11. Reisetag: Von Berlin nach Cottbus

So, jetzt haben wir von Großstädten erstmal die Nase voll. Ab aufs Land, juche.

Cottbus steht auf dem Plan. Was uns dort als Stadt erwartet, kann ich noch nicht sagen, aber wir haben für morgen im Umland was vorgesehen.

Aber die Fahrt dauert nur ca. zwei Stunden. Also bleibt uns noch etwas Zeit übrig. Da wir sowieso durch Berlin nach Süden durchmussten, nutzten wir die Gelegenheit, um den Wagen in der Nähes des Gendarmenmarktes abzustellen und endlich zum Berliner Dom und zur Museumsinsel zu laufen (wie wir später feststellten, hätten wir auch ganz in der Nähe Parkplätze finden können, merken wir uns das fürs nächste Mal).

Zwischendurch konnten wir sehen, dass DHL anscheinend alles befördert, hoffentlich gehen sie vorsichtig mit der Statue um. Zum Glück ist die Dame zu großen Teilen schicklich angezogen.

Der Berliner Dom beeindruckt mich immer wieder ob seiner schieren Größe und Imposanz. Und die Museumsinsel finde ich einfach schön.

Den Flusslauf, die Wege nebenan, die Ausblicke. Hoffe, dass ich es irgendwann mal wieder am Abend hierhin schaffe.

Die Fahrt auf der Autobahn hinter Berlin verlief beinahe ereignislos. Wenn man von den endlosen Baustellen auf der A13 und A15 absieht. Und ausgerechnet in einer dieser Baustellen durfte Karin dann „Pilotcar“ genau mit den vorgeschriebenen 80 km/h spielen. Warum? Weil direkt hinter uns ein blau-silberner Schlitten mit der Aufschrift „Polizei“ fuhr. Und da wollen wir uns doch nicht erwischen lassen, gelle? Was die Insassen und auch die anderen Fahrer in der Schlange dachten, wissen wir nicht, können es uns aber gut denken.

Unser Hotelzimmer ist eines der schönsten, die wir in diesem Urlaub hatten.

Das Bad ein Traum in Natur.

Nach aussen noch ein Balkon, wir hätten es schlimmer treffen können.

Am Abend fuhren wir dann noch nach Cottbus rein, um wenigstens etwas von der Stadt zu sehen.

Sie hat neben einem alten Markt einige schöne Ecken, die aber erstmal entdeckt werden wollen, weil sie sich leider schamhaft hinter deutlich hässlicheren Plattenbauten verstecken.

Dafür strahlte die Stadt (nach 19 Uhr) eine herrliche Ruhe aus, die das Leben bestimmt in manchen Punkten angenehmer machen als in einer Großstadt.

Jetzt noch schnell diese Zeilen schreiben, morgen geht es weiter.

10. Reisetag: Unterwegs in Berlin?

Nachdem der Ku’damm den Abend so gut wie gesperrt war, konnten wir sogar bei teilweise geöffnetem Fenster schlafen. Unser Plan für heute: Mal zum Brandeburger Tor, an der Spree entlang bis zum Berliner Dom. Aber als wir dort ankamen, wo wir eigentlich parken wollten, war wirklich ALLES abgesperrt. Wir fanden am Bahnhof Potsdamer Platz im Parkhaus eine Bleibe für unser Auto und gingen zu Fuss Richtung Brandenburger Tor.

Und sahen andeutungsweise, was los war: Angekündigte, aber verbotene Querdenker-Demos hatten zu einem Polizeiaufgebot von über 2000 Beamten geführt.

In den Nachrichten wurde ausführlich darüber berichtet.

An den Citywalk, so wir ihn geplant hatten, war natürlich nicht mehr zu denken.

Also zurück vorbei am Denkmal der ermordeten Juden und ab zum Auto.

Wir unternahmen noch einen Versuch, aus Richtung des Alexanderplatzes anzulanden, aber auch dort war alles abgesperrt. Wo ist es jetzt noch etwas einsamer? Schloss Oranienburg erschien uns als schöne Alternative. Aber als wir dort ankamen, war der Schlossvorplatz wegen eines Street-Food Festivals mit Leuten überfüllt. Das brauchen wir auch nicht. Also eine Runde um das Schloss gedreht. Kurz auf die Mauer für ein Foto geklettert (ich war früher auch schonmal fitter, oder der schwere Fotorucksack war Schuld?) und dann zurück.

Aber dann konnten wir auf dem Rückweg zum Hotel eine Pause am Schloss Charlottenburg einlegen. Wir waren vor Ewigkeiten schonmal dort, aber damals war der Restaurationszustand noch nicht so sehenswert. Ausserdem kam gerade die Sonne durch und vergoldete uns den Nachmittag.

Es war herrlich, einfach nur am See zu sitzen, das Wetter zu genießen und die Vögel zu beobachten. Ob das wohl Rohrspatzen sind?

Jetzt noch am Springbrunnen vorbei und dann ab zum Hotel.

9. Reisetag: Rund um Berlin

Als erstes noch ein kleiner Nachtrag vom Vorabend. Der Blick auf die Gedächtniskirche ist auch bei Nacht nicht ohne.

Viel faszinierender aber war der Straßenlärm, der sich gegen 22 Uhr unter unserem Fenster auftat. Der Kurfürstendamm war für Autos gesperrt und hunderte Radfahrer tummelten sich gemächlich dahinzuckelnd auf der Prachtallee. Keine Ahnung, warum.

Am nächsten Tag ging es weiter mit Frühstück im Steakhaus, welches im gleichen Gebäude untergebracht war. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Steaks können sie besser (haben wir dann abends ausprobiert).

Unsere Tour führte uns zuerst nach Norden, wo – oh Wunder – ein Outlet-Center lag. Ich will nicht sagen, wieviel Geld wir dort gelassen haben, aber wir wurden unter Fanfarenstößen und vielen Bücklingen in einer Sänfte zum Auto getragen. Ich glaube, wir dürfen wiederkommen.

Danach ging es am westlichen Rand von Berlin vorbei nach Süden nach Potsdam, zum Schloss Sanssouci.

Wir hatten diese prächtige Anlage schon einige Male besucht, aber noch nie im Sommer, wo der Garten in voller Blütenpracht stand.

Zwischendurch kam immer mal wieder die Sonne raus. Und genau diese Augenblicke musste ich fürs Foto abwarten. Daraus resultierte eine recht gemütliche Gangart.

Nach dem Schloss mit davor liegendem Brunnen ging es zum chinesischen Haus.

Und danach wollte ich eigentlich zum Pampelmuserie, aber die war meiner Göttergattin zu bitter, also ging es zur Orangerie.

Endlich stehen die ganzen Pflanzen mal draußen und zeigen, wie die Menschen es damals miterlebt haben.

Genug gewandert, der Schrittzähler ging auf den 5-stelligen Bereich zu und wir hatten uns eine Pause im Hotel verdient.

Den Abend krönten wir mit einem Besuch im Steakhaus und bekamen sogar Live-Unterhaltung geboten: Heute Abend war der Ku-Damm für die Addidas Runners Night gesperrt. Flankiert von begeisterten Zuschauern/innen gaben die Läufer:innen alles.

Wir wollten eigentlich danach noch zum Brandenburger Tor fahren für ein paar Nachtaufnahmen. Aber da sämtliche Parkplätze auf dem Mittelstreifen wegen des Laufs gesperrt waren, war unser Parkplatz mehr als übervoll und wir wollten nicht riskieren, bei der Rückkehr ohne Parkmöglichkeit dazustehen.

Aber die Gedächtniskirche ist ja nicht weit. Stativ aus dem Auto geholt und zu Fuß rübergelaufen. Leider wurde sie von den ganzen Absperrungen im unteren Bereich verdeckt. Vielleicht schaffen wir es ja heute Abend noch einmal.

8. Reisetag: Fahrt von Schwerin nach Berlin

Mit zwei weinenden Augen verlassen wir dieses wunderschöne Hotel in Schwerin. Es ist so entspannend, am Steg zu sitzen und auf den See zu schauen.

Da haben wir gleich für Ende September eine weitere Nacht als Anschluss für einen anderen Aufenthalt gebucht.

Von der Ruhe ins pulsierende Leben. Werden wir das verkraften? Gegen Ruhe, freie Parkplätze und frische Luft tauschen wir Großstadt, Straßenlärm und was weiß ich noch alles.

Die Fahrt sollte etwas über zwei Stunden dauern. Aber man kann ja mit braunen Schildern am Wegesrand würzen.

Das erste, was uns anlockte, hieß einfach Burg. Und darunter, kleiner, Neustadt-Glewe. Schauen wir, was sich dahinter verbirgt: Eine wunderschöne alte Burg, ganz in Backstein gebaut auf einem kleinen Hügel stehend. Es ist die älteste und am besten erhaltene Burg in Mecklenburg-Vorpommern und stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Aber auch Neustadt-Glewe hat so einige hübsche historische Bauten zu bieten.

Daneben auch einen Supermarkt, den wir zum Auffrischen unserer Vorräte benutzten.

Weiter ging es nach Berlin. Dort stand uns ein kleines Problem vor der Nase. Ursprünglich hatten wir ja am südlichen Stadtrand, in Mahlow gebucht. Aber diese drei Nächte wurden vom Hotel aus – in meinen Augen fadenscheinigen Gründen, Corona – gecancelt und wir mussten uns sehr schnell nach einer neuen Bleibe umsehen. In ganz Berlin und Umland gab es genau zwei (Best-Western)-Hotels, die noch Verfügbarkeit hatten. Die Auswahl zwischen Pest und Cholera, wie wir dachten. Mich stört das Kurven durch Großstädte nicht unbedingt, aber ich reiße mich auch nicht darum. Straßenlärm? Kleine Zimmer? Schlechte Belüftung? Parkplatz? Letzteres stand am ehesten noch als Schreckgespinst in der Zukunft. Angeblich hat das Hotel ein paar Parkplätze in einer Garage, aber reservieren kann man nicht. Und die Cent-Gräber am Kurfürstendamm jede Stunde zu füttern kam nicht in Frage.

Kurz bevor wir das Hotel erreichten, sah ich auf der linken Seite ein Schild „Parkgarage für BW-Hotel“. Erstmal rein, einchecken und dann weitersehen.

Das Einchecken ging noch problemlos und auch unser Zimmer im 5. Stock übertraf unsere Erwartungen (OK, es war ein Update auf ein Komfortzimmer, keine Ahnung, wie die anderen Löcher aussahen). Aber der Parkplatz, der uns während der Anreise noch als frei offeriert wurde, entpuppte sich als Luftnummer. Alles belegt. Aber eine freundliche Angestellte teilte uns mit, dass in einer Nebenstraße auf einem Lidl-Parkplatz auch privat Parkplätze vermietet würden. Also hingestapft und wahrhaftig, es gab noch derer zwei. Gleich für drei Nächte eingecheckt (15 Euro pro Tag) und den Wagen geholt.

Das reicht für heute. Einen Blick noch aus dem Fenster zur Gedächtniskirche und der Abend kann ausklingen…

30.05.2020 – Potsdam – Berlin

Nach einer ruhigen Nacht haben wir uns heute vorgenommen, etwas mehr von Potsdam und Berlin zu sehen. Unser Hotel liegt im Südosten von Berlin, so dass wir zügig über eine Umgehungsstraße nach Potsdam kommen. Schloss Sanssouci hatten wir schon einmal besucht, aber heute schien uns das Wetter entgegenzukommen. Zwar zeigte die Wetter-App durchgehend bewölkten Himmel, aber die Fenster-App ließ besseres vermuten.

Das Frühstück war ähnlich wie in Schwerin zubereitet, aber angesichts der Corona-Maßnahmen in Ordnung.

Bei Sanssouci angekommen stellten wir unseren Wagen bei der historischen Mühle ab

und begannen unseren Rundgang.

Dann ab zum Schloss und in den Schlosspark.

In einem der Gewässer tummelten sich einige Stockenten und auch Mandarinenten. Wenn ich den Berlinern jetzt versucht hätte zu erklären, dass die bei uns Ruhrpapagei heißen, ob die das wohl verstanden hätten? Jedenfalls waren sie nicht allzu scheu und ich konnte fast einen ganzen Film verschießen.

Nächstes Ziel war das Chinesische Haus. Dort standen gleich mehrere Bedienstete dekorativ in der Gegend rum. Ob sie wohl die Corona-Maßnahmen beim Betreten überwachen sollten? Oder nur aufpassen, dass keiner die goldenen Statuen anpackt?

Von da aus ging es weiter zu den Römischen Bädern. Mediterranes Flair umspülte uns ob der Bauweise und dem Erhaltungszustand.

Danach ein kurzer Blick auf das Schloss Charlottenhof.

Und als letzten Punkt in der Schlossrunde stand dann noch die Orangerie auf der Tagesordnung. Leider hatte sich das Wetter der App von heute morgen angepasst und die Sonne kam nur noch selten durch.

Hier hatten wir erstmal genug gesehen und beschlossen, bis auf Weiteres nicht mehr unsere Schuhsohlen zu strapazieren.

Wir beschlossen, ein künstlerisches Päuschen im Hotel einzulegen. Auf dem Weg dahin kamen wir noch Schloss Cecilienhof vorbei. Im Vergleich zu dem, was wir bisher gesehen hatten, verdient dieses Gemäuer die Bezeichnung Schloss allerdings nicht.

Im Hotel legten wir uns in die Waagerechte, um Kräfte zu sammeln.

Das Wetter hatte etwas aufgeklart und wir starteten erneut in Richtung Berlin. Ich hatte noch einen „Botengang“ zu erledigen. Aber danach konnten wir zu unserem nächsten Fotoziel, dem Molecule Man starten.

Ich hatte schon viele Fotos von dieser Kunstinstallation gesehen. 45 Tonnen schwer ragt sie 30 m hoch in den Himmel.

Und die tiefer stehende Sonne setzte sie ins richtige Licht.

Eigentlich wollte ich der Oberbaumbrücke noch einen Besuch abstatten, aber dafür stand die Sonne schon zu tief. Also weiter in Richtung Regierungsviertel, wo uns dann die blaue Stunde erwartete.

   Hier machten wir einen kleinen Rundgang und konnten nach einem aufregenden Tag um 11 Uhr endlich im Hotel in die Betten fallen.