Susanna Keye Band spielt auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt

Die Menschenmassen hatten sich versammelt. Der Weihnachtsmarkt auf dem Dr. Ruer Platz in der Bochumer Innenstadt war ziemlich gut gefüllt. Bude reihte sich an Bude und kulinarische Köstlichkeiten erfüllten die Luft mit guten Düften. In den anderen Hütten wurde all das verkauft, was die Menschen nach einigem Nachdenken spätestens ein paar Wochen nach Weihnachten nicht mehr brauchen.

An der Weihnachtsmann-Bühne tummelten sich Kinder, um einen in einen roten Mantel gekleideten Mann mit einem weißen Bart zu bewundern.

Dieser verließ aber zum Glück kurz darauf die Bühne, um Platz zu machen für die Susanna Keye Band. Diese Formation kannte ich zu großen Teilen noch nicht. Aber über die sozialen Medien war mir zugetragen worden, dass die Frontsängerin und Namensgeberin der Band auch einmal mit der Recklinghausener Country Band Desert Style aufgetreten war. Diese Truppe kannte ich, also hören wir doch auch mal bei Susanna rein.

Die Band besteht aus der schon erwähnten Frontsängerin Susanna Keye.

Rechts von ihr am Kontrabass steht Stefan Spaluch.

Etwas im Hintergrund an den Drums und Percussions Jörg Kinzius.

Und an der linken Seite flankiert Rainer Vollmer.

Bei mir läuteten bei seinem Anblick ein paar Glöckchen, aber ich konnte ihn nicht so recht zuordnen. Erst bei einem Gespräch nach dem Konzert kam dann die Erklärung (und Erleuchtung): Er war / ist auch der Gitarrist der Country “Band 4 Boys named Sue” um Thomas Anzenhofer. Auch diese Jungs hatte ich vor einigen Jahren an fast gleicher Stelle fotografisch begleiten dürfen.

Die Band legte pünktlich los und es war eine Freude, endlich mal wieder ein Live-Konzert erleben zu dürfen. Susanna hat eine tolle Stimme und kann damit vermutlich alles performen, was irgendwie zu Noten zu bringen ist.

Das Repertoire umfasste von französischen Liedern über Country Songs bis hin zu “normaler” Pop-Musik so ziemlich alles.

Als sie dann das bekannte Stück von Vaya con dios: Hey (Nah Neh Nah) anstimmte und das Publikum zum Mitsingen des Refrains animierte, brach bei ihr die Chorleiterin durch, denn sie ist auch Lehrbeauftragte für Pop-/Rock-/Jazzgesang an der Uni Dortmund. Klar, dass sie da die Massen begeistern kann.

Viel zu früh war der Abend zu Ende. Aber ich freue mich, dass ich diese Truppe kennenlernen durfte.

Hier der Link zur Susanna Keye Band.

15.10.2022 – Heimreise und Resumée

Ich hatte ja gestern festgestellt, dass die Auswahl des Hotel speziell im Hinblick auf die Fahrt zum Flughafen Denver nicht unbedingt sinnvoll war.

Aber im Nachgang betrachtet war es eine gute Entscheidung. Denn am nächsten Morgen schauten wir aus dem Fenster bzw. betraten den Gang zum Frühstücksraum und waren sehr angenehm überrascht vom Blick auf die Berge im Sonnenlicht und dem See.

Das Frühstück war auch gut und so beschlossen wir, den “Heimreisetag” für uns noch als halben Urlaubstag zu verbuchen.

In Dillon mal kurz in die Waschstraße (die Göttergattin bestand darauf, ich fand unseren Dicken gar nicht sooo schmutzig) und dann setzten wir uns bei schönstem Wetter auf den I70 Richtung Osten, um bei Costco nochmal vollzutanken.

Der Highway selbst ist ja schon ein Erlebnis, so wir er sich durch die Bergwelt schlängelt.

Bei Costco die üblichen Schlangen vor der Tankstelle, das ist man ja mittlerweile gewohnt, vor allen Dingen am Wochenende.

Am Flughafen verlief die Wagenabgabe problemlos, wir hatten viel Spaß mit unserem Truck.

Die Gepäckabgabe verlief innerhalb von 5 Minuten (wir hatten am Vortag am Handy den Online Checkin gemacht, als wir vom Pikes Peak runterkamen und gerade gutes Netz hatten).

Eine Lounge hat Denver zur Zeit nicht anzubieten, die wir mit unserem Priority Pass hätten nutzen können. Schade. Aber dafür gibt es ein Restaurant, wo man für bis zu 28 USD zu Essen aussuchen kann. Ich hatte einen Salat mit Lachs, Karin wollte einen mit Chicken. Leider war die Bedienung noch nicht so ganz fit, weshalb man anstelle des Salates Chicken Tender einpackte und dafür das Besteck vergaß.

Das merkten wir aber erst, nach dem wir kilometerweit zu unserem Gate gelaufen waren. Aber auch in anderen Kulturen ist das Essen mit den Fingern Usus. Vielleicht gewöhne ich mich zuhause auch wieder dran.

Der Flug startete pünktlich und verlief ohne Komplikationen. Zu erwähnen wäre noch, dass mir das Chicken Menü nicht sonderlich geschmeckt hat.

Normalerweise gab es früher kurz vor der Landung noch ein warmes Frühstück. Das wurde in den letzten Jahren immer mehr runterreduziert über ein mit Schinken gefülltes Brötchen (warm), bis heute nur noch ein griechischer Joghurt beilag. Aber der war gut.

Nach ungefähr neun Stunden landeten wir pünktlich in Frankfurt, dicke Erbsensuppe und leichter Regen empfingen uns.

Koffer kamen alle nach einer gewissen Zeit und ich nutzte die Wartezeit, um bei meinen Kameras die Zeitzonen wieder auf Deutschland umzustellen (habe ich schonmal vergessen, war dann ärgerlich).

Die Rückfahrt ins Ruhrgebiet verlief ohne Staus, eine Viertelstunde Nickerchen war erforderlich zwischendurch, da wir beide im Flieger so gut wie nicht geschlafen hatten.

Resumée

Mir hat der Urlaub sehr gut gefallen. New Mexico und Colorado sind wunderschöne Staaten. Dass ich mich vom Fleck weg in sie verliebt habe, möchte ich nicht behaupten (dann wären Arizona und Utah ganz schön neidisch), aber es gibt durchaus Gegenden, die es sich lohnt, noch einmal wieder zu besuchen. Dann mit mehr Zeit.

Die Reisezeit, die wir für diese Staaten gewählt hatten, passt fast perfekt. Die Schlechtwetterperiode, die wir mitbekommen haben, kann überall passieren, Schicksal.

Es war gut, dass wir die ganzen Hotels schon im Januar gebucht hatten, wären wir einfach so bei den Herbergen reingeschneit, hätten wir locker das doppelte bezahlt.

Mit dem Auto waren wir auch sehr zufrieden, der Durchschnittsverbrauch lag bei 10-11 l/100 km.

New Mexico hat einige Gebiete, die wir mit besserer Vorbereitung in der Zukunft wieder bewandern werden, das gleiche gilt für Colorado.

Danke fürs Mitreisen, Mitlesen.

14.10.202 – von Buena Vista nach Dillon

Heute morgen war es wieder ganz schön schattig. Das Außenthermometer des Hotels zeigte 40 Fahrenheit an, also etwas über 4°C.

Aber wie man sieht, ist es sonnig und während wir aus dem Frühstücksraum blicken, kommen wehmütige Gedanken an unser kleines Hotel in Lone Pine auf. Auch da hatten wir einen tollen Blick auf die Berge im Morgenlicht. Nur dass es da die Sierra Nevada war.

Aber hier ist es auch schön. Erwähnenswert ist noch das Frühstück, wo zumindest der Kaffee in Porzellantassen getrunken werden kann und es metallisches Besteck gibt. Offensichtlich haben sie hier keine Angst, dass sich die Hotelgäste in Unkenntnis der Bedienung damit verletzen. Auch sonst ist das Speisenangebot eines der besten, welches wir in BW-Hotels in diesem Urlaub erhalten haben.

Heute bricht unser vorletzter Reisetag an, wir müssen das Hotel anfahren, in dem wir unsere letzte Nacht verbringen.

Dieses liegt in Dillon, ca. eine Stunde westlich von Denver. Damals erschien uns bei der zugrundeliegenden Reiseplanung sowohl preislich als auch wegtechnisch als gute Lösung. Wenn da nicht immer unsere kurzfristigen Umplanungen wären…

Der direkte Weg hätte ca. zwei Stunden gedauert und wir wären spätestens um 12 Uhr um Hotel aufgeschlagen. Also werfen wir einen Blick auf die Karten und stecken ein paar Zwischenziele ab. Nr. 1: Die Midland-Tunnel. Eigentlich nicht der Erwähnung wert, wurden auf einer Nebenstraße Tunnel durch die Felsen gebohrt/gesprengt und man fährt durch. Für große Tunnelenthusiasten wie meine Beifahrerin ist das aber schon ein Erlebnis, von dem sie bestimmt die nächsten drei Wochen (auch im Schlaf) reden wird.

Die Landschaft drumherum ist auch nett und wir haben dieses absolute Highlight nach kurzer Zeit hinter uns gelassen.

Die Karten (zumindest einige) sagen, dass es ganz in der Nähe ein Browns Canyon National Monument gibt. Klingt vielversprechend.

Nach einigen Meilen löchriger Dirtroad stehen wir auf einem Parkplatz, von dem Wanderwege und auch eine Straße in die Berge abgeht.

Wir versuchen uns an der Bergstraße. Nach ein paar hundert Metern beschließen wir aus zwei Gründen umzudrehen: Zeitlich passt eine Fahrt ins Ungewisse wahrscheinlich nicht mehr rein, zum anderen wurde das Gequietsche auf der Befahrerseite so groß, dass ich wahrscheinlich mit einem Tinnitus wieder nach Hause geflogen wäre.

So ging es wieder am Fluss zurück,

bis wir auf die 24 kamen.

Diese führte nicht sonderlich interessant nach Osten, bis an einem Abzweig Hinweisschilder zum Florissant Fossilbed National Monument standen.

Das klingt schon besser. Im Visitor Center, welches nach allen Regeln der Kunst auf Energiesparen erbaut worden war, schauten wir uns einen Film über die Gegend an. Mehrere Vulkanausbrüche in grauer Vorzeit hatten den See

hier versanden lassen und unter anderem sehr viele Bäume (Redwoods) versteinert zurückgelassen.

Auf einem eine Meile langen Rundweg konnten wir mehrere dieser Relikte in Augenschein nehmen.

Besonders ist der dreifache Baumstumpf und – echt imposant, der Big Stump.

Im Visitor Center hatte ich den Begriff Pikes Peak aufgefangen. Wo hatte ich den schonmal gehört? Ach ja, einer FB-Gruppe hatte man mir den Tip gegeben, da mal mit dem Auto raufzufahren. 4.300 m Höhe.

Im Umplanen sind wir groß. Die Straße beginnt an der 24, wo wir sowieso vorbeikommen. Angeblich müssen wir im Internet Permits lösen, oder auch nicht.

Als wir da ankommen, wie im Nationalpark eine große Eingangsstation. Wir löhnen 2×15 USD und dürfen uns auf die 17 Meilen lange Straße begeben.

Wenn man dann jemanden vor der Nase hat, dessen Auto etwas untermotorisiert ist, kann das schon nerven.

Entweder wir schubsen ihn von der Straße oder er bequemt sich selbst auf einen Turnout.

Nach einer knappen Stunde über eine gut ausgebaute Straße mit etlichen Haarnadelkurven stehen wir dann auf über 4.300 m Höhe.

Ein modernes Besucherzentrum beglückt die Angekommenen mit allem, was das Herz begehrt: Souvernirs, ein Cafe und (was das wichtigste ist) Restrooms.

Wir machen einen Rundgang und lassen sowohl Blick als auch Kamera in die Runde schweifen,

als wir von einem Tuten aufgeschreckt werden. Zuerst dachte ich an einen Bus. Aber der wäre nicht durch die Haarnadelkurven gekommen. Nein, eine Zahnradbahn hat hier oben Endstation.

Hätte uns pro Person nur 40 USD extra gekostet, soviel Sprit haben wir nicht verfahren.

So sehen wir zum einen unser nächstes Ziel, Garden of the Gods,

aber auch die Berge, die wir in den vergangenen Tagen durchfahren haben.

Mittlerweile machen sich bei meiner Göttergattin gewisse Anzeichen von Höhenkrankeit bemerkbar, weshalb wir uns nach einem Gruppenfoto mit Dame und Herr

wieder auf den Weg nach unten machen.

Immer schön im zweiten Gang. Hier merkt man, welche Fahrer vor uns in den Bergen zuhause sind. Wenn die Bremslichter dauernd aufleuchten, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass in Kürze Gestank von Bremsen durch unsere Lüftung kommt.

Aber es ging alles gut, keiner blieb liegen und wir waren froh, als wir auf der 24 wieder zügig Richtung Osten zu den Garden of the Gods bei Colorado Springs weiterfahren konnten.

Diese tollen Felsformationen kamen leider viel zu kurz. Wir hatten einfach noch zuviel Wegstrecke vor uns und an einem Freitag Nachmittag nutzen viele Besucher aus der Umgebung die Gelegenheit, in diesen tollen Felsen rumzuklettern.

Die Parkplätze waren alle rappelvoll und wir konnten gerade mal ein paar wenige Fotos am Straßenrand schießen.

Check. Jetzt noch nach Costco auf dem Weg nach Dillon. Einmal das Auto und einmal den Bauch volltanken und dann ca. 2,5 Stunden fahren. Wir kommen bei Dunkelheit an und bekommen ein gemütliches Zimmer. Internet ist sogar recht schnell. Zivilisation hat seine Vorteile.

 

 

 

13.10.2022 – Von Alamosa nach Buena Vista

Gestern Abend haben wir erstmalig die Heizung für längere Zeit laufen lassen. Es lässt sich nicht leugnen, es wird Herbst.

Und heute morgen soll es sogar knapp unter dem Gefrierpunkt gewesen sein. Ich hatte zwar auf dem Weg zum Frühstücksraum aus Protest meine kurze Hose angelassen, aber vom Auto doch ein Sweatshirt übergeworfen (Hose anzuziehen im Auto wäre zu umständlich gewesen).

Frühstück war gut und meine experimentierfreudige Gattin musste unbedingt etwas probieren, was ich frei nach der Definition des Romans “Qualityland” von Marc Uwe Kling als “FeSaZu” klassifizieren würde: Das Beste aus den drei Zutaten Fett, Salz und Zucker. Es schmeckte ihr so gut, dass sie mir großzügig die Hälfte überlies, die ich dann tapfer runterwürgte.

Besser funktionierte es mit unseren Kaffee-Mugs. Wir hatten uns gleich am Anfang des Urlaub Isolierkannen gekauft (die letzten liegen noch warm und trocken zuhause) und haben beim Frühstück brav nachgefragt, ob wir denn auch unsere Mugs füllen dürften. Das wurde immer großzügig erlaubt und so kommen wir meist bis in den frühen Vormittag mit einem wachhaltenden Getränk über die Runden.

Ach ja, wir wollen ja heute auch noch ein wenig Auto fahren. Ziel ist die “Stadt” Buena Vista in Colorado, ca. 100 Meilen und weniger als zwei Stunden entfernt. Aber wie auch gestern wäre die Strecke langweilig. Außerdem: Was sollen wir schon um 12 Uhr im Hotel machen?

Unser Wahl als Zwischenziel fiel auf die North Clear Creek Falls, die ein ganzes Stück nordwestlich liegen. Aber bei uns ist ja auch der Weg das Ziel, wir möchten was von diesem wunderschönen Bundesstaat sehen.

Den ersten Ministop legten wir in Del Norte an der 160 ein.

Ein hübsches Westernnest, hier gibt es sogar noch Empfang fürs Handy.

Ein Stückchen weiter auf dem Weg nach South Fork fällt die wunderbare Färbung der Blätter in den Bergen ins Auge, ich muss stoppen.

Schräg gegenüber ein alter Wassertank, der für die Railroad hier von entscheidender Bedeutung war.

Wir folgen dem Rio Grande auf seinem gewundenen Weg durch die Berge, die Herbstfärbung lässt uns auch hier nicht los.

Kurze Zeit später erreichen wir die Stadt Creede. Eine alte Western-, aber hauptsächlich Minenstadt, die Euch vermutlich schon durch die steilen Felswände im Hintergrund aufgefallen ist.

Als ich derartige Fotos zum ersten Mal sah, dachte ich, die Häuser schmiegen sich direkt an die Felsen und die Stadt zieht sich dann ins Tal hinein.

Eine Fahrt durch die Mainstreet zeigt, dass die Stadt komplett davor liegt.

Hier gibt es auch groß angepriesen ein “underground Mining Museum”. Was daran so besonders sein soll, weiß ich allerdings nicht. Sowas haben wir auch in Bochum.

Aber das Tal und die Felsen werden noch gebraucht. Erst dachte ich, man hätte eine deutsche Fernsehserie hier gedreht, was abwegig genug wäre: Die Bacherlor-Loop zieht sich einige Meilen im Kreis durch die Felsen.

Minengebäude imposantester Art ziehen sich an den Felsen hin.

Ich schalte erstmalig (weil steil und rutschig) das Vierrad-Getriebe hinzu und unser Dicker zieht mühelos nach oben. Fahren wir jetzt die ganze Strecke?

Zuviel haben wir noch vor der Nase. Also drehen wir an einer passenden Stelle und ich versuche, die Mini-Wasserfälle zu fotografieren.

Karin kommt (zum Glück) mit dem Wagen hinterher. Jetzt nicht auf dem Bild zu sehen, aber an einem über dem Bach liegenden Baumstamm hingen noch Eiszapfen.

Nach kurzer Beratung im Visitor Center machen wir uns auf, um endlich die Wasserfälle zu sehen.

Immer wieder ragen die Relikte der alten Minentätigkeit mehr oder weniger gut erhalten in die Landschaft.

Und immer wieder zwingt einen die Landschaft zu einem Fotostop. Das würde bei bedecktem Wetter nicht passieren.

Steil stürzt sich das Wasser in die Schlucht,

aber man kann, wenn man all seinen Mut zusammennimmt, direkt nach unten schauen.

Am Wasserfall treffen wir einen Einheimischen “a hiesigen” und fragen ihn, wie wir am schnellsten nach Buena Vista kommen.

Sein Rat kommt wie aus der Pistole geschossen: Über Lake City.

Wir hatten eher daran gedacht, einen Teil der Strecke zurückzufahren, aber als wir erstmal auf der Route waren, meinte Bärbel, dass es kilometer- und zeitmäßig etwa das gleiche wäre.

Gut. Kriegen wir was Neues zu sehen.

Es geht schön in die Berge, über Pässe (stellenweise bis 3.400 m hoch), bis wir vor uns den San Cristobal Lake sehen.

Dieser ist aus mehreren Muränen entstanden, die vor 850 und 350 Jahren von den Bergen runtergingen.

Uns interessierte viel mehr: Kann man hier Picknick machen? Man kann. An der Boat Launch Area stellten wir unseren Pickup einfach ans Wasser, als wir entdeckten, dass es sogar Tische und Bänke hat. Mittagessen in wunderschöner Umgebung.

Und sogar ein Inselbesuch ist möglich. Wir hatten dank der Hängebrücke eine ganze Insel für uns allein.

Kurz hinter dem See ging es dann durch Lake City. Das Dorf/die Stadt macht sich langsam winterfertig: Die Jeeps werden eingemottet, die Snowmobile werden ausgepackt.

Weiter geht es an Schluchten des Lake Fork des Gunnison River.

Speziell auf diesem Teil der Straße ist der Wildwechsel enorm, mindestens ein halbes Dutzend Male muss Karin bremsen, um nicht unser Abendessen mit Rehbraten aufzuwerten.

Schließlich landen wir an der östlichen Ecke der Currecanti National Recreation Area, deren westliches Ende wir am Anfang der Reise touchiert hatten.

Es wird wieder “zivilisierter”, als wir die Stadt Gunnison erreichen, welche als Versorgungszentrum für die Gegend dient.

Nachdem wir von der 149 auf die 50 abgebogen sind, geht es zügig weiter nach Osten, die Landschaft wechselt von bergig zu hügelig, die Sonne geht langsam unter.

Als wir dann auf der 284 Nähe Johnson Village sind, erreicht uns via Handy eine Nachricht über “controlled fire”, die heute und morgen in der Gegend aktiv seien.

Und richtig: In östlicher Richtung sieht man, wie sich der Rauch ausbreitet. Hoffentlich behalten die alles unter Kontrolle. Bis zum Hotel sind es nur noch drei Meilen.

Endlich im Hotel, was für ein aufregender und erlebnisreicher Tag im wunderschönen Colorado.

12.10.2022 – Von Santa Fe nach Alamoso

Schade, dass wir dieses schöne Hotel verlassen müssen. Es scheint sehr beliebt zu sein, denn heute morgen war schon wieder eine Horde Jugendlicher in den Frühstücksraum eingefallen und war dabei, das Buffet zu plündern.

Aber wir wurden trotzdem satt, füllten noch unsere Kaffee-Mugs auf und setzten uns auf die Straße. Ziel für heute ist Alamoso in Colorado. Da ich das Hotel nicht selbst gebucht hatte, war mir diese Stadt/dieses Nest, whatever, vollkommen unbekannt. Der direkte Weg wären 140 Meilen gewesen, reine Fahrzeit ca. 2,5 Stunden. Aber langweilig.

Also fuhren wir erstmal noch einmal nach Downtown Santa Fe, zur Plaza, die uns bei Dunkelheit und Beleuchtung schon so gut gefallen hatte.

Und was soll ich sagen? Bei Tageslicht und Sonnenschein ist sie NOCH VIEL schöner.

Leider nur auf der Durchreise, andere Zwischenziele wollen auch bedient werden.

Und das wäre Taos und Taos Pueblo. Letzteres ist als reines “Indianerdorf” bekannt, angeblich leben hier noch Ureinwohner.

Wir hätten dahin einfach die NM 68 rauffahren können, wussten aber, dass links von uns der Rio Grande floss, mit schönen Flusstälern und Schluchten. Um das zu bewahren, wurde 2013 ein großer Teil von Obama zum National Monument erklärt.

Am Rio Grande Visitor Center erkundigten wir uns nach den Möglichkeiten, die es auf dem Weg nach Taos gebe und erfuhren zweierlei: Erstens hatte Taos Pueblo heute geschlossen, danke für den Hinweis. Und zweitens lohnt es sich, direkt hinter dem Visitor Center nach Westen auf die 570 abzubiegen.

Diese führt ca. 6 Meilen am Fluss entlang, dann ca. 1,5 Meilen Dirt Road die Klippe rauf, um dann schließlich nach weiteren 8 Meilen an der Rio Grande Bridge zu landen.

Der Weg am Fluss entlang war wunderschön und erinnerte an einige andere Flusstäler, die wir durchfahren hatten.

Der Weg nach oben war problemlos, ähnlich wie der Schafer Trail in den Canyonlands.

Wir waren noch darauf hingewiesen worden, dass an den steilen Berghängen eventuell Bighorn Schafe zu sehen wären, sie wären in den Tälern vor der Jagd geschützt. Also hielten wir fleißig Ausschau, aber keins der Tiere war zu sehen.

Wie denn auch? Als wir oben an der Ridge angekommen waren, tummelte sich dort gerade die örtliche Herde und ließ sich auch von uns nicht groß stören.

Wieder auf Asphalt ging es zügig weiter bis zur Brücke.

Ein imposantes Bauwerk mit einem fantastischen Blick auf den Rio Grande.

Dann noch 20 Minuten nach Taos rein. Eigentlich hatten wir auch hier einen gemütlichen Stadtbummel geplant, aber ein dicker Stau ließ uns davon Abstand nehmen. Schließlich mussten wir noch weiter nach Norden.

Daher nur schnell ein Foto in Richtung Plaza und dann auf die NM 522 Richtung Norden.

Diese wurde an der Grenze zu Colorado zur 159 und wir hatten die Ehre, kurz hinter der Grenze die älteste Stadt Colorados kennenzulernen, San Luis.

Echt gemütlich.

Die Sehnsucht trieb uns weiter Richtung Norden, bis wir vorbeifahrend an schneebedeckten Bergen den Great Sand Dunes National Park vor uns sahen.

Vor einem mächtigen Felsmassiv liegen dort lustige Sandhaufen,

heute mal mit idealer Beleuchtung, im Abendlicht.

Als wir im Park auf dem Dünenparkplatz waren, merkte ich, wie gewaltig ich mich verschätzt hatte.

Viel höher als beim White Sands Monument ragten die Dünen in den Himmel und es hätte Stunden gekostet, diese zu erklimmen. Ein anderes Mal vielleicht.

Da die Sonne noch nicht so richtig tief stand, beschlossen wir, die auf dem Weg liegenden Zapata Falls heimzusuchen. Auf der Karte ist eine ca. 4 Meilen lange Dirtroad abgehend von der Zufahrtsstraße zum Nationalpark eingezeichnet. Wie angenehm überrascht waren wir, als die komplette Straße bis zum Trailhead asphaltiert war.

Dann war es mit der Bequemlichkeit aber auch schon vorbei. Wir befinden uns auf 2.700 m Höhe, der Weg zu den Falls läuft ca. eine halbe Meile. Über mehr oder weniger dicke Felsbrocken stapften wir langsam aufwärts, bis eine enge Schlucht vor uns lag.

Bei einem entgegenkommenden Wandererpaar hatte ich schon ein paar Erkundigungen eingezogen und erfahren, dass es evtl. nasse Füße geben könnte.

Ich kletterte also so vorsichtig wie möglich über Steine über den Bach, um dann schließlich über einen Felsen gelehnt einen Blick auf den Fall werfen zu können. Für einen besseren Ausblick hätte ich mich ins knietiefe eisige Gletscherwasser stellen müssen. Und sooo wasserdicht sind meine Schuhe auch nicht.

Also ISO Zahl an der Kamera hochgeschraubt und versucht, aus der Hand zumindest eine Aufnahme von den Fällen zu erhaschen.

Dann hoffentlich trockenen Fußes zurück zum Trail und locker wieder zum Parkplatz runtergehoppst.

Sonnenuntergang mit Dünen können wir uns abschminken, dazu reicht die Zeit nicht. Also machen wir das beste hier oben daraus.

Hat sich doch gelohnt, oder?

Jetzt noch eine halbe Stunde nach Alamoso fahren. Es dunkelte schon heftig, als wir einfuhren, aber es scheint ein gemütliches altes Westernstädtchen zu sein.

Was für ein (Fahr-)tag.