04.06.2018 – Angels Landing

Nachdem nach unserem ersten Besuch schon zarte Andeutungen gekommen waren, warum wir noch nicht auf „Angels Landing“ raufgekrabbelt waren, beschlossen wir, dieses Ziel für den heutigen Tag in Angriff zu nehmen. Wenn ich den Schauergeschichten meiner Göttergattin trauen durfte, war der Trail mordsmäßig gefährlich und schon hunderte waren dort abgestürzt. Ich ziehe mal das übliche Jägerlatein ab, die Parkstatistik sprach von 7 Menschen seit 2004. Was meine mich liebende Gattin aber nicht davon abhielt, mir die ganze Fahrt gute Ratschläge mit auf den Weg zu geben: Halt Dich gut fest, kehr um, wenn es zu gefährlich wird, schubs niemanden runter mit Deiner Fototasche, schmeiß keine Felsen runter, nimm keine größeren Felsen mit, lass die Squirrels in Ruhe und so weiter.

Ihre eigenen Ratschläge und vor allen Dingen ihre Höhenangst (sie muss sich normalerweise an einer Laterne festhalten, wenn sie auf den Bürgersteig tritt) in den Wind schlagend machten wir uns trotzdem auf den Weg.

Wir waren – wie wir meinten – sehr früh auf der Straße und bekamen trotzdem nur das Schild zu sehen: Parking Lot full – park in town. Das war logischerweise das einzige, was wir nicht wollten und wir stellten uns in bewährter Manier auf einen Seitenstreifen. Nach kurzem Spaziergang über den angrenzenden Campground standen wir vor einer ewig langen Schlange.

Das, was man auf dem Foto zu sehen bekommt, ist ca. nur die Hälfte. Ungefähr 40 Minuten später saßen wir dann doch im Bus und fuhren bis zur Haltestelle „Grotto“. Auf der Fahrt hatte ich die Gelegenheit, die schon früher erwähnten unförmigen Treter fürs Canyoneering etwas näher in Augenschein zu nehmen. Sie heißen Adidas Terrex Hydro Lace, kosten regulär ca. 130 USD und dürfen anscheinend nur mit einem ähnlich hässlichen Fusskleid getragen werden.

Aber wenn man sich mal im Internet umschaut, wird man begründet bekommen, warum man nicht mehr ohne auskommt, sobald die erste größere Pfütze kommt. Vielleicht sollte ich mir bei dem ständigen Regenwetter in Deutschland auch mal welche bestellen.

Der Weg zu Angels Landing beginnt mit einem Gang über eine Brücke über den Virgin River, um dem West-Rim oder auch Kayenta Trail ca. eine Meile relativ flach am Fluss entlang zu folgen.

Schließlich geht es in Serpentinen ein paar hundert Meter höher, um schließlich in den Refrigerator Canyon zu münden.

Um diese Uhrzeit kann man den Namen nachvollziehen, es scheint kaum Sonne rein und es ist angenehm kühl. Nachdem man den Canyon mit sehr steil aufragenden Felswänden durchlaufen hat, geht es wieder in Serpentinen,

diesmal kürzer und steiler, hoch bis zu einer Weggabelung, dem Scout Point. Hier trennt sich der West Rim Trail ab. Weiter führt der Trail zu Angels Landing, 0,5 Meilen steht auf dem Schild.

Ob allerdings nach oben oder nach vorne gemeint ist, steht dort nicht. Jedenfalls wurde es jetzt richtig knusprig. Meine Göttergattin hatte mich schon im Canyon vorgeschickt, weil sie nicht wusste, wie weit ihre Höhenangst ihr einen Strich durch die Rechnung machen würde.

Der „Weg“ führt jetzt mehr oder weniger am Hang entlang nach oben, an manchen Stellen durch massive Metallketten als Railing gesichert.

Und diese Haltetaue braucht man auch. Meine Kamera hatte ich – ausnahmsweise – mal in die Fototasche gepackt, um beide Hände freizuhaben. Zwischendurch kamen immer mal wieder Absteiger entgegen. Und es sich auf der ganzen Strecke um eine einspurige Piste handelte, musste ich (und die anderen Aufsteiger mit mir) immer wieder eine Pause einlegen. Natürlich kann man diese Gelegenheit auch für ein Foto in die Umgebung nutzen.

Die Pausen war mir speziell im ganz oberen Stück nicht unlieb, litt ich doch immer schneller unter Atemnot. Und hoffte, dass sie oben ein Sauerstoffzelt aufgebaut hätten. In diesem Punkt war der Hike schon eine Enttäuschung für mich. Es gab keines. Aber auch in einem anderen Punkt musste ich in die Röhre gucken: Ich sah keinen Engel, der gelandet wäre. Dafür ein paar Dutzend Leute aller Nationen, die die Aussicht genossen. Zuzüglich der Squirrels und Skipmunks, die auf Lebensmittelreste lauerten.

Aber da ich ja nicht wegen der Aussicht, sondern zum Fotografieren hochgekommen war, erledigte ich erstmal diesen Job,

ließ ca. einen Liter Flüssigkeit in mich reinlaufen und genoss doch den Ausblick.

Und damit man mir auch glaubt, dass ich oben war, mit Fisheye ein Selfie:

Da ich meine Felsenkletterin aber nicht bis ultimo alleine lassen wollte, machte ich mich auf den Rückweg, diesmal die Kamera vor dem Bauch.

Diesmal war es wesentlich leerer und ich kam auch zu ein paar Fotos.

Doch was war das? Ich hatte noch nicht mal die Hälfte der „Todesstrecke“ hinter mich gebracht, als mir ein grünes T-Shirt mit rotem Rucksack, getragen von meiner Göttergattin, entgegenkam. Sie hatte einen Teil ihrer Höhenangst überwunden und wollte sehen, wie weit sie kommt.

Wir vereinbarten, dass ich am Scout Point auf sie warten würde und sie versuchte so weit zu kommen, wie es ging. Da sie nicht sofort wiederkam, musste sie noch ein ganzes Stück weitergeklettert sein. Herzlichen Glückwunsch zu soviel Mut (aber vielleicht haben ja die neuen Schuhe auch einen kleinen Beitrag geleistet).

Zusammen marschierten wir gen Tal, ich hatte etwas Angst, dass meine Knie irgendwann nicht mehr mitmachen würden. Aber sie hielten durch bis fast ganz unten. An der Haltestelle Grotto füllten wir unsere Wasserflaschen nach und ließen uns das kühle Nass über Kopf und Körper laufen. Tat das GUUUT.

Kurze Bustour zum Visitor Center, danach in den Wagen, Klimaanlage an (die Temperaturanzeige zeigte 110° Fahrenheit = 43°C) und gemütlich Richtung St. George gedackelt. Dort gönnten wir uns zur Belohnung einen Besuch bei Panda Express, den wir sehr genüsslich in der guten Stube verputzten.

04.06.2017 – Flagstaff

Nach dem gestrigen anstrengenden Tag hatten wir uns ein wenig Erholung verdient. Es gab so einiges zu erledigen, warum nicht heute?

Aber damit die Neugierigen in Punkto Bilder nicht zu kurz kommen, präsentiere ich etwas von Flagstaff.

Als erstes fuhren wir durch unsere Wohnstraße(n), ordentliche bis luxuriöse Reihenhäuser, ein Standard, in dem man sich sehr wohl fühlen kann, wie wir in den letzten zwei Wochen festgestellt haben.

Irgendwie kamen wir dabei an einer anderen Ecke aus dem Wohngebiet raus als sonst und sahen gegenüber die Einfahrt vom Pine Canyon Flagstaff Golf Course Real Estate. Auf der Karte ungefähr 10 mal so groß wie unser Wohngebiet wurde es auch prompt von einer Wache mit Eingangstor verschlossen. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Auf unsere Frage, ob wir denn mal durchfahren dürften, bekamen wir einen Besucherausweis (Größe Letter, Visitor No 5) und die Instruktionen: Nicht schneller als 25 mph, nicht aussteigen, Fotografieren erlaubt.

Also drehten wir die Runde auf dem Clubhouse Drive und stellten fest, dass es a) doch noch schönere Häuser als das unsere gibt und b) dass unser Budget maximal für eine Woche Miete dort gereicht hätte.

Übrigens wird auch hier zuerst mit Holz gebaut und dann mit Stein verkleidet.

Das witzige daran war, dass wenigstens 10% zum Verkauf standen. Wieder zurück unterhielten wir uns mit dem Posten. Der meinte, die Besitzer kämen häufig nur 3-4 Monate im Jahr zum Wohnen hierher. Aber mieten könne man durchaus. OK, sollte ich mal im Lotto gewinnen oder einen Erbonkel in den USA ausgraben – äh ausfindig machen – dann reden wir weiter.

Kehren wir zu den Niederungen der normalen Leute zurück. Ein Feature unseres Urlaubes ist es, unseren Hochzeitstag mit einem leckeren Essen zu begehen. In Deutschland hatten wir das nicht mehr geschafft, und hier gibt es ein Restaurant, welches wir gut weiterempfehlen können: Sizzler Steakhaus. Aber die Kritiken bei Trip-Advisor waren nicht so richtig gut, also entschieden wir uns für die nächstbessere Wahl: Panda Express. Und ja, ich kann auch Essen fotografieren, nur poste ich es nicht sofort vor Ort.

Wir mussten noch unsere Gasflasche auffüllen. Im Internet hatten wir eine Tankstelle gefunden, wo so etwas angeblich ging. Nur füllten sie dort nicht auf, sondern tauschten für einen bescheidenen Betrag von 24.99 USD + Tax die Flasche aus. Merkwürdig? Im Laden fragte ich nach einem Fill-up und bekam die nächste Tankstelle genannt. Dort auch nur Tausch, allerdings für 19.99 + Tax. Die Dame dort nannte mir einen Laden in der 4th Street, der allerdings nicht aufzufinden war. OK, dann erstmal tanken. Das Navi hatte eine recht eigenwillige Interpretation der städtischen Grundrisse, woraufhin wir sehr viele nette Wohngebiete kennenlernten. Erst der Rückgriff auf Google Maps brachte uns dahin, wo wir wollten.

Ach ja, Sightseeing haben wir ja auch noch gemacht: Das Riordan Mansion House liegt in der Mitte von Flagstaff und ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was vor 100 Jahren schon alles möglich war.

Jetzt noch schnell zum Walmart, frische Lebensmittel einkaufen und dann den Abend faul ausklingen lassen.

Und auf dem Weg – oh Wunder – eine Station von U-Haul, der großen DIY-Umzugsfirma bietet auch Gas zum Nachfüllen an. Für 15,78 USD incl. Tax bekamen wir die Flasche wieder voll.

Kühlschrank ist auch voll, alles ist gut.

25.05.2017 – Montezuma Wells – Montezuma Castle – Sedona

Guten Morgen zusammen,

es ist mal wieder ein wunderschöner Morgen und wir sitzen zu dritt auf dem Balkon unseres wunderschönen Hauses und beginnen den wunderschönen Tag mit einem wunderschönen Frühstück. Etwas zu dick aufgetragen? Kann schon sein, aber es ist schon herrlich in Ruhe und Frieden bei Rührei und Schinken, einer leckeren Tasse Kaffee am Morgen zusammenzusitzen. Da stört es auch nicht, wenn gegenüber im Haus die Anstreicher auf eine sehr undeutsche Art (jeder Sicherheitsbeauftragte hätte wohl bei dem Anblick einen Herzinfarkt bekommen) ihre Arbeit verrichten.

Nachdem wir im „Dorf“ noch ein paar Einkäufe erledigt hatten, ging es schon um die Mittagszeit nach Süden, nach Montezuma Wells.

Dieser See hat ca. 100 m im Durchmesser und wird von einer unterirdischen Quelle gespeist. Er gehört zum Montezuma Castle National Monument und liegt ca. 18 km nördlich davon. Von einem erhöhten Aussichtspunkt am Rand hat man einen schönen Blick über den See und die am Rande errichteten Eigentumswohnungen.

Folgt man dem Rundweg, so gelangt man in schattiger Atmosphäre zum Ausfluss des Sees, den die früheren Bewohner für ihre Zwecke benutzten und gestalteten.

Wieder oben, mal wieder ein paar herrliche Kakteeblüten, denen ich nur schwer widerstehen kann.

Weiter geht es zum Montezuma Castle. Auf dem Weg dahin gibt es ein riesiges Casino, welches wir rechts liegen ließen. Dafür machten wir bei einem Stand halt, der „Fry Bread“ anbot, frischgebackene Teigfladen auf indianische Art. Da bei unserer Ankunft gerade eine Schulklasse die Ruinen unsicher machte, beschlossen wir, erstmal in der herrlichen und schattigen (die Temperaturen hatten mittlerweile die 30°C erreicht, aber zum Glück war es windig) Picnic Area ein Päuschen einzulegen.

An einigen Bäumen hingen Zapfstellen für Kolibris (Humming Birds), so wie bei uns auf der Veranda. Nur, dass wir bei uns noch keinen zu Gast hatten. Hier waren die Vögel an die Tränke gewöhnt und es gelang mir wirklich, ein paar scharfe Aufnahmen zu schießen.

Jetzt geht es aber auf ins Schloss. Auf dem Weg dahin konnten wir noch eine festte Eidechse beobachten, die gerade eine Fledermaus aus ihrer Schlafstelle gescheucht hatte. Wie man sieht, von Verlegenheit oder Schüchternheit keine Spur.

Ein paar Schritte weiter öffnete sich dann der Blick auf die Felsbehausungen, welche von den ersten Europäern, die hierhin kamen, für ein Aztekenschloss gehalten wurden, daher Montezuma Castle.

Die Wohnungen ziehen sich über mehrere Etagen hin und sind zum Teil nur über Leitern zu erreichen.

Am Fuße der Ruinen fließt der Beaver Creak, an dessen Ufer schattenspendende Sycamoren stehen mit einer kunstvoll gestalteten Rinde.

Und auch da natürlich wieder Eidechsen.

So langsam kam die Nachmittagssonne durch und für einen weiteren Besuch eines Parks hätte die Zeit nicht gereicht. Das merkten wir auch daran, dass am Ausgang des Parks zwei Blaulichtautos standen. Wir vermuteten einen Unfall oder zumindest eine Verkehrskontrolle. Aber die Herren wollten nur vermeiden, dass noch jemand ins Monument hinunter fuhr.

Für den Rückweg nahmen wir ein Buch zuhilfe, welches ich mir vor ein paar Tagen erst in unsere Behausung hatte schicken lassen: Photographing the Southwest: Volume 2–Arizona. Dort war für die Gegend um Sedona der Airport Drive angegeben mit einer Mini-Wanderung auf einen Hügel mit Aussicht über die Täler. Auf dem Weg dahin fährt man vom Interstate 17 über die 179 (Rimrock Scenic Byway) schon durch eine der schönsten Landschaften Amerikas. An der Straße selbst darf man nicht halten, aber es gibt zum Glück immer wieder Viewpoints für das eine oder andere Foto.

Der Airport-Drive war ein guter Tip (wenn man es schafft, einen der Parkplätze dort zu ergattern). Ich kam mir vor wie am Green River Overlook im Canyonlands National Park. Du sitzt auf einem runden Felsen, vor Dir eine fantastische Landschaft.

Als wir uns sattgesehen hatten, musste nur noch was für den Magen her. Im schwindenden Licht des Abends fuhren wir schnurstracks zum Panda Express, um mit Yvonne unseren letzten gemeinsamen Abend zu „feiern“. Logisch, dass Orange Chicken und Beijing Beef mit dazu gehörten, welches wir in stiller Andacht auf unserer Veranda verzehrten.

Again a beautiful day.

06.09.2013 – Jurassic Park, welcome to the jungle, Kealia Beach

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Tgif – thank god it’s friday. Endlich Wochenende, Erholung vom Streß der vergangenen Tage. Wie? Ich bin im Urlaub? Ganz vergessen. Dann werde ich mal meine Einstellung dementsprechend korrigieren. Nach einem opulenten Frühstück war der PLAN, die Stelle anzufahren, wo das Gate von Jurassic Park stand. Zur Vorsicht habe ich mal die Machete griffbereit gelegt, falls doch noch einige Viecher von damals überlebt haben sollten.

Nach einer eher ereignislosen Fahrt (falls man eine Fahrt im strahlenden Sonnenschein über Kaui mit Maui-Jim auf der Nase ereignislos bezeichnen möchte), durchquerten wir Kapa’a (Fotos auf der Rückfahrt) und stießen auf die 580 in Richtung Norden.
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