Besuch in Amsterdam

Kurzentschlossen hieß es bei uns: Wir müssen raus. Wir machen einen Besuch in Amsterdam. Dort bot sich das Hotel Amedia am Flughafen Shiphol an. Es gibt zwar durchaus auch im Stadtzentrum Hotels, aber die passten nicht in unsere Preiskategorie.

Am Freitag Nachmittag ging es los. Google Maps kündigte in der Planungsphase 2 Stunden und 16 Minuten an, aber davon wusste die A3 um diese Zeit nichts. Nach ca. 3 Stunden landeten wir gegen 19 Uhr im Hotel, die Hitze hatte uns fertig gemacht und nach einem Sonnenuntergang am Strand war uns nicht mehr. Das Dach des Hotels hätte noch einen schönen Blick auf die untergehende Sonne freigegeben, aber meine Göttergattin war von den nicht offiziellen Wegen nach oben wenig begeistert. Sei es drum. Das Hotel ist modern, sauber und bietet neben einer leisen Klimaanlage auch kostenlose Parkplätze, eine Seltenheit.

Am nächsten Morgen wurden wir dafür von der Sonne begrüßt, die durch den Dunst ins Fenster schien. Ein durch die Strahlen fliegendes Flugzeug machte mir bewusst, dass wir trotz der Nähe des Flughafens absolut nichts davon gehört hatten.

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Auf in die City. Wer sich mit Amsterdam schon beschäftigt hat, wird wissen, dass diese wunderschöne Stadt überquillt mit Museen, Galerien und Ausstellungen. Und fast alle kostenpflichtig. OK, wir hatten nicht vor, an diesem Wochenende mehr auszugeben als bei einem zweiwöchigen USA-Urlaub. Zum Glück gibt es das Internet und dort reichlich Informationen, was man in Amsterdam kostenlos erleben kann. Und auch, wo man einigermaßen preiswert sein Auto abstellen kann. Die „Groschengräber“ wollen üblicherweise 4 Euro pro angefangene Stunde haben, das würde den Reichtum der Stadt erklären.

Wir entschieden uns für das Parking Centrum Oosterdok in der Oosterdoksstraat 150. Dort kostet es 1 Euro / 12 Minuten in den ersten 5 Stunden, aber dann bis 24 h „nur“ 13 Euro. Die Fahrt dahin führt durch „Hinterhöfe“, aber das Parkhaus ist total modern und hell. An der frischen Luft landeten wir am Wasser (was in Amsterdam eher die Regel denn die Ausnahme ist) und wendeten uns dem Naturkunde- und Technik-Museum „Nemo“ zu. Auf dem Weg dahin vorbei am im chinesischen Stil eingerichtete Restaurant „The Palace“, wie üblich, nah am und auf dem Wasser gebaut.

The Palace - AmsterdamIm Nemo

Museum Nemo - Amsterdamgibt es als erste kostenlose Attraktion die Fahrt auf das Dach, von wo aus man einen wunderbaren Blick über Teile von Amsterdam hat.

Blick auf Amsterdam

In der entgegengesetzten Richtung ging es dann zum Hauptbahnhof „Amsterdam Central“,

Amsterdam Centralvorbei an diversen Ausflugsdampfern. Und weil sich in den Scheiben alles so schön spiegelte, hier ein Beweis für die Wirksamkeit eines Polfilters:

Die folgende Aufnahme wurde ohne Polfilter gemacht:

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Man sieht deutlich die Spaziergänger und die Gebäude im Hintergrund. Jetzt drehen wir mal den Polfilter auf den richtigen Winkel:

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Und schon sieht man, wie die Kabinen innen ausgerüstet sind. Faszinierend, nicht wahr?

Hatte ich schon mal erwähnt, dass meine Göttergattin gerne Bötchen fährt? Nun, hier konnte ich ihr die Gelegenheit bieten, und gleich 4-fach. Vom Hauptbahnhof aus gehen mehrere kostenlose Fahrrad- und Fußgängerfähren ab. Die Buikslotermeer-Fähre dauert nur ein paar Minuten und brachte uns zum EYE-Filmmuseum.

EYE Film Museum AmsterdamEYE Filmmuseum Amsterdam

Dort eine kurze Pause am Wasser eingelegt und mit vielen vielen Fußgängern und Radfahrern über die Ij zurück. Habt Ihr gewusst, dass es in Amsterdam viele Fahrräder gibt? MB80547.jpg

Es müssen Millionen sein. Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dass praktisch von jeder Seite ein Zweirad auftauchen kann, kann man ganz gut damit leben. Die Reiter sind auch nicht (wie in anderen Städten) agressiv, Radler und Fußgänger leben recht entspannt nebeneinander. Was auch den großen Vorteil hat, dass man, wenn man mal mit dem Auto in die Innenstadt möchte, auch dieses recht relaxed tun kann. Wenn ich mir vorstelle, dass jedes dieser Bikes durch ein Auto ersetzt würde – das Verkehrschaos wäre nicht auszudenken. Und ein Parkplatz für Räder nimmt auch erheblich weniger Platz weg als für die vierrädrigen Untersätze:

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So, erste Fährentour überstanden, frischer Wind im Haar, die Laune ist gut, die Plattfüße sind noch nicht ganz platt. Direkt nebenan legt die Fähre zur NDSM-Schiffswerft ab, eine ca. 15-minütige Fahrt zu einem alternativen Industriestandort für Künstler und Medienunternehmen. Weit voraus schon leuchtend die großen Buchstaben des Schiffhotels „Botel“, wo selbst in den roten Buchstaben noch Zimmer eingebaut wurden. Eine witzige Idee.

Botel Amsterdam

Von hier aus gehen auch (wie von fast überall) Hafenrundfahrten los. Mit Preisen ab ca. 13 Euro pro Person ist man dabei. Allerdings nicht mit dem Schiff, was auf dem folgenden Bild zu sehen ist.

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Nicht nur der Zahn der Zeit und das Meerwasser nagen an dem Boot, auch Graffiti geben ihm eine besondere Note.

Andere ausser Dienst gestellte Segler aus alter Zeit dienen als Restaurant- und Partyschiffe.

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Auf dem Rückweg begegnete uns noch eine „Entenfamilie“, sah irgendwie süß aus, das Motorboot mit den ganzen Jollen im Schlepptau…

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Wieder an Land wollten wir etwas von den Innenstadt-Attraktionen sehen. Im Tunnel durch den Hauptbahnhof sehr schöne Fliesen mit historischen Motiven.

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Und dann sahen wir den auf der Wasserseite total modernen Hauptbahnhof von der Frontseite:

Hauptbahnhof Amsterdam

Durch die Menschenmassen wühlten wir uns Richtung Dam und vor dort aus war das nächste Ziel der Tour, dem Begijnhof, ein schöner ruhiger Innenhof, eine Oase in der Hektik.

Begijnhof in Amsterdam

Eine Kirche lädt zum Verweilen ein,MB80624.jpgaber wir wollen weiter, wieder ans Wasser. Und an den nächsten Grachten liegt der Bloemenmarkt, der zwar neben dem üblichen Touristenramsch auch Blumennahe Artikel anbietet, aber wenig frische Blumen selbst. Bloemenmarkt AmsterdamWar vielleicht auch der Wärme geschuldet. Gegenüber der Blumengeschäfte reiht sich Käseladen an Käseladen. Und da ist auch endlich Frau Antje.

Käseladen Amsterdam

Wir lassen die Pröbchen links liegen und marschieren weiter am Wasser entlang, bis wir diese besonderen Autos sehen:

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Den würde ich selbst gerne fahren.Dodge RAM 1500

Man sollte sich also tunlichst nicht mit der Polizei anlegen, da zieht man schnell den kürzeren.

Aber zum Glück gibt es ja hier vieles legal, was an anderen Orten unter Strafe gestellt ist.

MB80647.jpgNun aber endlich zu den Grachten der „Altstadt“. Das schöne Wetter hatte alles, was Beine hatte, nach draußen gelockt und das Gedränge fand nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf den Wasserstraßen statt.

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Leider beendete ein Anruf von zuhause unsere schöne Tour, da es einen Krankheitsfall in der Familie gab. So mussten wir abbrechen und verfrüht nach Hause fahren. Aber ich bin sicher: Amsterdam, wir kommen wieder. Wahrscheinlich mit Rädern.

 

 

 

 

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