30.09.2022 – Bisti Badlands – Ah-Shi-Sle-Pah Wilderness

Das Hotel in Farmington ist gut – es gibt abends an der Rezeption Kekse, führt zur Aufwertung.

Farmington selbst ist ein typisches Versorgungszentrum für die umliegende Region. Obwohl nicht an einem Interstate Highway liegend, ist hier alles vertreten, was die Bevölkerung braucht. Selbst ein Panda Express ist vertreten. Und den werden wir hoffentlich in Anspruch nehmen können.

Unser Tagesziel für heute: Die Bisti Badlands. Ca. 50 Meilen südlich von Farmington erstreckt sich ein raues, unwirtliches Land, welches als Wilderness Area ausgewiesen ist und wo nur wenige Straßen ins Innere führen. Wohl um diese Landschaft vor Vandalismus zu schützen – warum macht man nicht einen Nationalpark oder ein National Monument daraus? – sind die Informationen darüber sehr spärlich und die zuführenden Straßen nicht unbedingt highway-tauglich. Am Visitor Center hatte man uns mit einem Blatt abgespeist, welche eher davon abhalten als einladen sollte. Also gingen wir im Netz der Netze auf die Suche und rafften an Beschreibungen zusammen, was irgendwie zu bekommen war.

Und siehe da: Ein Parkplatz war bei Google Maps ausgewiesen als Trailhead, das ist schon ein Anfang. Diese lag ca. 60 Meilen südlich von Farmington und ging zuerst über eine gut ausgebaute Schnellstraße, später über mehr oder weniger gut gegradete Dirtroad. Diese Einsamkeit, diese Ruhe. Sind wir hier überhaupt richtig? Man weiß es nicht. Wildpferde kreuzten unsere Straße (wir vermuteten, dass es wilde Pferde sind und wurden später anhand der Spuren darin bestätigt)

und dann die Gewissheit: Hier sind wir richtig.

Wenn eines oder mehrere Autos versammelt parken, dann gesellen wir uns dazu.

Und richtig, ein ganzes Camp an Outdoorenthusiastien hatte es sich gemütlich gemacht, um den Abend und ggf. auch noch die Nacht zu fotografischen Zwecken zu nutzen.

Uns reichte schon die Beschreibung, in welche Richtung wir zu gehen hätten. Also packten wir reichlich Wasser ein, starteten unsere Tracking App von Komoot und stapften los. In der App hatte schon ein fleißiger Wanderer vor uns die Gegend erkundet und dies konnte uns a) als Anhaltspunkt dienen, wohin wir laufen müssen und b) den Weg auch wieder zurückweisen.

Die Bilder werden nicht in chronologischer Reihenfolge angezeigt, es würde maximal einem „Nachwanderer“ etwas nutzen.

Jedenfalls kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Hoodoos in allen Formen und auch Farben, mal locker aufgestapelt, mal auf dem Boden liegend, weil die Erosion das unterliegende Erdreich abgetragen hatte.

Man merkte schon, dass hier kürzlich noch Niederschläge runtergekommen waren, die Erde war stellenweise noch feucht und fing gerade erst an, in der glühenden Sonne diese Formationen auszubilden.

In der Ferne bemerkten wir ein weiteres Feld mit Felsanhäufungen, die eine komplett andere Farbe aufwiesen.

Ist zwar ein Umweg, aber wir sind noch gut dabei, die Hitze war zu ertragen.

Auf dem Rückweg bemühten wir uns dann, so nah wie möglich an dem vorher gelaufenen Trail unseres Vorgängers zu bleiben. Was nicht ganz einfach war, öffneten sich doch immer wieder Täler mit weiteren fantastischen Felsformationen.

Schließlich gelangten wir in einen Canyon, der sich leider als Sackgasse entpuppte und wir mussten zurück.

Also brauchten wir eine Stelle, um wieder nach „oben“  zu kommen. Aber auch diese war irgendwann gefunden und wir warfen einen letzten Blick in dieses wunderschöne Tal.

Oben angekommen mussten wir „nur“ noch ca. eine Meile zurück zum Auto laufen. Und da machten sich die Kilometer bemerkbar, die wir zurückgelegt hatten.

Zum Schluss hatten wir etwas über 9 Kilometer auf der „Uhr“ und wir waren mehr als kaputt. Erschöpft fielen wir in die Sitze des Autos und ließen Flüssigkeit in uns hineinlaufen.

Wie geht es weiter? Als unsere Lebensgeister ein stückweit wiedergekommen waren, warfen wir einen Blick auf die Karte und stellten fest, dass der Chaco Culture National Historic Park ganz in der Nähe, also gerade mal 13 Meilen entfernt lag. Wir unterhielten uns mit einem der anwesenden Wander und er meinte, dass wir es mit unserem Wagen durchaus schaffen könnten, dahin zu kommen.

Mit dem Chaco Canyon verbindet uns auch eine lange Geschichte. Vor über 30 Jahren waren wir mit meinen Eltern einmal hier gewesen. Damals waren wir gerade in den Ruinen, als es anfing zu regnen. Innerhalb des Parks ist die Straße noch asphaltiert, aber ausserhalb war es damals wie heute eine Dirtroad. Und die verwandelte sich unter dem Einfluss des Wassers in Schmierseife. Mit dem Minivan damals war es kein Vergnügen, bestand doch die Gefahr, mal eben in den Graben abzurutschen.

Aber diesmal strahlte die Sonne vom blauen Himmel und wir „bummelten“ mit letzten Kräften an den Ruinen des Pueblo Bonito vorbei.

Riesig sind die Einrichtungen, die in früheren Jahren ein kulturelles Zentrum für die damalige Bevölkerung zur Verfügung standen.

Viel schaffen wir heute nicht mehr, lassen wir Google Maps den kürzesten Weg nach Hause suchen. Das bedeutet wieder 21 Meilen auf der Dirt Road, die eigentlich in gutem Zustand war, wären da nicht manchmal 50cm tiefe Rinnen von Bächen gewesen, die man am besten sehr vorsichtig überquert. Ein Minivan, der uns entgegenkam, dürfte heftig geflucht haben.

Zwischendurch wieder ein paar Wildpferde, die leider in großer Entfernung unseren Weg kreuzten.

Endlich wieder auf der 550 konnte es mit 70m/h Richtung Norden weitergehen.

Auf dem Weg nach Süden war uns in östlicher Richtung noch eine Bergspitze aufgefallen, die einsam in die Gegend ragte. Auch ein Wegweiser zur Angel Peak Viewing Area stand am Straßenrand. Schauen wir mal, ob wir zum Fuß des Berges kommen und dabei ein paar schöne Fotos auf den Chip gelangen.

Wie überrascht und geflasht waren wir, als wir uns plötzlich am Rande eines riesigen Tals befanden, die Abendsonne schien hinein und wir fuhren den einen oder anderen Viewpoint ab, um den Blick nach unten zu genießen.

Auf dem Weg zurück (es war eine super ausgebaute Dirt Road, ca. 3 Meilen) schien uns die Abendsonne durch die Wolken und machte einen tollen Sonnenuntergang.

Irgendwann hatten wir das Hotel erreicht und fielen nur noch erschöpft auf die Betten.

Was für ein Tag.

 

 

29.09.2022 – von Durango nach Farmington

Jetzt verlassen wir das schöne Hotel, allerdings zum doppelten Preis, wie das Hotel, welches wir eigentlich gebucht hatten. Wir sind noch im Gespräch und E-Mail-Verkehr mit Best Western und halten Euch auf dem Laufenden.

Heute geht es nach Farmington in New Mexico.

Doch zuerst möchte ich noch einen Blick auf die D&SNGRR werfen. Was heißt diese Abkürzung? Durango & Silverton Narrow Gauge Railroad, also Schmalspur-Eisenbahn.

Um 9.45 Uhr geht es für spaßige 81 USD pro Person los. Die Lok steht schon unter Strom bzw. unter Dampf. Wir haben auch einen guten Parkplatz gefunden und können ganz in Ruhe die schwarze Schönheit betrachten.

Dann geht es los. Ein Bediensteter sperrt kurzerhand mit einem Stopschild die Straße – ja, so unkompliziert kann es gehen und der Zug dampft los. Nicht ohne ab und zu die Pfeife tröten zu lassen.

Aus dem Bahnhofslautsprecher ertönt die Filmmusik des Western „How the West was won“ und man fühlt sich beim Anblick des Lokführers wirklich in die alten Zeiten zurückversetzt.

Dann noch eine kurze Runde durch Durango.

Auch hier schöne alte Steinhäuser, die in der Sonne leuchten.

Es geht nach Süden, nur ca. eine Stunde entfernt liegt Farmington. Hier werden wir drei Nächte verbringen.

Auf dem Weg dahin machen wir mal ein wenig in Kultur. Kurz vor Farmington liegt das Aztek Ruins National Monument.

Beim Rundgang durch die Ruinen/Bauten können wir uns anhand eines Handyvortrages über die einzelnen Stationen informieren. Besser (und umweltfreundlicher) als die Papierbroschüren.

Imposant die Kiva, die wir betreten dürfen. Alleine die Dachkonstruktion soll 95 Tonnen wiegen, die Balken wurden aus 30 Meilen Entfernung herbeitransportiert. Ohne Truck, ohne Eisenbahn. Müssen die fleißig gewesen sein.

Sportlich wird es auch, als wir durch die niedrigen Verbindungsöffnungen krabbeln müssen. Dass die damalige Bevölkerung nicht so groß war wie heute, ist bekannt, aber so klein?

Als wir ankommen, checken wir erstmal geruhsam ein. Wir haben ein wenig Zeit und entspannen in der Waagerechten.

Am Abend beschließen wir, ein wenig zu scouten und fahren auf der 371 nach Süden, um den Ausgangspunkt für den morgigen Wandertag in der Bisti/De-Na-Zin Wilderness Area vorzubereiten.

Vom Parkplatz selbst aus ist nicht viel zu sehen, aber auf der Hauptstraße zurück sahen wir noch eine Sektion, die wir direkt vom Seitenstreifen aus erreichen konnten.

Die Sonne stand schon ziemlich tief

und die Hoodoos reizen logischerweise zum einen oder anderen Foto.

Dann liegen auf dem Boden plötzlich Holzspäne. Dachte ich zuerst. Aber einmal angefasst: Das ist versteinertes Holz.

Nun aber genug. Ab nach Norden, den Sonnenuntergang noch gegen die Berieselungsanlagen fotografieren,

bei Walmart Lebensmittel ergänzen und dann ab in die Falle.

28.09.2022 – Von Durango nach Ouray

Guten Morgen Durango,

die Nacht war gut, von Hitze keine Spur, aber auch nicht zu kalt (das kommt noch). Einzig die Toilettenspülung wäre in dieser Nacht durchgelaufen, hätten wir nicht den Haupthahn abgestellt.

Frühstück war soweit auch in Ordnung, wir können uns gut gesättigt auf den Weg begeben.

Ach ja, ein kleiner Einblick in das Innere unseres Hotels:

Heutiges Ziel: Entlang der Durango Silverton Railroad bis nach Silverton und darüber hinaus bis nach Ouray zu fahren. Und zu sehen, was uns die Bergwelt und Natur so bietet.

Eigentlich wollte ich den Zug noch zur Abfahrt im Bahnhof erwischen, aber die Parkplatzsuche gestaltete sich schwieriger als erwartet. OK, ich versuche es morgen noch einmal.

Wir verlassen Durango in nördlicher Richtung auf der 550. Ein paar Meilen außerhalb der Stadt das erste Highlight: Die Pinkerton Hot Spring. Man erwartet absolut nicht, direkt am Straßenrand einen Sinterberg in voller Farbenpracht zu sehen.

Es geht weiter, auf Höhe der Cascade Lodge ein erstes „Aufblühen“ der Herbstfärbung, welches uns den ganzen Weg begleiten wird.

Ein paar Meilen später, irgendwo am Straßenrand hatten die Birken beschlossen, sich mal in orange-rot zu präsentieren.

So standen dort ein halbes Dutzend Autos und die Insassen warteten mit gezückten Kameras darauf, dass die Sonne hinter einer Wolke hervorkam und die Bäume ins rechte Licht stellte (machte sie dann schließlich auch).

Am Deer Creek Overlook auf ziemlich genau 3000 m Höhe ergab sich dann die Gelegenheit, die Landschaft von oben zu betrachten.

Im Endeffekt kann man sich daran gar nicht satt sehen. Es ging schon so langsam auf Mittag zu und wir machten einen kleinen Abstecher zum Andrews Lake.

Dort gab es einen kleinen Imbiss auf der Ladefläche, welcher uns so ermüdete, dass wir erstmal eine Siesta einlegen mussten.

Etwas frischer ging es weiter bis zum Molas Overlook auf 3339 m Höhe. Das Wetter wurde deutlich frischer und auch ich überlegte mir, so langsam ein Sweatshirt überzuwerfen.

Auf dem Weg vom Pass nach unten wurden die Wolken von der Sonne durchstoßen und ich musste schon wieder für ein Foto halten.

Silverton ließen wir erstmal links liegen, da ein Regenguss die Sicht zu sehr eintrübte. Bis Silverton trug die Straße den Namen San Juan Skyway, was ich sehr passend fand.

Ab Silverton nach Ouray trägt die Straße dann den Namen Million Dollar Highway. Über den Namen gibt es laut Wikipedia zwei Ursprünge: 1. soll der Bau jeder Meile eine Million Dollar verschlungen haben und 2. soll angeblich der Straßenuntergrund noch eine Million Dollar an Goldstaub enthalten.

Uns war das egal, wir wollten die Fahrt genießen. In der Nähe von Ironton heftige Zeitzeugnisse von den gewaltigen Minenarbeiten, die vor vielen zig Jahren hier die Landschaft verschandelt haben. Gold, Silber und andere Metalle waren der Grund für extensive industrielle Tätigkeit. In den Bergen gibt es noch über 100 Meilen an Schächten und Tunneln, einer davon über 5 Meilen lang.

Hier ein paar Relikte aus vergangenen Zeiten.

Wieder im Tal ein großer Menschenauflauf. Und wo viele Autos parken, ist meistens auch was zu sehen.

In der Höhe des Hayden Trailheads floß ein total gelber Bach den Berg herunter.

Passte zwar super zur Landschaft, aber wie gesund das ist, lasse ich mal dahingestellt.

Der nächste Halt war dann an den Bear Creek Falls. Ziemlich tief stürzt sich das Wasser des Baches in die Tiefe und zum Glück gibt es dort genügend Parkplätze und auch eine Aussichtsplattform, so dass man gefahrlos den Wasserfall ansehen kann.

Bald haben wir es geschafft. Wir sind auf kurviger Strecke unterwegs (wie so oft heute) und plötzlich liegt Ouray vor uns.

Alter Westerncharme in Bergbaumanier umgibt uns. Die Häuser sind wirklich hübsch und alles strahlt Gemütlichkeit aus.

Mittlerweile ist es nach 16 Uhr und wir brauchen bestimmt noch 1-2 Stunden für die Rückfahrt.

Silverton „müssen“ wir ja auch noch einmal durchfahren.

Das machen wir dann als erstes auf dem Rückweg.

Diesmal haben wir Glück, das Städtchen liegt in der Sonne.

Hier das Courthouse und zum guten Schluss noch die 1908 erbaute City Hall.

Für heute beschließen wir, dass wir genug gesehen haben und fahren fast ohne Pause zum Hotel zurück.

Die Toilette ist repariert, was will man mehr? Ein schöner Tag in Colorado geht zu Ende.

27.09.2022 – Arches National Park – Fahrt nach Durango

Wir haben gut geschlafen, wie so oft, wenn das Hotel richtig gut ist. Würden wir auch wieder nehmen, nur für 250 Euro/Nacht erscheint uns das ein wenig überhöht. Gut, dass BW uns das spendiert hat.

Das Frühstück konnte sich auch sehen lassen und so traten wir wohlgesättigt unsere Fahrt in den Arches National Park an. In früheren Jahren stauten sich die Autoschlangen meilenweit bis fast nach Moab rein. Mit der Folge, dass der Park auch aus allen Nähten zu platzen drohte. Daher hat die Parkverwaltung ein Reservierungssystem eingeführt, bei dem man Zeitslots buchen kann. Und innerhalb derer man dann auch erscheinen muss. Wir hatten uns ein Vierteljahr vorher für 2 USD einen Eintritt zwischen 9 und 10 Uhr geschossen und fanden uns auch zeitig ein. In der Schlange war 6-7 Autos vor uns, so dass wir kurz nach neun Uhr im Park waren.

Zu unseren Highlights gehört der als „difficult“ ausgezeichnete Trail zur Delicate Arch, dem Wahrzeichen des Parks.

Zum Parkplatz brauchten wir vom Parkeingang aus ca. eine halbe Stunde.

Einen Stop schoben wir bei den „three gossips“ – den drei Klatschweibern ein, aber das war auch der einzige Stop, den wir uns gönnten. Und das war gut so, Parkplätze gab es da noch.

Wasserflaschen einstecken und los geht es. Der Weg führt vorbei an der Wolfe Ranch, die ich als Ferienwohnung nicht unbedingt mieten würde, obwohl sie mit dem für damalige Zeiten ungewohnten Luxus eines Holzfußbodens ausgestattet war. Kein Laminat, aber auch kein Parkett. Eher die rustikale Lösung.

Zuerst geht es noch über normale Wanderwege bergauf und bergab, bis es schließlich in die Felsen geht. Über Sandsteinplatten immer nur bergauf. Und kein McDonalds oder Burger King in Sicht.

Aber irgendwann war auch diese Strecke überwunden und es ging relativ kommod weiter, bis dann die Arch durch ein „Guckloch“ zu sehen war.

Natürlich kann man auch näher ran, das machten wir logischerweise auch.

Die Felsenlandschaft rundherum ist nicht weniger imposant, aber die Arch läuft allem den Rang ab.

Im Hintergrund in weiter Ferne die Windows-Sektion mit dem Balanced Rock auf der rechten Seite.

Natürlich mussten wir nach einer ausgiebigen Pause auch wieder runter, aber das war weniger schweißtreibend und ging gut vonstatten.

Was machen wir als nächstes? Eine Idee von mir war, außerhalb des Parks noch zur Corona-Arch zu laufen, aber um die Mittagszeit nicht unbedingt eine gute Idee.

Fahren wir erstmal bis zum Parkausgang und nehmen noch ein paar Highlights mit, die wir mangels Zeit links und rechts hatten liegen gelassen.

Zuerst die Gegend um die Fiery Furnace, ein Gebiet, welches man nur mit Permit oder in Begleitung eines Parkrangers betreten darf. Ein anderes Mal vielleicht.

Als da wären die Courthouse Towers. Imposant ragen die Wände senkrecht in den Himmel.

Dann noch einen Stop bei der „Park Avenue“. Man hätte auch durchspazieren können, aber wenn die Felsen auch so schon so gut aussehen?

Da wir den Plan mit der Corona Arch mittlerweile verworfen hatten, kam uns auf dem Weg aus dem Park heraus der hervorragende Gedanke, wir könnten es ja noch mit den Fischer Towers versuchen. Diese liegen am Highway 128, welcher als einer der schönsten Strecken in der Gegend beschrieben wird. Es geht immer am Colorado River entlang, bis sich nach ca. 20 Meilen der Abzweig öffnet.

Noch ca. 1 Meile über Dirtroad und schon steht man vor den imposanten roten Felsen des Malboro Country.

Als kleine Empfehlung: Kurz vorher biegt noch die Onion Creek Road ab, eine leichte Strecke für Offroad-Beginners.

Auf dem Rückweg fuhren wir erneut an der Sorel River Ranch vorbei, auf der Michael Mittermeier mal Urlaub gemacht hat.

Dann zurück nach Moab, bei McDonalds ausnahmsweise Fast Food vernichten und auf die Piste, 3 Stunden nach Durango.

Eine Pause gönnten wir uns am berühmten Narraguinnep Reservoir in Colorado.

In Durango angekommen freuten wir uns im Best Western Mountain Shadows auf ein modernes Zimmer mit „JettedTub“. Was bekamen wir? Ein Downgrade auf ein uraltes Zimmer, das in seiner Qualität kurz hinter der Wolfe Ranch rangierte. Was war passiert? Die nette Dame an der Rezeption konnte uns nur sagen, dass in IHREM System ein Zimmer mit zwei Queen-Betten ohne Jetted Tub stand. Aber wir hatten ausgedruckt schwarz auf weiß unsere Reservierung: Ein King Bed MIT Jetted Tub. Wir bezogen erstmal das Zimmer und riefen bei Bestwestern an. Dort stellte man fest, dass der Zimmerwechsel durch das Hotel selbst erfolgt war.

Sie buchten uns in einem anderen Hotel (Best Western Rio Grande Inn) ein anderes Zimmer, was logischerweise wesentlich teurer war und versprachen uns, die Differenz zu kompensieren. Hoffentlich klappt das.

Das neue Hotelzimmer war wirklich Klassen besser, allerdings ist das Internet zur Zeit jedenfalls langsamer als früher mit einem 46K-Modem.

Hoffentlich kriege ich den Reisebericht durchs Netz geschoben. Wenn Ihr das lest, hat es geklappt.

26.09.2022 – Fahrt von Clifton nach Moab

Guten Morgen Clifton, wir müssen weiter. Das Hotel war gemütlich, auch wenn man das Frühstück eher als durchschnittlich beschreiben würde. Aber es war schmackhaft und wir haben eine gute Grundlage bis zum Mittagspicknick.

Tagesziel für heute ist Moab in Utah. Wer uns kennt, wird den Stunt, den wir heute ausführen, verstehen. Schon 1987 waren wir das erste Mal in diesem Wüstenstädtchen. Das war zu einem Zeitpunkt, als Tourismus hier noch ein Fremdwort war und sich wenige Auserwählte mit High-End-Jeeps die Berge raufquälten. Mittlerweile ist es ein Paradies für Offroader, Biker, Wanderer und jeden anderen geworden, der sich an den roten Felsen nicht sattsehen kann.

Wir waren in den letzten 35 Jahren einige Male hier gewesen, auch mal in einem Ferienhaus für vier Wochen. Konnten also für uns in Anspruch nehmen, etwas von der Gegend gesehen zu haben, ohne uns als Insider zu bezeichnen.

Aber wir lieben den Arches National Park und auch den Canyonlands National Park. Aus diesem Grund planten wir von Colorado aus einen klitzekleinen Umweg ein. Ebenfalls klitzekleines Problem: Die Hotelpreise bewegen sich zur Hauptsaison in astronomischen Höhen. Daher traf es sich gut, dass wir an einer Promotion-Aktion von Best Western teilnehmen konnten und eine absolut freie Nacht spendiert bekamen.

Nach dem Frühstück also ging es los, auf den Interstate 70, immer Richtung Westen.

Um nach Moab auf dem kürzesten Weg zu gelangen, hätten wir schon relativ weit östlich den Highway 128 nehmen können, der uns entlang des Colorado River an den Fisher Towers vorbei über eine der schönsten Strecken in dieser Gegend leitet. Aber unser Hauptaugenmerk lag auf dem Canyonlands NP, den wir schon vor 35 Jahren zu unserem Lieblingspark gekürt hatten.

Also ging es auf dem I70 bis zum Highway 191, dann nach Süden, bis auf der rechten Seite der Abzweig zum Nationalpark auftauchte.

Am Parkeingang erhielten wir die obligatorische Straßenkarte, obwohl diese eigentlich nicht nötig gewesen wäre.

Erster Halt beim Aussichtspunkt auf den Schafer Trail. Diese Dirt Road zieht sich in engen Kurven einige viele Meter tiefer, um schließlich am White Rim Trail zu enden. Dieser zieht sich an der gesamten „Küstenlinie“ entlang, in östlicher Richtung bis nach Moab. Hätten wir mit unserem Wagen auch fahren können, haben wir tatsächlich auch schonmal gemacht, aber dazu fehlte uns heute die Zeit.

Der am weitesten entfernte Punkt ist der Green River Overlook mit dem Willow Flat Campground. Hier hatten wir vor 35 Jahren gezeltet und hier begann unsere große Liebe zu diesem Nationalpark.

Am Overlook setzten wir uns einfach nur auf die Felsen und sogen die Landschaft und die friedliche Stimmung ein.

Wer kann es uns verdenken, dass zumindest ich diesen Platz als „most beautiful spot on earth“ gekürt habe.

Dann setzte die große Planung ein. Was machen wir ab Mittag mit dem Rest des Tages? Fahren wir den Schafer Trail runter? Laufen wir noch zur Mesa Arch? Was am Nachmittag und Abend?

Wir entschieden uns, nicht durchzupowern und fuhren genüsslich Richtung Moab.

Am Grand View Point noch ein kurzer Fotostop. Die Aussicht dort ist schon großartig, aber in meinen Augen nicht mit dem Green River Overlook zu vergleichen.

Ein paar Meilen weiter ging noch ein Trail los. Wir nutzen einfach nur den Parkplatz, um uns auf die Ladefläche unseres Pickup zu setzen und ein kleines Picknick zu machen.

An der Mesa Arch suchten wir uns einen Parkplatz (gar nicht so einfach) und wanderten ca. eine Viertelstunde zur Arch. Diese hat als besonderes Feature, dass bei Sonnenaufgang die Sonne durch den Bogen durchscheint. Das wissen natürlich auch andere, weswegen zu früher Morgenstund dort ein riesen Menschenauflauf mit Kameras ist. Da wir dafür gegen vier Uhr hätten aufstehen müssen, ging der Plan NICHT in diese Richtung.

Dann ging es ohne Unterbrechung (welch Wunder) zum Hotel. Moab hat noch ein paar Hotels dazubekommen. Wir haben jetzt zum ersten Mal mitten in der Stadt eine Bleibe und können vielleicht mal einen Stadtbummel machen, bis wir am Abend zum Sonnenuntergang in den Arches Nationalpark fahren.

Ein paar Stunden später: Wir haben ein wenig Siesta im Hotel gemacht und einen Walk über den Boardwalk von Moab.

Mittlerweile ist es spät genug, dass wir ohne Permit in den Park einfahren können. Die Live-Webcam vom Parkeingang zeigt keine Autos mehr. Also Futteralien-Kiste eingepackt, etwas zusätzliches Fotoequipment und los geht es.

Die Sonne neigt sich langsam gen Horizont und wir bekommen schon ein bisschen Panik, dass wir zu spät in der „Windows Section“ ankommen.

Aber es passt zeitlich noch gut und ich klettere in die Double-O-Arch,

um die letzten durchscheinenden Sonnenstrahlen einzufangen.

Gegenüber werden die Felsen in das Abendlicht getaucht.

Nachdem die Sonne untergegangen ist, kramen wir unser Abendessen raus, setzen uns auf die Ladefläche und genießen Krautsalat und Dosenobst.

Es wird dunkler und ich kann die Andeutung der Milchstraße erkennen. Die Richtung deckt sich auch mit meiner Star-Sky-App auf dem Handy.

Wir marschieren ein wenig den Weg hinein und ich versuche mich an den ersten Fotos.

Je dunkler es wird, umso besser gelingen die Aufnahmen. Gegen 20.40 beschließen wir, den Standort zu wechseln und fahren zum allseits bekannten „Balanced Rock“, um ihn als Vordergrund einzubinden.

Dort sind viele Versuche nötig, weil immer wieder Autos auf der Straße mit ihren Scheinwerfern den Felsen anleuchten. Aber irgendwann ist auch die letzte Aufnahme im Kasten und wir können gemütlich zum Hotel fahren, welches wir kurz nach 22 Uhr erreichen.

Was für ein Tag, welche Erlebnisse und Eindrücke. Moab enttäuscht nie.