weg von Cedar City nach St. George zu anstrengend geworden wäre, als dass man die 40 Meilen an einem Stück hätte schaffen können, legte die beste Shopperin von allen bei Ross eine kurze Verschnaufpause ein, während ich auf dem Fahrersitz eine Runde pennte. Zu ihrer Ehrenrettung muss man sagen: Das war der erste Ross auf der ganzen Reise. Soviel Zurückhaltung ist fast noch schwerer als eine 1000-Kalorien-Diät.

Gut gestärkt und die Einkaufstüten voll ging es über die mehr oder weniger langweilige Autobahn

bis zum Costco, wo selbst ich der Meinung war, dass mal wieder getankt werden müsste. Spritpreis übrigens der billigste auf der ganzen Reise: 2,979 USD/Gallone. Logisch, dass wir auch so noch (nicht erfolglos) im Laden vorbeischauten.

Mal wieder ein toller Tag.

Düsseldorfer Medienhafen – mit dem Fisheye

Ja, ich weiß, man sieht sich irgendwann an den Aufnahmen mit den geschwungenen Linien satt. Trotzdem reizte es mich, bei schönem Wetter nach einem Shooting aus der Nahperspektive auch etwas weiter entfernte Objekte vor die Kamera zu nehmen. Und meiner Meinung nach eignet sich geradlinige Architektur wunderbar dazu, auch mal verzerrt dargestellt zu werden.

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Zuerst konnte ich mich noch zurückhalten, wie man sieht. Und bis zum Gehri-Haus waren schon die ersten Aufnahmen im Kasten.

_D886584 _D886589Dann aber zur Abwechselung mal das 24mm Tilt/shift auf die D800 und der Versuch gestartet, die Perspektive dieses Hauses zumindest ein wenig gerade zu rücken. Unmöglich, wie man sieht.

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Also weiter ohne Rücksicht auf Verluste.

_D886602 _D886609 _D886608-Bearbeitet _D886607 _D886603 _D886599 _D886598 _D886597 _D886593 _D886616 _D886615 _D886614 _D886613Und wie man sieht, ist es auch als Fotograf schwer, dieser Linse zu entkommen.

_D886610Enjoy

Route Industriekultur – Halde Hohewart

Das schöne Wetter trieb uns hinaus. Haldenbesuch war angesagt. Die Halde Hohewart zwischen Herten und Herne hatten wir noch nicht besucht. Sie liegt in der Kreuzung von A2 und A43 und ist mit dem Auto in ca. 20 Minuten aus Werden zu erreichen (kein Stau auf der A40 vorausgesetzt). Imposant heben sich die beiden stählernen Bogen im Rund vom Himmel ab. Aber um dorthin zu gelangen, ist Arbeit angesagt. Entweder man läuft im Zickzack in zart ansteigenden Serpentinen nach oben oder man steigt die Treppe auf dem direkten Weg nach oben.

_D480360.jpgWie ich on Top erfuhr, sind es 500 Treppenstufen, genannt die Himmelsstiege. Sport am Abend. Wenn man dann dank Sauerstoffzelt wieder bei Atem ist, kann man in ca. 143 m Höhe (so mein GPS) die Aussicht genießen. Und die ist wirklich nicht von schlechten Eltern:

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Aber das Hauptziel sind natürlich die Bögen, die sich über dem Observatorium aufspannen. Besonders schön ist dies logischerweise, wenn die untergehende Sonne durchscheint.

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Leider spannt sich um das Observatorium ein unschöner Bauzaun. Ein Riss in einer Schweißnaht an der Berührungsstelle der beiden Bögen sorgt dafür, dass man nicht näher ran kan (Stand 31.03.2018) Aber wenn man ein Fisheye über den Zaun hält, geht es doch so einigermaßen:

_D480388.jpgAuf der Halde kann man dann in Richtung Westen spazieren, von wo man den Blick in Richtung Gelsenkirchen und die untergehende Sonne schweifen lassen kann.

_D480378.jpg Vom Sonnenlicht magisch angestrahlt ein Windrad. _D480374.jpg
Und auf dem Weg zurück die Spiegelung in den Pfützen ausnutzen:

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_D480386.jpgEin letzter Schuss gegen den Abendhimmel

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und wir simulieren noch kurz Angels Landing

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und wir machen uns an den Abstieg

_D480403.jpgMilchig durch die Osterfeuer steigen die Wolken im Westen empor. Ein anderer Wanderer meinte, wir könnten genau HEUTE um 20 Uhr den Mond auf- und im Westen die Sonne untergehen sehen. Dank der Wolken wurde daraus nichts. Aber macht nichts, der Abend war trotzdem schön.

Mit den Augen eines Fisches – das Thyssen Krupp Headquarter mit dem Nikon 16mm Fisheye

Mit den Augen eines Fisches – das Thyssen Krupp Headquarter mit dem Nikon 16mm Fisheye

Es war mir gelungen, das o.g. Fisheye meiner Sammlung einzuverleiben. Gebraucht, aber in gutem Zustand. Und gestern war endlich mal gutes Wetter. Und wir hatten ein Stündchen Zeit. Gelegenheit, die Linse mal auszuprobieren. _D484673.jpg _D484670.jpg _D484669.jpg _D484671.jpg_D484666.jpg _D484662.jpg _D484661.jpg _D484660.jpg _D484659.jpg _D484658.jpg _D484642.jpg _D484643.jpg _D484644.jpg _D484647.jpg _D484651.jpg _D484652.jpg _D484654.jpg _D484656.jpg

Was man nicht machen darf, ist die Anwendung der Objektivkorrektur z.B. in Lightroom. Dann fehlen logischerweise die herrlich runden Linien und es sieht einfach nur merkwürdig aus. Dazu bräuchte ich dann kein Fisheye. Beachten muss man bei dieser Optik (die einen Bildwinkel von 180° hat), dass man z.B. bei Hochkantfotos nicht die eigenen Füße oder andere Körperteile mit draufkriegt. Wenn es allerdings nur Fisheyefotos sind, wird es langweilig. Daher habe ich mir erlaubt, ein paar Fotos mit „normalen“ Brennweiten einzustreuen. Hoffe, es gefällt Euch.