29.05.2019 – Fahrt von Phoenix nach Palm Desert

Auf geht es. Phoenix hat uns sehr gut gefallen. Das Hotel war modern, super, sehr freundliches Personal und vor allen Dingen schnelles Internet. Auch das Frühstück kann uneingeschränkt empfohlen werden. Hier werden wir wieder einkehren, sollte es uns in diese Gegend verschlagen.

Bevor es losgeht, müssen wir noch diverse Läden abklappern. Hatte ich schon erwähnt, dass in einem fünf-Meilen Radius Costco, Ross, Best Buy, Walmart und The Walking Company liegen? Und schräg gegenüber sogar ein Factory Outlet Center? Und dass die beste Shopperin von allen nicht mal einen Blick in diese Richtung verschwendet hat? Mal den Puls fühlen und Blutdruck messen, ob alles in Ordnung ist.

Aber mit den Läden, die ich zuerst aufgeführt habe, konnte sie ihre shopperischen Triebe genügend ausleben. Erster Stop: The Walking Company. Meine Kreditkarte freute sich, es gab nichts für sie.

Als nächstes war dann Ross dran. Auch hier übte sie sich in vornehmer Zurückhaltung, nur ich wurde fündig. Ein Ladekabel für mein Handy hatte den Geist aufgegeben und ich erstand ein herrliches quietschrosa USB-> Micro-USB-Kabel (es gab zu Hauf Kabel für Apple-Geräte und das war das einzige für mein Gerät).

Dann ab zum Walmart, ein (vermutlich) letztes Mal ein paar Vorräte ergänzen und Sachen einkaufen, die mit nach Hause sollen (Hazelnut Creamer für den Kaffee z.B.)

Auf dem Weg dahin begegnete uns ein Waymo Car.

Zuerst hielt ich es für eine Variante von Google Street View. Eine Nachfrage bei Google zeigte, dass es ein Projekt mit selbstfahrenden Autos ist, welches zuerst in Phoenix ausgerollt wird. Und Parkplätze, um die zusteigenden Passagiere aufzunehmen, gibt es auch schon.

Best Buy lag auch auf der Strecke und für je einen USD landeten drei weitere Telefonkarten in der Tasche. Dürfte einige Urlaube brauchen, bis wir die alle verbraten haben.

Jetzt noch zu Costco. Während ich mit meiner Mutter zwei Runden durch die Probierstände drehte, machte die beste Shopperin von allen das gleiche in der Textilabteilung. Und oh Wunder, hier wurde sie mehr als fündig.

Schnell noch ein paar Stücke Pizza etc. eingekauft und dann zurück zum Hotel. Wir hatten die Koffer dort stehen gelassen und warfen jetzt einfach alles auf die Ladefläche, da wir keine größeren Stopps eingeplant hatten.

Ab auf die Piste. 4,5 Stunden wurden von Google Maps anvisiert. Als wir durch Phoenix durch waren, wurde die Landschaft erwartungsgemäß langweiliger  
und wir machten nur zwei kurze Pausen an Restareas, zur Befüllung und Entleerung unserer Körper.

Und, oh Wunder, auch hier gibt es sogar Parkplätze für behinderte Truckfahrer.

Einzige Abwechselung auf dem weiteren Weg war eine Windhose, die sich auf dem Mittelstreifen entlangzog.

Und – was hier öfter vorkommt – Umzug auf amerikanisch. There is a house on the road.

Als wir in Palm Desert einliefen, war das Thermometer mittlerweile auf 36 °C geklettert. Schon ein Unterschied zu den Temperaturen am Gefrierpunkt in Flagstaff.

 
Das Hotel ist ein weitläufiger Komplex, sehr schön gelegen, das Personal ausnehmend freundlich und wir bekamen auch ohne Nachfrage eine Zweiraum-Suite mit eigenem Vorgarten. Auch meine Mutter bekam ein schönes Zimmer mit Stuhl und Tisch zum Innenhof im Grünen.

 
 

Jetzt ausnahmsweise ab in den Pool und relaxen. Bei den Temperaturen schaffe sogar ich das.

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27.05.2019 – Hotelhopping – Fahrt von Flagstaff nach Phoenix

It’s raining again. Schön, den Song von Supertramp zu hören. Aber nicht, wenn einem beim Gang vom Hotel zum Frühstückrestaurant fast die Zehen in den Flip-Flops wegfrieren.

Während des Frühstücks Diskussion: Was machen wir? Der Wetterbericht für Flagstaff hatte ein dickes Wolkenband gezeigt, welches sich in den nächsten zwei Tagen nicht auflösen würde. Und wir hatten noch zwei Nächte gebucht. Für Phoenix sah die Großwetterlage deutlich besser aus. Also fragten wir an der Rezeption nach, ob wir bitte sofort abreisen und die nächsten zwei Nächte stornieren könnten. Die freundliche Beverly legte uns keine Steine in den Weg und machte uns die Rechnung fertig.

Karin buchte schnell im Stadtteil Scottsdale in schönes und modernes Hotel und wir setzten uns auf die Piste. Die Schnee- und Hagelschauern erleichterten uns den Abschied aus Flagstaff.

 
Schade. Ich mag diese Stadt. Die durchfahrenden Züge, das Tuten aus der Ferne, all das macht unter anderem den Charm der Stadt aus.

Aber was zu kalt ist, ist zu kalt (wir hatten die Temperaturanzeige auf °C umgestellt).

Schon auf dem Interstate 17 klarte der Himmel auf. Wir durchfuhren das Val Verde

und konnten im Montezuma Castle einen kurzen Zwischenstop einlegen.

Mir war in der Hauptsache daran gelegen, die Kolibris zu fotografieren. Während die Damen den Riverwalk besichtigten, hockte ich mich auf eine Picknickbank und verschoss an die 100 Fotos in der Hoffnung, dass wenigstens ein paar was würden.

 
Dann ging es weiter ab nach Süden. Saguaros mit Blüten säumten den Weg.

Wie man auf dem Foto oben sehen konnte, war die Temperatur nahe dem Gefrierpunkt. In Phoenix hatten wir locker 25 Grad mehr. Das Hotel war ein supermoderner Komplex und ich freute mich schon auf einen Gang in den Pool. Wir packten unsere Sachen aus und machten es uns gemütlich.

 
Während unserer Kurzpause fiel der feinhörigen Lauscherin an meiner Seite auf, dass die ganze Zeit Musik an unser Fenster dröhnte. Sie machte sich auf zur Rezeption und bat um ein leiseres Zimmer. Der freundliche Herr an der Theke meinte, dass dieses das am besten gelegene Hotel an der Partymeile von Scottsdale wäre und dass bis um drei Uhr nachts die Betten vibrieren würden. Na, das wir ja immer BÄSSER.

Aber er bot uns sofort an, die Zimmer zu stornieren und Karin buchte und kurzerhand im Stadteil Chandler ein anderes Hotel. 25 Minuten später enterten wir diesen auch modernen Hotelkomplex. Leider hatte er kein Festnetz-LAN, aber auch das WLAN erlaubte mir, eine Datensicherung anzustoßen. Also Wlan kann auch schnell gehen.

Aber jetzt schnell auf die Straße. Wir wollten unbedingt noch zu den Superstition Mountains. X-mal waren wir schon daran vorbeigefahren, jetzt wollten wir wenigstens mal einen Trail gehen.

Wir machten Halt an der Cholla Picnic Area und ich schaute mich schon um, ob es in der Nähe Kakteensorten in Blüte gäbe, die ich noch nicht fotografiert hatte. Gab es.

 
 
Nach dem Abendessen ruft der Berg. Es war eine unheimlich tolle Stimmung, diesem mystischen Berg (Superstition = Aberglauben) näher zu kommen.

 
 
Unterwegs eine weitere Kaktusart mit Blüten, die wir noch nie so vorher gesehen hatten.

Der Biene, die sich darüber hermachte, war wohl der gleichen Meinung und ließ es sich schmecken.

Die Mine, die Jacob Waltz entdeckt hatte und den verborgenen Goldschatz konnten wir auf unserem Trail gerade nicht entdecken, aber in den Sonnenuntergang zu wandern, hatte schon was für sich. Ein Träumchen von einem Trail.

 
 
 
 
  Dann noch schnell in den Wagen und zum Hotel zurück.

 
Dank schnellem Internet kann ich den Bericht auch noch am gleichen Tag freischalten.

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17.11.2017 – Fahrt von Phoenix nach LA

Heute geht es in Richtung Westen. Los Angeles ist das Ziel. Nicht nach Downtown, sondern ein Hotel in Colton (Nähe San Bernadino) hat Karin ausgesucht. Liegt nicht direkt in Flughafennähe, aber wir müssen morgen ja auch erst gegen 17 Uhr los. Also Zeit satt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von Phoenix. Das weinende Auge galt dem Staat Arizona, das lachende dem absolut miesen Internet in unserem Zimmer (424). Sie hatten zwar angeboten, den Empfang zu verbessern, aber wirkungslos. Und umziehen wollten wir auch nicht.

Um 10 Uhr noch kurz bei Costco rein, dort sollte heute eine Roadshow mit besonderen Brillen von Maui Jim stattfinden. Tat es. Und ich fand eine, die mir gefiel und passte. Ab ins Gepäck damit. Was übrigens auch noch den Weg in meine Tasche fand:

Endlich mal eine für mich passende Größe.

Die Straßen in Phoenix waren frei und wir setzten uns auf den I10 Richtung Westen. Meine Beifahrerin konnte ihren schlimmen Erkältungszustand von gestern noch toppen und döste die meiste Zeit vor sich hin (wenn sie sich nicht von einer der vielen Klopapierrollen bediente). Als ob das Wetter uns den Abschied leichter machen wollte, war es von Phoenix an bewölkt und ab und zu kamen auch ein paar Regentropfen runter.

Nach einigen Stunden (und einigen kurzen Pausen auf Rest Areas) waren wir auf der Höhe vom Joshua Tree National Park angelangt und beschlossen, uns diesen zu gönnen. In den letzten Urlauben hatte es regelmäßig nicht geklappt und so freuten wir uns, diesmal ein wenig mehr Zeit dort verbringen zu können. Kurz nach dem Parkeingang fing es schon gut an. Wenn in einem Nationalpark Autos ohne Parkbucht am Straßenrand stehen und Leute angestrengt irgendwo hinschauen, ist meistens etwas außergewöhnliches in Sicht. So auch hier. Die Leutchen starrten angestrengt nach unten. Und im Vorbeifahren konnte ich auch von der Gegenspur die fette Tarantel erkennen, die sich (ohne nach links oder rechts zu schauen) auf den Weg über die Straße gemacht hatte.

Ein paar Meilen weiter ein jetzt immer noch blühender Ocotillo. Der hatte offensichtlich den Termin zum Blätter abwerfen verpasst. Was dem Kolibri zugute kam, der immer mal wieder die Blüten anflog, um sich zu bedienen. Leider war der kleine Kerl so scheu, dass ich ihn nicht vernünftig aufnehmen konnte.

Von Joshua Trees bisher keine Spur. Im Visitor Center zeigten wir brav unseren Ausweis vor und holten uns eine Karte des Parks ab. Und staunten, was es alles zu sehen gab. Ein Tage füllendes Programm. Da wir aber am Abend im Hotel sein wollten/mussten, und weil die Klopapiervorräte meiner schniefenden Beifahrerin sich gefährlich dem Ende zuneigten, musste die Kurzversion ran.

Man fährt zuerst durch den Cholla Kaktus Garten. Das hatten wir zwar früher auch schonmal, aber nicht in der Schönheit, Größe und Ausdehnung. Mittlerweile hatte sich für den Fotografen auch wieder die Sonne eingefunden.

Nach dem Garten kommt man an verschiedenen Campgrounds und Parkbuchten vorbei. Der besondere Reiz besteht meistens in den riesigen Felsen, die dekorativ in der Gegend rumliegen und sich mit den Joshua Trees zu reizvollen Fotos ergänzen.

Einer hat den treffenden Namen „Skull head“ bekommen. Konnte sogar ich erkennen.

Die Campgrounds haben dank der Felsen einen besonderen Reiz. Vor allen Dingen zu dieser Jahreszeit, wo die Temperaturen noch erträglich sind. Im Sommer? Nicht auszuhalten.

Weiter an der Straße war dann wieder tierisch was los: Steinböcke hatten wir noch nie so nah in der Wildnis gesehen. Die Viecher schauten sich auch ganz interessiert das Logo unseres Autos an. Verwandtschaft?

Vorbei an dem einen oder anderen Joshua Tree zweigte die Straße zum Keys View ab. Wir waren schon eine ganze Weile gefahren und meine Fährtensucherin neben mir meinte, wir sollten besser umdrehen, das ginge noch ewig so weiter. Gut, dass ich nicht auf sie hörte.

Ca. eine Meile später dockten wir dann auf dem Parkplatz an und hatten einen tollen Überblick unter anderem bis zur Salton Sea.

Und ich dachte schon, ich käme heute mal mit weniger Fotos aus. Pustekuchen.

Auf dem Rückweg gegen den mittlerweile rötlich gewordenen Himmel noch mal Joshua Trees

und dann die 90 Meilen bis LA. Eigenartigerweise kamen wir auch hier nicht in einen Stau.

Das Zimmer, welches wir als Upgrade bekommen haben, ist riesig, über das Internet berichte ich morgen.

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16.11.2017 – Am Saguaro Lake

Das Frühstück in B&W Hotels ist zwar durchaus als lecker zu bezeichnen, hat aber einen kleinen Nachteil: Es ist überall fast dasselbe. So gab es auch heute Rührei, Kartoffeln, Würstchen sowie die zum Glück vermeidlichen Bisquits und Gravy. Dafür ein schöner Blick auf den Pool und den strahlenden Sonnenschein draußen.

Plan für heute: Wir fahren heute nördlich bis Payson und machen es uns auf dem Mogollon Rim gemütlich. So der Plan. Vorher noch kurz bei Costco tanken und ein paar Scheiben Pizza mitnehmen. Aber halt! War da nicht ein Geschäft von „The Walking Company“ direkt um die Ecke? Hatten wir beim letzten Mal in umgekehrter Reihenfolge so entdeckt (erst das Schuhgeschäft, dann Costco). Und jaaaa, so war es dann auch. Aber ich darf mich nicht beschweren (meine Göttergattin aber auch nicht). Für mich waren ein paar Flipflops mit Fußbett drin, die hoffentlich ein wenig besser halten als die 9,95 USD-Teile, deren Sohle sich nach ca. 1 Woche anfängt abzulösen. Dabei war das schon Nautica-Markenware.

Aber jetzt geht es endlich auf die Straße. Über die 101, die 60 und die 202 stießen wir auf die Powell Road, die dann zum Bush Highway wurde. Dieser führt bis zum Saguaro Lake, dem westlichsten Ausläufer der Seenkette, die am Roosevelt Lake ihren Anfang nimmt und immer von Salt River durchflossen wird.

Dort rechnet man am Wochenende mit immensen Besucherströmen, wenn man sich die Größe der Parkplätze anschaut. Die Phoenizier wissen, wo es schön ist. Heute war es fast leer, maximal 1-3 Autos standen dort rum. Wir schnappten uns eine der ersten Stellen und spazierten zum Fluß hinunter.

Schön hier, wenn man mal ein paar Tage Zeit hat, Campingstühle und Mückenschutz eingepackt.

Es gibt derer 6 verschiedene Zugänge zum See, manche mehr, manche weniger sehenswert. Auf dem Weg dorthin immer wieder die schönsten Saguaros im herrlichsten Sonnenlicht, mal schön gerade gewachsen, mal sahen sie aus, als wären sie während der Wachstumsphase auf Dope gewesen.

Zwischendurch legten wir auf einem der Parkplätze ein Nickerchen ein. Ich versuchte mich mal auf der Rücksitzbank. Gar nicht so unbequem, könnte eine Position für die Rückfahrt werden…

An der letzten Recreation Area (welche wir übrigens alle dank unseres Interagency-Passes besuchen durften) ein letztes Fotoshooting

und wir machten uns (wie die Wild Hogs im Rückspiegel) zurück auf den Weg.

Die Straße ist im Licht der untergehenden Sonne sehr schön zu fahren und man kommt auch relativ schnell voran, wenn man nicht an jedem zweiten Kaktus anhält, um ihn zu fotografieren. Die Dinger zieren sich ja immer so und bis man sie dann überredet hat, still zu halten…

Häuptling Running Nose neben mir war nicht so richtig gut drauf und die Ladefläche füllte sich langsam mit gebrauchten Taschentüchern und Klopapier. Deshalb beschlossen wir, den Abend ganz in Ruhe ausklingen zu lassen.

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15.11.2017 – Fahrt von Tucson nach Phoenix

Heute ein letztes Frühstück in Tucson. Ich kann mich nicht überwinden, nochmals Gravy zu mir zu nehmen. Mein Magen dankte es mir mit zartem Schnurren.

Bevor es losgeht, hier noch ein Foto von Cisco, den wir am Abend vorher am Gates Pass getroffen hatten und der uns unbedingt seine Fotos übermitteln wollte. Hier eines davon. Thanks, Cisco.

Die beste Wegplanerin von allen hatte uns eine Strecke ausgesucht, die uns auf dem schnellsten Weg von Tucson über den I10 nach Phoenix gebracht hätte. Abgesehen davon, dass ich es langweilig fand, nur über die Autobahn zu rutschen, hatte ich auch keine Lust, anschließend in Phoenix im Städtestau zu stehen. Das kommt noch früh genug. Übrigens: In Tucson haben wir nicht ein einziges Mal in einem richtigen Stau gestanden. Ob die Bewohner noch nicht mitbekommen haben, wie so was geht? Hoffentlich bleiben sie noch lange unwissend.

Meine Route ging nördlich auf die SR77 in Richtung Globe. Quasi auf dem Weg lag noch eine Niederlassung von „The Walking Company“, der Firma, die für meine Göttergattin die besten Schuhe herstellt. In Punkto Schuhe wurden wir nicht fündig, aber wir haben ja noch Phoenix.

Kurz nachdem wir den Laden verlassen hatte, fuhr uns ein echter Hardcore Biker auf seiner Harley über den Weg. Zumindest die Lederjacke und der Rest des Outfits oberhalb der Gürtellinie ließen darauf schließen. Was absolut nicht dazu passte, waren seine Sandalen mit den weißen Tennissocken. Ein Deutscher?

Vorbei am Biospähren-Gebäudekomplex führte die Route anschließend. Wir machten einen kurzen Stop in der Hoffnung, einen Blick darauf ergattern zu können. Leider wollten die Leutchen dort auch für eine Außenbesichtigung 20 USD/Person haben, ein angesichts unserer knappen Zeit ein schlechtes Preis/Leistungsverhältnis.

Daher habe ich mir erlaubt, nur ein paar Fotos an den Wänden abzufotografieren, um dem geneigten Leser eine Impression zu geben, womit er es zu tun hat.

Die University of Arizona hat dort wirklich dieses Gebäude komplett hermetisch abgeriegelt. Kein Sauerstoff oder irgendwas anderes rein, geschweige denn raus. Und die Insassen mussten ca. 2 Jahre komplett ohne Internet, Facebook und Whatsapp darin leben. Im Endeffekt scheiterte das Experiment. Ob es an den mangelnden Social Media-Möglichkeiten oder so Nebensächlichkeiten wie den biologischen lag, wer weiß?

Aber zumindest außerhalb erfreut sich die Natur bester Gesundheit.

Was ich von meiner Göttergattin nicht unbedingt behaupten konnte. Wie sagt man so schön? Ihre Nase hatte einen Run, deshalb auch die künstlerisch wertvolle Installation „Papier an Spiegel“. Joseph Beuys hätte seine Freude daran gehabt. Was er nicht hatte, war die volle Ladefläche mit weiteren Rollen…

Für unsere Route hatte ich die Fahrt bis Globe eingeplant, von dort aus einen Abstecher in die Salz-Fluß-Schlucht, im amerikanischen auch als Salt River Canyon bekannt. Auf dem Weg durchfuhren wir sehr interessante Landschaften, unter anderem mit den schönsten Saguaros gespickt, die wir in diesem Urlaub gesehen hatten. Solche Verzweigungen und Dichte im Wachstum haben wir nur hier gesehen.

Die nächste Überraschung war dann Globe. Wir suchten zuerst das Visitor Center auf. Die Dame dort war ziemlich baff, dass sich jemand für ihre Stadt interessierte, sprudelte aber dann mit Informationen heraus, die für einen mehrwöchigen Aufenthalt gereicht hätten. Gut, ganz so schlimm war es nicht, aber wir waren total aus dem Häuschen, als wir die vielen schönen alten Steinhäuser sahen.

Da unsere Zeit knapp war, drehten wir nur eine schnelle Runde mit dem Auto durch die Broad Street

und machten uns dann auf den Weg zum Salt River Canyon. Die Wegstrecke geht ähnlich wie beim Grand Canyon durch eher unauffälliges Gelände, bis man plötzlich nach ein paar Kurven vor einer Brücke steht.

Dort aussteigen, die obligatorischen Fotos machen und schnell wieder auf den Rückweg.

Auf dem Weg fielen uns immer wieder Schilder mit Warnungen vor Eis auf Straße auf. Merkwürdig. Mitte November hatte es hier noch 25°C. Kam mir übervorsichtig vor. So ähnlich, als würde man vorsorglich vor herabstürzenden Astronauten oder Kokosnüssen warnen. Aber die werden schon wissen, warum.

Warum die Eile zur Weiterfahrt? Wir wollten im Tonto National Monument noch eine kurze Wanderung in die Ruinen machen und von dort aus ein Foto nachstellen, welches wir vor 30 Jahren als Hochzeitsannonce verwendet hatten. Und laut unserer Kenntnis machen die Monuments um 17 Uhr zu. Das Navi zeigte 16.46 Uhr als Ankunftszeit an, also für mich als Fahrer eine Herausforderung.

Um 16.37 standen wir auf dem Parkplatz und lasen: Besichtigung der Ruine bis 16 Uhr. Suuuuper. Also bequatschte ich den Ranger, ob wir nicht ein paar Schritte raufgehen könnten, um das Foto zu machen. Er war so lieb, uns zu begleiten und auch das Foto zu schießen. Leider hat er es versaut, total unscharf (zumindest, was die beiden einzigen wirklich scharfen Personen auf dem Bild betrifft).

Aber das konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht erkennen.

Bevor es auf die Straße ging, sah ich in einem Schuppen noch diese herrliche Transportgelegenheit, mit der die Ranger anscheinend immer wieder zusammengebrochene Wanderer vom Berg runterholen müssen. Daher ist der Weg im Sommer auch ab 12 Uhr gesperrt.

Als wir dem Ranger erzählten, wir wollten über den Apache Trail nach Phoenix fahren, wiegte er bedenklich mit dem Kopf, beruhigte sich aber, als wir ihm versicherten, dass wir den Trail schon bei Tag und auch bei Nacht, zuletzt noch vor Monaten gefahren wären.

Hier war das nächste ambitionierte Ziel, einen schönen Sonnenuntergang mitzuerleben. Ich nehme es mal vorweg: Wir haben es nicht geschafft. Dafür haben wir einige Autos, die wir dazu überholen „mussten“, so sehr mit unserem Staub eingenebelt, dass diese erstmal mit einem Spachtel den Dreck abkratzen müssen. Auf dem Pass gelang uns dann doch noch das eine oder andere „hingeklatschte“ Foto. Hingeklatscht deswegen, weil ich nicht das Stativ auspacken und eine Doktorarbeit aus dem Foto machen wollte. Die von uns eingestaubten anderen Fahrer hingen uns schließlich im Nacken.

Auf asphaltierter Straße fand ich dann noch einen schönen Turnout (drehte den Wagen vorsichtshalber) und es gelang mir endlich mal, Kaktus mit Sonnenuntergangshimmel abzulichten.

Jetzt nur noch 20 Meilen kurviger Straße nach Mesa und schon sind wir im Hotel.

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