Melarimaduo spielt in der Gruga

Am 29.05.2024 fand im Rahmen des Feierabendplauschs am Pavillion ein Konzert des Duos Melarima statt. Wer ist das?

Die Band besteht seit mittlerweile 10 Jahren. Da hätten wir als Frontfrau und Sängerin Melanie Wißler.

In ihrem Bandprofil findet sich folgendes:

Sie unterschrieb ihren ersten Plattenvertrag bereits im Alter von 20 Jahren. In der Zwischenzeit hat sie nicht nur viele Teile der Welt wie Asien, Russland, die Arabischen Emirate und Skadinavien musikalisch bereist, sondern stand auch auf der Bühne mit namhaften Künstlern wie Ricky Martin, Boy George, Christian Wunderlich u.v.a …

Von sich selbst behauptet sie, Autodidaktin zu sein.

Als instrumentelle Begleitung steht neben ihr der aus dem Iran stammende Amir Nasr.

Über den sympathischen Musiker mit dem gewinnenden Lächeln sagt die Webseite:

Er studierte Komposition und Gitarre in Tehran, Moskau und den Niederlanden. Mittlerweile hat er bereits zwei CDs unter seinem Namen veröffentlicht und ist mit den verschiedensten Projekten auf der ganzen Welt unterwegs.

Das Wetter hatte sich entgegen der Vorhersagen zum Guten entwickelt, die Sonne kam sogar stellenweise raus.

Auf dem Platz, auf dem auch Catering angeboten wurde, verteilten sich die Zuschauer:innen auf dem Rasen, auf Stühle und an Stehtische.

Zu Anfang zählte ich ca. 20-30 Besucher, als Melanie und Amir loslegten.

Mit ihrer einschmeichelnden Stimme gewann Melanie das Publikum sofort für sich.

Zu ihrem Repertoire gehören deutsche und internationale Klassiker, ich nenne nur Namika, Heinz-Rudolf Kunze, die Toten Hosen und Sarah Connor. Aber auch Amy Winehouse war vertreten.

Da Amir Musik studiert hat und Melanie nicht nur mit ihrer Stimme glänzt, konnten die beiden auch selbst geschriebene Stücke anbieten.

Als der Abend fortschritt, hatte sich auch deutlich mehr Publikum eingefunden. Abendspaziergänger, die ihrer “Gartenrunde” drehten, Entspannungssüchtige, Musikliebhaber, schätzungsweise standen 100 Menschen vor der Bühne.

Und alle ließen sich in den Bann des Duos ziehen. Und ich schätze, dass nicht wenige von ihnen etwas traurig waren, als es dann um 21 Uhr zu Ende ging.

Aber wenn ihr mehr von den beiden hörten wollt, schaut mal bei Youtube rein.

Und wenn ihr sie buchen wollt, für Eure Hochzeit, Familenfeier oder einfach weil ihr sie klasse findet, dann geht auf ihre Webseite.

 

21.05.2024 – Rückflug nach Deutschland

Nun ist er angebrochen. Der letzte Reisetag. Und wir müssen das schöne Hotel verlassen. Das schmerzt am meisten. In diesem Ballsaal könnte ich noch ein paar Tage mehr verbringen.

Es wird gemütlich gefrühstückt und dann laden wir unsere 3 (in Buchstaben DREI) großen Koffer hinter die erste Sitzreihe. Wir könnten auch alles auf die Ladefläche werfen, aber da unser Flug erst gegen 19 Uhr in San Francisco startet, werden wir noch ein wenig durch die Gegend gondeln. Und da wollen wir niemanden einladen, uns um die so sorgfältig gepackten Koffer zu erleichtern.

Erstes Ziel ist die Battery Yates. Von Süden kommend liegt dieser Punkt unterhalb der Dana Bowers Rest Area, welche einem den Blick auf die Golden Gate Brücke von der “anderen” Seite erlaubt und welcher auch von Norden kommend anzufahren ist.

Wir sehen schon auf den ersten Metern, dass die Sicht nicht so superklar ist wie gestern.

Über die Bucht geschaut kann man Alcatraz mehr erahnen als sehen.

Und dann taucht das Wahrzeichen der Stadt schließlich aus den Wolken auf. Groß, rot und mächtig recken sich die Türme in den Nebel.

Ein paar Meter weiter, am Ende der Straße, haben wir dann den vollen Blick auf die Brücke, welchen wir natürlich gründlich auskosten.

Links von der Brücke lässt sich die Skyline nur erahnen, alles liegt in der dicken Erbsensuppe des Morgennebels verborgen.

Dann geht es weiter. Wir geben ins Navi den Baker Beach ein, denn wir wollen an der Küste entlang nach Süden fahren bis Pacifica.

Erstmal müssen wir natürlich über die Brücke, der Verkehr hält sich in Grenzen, es geht zügig voran.

Das Navi hat seine Vorschläge, wie es uns am schnellsten dahin bringen möchte, aber wir haben unsere eigenen Ideen, denn wir wollen ja noch was sehen. Und das tun wir auch. Die Straße führt nach oben und plötzlich taucht durch die Bäume die Brücke, diesmal aus südlicher Sicht, aber immer noch hübsch im Nebel, auf.

Kurze Zeit später stehen wir vor einem Prachtbau, den wir bisher weder kannten noch hatten wir von seiner Anwesenheit etwas geahnt: Das Kunstmuseum Legion of Honor. Ich bemühe mal wieder Wikipedia für eine kurze Erklärung:

Das Kunstmuseum Legion of Honor war lange Zeit unter dem Namen California Palace of the Legion of Honor bekannt. Heute gehört es – zusammen mit dem M. H. de Young Memorial Museum – zum Verbund der Fine Arts Museums of San Francisco.

Dort gibt es logischerweise nicht nur diesen Monumentalbau, Blumen in knalligem Rot locken zum Fotografieren.

Und im Hintergrund eine Laterne, deren Verzierung ich schon fast ein wenig übertrieben finde. Aber was solls? Wenn die Leute darauf stehen, sollen sie es bekommen.

Für den Rest des Weges nach Pacifica vertrauen wir uns dem Navi an. Passieren westlich den Golden Gate Park, der ja bis zum Meer herunterreicht und landen dann irgendwann in Pacifica. Hier haben wir uns mal mit einem Freund getroffen, der später Covid leider nicht überstanden hat R.I.P. KDM.

Aber der Strand ist schön, Surfer reiten auf den Wellen um die Wette.

Als ich gerade den Parkplatz verlasse, kommt mir im Augenwinkel eine kleine braune Gestalt unter. Habe ich das richtig gesehen?

Ein Raubvogel hockt da direkt an der Ausfahrt auf einem Holzbalken und macht was? Auf verunglückte Surfer warten? Oder doch besser Lebensmittel, die abfallen? Oder günstigstenfalls auf irgendwelches Getier, was sich im Gras versteckt.

Jedenfalls schien er sich nicht durch mich gestört zu fühlen und ich konnte mal eben für ein Foto zurückkehren und ihn ablichten.

Genug der Ferien. Jetzt wird es ernst. Nur ca. 15 Minuten von Pacifica liegt schon der Flughafen (hätte gedacht, wir brauchen wesentlich länger) und direkt nebenan ein Costco zum Volltanken (4,599 USD/Ga).

Da wir reichlich Zeit haben, schlendern wir noch einmal durch den Laden. Bzw. ich suche mir erst die besten Pröbchenstände raus und lasse mich dann in einem bequemen Sessel nieder. Ich bin in dem Moment total tiefenentspannt, weil ich weiß, dass unsere Kreditkarte nicht durch weitere Klamottenkäufe belastet wird.

Die Autoabgabe klappt problemlos.

Als Gesamtspritverbrauch über unsere 2.961 gefahrenen Meilen errechnet sich ein Wert von 10.69l/100km. Wir hatten schon bessere Werte, aber ich finde, das ist für so ein Auto in Ordnung.

Was sich anschließend zu einer ordentlichen Plackerei ausweitet, ist die Tatsache, dass es zum Skytrain (also der Verbindungszug zwischen den Terminals und den Autofirmen) weder eine funktionierende Rolltreppe noch einen funktionierenden Aufzug gibt.

Training ist angesagt: Zwei Koffer mit jeweils 24 kg, eine Fototasche mit 15 kg und eine Computertasche mit ca. 5 kg gleichzeitig auf den Schultern und an den Händen schwinge ich mich leichtfüßig wie eine Elfe (oder eher eine Zwölfe?) die Treppe rauf, um meiner Göttergattin anschließend auch noch den dritten Koffer hochzuwuchten.

Wir steigen im Terminal 3 (Domestic Flights) aus, weil wir dort in einer Art Schnellverfahren unser Gepäck loswerden können. Das klappt auch, der entgegennehmende Mitarbeiter zieht leicht die Augen hoch, als er das Gewicht sieht, sagt aber nichts. Puh, Glück gehabt.

Dann marschieren wir beinahe genau so schnell durch die Security, weil gerade eine “Clear” Lane frei war. Was nun? Bis zum Abflug ist es noch gut Zeit und wir lassen uns in einem der Restaurants nieder, die dem Priority Pass angeschlossen sind und wo jeder von uns für 28 USD essen darf.

Beide Gerichte, Karins Salad und mein Burger sind sehr gut und gesättigt begeben wir uns zu unserem Abfluggate, wo ich mich hinsetze, diese Zeilen schreiben und meiner Göttergattin beim Schlafen zusehe.

Wir steigen etwas verspätet in das Flugzeug ein, weil es erst noch runtergekühlt werden soll. Steht in der prallen Sonne.

Und die sieht man auch, wenn wir nach Norden starten und das Licht von Westen ins Fenster strahlt.

Eigenartigerweise (vielleicht, weil ich kurzfristig den Fensterplatz innehabe) ist das GPS der Kamera in der Lage, die Position aufzuzeichnen. Bei früheren Aufsteck-GPS gab es da immer Probleme.

So kann ich ziemlich genau sagen, dass wir uns über der San Francisco Bay befinden.

Wenn ich die Karte richtig interpretiere, befinden wir uns fast genau über Alcatraz und blicken auf die Richardson Bay.

Bei diesem Foto befinden wir uns schon wieder über Land, nordwestlich von uns liegt die Bucht von San Pablo.

Die 11 Stunden Flug sind kein Zuckerschlecken, auch weil an meinem Sitz von vornherein der Fernseher als kaputt gemeldet wird. Dafür bietet man uns eine Kompensation von 150 USD an, die wir gerne annehmen. Dafür können wir uns evtl. einen Lounge-Besuch gönnen oder Pre-Boarding buchen.

In Frankfurt angekommen, geht alles sehr glatt. Die “Immigration” ist dank automatisierter Verfahren in Sekunden durch und auf die Koffer müssen wir auch nicht sehr lange warten. Alle dabei.

Dann ab zum und ins Auto. Die 100 PS machen sich mit dem extra Gepäckstück schon bemerkbar, der hintere Fahrzeugteil ist komplett vollgepackt. Da wird es schon angenehmer sein, mit einem komfortablen Pickup zum Flughafen zu fahren. Allein schon deswegen, damit der Unterschied von USA nach Deutschland nicht so groß ist. Denn ich gestehe, ich habe den Dicken in den Staaten schon genossen.

Die A3 ist leider kein Vergnügen, denn zwischen Bad Camberg und Limburg Süd hat sich ein Verkehrsunfall mit einem Gefahrguttransporter ereignet, was dazu führte, dass die Autobahn in beiden Richtungen gesperrt ist. Es kommt auch als Gefahrenmeldung übers Handy rein, dass Türen und Fenster geschlossen bleiben sollten.

Wir können gerade noch in Idstein abfahren und mogeln uns (wie viele andere Autofahrer “die Nebenstrecken sind auch überlastet”) bis nach Limburg Nord durch, um dann störungsfrei weiterzufahren. Mit einer Stunde Verspätung (gerechnet ab Flughafen Frankfurt) landen wir dann um 20 Uhr in Werden.

Wie schön.

Danke Euch fürs Mitlesen und Liken, es ist immer toll, wenn man aus der Heimat begleitet wird.

 

20.05.2024 – Point Reyes National Seashore

Wir hatten eine wunderbare Nacht in unserem Luxushotel. Ich glaube, wir könnten uns an diesen Standard gewöhnen. Ob unser Geldbeutel sich auch daran gewöhnt?

Das Frühstück war auch gut und so starteten wir gemächlich in den Tag. Schließlich wollen wir das Zimmer auch so gut wie möglich auskosten.

Heutiges Tagesziel ist die Pazifikküste. Dort liegt eine Halbinsel, die zum Teil das unter Nationalparkverwaltung stehende Küstengebiet Point Reyes National Seashore umfängt.

Nachdem wir unsere Kaffee-Mugs aufgefüllt haben, verlassen wir das Hotel, hier mal die Außenansicht, und setzen uns auf den Interstate 5 nach Süden.

Schon kurze Zeit später verlassen wir die Autobahn und kurven über gewundene Bergstraßen nach Westen. Für ca. 33 Meilen veranschlagt das Navi eine Zeit von 1 h und 15 Minuten. Das zeigt, welche Geschwindigkeit man hier üblicherweise fahren darf.

Es geht kurvig über hügeliges Farmland, alles ist grün und das Auge freut sich.

Irgendwann wird es wieder belebter, wir erreichen Point Reyes Station. Ein absolut süßes Nest. Wir halten an und da Karin noch etwas für den Garten braucht, nehmen wir uns die Zeit und schlendern die paar Meter die Hauptstraße entlang.

Die Scheune dient als Mehrzweckhalle zum einen als Galerie, an der Decke hängen gequiltete Decken, am anderen Ende lagern Torf und andere Mengenartikel.

Es ist eine ruhige Stimmung, nicht der totale Touristenrummel, obwohl das irgendwann noch kommen wird. Da liest ein bärtiger Oldtimer im Schatten des Cafes seine Zeitung, ein andere checkt auf dem Tablet seine Mails.

Aber wir müssen weiter. In vielen Reiseführern wird der Cypress Tree Tunnel gezeigt. Den wollen wir auch sehen. Er liegt am Sir Francis Drake Boulevard.

Ihn ohne Personen draufzukriegen ist fast unmöglich. Immerhin befanden sich die einigen optischen Störer weit genug entfernt.

Weiter geht es auf besagtem Blvd. Wieso der Name hier? Der Pirat der Königin hatte im Rahmen einer Weltumseglung auch einmal hier Station gemacht, es gibt auch eines Drakes Bay.

Schließlich landen wir auf der Landspitze und ein großartiges Panorama tut sich auf.

Die Wellen schlagen kilometerweit an die leeren Strände. Unser erster Trip führt uns vorbei an einer dieser schönen Hauswurz-Pflanze in Richtung Leuchtturm.

Auf der einen Seite schroffe Klippen

und dann die Info, dass es zum Leuchtturm über 300 Stufen nach unten geht.

Runter können wir immer, obwohl es auf die Knie geht. Zum Glück gibt es (für die außer Atem geratenen nach oben strebenden Wanderer) immer wieder “Turnouts”, die wir auch nutzen dürfen. Von dort aus sehen wir mehrere Raubvögel, Falken, Red Tailed Hawks, die still in der Luft zu stehen scheinen, den Blick nach unten gewendet und auf Beutesuche.

Endlich kommt der Leuchtturm in Sicht.

Und wir dürfen sogar einen Blick einen Blick ins Innere werfen. Die riesige Fresnel-Linse sieht aus der Nähe viel imposanter aus als von außen.

Nebenan im Gebäude gibt es noch eine kleine Ausstellung mit den Gerätschaften, die früher in Leuchttürmen benutzt wurden.

Hier ist das Nebelhorn zu sehen, welches zum Glück nicht losging, als wir leise vorbeischlichen, um es nicht zu wecken.

Hatte ich erwähnt, dass wir über 300 Stufen runtergelaufen waren? Die müssen wir jetzt wieder rauf. Hier verkehrt weder ein Taxi noch Uber.

Also schön langsam, immer einen Schritt nach dem anderen und bei den Turnouts auch gerne mal eine Pause machen.

Dabei haben wir dann die Gelegenheit, die nächste fliegende Spezies zu beobachten. Überlicherweise kommen die Pelikane immer dann in der Nähe vorbeigeflogen, wenn ich gerade KEIN Teleobjektiv auf der Kamera habe. Aber man darf ja auch mal Glück haben:

Eine Vogelkundlerin, die gerade angestrenkt ins Nichts starrte, gab uns dann den Tip, dass sich in einer Höhle Eulen befinden. Diese Tiere hier? Wir sind gebührend erstaunt. Aber mit meiner dicken Berta war es kein Problem, das Elterntier und die zwei Jungtiere (die habe ich erst später auf dem Foto entdeckt) einzufangen. Davon war die Lady dann gebührend erstaunt.

Endlich sind wir schwer atmend wieder oben und machen uns auf den Weg zum Chimney Rock.

Es geht über leicht begehbare Feldwege durch Wiesen (meine Nase merkte es als erstes) und auch die Fauna ist nicht ohne. Hier eine Lilie, die leicht im Winde wehte.

Am Chimney Rock angekommen (zumindest ging der Weg nicht weiter, also müssen wir da sein) tat ich mich schwer, irgendeinen Felsen als solchen zu identifizieren. Aber in so was bin ich ja noch nie gut gewesen. Was ich erkennen konnte, war die Kolonie der pelzigen Säuger, die sich schön in Reih und Glied hingelegt hatten.

Zurück ging es einen etwas anderen Weg, vorbei an der Historic Point Reyes Life Boat Station.

Der Pier im Hintergrund erinnerte mich sofort an die alten Magnum Serien, wo TC seinen Helikopter auf einem ähnlichen Gerüst im Meer parkte.

Aber wenn man ganz genau hinschaut, sieht man im Vordergrund auf dem Strand eine weitere Kolonie an Seelöwen und Seelefanten. Logisch, dass wir hin mussten.

Als wir ankamen, öffneten die Tierchen für einen kurzen Moment die Augen, ließen sich aber nicht bei ihrer wichtigen Tätigkeit stören.

Einzig das Jungtier quengelte “ich habe Langeweile, wer spielt mir mir?”. Aber die Erwachsenen fanden es für unter ihrer Würde, dafür auch nur mit der Schwanzflosse zu zucken.

Ich fand es wesentlich interessanter, den Pelikanen beim Fischen zuzusehen.

Sie kreisen überlicherweise in einer bestimmten Höhe über dem Wasser (über Land würde ja keinen Sinn machen) und wenn dann ein Fisch (oder was auch immer interessant erscheint) gesichtet wird, stellen sie den Schnabel senkrecht.

Und dann geht es im Sturzflug nach unten.

Leider hatten wir nicht genug Zeit, um den Vorgang perfekt fotografisch einzufangen, wo der Vogel dann ins Wasser taucht.

Denn mittlerweile hatte die 16. Stunde des Tages geschlagen und wir machten uns auf den Weg ins Hotel.

Noch kurz gegenüber einen Burger geschnappt und dann wird gepackt. Das übliche Drame beginnt. Ich hoffe, dass wir mit unseren Gepäckstücken durchkommen, wenn es morgen zum Flughafen geht.

19.05.2024 – Von Redding nach Novato

Heute haben wir einen langen Fahrtag vor uns. Mit wenig Aufregung. Da müssen wir – damit wir überhaupt was zu berichten haben – vorsorgen.

Wir fahren deshalb noch einmal zur Sundial Bridge. Vom gestrigen Parkplatzchaos ist nichts mehr zu merken, alles ist extrem sauber, alles geht gesittet vor sich.

Wir schnappen uns einen der Parkplätze, die wir gestern schon belegen wollten und gehen die paar Schritte zur Brücke.

Elegant spannt sie sich über den Sacramento River und jung und alt erfreuen sich an dem Anblick der Brücke, am schönen Wetter und dem Fluß, der gemächlich fließend unter uns hergluckert.

Die Brücke ist Teil des Turtle Bay Exploration Parks, dem Naherholungsgebiet nicht nur für die Reddinger.

Wikipedia sagt dazu:

Die Sundial Bridge ist eine freitragende Schrägseilbrücke in der kalifornischen Stadt Redding. Sie überspannt in einer Länge von 213 Metern den Sacramento River und verbindet die beiderseits des Flusses gelegenen Teile des Turtle Bay Exploration Parks. Architekt der Brücke ist der Spanier Santiago Calatrava.

Wir schlendern wie alle anderen gemütlich hinüber und sehen am linken Ende einen riesigen Drachen.

Der gehörte – soweit ich mich erinnere – beim letzten Mal nicht zur Brückenkonstruktion.

Er ist ein Teil einer Ausstellung “Glowing Wild”, die auf auf unsere Fauna und Flora aufmerksam machen soll. Ähnlich wie z.B. das Parkleuchten in der Gruga gibt es hier hunderte von Exponaten, aus Draht und Stoff konstruiert und mit ich weiß nicht wie vielen Leuchtkörpern versehen.

Wir können jetzt, bei Tageslicht, einfach so durch diese wunderbare Ausstellung flanieren.

Aber nicht nur künstliche Tiere beglücken uns im Riesenformat. An einem Baum, der aussah wie ein Flieder (war aber keiner) schlugen sich die Schmetterlinge um die Blüten.

An dieser Akelei hatten die Tierchen kein Interesse. Vielleicht zu groß? In Karins Garten werden sie jedenfalls gut angenommen.

Ein bisschen Spaß muss sein. Hier ein Fotoframe von einer glücklichen Besucherin, die neben einem Otter posiert. Sieht der Otter nicht happy aus?

Ich hingegen hatte meine Probleme, mir das Riesenviech vom Hals zu halten. Jetzt weiß ich ungefähr, wie sich Crocodile Dundee gefühlt haben muss.

Auf dem Rückweg an einem Seerosenteich trafen wir noch auf eine allerliebste Libelle, welch ein Glück, dass ich meine dicke Berta nicht im Auto gelassen hatte.

Die Blumen halten zum Glück still und ich muss kein langes Tele bemühen.

Dann ein Blick zurück, die Schlange, die sich um den ganzen Weg windet. Hatte wohl schon gefrühstückt und an uns keine Interesse.

Wir spazieren noch zum Amphitheater, welches mit einem Fisheye eine minimalistische und ungewöhnliche Perspektive auf einen Teilaspekt der Brücke erlaubt.

Dann geht es zurück, die Brücke ist gerade mal ziemlich leer und meine Göttergattin bietet einen süßen Vordergrund zu diesem architektonisch besonderen Bauwerk.

Nun müssen wir nur noch bei Costco einmal volltanken (4,19 USD/Ga) und es geht auf die langweilige Strecke in Richtung San Francisco.

Etwas nördlich davon hat uns Karin für zwei Nächte das Novato Oaks Inn als Übernachtungsmöglichkeit besorgt.

Die erste Nacht haben wir sogar kostenlos erhalten im Rahmen einer Werbeaktion. Und das Hotelzimmer ist das luxuriöseste und beste, was wir während des gesamten Urlaubes hatten.

Deshalb ausnahmsweise unsere Hütte in größerer Ausführlichkeit als sonst üblich.

Nachdem wir eingecheckt und es uns gemütlich gemacht haben, geht es erstmal an die Reparatur von Karins Handy. Beim Anschluss an ein Ladekabel meckerte es dauernd, dass wohl Wasser in den Anschluss gedrungen sein. Das war mit Sicherheit nicht der Fall. Auspusten mit meinem Kamerapüsterich brachte leider keinen Erfolg, aber mit den guten Zahnzwischenraumbürsten von DM konnten wir eine halbe Tonne Dreck entfernen und das gute Stück ließ sich wieder laden. Puh, Glück gehabt.

So jetzt relaxen wir ein wenig und fahren gleich nochmal los zur Nordseite der Golden Gate Brücke. Im Abendlicht und bei Dunkelheit fotografieren.

Auf dem Weg liegt zum Glück mal wieder ein Panda Express. Mit der Tüte mit leckeren Gerichten hinten drin fahren wir in den Park. Vor uns viele Autos. Hoffentlich bekommen wir da einen Parkplatz. Aber wir haben Glück. Nur 100 Meter vor dem Aufgang gibt es eine Lücke, in die ich mich mit meinem Dicken reinquetschen kann.

Wir ziehen uns schön dick an (selbst ich mit langer Hose, Sweatshirt und Jeansjacke) und wandern zum Aussichtspunkt wie viele andere. Im Licht der untergehenden Sonne

verzehren wir bei dem tollen Ausblick unser Futter.

Nebel zieht in die Bucht hinein und taucht San Francisco wie in Watte gepackt.

Schön. Richtung Meer ist der blaue Himmel immer mehr einem zarten Dunst oder Nebel gewichen und macht einen malerischen Übergang.

Bis es richtig dunkel wird, dauert es bestimmt noch eine halbe Stunde. Wir marschieren zum Auto zurück und legen ein Hörbuch ein. Die Brücke haben wir zumindest mit der Spitze immer im Blick, um zu sehen, wann die Beleuchtung eingeschaltet wird.

Schließlich ist es dunkel genug und wir machen uns erneut auf den Weg zum Aussichtspunkt. Die Menschenmassen haben sich deutlich gelichtet und es gibt keine Probleme, die Brücke mit normaler Beleuchtung abzulichten.

Jetzt aber schnell nach Hause, der Abend ist schon ganz schön fortgeschritten. Gute Nacht.

 

18.05.2024 – Von Ashland nach Redding

Ashland, wir müssen scheiden. Nach anfänglichen Vorbehalten meiner Göttergattin bezüglich des Hotels haben wir uns trotz des weit entfernt liegenden Parkplatzes mit der Unterkunft ausgesöhnt. Auch die Tatsache, dass es in dem Deluxe-Zimmer keinen extra Schreibtisch gab, konnte ich überwinden. Wahrscheinlich hatte im Mittelalter keiner einen Laptop auf Reisen dabei. Auch meine Bedenken, dass das Netz nur auf Sparflamme laufen könnte, bestätigten sich nicht.

Dafür ist Ashland ein süßes Nest, mit dem ich mich im Gegensatz zu Bend direkt angefreundet habe. Sehr viel Grün, sehr viele Blumen, sehr viel alter Hausbestand in einem sehr gepflegten Zustand.

Da macht Durchfahren einfach Freude und entspannt. Wir fuhren noch am Lithia Park vorbei, ein 40 ha großer Park, sehr gepflegt. Die Leute alle ziemlich entspannt und freundlich, grüßen beim Vorbeigehen.

Eine schöne “Innenstadt”, wir fahren ganz gemütlich durch, bis wir uns auf die

99 setzen, die uns direkt auf den Interstate 5 leitet. Dort geht es ca. 60 Meilen nach Süden, dort liegt unser erster Wasserfall, der Hedge Creek Wasserfall.

Auf dem Weg dahin leuchtet im Osten der Mt Shasta, ein möglicherweise noch aktiver Vulkan mit einer Höhe von 4.322 Metern. Schön strahlt seine schneebedeckte Krone.

Dort angekommen haben wir ca. eine halbe Meile zu laufen, also ruht man sich im kunstvoll geschnitzten Sessel eines Baumes erstmal aus, bevor es den anstrengenden Weg nach unten geht.

Dies gelingt uns zum Glück problemlos und der Wasserfall ist wie einige andere, die wir kennengerlernt haben, “begehbar”.

Und das Wasser ist nass, sehr zur Verwunderung meiner Göttergattin. Sie hätte es nicht geglaubt, hätte sie es nicht selbst versucht.

Danach folgen wir den verlockenden Schildern, die auf die Historic Oldtown von Dunsmuir hinweisen.

Aber das interessanteste ist schließlich der alte Eisenbahnwaggon, auch nicht schlecht.

Wir setzen uns wieder auf den Interstate 5, allerdings Richtung Norden, denn dort biegt nach Osten die 89 ab, welche eine große Schleife nach Süden dreht, um dann wieder auf den Insterstate zu stoßen.

Hier liegen gleich ein paar Wasserfälle, die wir bisher noch nicht erkundet haben.

Wir fangen an mit den McCloud Falls an. Mich erinnert der Name immer an einen Film mit Dennis Weaver: Ein Sheriff in New York (der den Name McCloud trug).

Aber die Wasserfälle haben mit Sicherheit nichts damit zu tun. Es gibt derer drei: Den Lower, den Middel und – wer hätte das gedacht – den Upper Fall.

Wir fangen mit ersterem an und sind schon recht angetan.

Man könnte theoretisch jetzt etwas über sechs Meilen am Fluss entlang bis zu den beiden anderen Wasserfällen laufen. Aber dann hätten wir ein paar Probleme: 1. Wenn die Wegstrecke länger ist als das Auto, wird gefahren. 2. wer hätte uns dann wieder zum Auto zurückgebracht? Zurücklaufen hätte einfach zeitlich nicht gepasst.

Also setze ich mich wieder hinters Steuer und wir fahren gemütlich zum nächsten Viewpoint.

Also ehrlich, so richtig viel macht er von oben nicht her. Aber wir sehen unten Menschen, viele Menschen. Es scheint also einen Weg nach unten zu geben. Wir machen uns auf selbigen und stehen nach einiger Zeit vor dem schönsten Wasserfall, den wir auf unserer Reise gesehen haben. Hier möchte ich bleiben.

Schäumend stürzt sich das Wasser in einer breiten Kaskade in die Tiefe.

Wir müssen leider weiter. Die Upper Falls warten auf uns und noch andere Ziele.

Die Upper Falls sind ebenfalls imposant, aber sie lassen sich leider nicht so darstellen, wie sie es verdient hätten, weil es keine “offiziellen” Wege nach unten gibt. Und quer durchs Gebüsch hatte ich auch keine Lust.

Schließlich sind wir zurück am Auto und machen uns auf den Weg zu den McArthur-Burney Falls (viele Schotten in dieser Gegend unterwegs gewesen).

Dies ist der berühmteste Wasserfall auf dieser Schleife und wir dürfen auch 9 USD Eintritt (mit Seniorenrabatt) als Parkeintritt blechen.

Leider ist der Weg, der zum Fuß der Falls führt, wegen Bauarbeiten geschlossen, weshalb wir nur einen Blick von oben auf ihn werfen können. Irgendwann kommen wir wieder und holen das nach.

 

Dann gibt es erstmal nur noch ein Ziel: Unser Hotel in Redding. Das haben wir deshalb gewählt, weil wir den Abend an einem besonders schönen Punkt verbringen wollen: An der Sundial Bridge.

Soweit zumindest der Plan. Für das Abendessen war schnell gesorgt: Ein Panda Express liegt auf dem Weg. Mit duftend gutem Essen auf der Rückbank suchen wir uns den Weg zum Parkplatz am Fluss, von wo aus wir bequem zur Brücke laufen können, bzw. könnten.

Aber schon dabei werden uns Steine in den Weg gelegt: Straße gesperrt wegen eines temporären Events. Wir tasten uns doch durch und stellen fest, dass in den angrenzenden Rodeo Grounds offensichtlich das große Pfingstturnier stattfindet. Parkplätze? Seit Tagen ausgebucht. So geht es nicht. Was tun? Ein kurzer Blick auf Google Maps offeriert, dass sich am anderen Flussufer ein Park befindet, der als Anlaufpunkt geeignet wäre.

Wir fahren also hin und genießen unser chinesisches Abendessen auf einer Bank mit Überblick über Redding. Die Sundial Bridge ist mit ihrer Spitze gerade noch zu sehen.

Aber um die Brücke zu erreichen, hätten wir fast noch eine Meile den Berg runter laufen müssen. Und logischerweise anschließend wieder rauf. Danach stand uns nicht der Sinn.

Aus diesem Grund gibt es zwei Fotos von der Brücke von einem früheren Urlaub, eines noch bei Tageslicht,

und eines bei Dunkelheit.

Vielleicht schaffen wir es morgen früh auf dem weiteren Weg noch einmal zum richtigen Parkplatz.