Citytour Frankfurt am Main

Freitag

Wer an der A3 an Frankfurt vorbei fährt, sieht als erstes die markante Skyline mit interessanten Hochhäusern. Weiterhin kennt man den Flughafen, die Messe und evtl. noch den Hauptbahnhof. Aber hat diese Stadt noch mehr zu bieten als diese vier Highlights? Das wollten wir herausfinden und quartierten uns etwas außerhalb im Best Western Amedia Hotel in Rüsselsheim ein. Einfach deswegen, weil es noch bezahlbar war und wir uns aufgrund der ruhigen Lage zwei erholsame Nächte versprachen. Am Freitag Nachmittag kamen wir an, quartierten uns ein und konnten beinahe die Flugzeuge über uns am Bauch kitzeln. Mal schauen, wie sich das entwickelt…

Jedenfalls gönnten wir uns in der größten Hitze ein kleines Päuschen und fuhren dann in die City. Die Webseite gratisparken.de schlug vor, dass man in der Kirchnerstraße ab 18 Uhr kostenlos parken könne. Das war nicht ganz richtig, mittlerweile hatte die Stadt auf 19 Uhr verlängert.

Wir waren aber nah am Zentrum und das erste Ziel war der Römer. Nach dem Disaster in Russland erwarteten wir auch nicht, irgendwelche Fussballspieler auf dem Balkon des Rathauses zu sehen. Aber das Rathaus selbst kann ja nichts dafür.

_D880383Weiterhin hatte ich von der sogenannten „neuen Altstadt“ gehört und wir wollten uns anschauen, was es damit auf sich hatte. Die original alten Häuser erkennt man ja leicht wieder, so z.B. am Markplatz.

_D880384Jetzt konnte man sich die Häuser im alten Stil aufgebaut anschauen, nur noch etwas „steril“. OK, die Läden und Geschäfte waren noch nicht gefüllt, so hinterließ es bei mir einen eher gemischten Eindruck.

_D880386Die Sonne neigte sich langsam dem Horizont zu und ich wollte unbedingt die Skyline von FFM über dem Main fotografieren. Ein wenig Suche im Netz, Ratschläge von Frankfurt-Kennerinnen ließen uns schließlich zur Flößerbrücke laufen. Auf dem Weg dahin an diversen Hochhäusern vorbei.

_D880416 _D880402 _D880419-BearbeitetUnd auch an einer weiteren der 20 Brücken in Frankfurt, dem eisernen Steg, wo die Schlosskultur groß geschrieben wird.

_D880393 _D880399Und nicht nur Schlosskultur, auch Erholung. Hier die Standup-Paddleboarder, die gemütlich auf dem Fluss schwammen.

_D880404Schließlich landeten wir an der Flößerbrücke, wo wir einen gemütlichen und stimmungsvollen Abend verbrachten, bis die Sonne untergegangen war.

_D880454 _D880451 _D880421Während dessen hatten wir natürlich nicht nur Augen für die Hochhäuser im Zentrum. Wenn man sich umdreht, leuchtet in der Abendsonne das markante Gebäude der Europäischen Zentralbank EZB.

_D880450 _D880481Nach Einbruch der Dunkelheit ein Blick auf die Konstruktion der eigenen Brücke.

_D880478Und dann war es soweit, dass wir die erleuchtete Skyline ablichten konnten.

_D880472 _D880488 _D880499Auf dem Weg zurück zum Auto (wir hatten in der Nähe im Wohngebiet einen freien UND legalen Parkplatz gefunden) noch die eine oder andere Aufnahme mit Skyline aus einer anderen Perspektive.

_D880504
Jetzt schnell zurück ins Hotel, denn morgen wollen wir ja wieder auf die Pirsch.

Samstag

Eigentlich schreibe ich einen Reisebericht ja am gleichen, spätestens aber am Folgetag, aber in unserem Hotel war das Internet so langsam, dass ich selbst in der Lobby mit Mühe mal ein Foto hochladen konnte. Dafür gab es ein sehr leckeres Frühstück, welches wir ausgiebig genossen, um uns dann bei strahlendem Sonnenschein wieder auf den Weg in die Main-Metropole zu machen.

Erstes Ziel war wieder die Skyline, die ich am Morgen von der Sonne angestrahlt erwartete. Wir fanden direkt an der Flößerbrücke einen Parkplatz und die Hochhäuser strahlten uns entgegen.

_D880513Weiter ging es am Main entlang Richtung Osten. Dort wartete der Osthafen mit der EZB.

_D880515Es gibt dort auch einen Besuchereingang, der aber heute geschlossen war. Ob eine Besichtung innen drin möglich ist, wissen wir nicht.

Der Osthafen wird so langsam zu einem Freizeitbereich mit Sportanlagen, Caffees und vielleicht auch Wohnungen ausgebaut.

_D880524 _D880533Und immer leuchtet der EZB-Turm im Hintergrund.

_D880520Die Gänseküken stört das nicht im mindesten.

_D880528Vom Osthafen aus hatten wir uns eigentlich die Skyline Plaza vorgenommen, die auch einen guten Überblick über die Stadt bieten soll. Aber dort angekommen, sah alles nach geschäftiger Bautätigkeit aus. Irgendwie unromantisch und es sah für uns nicht so aus, als würde es sich lohnen.

Da wir sowieso schon relativ weit westlich gekommen waren, machten wir uns auf den Weg zum Westhafen. Zwischendurch neue Hochhäuser neben alten Jugendstilhäusern, ein interessanter Mix an Architekturen.

_D880545 _D880546Am Westhafen angekommen, fühlte ich mich an die Hafengegenden von Köln, Düsseldorf, Duisburg und Hamburg erinnert. Hochmoderne Klötze im Bauhaus-Stil, direkt vor der Haustür der Anlegesteg mit den Motorbooten. Die Wohnungen dort waren bestimmt nicht billig.

_D880536 _D880538 _D880539Ein Blick auf einen Immobilienprospekt zeigte mir, dass ich damit richtig lag. Ca. 765.000 Euro sollte dort eine 82 m²-Wohnung kosten.

_D880542Da wir ja im Urlaub sind und nicht auf der Flucht, fuhren wir nach einem derart anstrengenden Spaziergang wieder zum Hotel zurück, um die größte Tageshitze mit Siesta zu verbringen. Für den Abend hatten wir uns die Erstbesteigung (für uns) des Main-Tower vorgenommen.

Gegen 17 Uhr ging es dann wieder Richtung City. Diesmal in ein Parkhaus, obwohl ich schon befürchtete, zur Bezahlung einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Da es noch deutlich zu hell war, spazierten wir durch die Hochhausschluchten, deren Skyscraper in der Sonne glänzten.

_D880557 _D880552 _D880548

Danach ging es vorbei am Steigenberger Frankfurter Hof

_D880558und wir enterten erstmal die Einkaufstraße.

_D880559Dort hatte ich von der Architektur des Einkaufszentrum „MyZeil“ gehört und wollte mich auch dort umschauen. Die Zeil war zu Erstellungszeiten bestimmt eines der modernsten Gebäude der Stadt, auch was die herausfordernde Architektur betrifft. Heute ist es eine normale, schon in Renovierung befindliche Einkaufszeile.

_D880564 _D880563Hunger. Ihr kennt dieses Gefühl? Jedenfalls gab mir mein Magen zu verstehen, dass es ihm nach einem Steak gelüstete. Ein Maredo war schnell gefunden und nach einem leckeren Filet-Steak und ein paar Tellerchen Salat war das seelische Gleichgewicht wieder hergestellt. Jetzt war es an der Zeit, FFM vom Main-Tower von oben zu sehen.

_D880565Karten hatten wir uns schon vorher besorgt (7,50 Euro pro Person, nur Barzahlung möglich). Jetzt ging es durch die Security (wie im Flughafen) mit dem Aufzug nach oben._D880567

Oben angekommen, der erwartet fantastische Ausblick in die Tiefe._D880604_D880588_D880580
Die Sonne schien uns entgegen und es war Zeit, mein neuestes Spielzeug auszupacken: Meine Glaskugel. Den Wahrsagemodus hatte ich für den Abend abgeschaltet, so dass ich mich auf die reine Durchsicht konzentrieren konnte.
_D880582_D880585
Die Sonne ging weiter unter und als die Dunkelheit hereinbrach, wurde die Stadt durch die Lichter wunderschön erleuchtet. Es wurde zwar windig, aber dank der lauen Sommernacht war es trotzdem ein tolles Erlebnis.

_D880662 _D880661 _D880656 _D880652 _D880651 _D880647 _D880641 _D880639

Als ich in alle Himmelsrichtungen genug Fotos geschossen hatte bzw. der Wind keine aufwändigen Langzeitbelichtungen nicht mehr zuließ, machten wir uns auf den Weg zum Hotel, welches wir gegen 23.15 erreichten. Übrigens waren die Parkgebühren echt zivil: 6,50 Euro bezahlten wir für mehr als 4 Stunden. Leider war uns direkt keine Nachruhe beschieden, da im Innenhof noch einige Leute eine Diskussionsrunde eröffnet hatten. Diese war dann gegen 0 Uhr zu Ende, aber dank der Wärme fiel es mir schwer, Schlaf zu finden. Der war dann am nächsten Morgen um 5 Uhr zu Ende, als im Minutentakt die Flieger (gefühlt durch unser Hotelzimmer) landeten. Fenster schließen war aufgrund der Wärme auch nicht möglich.

Sonntag

Trotz wenig Schlaf mundete uns das Frühstück vorzüglich und wir begaben uns auf die Piste nach Norden. Bisher hatten wir aufgrund längerer Fahrstrecken Limburg an der Lahn immer links liegen gelassen. Aber diesmal hatten wir genug Zeit und suchten uns einen Parkplatz.

Eine wunderschöne Altstadt begrüßte uns auf dem Weg zum Limburger Dom.

_D880700 _D880698 _D880701 _D880687 _D880685 _D880683 _D880681

_D880690_D880697 _D880694Von dort aus hatten wir auch den Blick auf die neugebaute Brücke. Wenn man übrigens am linken Rand mal genau hinschaut, kann man ein Storchennest mit vier Jungstörchen sehen.

_D880695Jetzt aber ab nach Hause, damit ich ENDLICH den Reisebericht schreiben kann.

Extraschicht im Vinyl Cafe „Schwarzes Gold“ in Dorsten

Die Extraschicht hatte geladen. Eine der Attraktionen fand im Vinyl Cafe „Schwarzes Gold“ in der Zeche Fürst Leopold in Dorsten statt. Dort wimmelte es nur so von Vorführungen, Bands, Aufführungen, Zechencharm und Leckereien.

_D586575Ich konzentrierte mich auf das Wesentliche, auf den Auftritt von Akrazul Boa und Shori Dotco aka Thierry aus Nizza. Das Vinyl Cafe besteht zum einen aus dem eigentlichen Gastraum, in einem Nebenraum aber sieht man den Grund für den Namen dieses Cafes: Schallplatten zu hunderten stehen, wohl sortiert nach Interpret, aus.

_D586507 _D586508Natürlich darf auch ein alter Plattenspieler nicht fehlen.

_D586503Und im Hintergrund, hinter der Jukebox, eine alte Grubenlampe.

_D586509Auch im Gastraum zeugt noch so einiges von der Vergangenheit im Zechenzeitalter.

_D586510Akra und Shori begeisterten das Publikum, wie sie sonst auch immer tun.

_D586532 _D586500 _D586467 _D586463 _D586470 _D586476Schweißgebadet durften die Jungs

_D586450 _D586519 _D586528 _D586443dann irgendwann abbauen und wurden von 2/3 der Gruppe Schall & Rausch (Berni und Kai) aus Köln abgelöst. Auch diese begeisterten das Publikum mit selbstgeschriebenen Stücken und diversen Cover-Versionen.

_D586563 _D586544Auf jeden Fall hörenswert. Solltet Ihr mehr Interesse an Akra und seiner Musik haben, hört mal mittwochs in Düsseldorf in Zorans Bar Studio 1 rein.

24.06.2018 – Flug Los Angeles nach Düsseldorf – Resumée

Heute sollte die Nacht um 4.20 Uhr zu Ende sein. Aber ein langer Schlaf soll uns in diesem Hotel offensichtlich nicht vergönnt sein. Um ca. 2 Uhr waren aus dem Nachbarzimmer laute Stimmen zu hören. Eine lebhafte bis hitzige Diskussion von mehreren weiblichen Wesen, die überhaupt nicht kümmerte, dass in diesem Hotel noch andere Menschen logieren. Eine Zeitlang versuchten wir, es zu ignorieren, vergeblich. Irgendwann platzte Karin der Kragen und sie klopfte an die Wand. Es wurde genauso lautstark zurückgeklopft und die Diskussion ging weiter. Nächste Eskalationsstufe: Rezeption anrufen. Die schickten auch jemanden vorbei, mit wenig Erfolg. Dann verirrte sich noch ein weiterer Partygast an unsere Tür, eine weitere Beschwerde beim Hotel erfolgte. Irgendwann schlief ich dann ein, wahrscheinlich drei Minuten, bevor der Wecker klingelte.

Schnell duschen. Aus dem Nebenzimmer waren immer noch Stimmen zu hören. An der Rezeption machten wir unserem Ärger höflich, aber eindringlich Luft. Wir mögen uns dich nochmal telefonisch bei ihnen melden. Das taten wir dann auch sofort, per Email. Karin hat darin ja Erfahrung und vielleicht springen ja ein paar Best Western Punkte dabei heraus.
Zum Flughafen hatten wir uns in Vobereitung auf Deutschland entsprechend angezogen: lange Hose, Jacke. Uns war bei der Abgabe des Wagens am Vorabend schon aufgefallen, dass wir andere Temperaturen gewohnt waren. Die 72 Grad Fahrenheit lagen doch lockere 40 Grad unter denen von Las Vegas. Bei Hertz hatten wir noch einen netten Service unseres Hotels erlebt: Man bot uns an, mit dem Shuttlebus nicht vom Flughafen, sondern vom Autovermieter abgeholt zu werden. Das sparte uns bestimmt eine Stunde.
Der Transfer zum Flughafen lief glatt, sogar das elektronische Einchecken. Meine Reisetasche konnte ich an der Self-Service-Waage auf genau 50 lbs aufladen. Check. Security ging so schnell wie selten, Computertasche und Fotorucksack einfach aufs Band, nichts auspacken. Und dann mit Hut auf dem Kopf, dem Gürtel um und den Schuhen an durch den Beeper. Check. Noch ein Tässchen Kaffee in der Alaska-Lounge und der Flug nach Newark war auch schnell rum. Hier verzichteten wir angesichts der knappen Zeit und dem erforderlichen Terminalwechsel auf einen Besuch in der Lounge. War auch nicht so dringend, während des Fluges waren wir gut versorgt worden.

Der Flug nach Hamburg verlief auch störungsfrei (abgesehen von der Tatsache, dass die Videos ALLE ruckelten), wir hatten in unserer Dreierreihe sogar einen Platz frei, weil sich der Besitzer des dritten Platzes einen Platz in der First Class sichern konnte.

In Hamburg waren wir gerade aus dem Flieger gestiegen, als wir noch vor der Passkontrolle einen Securitycheck durchlaufen mussten. Wieso? Denken die, dass wir im Flieger gefährliche Gegenstände mitbringen?

Die Airport-Lounge in Hamburg ist groß und offen und man hat einen schönen Überblick über einen Teil des Flughafens.

Schon angenehmer, als wie im letzten Jahr auf der Suche nach einer Anschlussverbindung zu sein. Und es gibt deutsche Brötchen mit „deutscher“ Wurst. Mhhh. So sehr ich manche Varianten des amerikanischen Essens schätze, es geht nichts über deutsche Backkunst.

Resumée

Der Urlaub in diesem Jahr war in einigen Punkten anders als unsere vorherigen. So hatten wir aufgrund der veränderten Schuhsituation von Karin die Möglichkeit, wesentlich aktiver einzusteigen als früher. Gut, die Kondition ist noch etwas suboptimal und vielleicht besorge ich mir auch noch bessere Wanderschuhe, aber so konnten wir Landschaften „erwandern“, die uns sonst verschlossen geblieben wären. Wir waren auch schon einige Male an den gleichen Stellen, doch durch die Wanderungen haben wir Stellen gesehen, die uns bisher verborgen blieben.

Auch so sind wir dem Mainstream nicht immer gefolgt (stellenweise unfreiwillig): Den Antelope-Canyon haben wir nicht „gemacht“, zum einen, weil es sehr viel Geld kostet, mit vielen anderen Touristen dort durchgepresst zu werden, zum anderen verdienen andere Slot-Canyons auch unsere Aufmerksamkeit, auch wenn vielleicht das Farbenspiel dort einzigartig ist.

Das zweite „must go“, was wir nicht erlebt haben, war die „Wave“, eine spezielle von vielen anderen Felsformationen. 9mal in der Lotterie, 9mal nichts gewonnen. Aber wie schon gesagt: Glück in der Liebe…

Eine Sache, die nicht nur vielen anderen Naturfreunden am Herzen liegt, ist die Schrumpfung des GSENM, des Grand Staircase Escalante National Monument. Die unten abgebildete Karte zeigt das Monument in seiner damaligen und seiner geschrumpften Ausdehnung.

Es wäre wünschenswert, dass die alten Grenzen so schnell wie möglich wieder hergestellt würden. Eine industrielle Ausbeutung fügt der Landschaft unwiederherstellbaren Schaden zu.

Das Konzept der „vielen“ Umzüge war nicht richtig toll, aber unter den gegebenen Umständen das einzig Mögliche, um stundenlange Anfahrten zu vermeiden.

Sehr gut hat mir gefallen, dass wir zum Schluss wieder in einem richtig gemütlichen Vacation Rental übernachtet haben. Das stärkt den Erholungsfaktor. Aber auch die erste Hütte war sehr schön. Was ich persönlich nicht so dringend brauche, sind Temperaturen bei regelmäßig von fast 40°C. Aber auch das war nicht zu vermeiden, wenn man zu dieser Jahreszeit in dieser Gegend unterwegs ist. Zudem ist es eine trockene Hitze, die besser zu ertragen ist als das, was in Deutschland angeboten wird.

Bewährt hat sich auch unser Versorgungskonzept in Bezug auf Flüssigkeiten: Wir hatten uns im Walmart zu Anfang mit 6 Literflaschen mit „Limonade“ eingedeckt und füllten diese täglich mit Wasser aus dem Wasserhahn nach und bohrten dieses mit Konzentrat auf. Das spart Gepäck, schmeckt und liegt preislich noch im Rahmen.

Ebenfalls gut war der Kauf der großen Kühlbox. So fühlt man sich, wenn man das Monstrum auf der Ladefläche befestigt hat, wie ein Einheimischer, auf der anderen Seite konnten wir so die Zeit im Bryce Canyon überbrücken, wo es keine vernünftigen Lebensmittelläden gibt.

Was die Versorgung mit Internet betrifft, waren unsere Erfahrungen eher gemischt. In den Hotels war es eher mäßig, Ausnahme das St. Rose Parkway in Henderson, wo ich sogar ein Netzwerkkabel zur Verfügung gestellt bekam und das mit hohen Upload-Raten glänzte. Die Ferienhäuser/-wohnungen waren eher durchschnittlich ausgerüstet, aber OK.

Unser Wagen war mal wieder Spitze. Ich weiß, dass es unvernünftig ist, einen Truck mit 5,7 Litern Hubraum zu fahren, aber es gehört für uns dazu.

Nach Rückkehr hatten wir einige Meilen mehr auf dem Tacho, der Verbrauch hatte sich im Schnitt auf 11,5 l/100 km eingependelt. Was das Ergebnis in meinen Augen verschlechtert hat, war unsere Wüstenralley, wo die Räder und der Motor sehr viel geleistet haben, ohne einen Zentimeter weiter zu kommen.

23.06.2018 – Fahrt von Las Vegas nach Los Angeles

Das Hotel war echt gemütlich. Auch das Frühstück hat sehr gut gemundet. Was nicht so toll war, war die Tatsache, dass der Online-Checkin nicht funktioniert. Als das das letzte Mal der Fall war, haben wir stundenlang am Flughafen in LA verbracht, um das wieder in Ordnung zu bringen. Mit der Folge, dass wir unser teuer bezahltes Hotel für gerade mal 2 Stunden nutzen konnten. Daher wandte sich die beste Bucherin von allen direkt an die Hotline von United Airlines in Deutschland und nervte (im positiven Sinne) die Dame so lange, bis diese den Murks, den Eurowings auf dem Hinflug verzapft hatte, wieder geradegebogen hatte. Im Business-Center des Hotels konnten wir sogar unsere Bordkarten ausdrucken. Herzzerreissender Abschied vom Hotelpersonal, dann wollten wir auf die Piste. Und man mag mich jetzt für übervorsichtig halten, aber das Navi zeigte 273 Meilen bis zum Hotel an, Restreichweite 293 Meilen. Also nochmal kurz zu Costco rein, tanken und für die Kollegen/innen eine große Packung M&Ms eingekauft. Wie zufällig hatte sich dazu noch ein T-Shirt in den Einkaufswagen verirrt.

Die Fahrt verlief recht eintönig durch die Wüste von Nevada und Californien.

Zwischendurch am Wegesrand entweder Sanddünen (könnten die Kelso-Dunes gewesen sein)

oder auf der rechten Seite Joshua Trees in Mengen.

Zum Fahrertausch wählen wir die Ausfahrt an folgender Straße:

Wie sie auf den Namen gekommen sind, keine Ahnung.

Dann vor Barstow die erste Überraschung des Tages: Mitten in der Wüste ein Stau. Steht morgen bestimmt in meterhohen Lettern im dortigen Käseblatt.

Wir nutzten die Gelegenheit, um in der Station der Stadt in einem alten Eisenbahnwagen bei Panda Express ein wenig Reis und Nudeln zu uns zu nehmen.

In LA erwarteten uns ein paar kleinere, aber kein wirklich fetter Stau. Was ich empfehlen kann, ist die Carpool-Lane bei 2 oder mehr Insassen im Auto. Auf der geht es häufig schneller.

Im Hotel alles ausgeladen und dann nochmal zu Costco, tanken und den Wagen abgeben.

Bei Hertz mussten wir uns von unserer treuen Karre verabschieden. Immer, wenn wir am Abgebeplatz stehen

und die Flugzeuge bei der Landung am Bauch kitzeln können, heißt das, dass der Urlaub sich langsam dem Ende zuneigt.

Ob Sam Hannah von Navy CIS LA sich seine Karre auch hier mietet?


22.06.2018 – Fahrt von Kanab nach Las Vegas

Nun ist es soweit. Wir müssen unser gemütliches Heim in Kanab verlassen. Die roten Felsen, die wir an jedem Morgen beim Frühstück von unserem Frühstückstisch aus gesehen haben, werden uns fehlen. Ebenso diese fantastische Landschaft, diese in Stein gegossenen Kunstwerke in rot, gelb, weiß und anderen Farben.

Obwohl das Navi nach Hurricane die südliche Route vorschlägt, fahren wir auf der 89 nach Norden bis Mt. Carmel Junction, um dort auf die 9 in Richtung Zion Nationalpark abzubiegen.

Auf dem Weg dahin schon die Felsen im Morgenlicht.

Ein unbekannter Canyon lockt mit einem tollen Ausblick.

Der Zion Nationalpark sieht, wenn man von Osten kommt, total anders aus als aus der Gegenrichtung und ich muss zwischendurch immer wieder Stopps einlegen.

Dann kommen wir zum Tunnel und haben reichlich Zeit, uns umzuschauen, weil einige Busse und RVs nur in einer Richtung durch die Röhre passen. Man bekommt beim Fahren quasi einen Tunnelblick und freut sich, wenn man durch ein Fenster schauen kann.

Nachdem wir Springdale und Rockville hinter uns gelassen haben (die Straßen waren übrigens bis weit hinter Springdale am Rand zugeparkt und selbst bis Rockville gibt es „Groschengräber“).

Kurze Zeit später erreichen wir Hurricane, wo sich Yvonne vor kurzem nach einem einjährigen Aufenthalt in Hawaii niedergelassen hat. Wir „deponieren“ dort unsere Kühlkiste und Campingstühle, weil wir sie nicht mehr brauchen und nach ein wenig Smalltalk und dem Versprechen, demnächst wiederzukommen, geht es gemütlich nach Las Vegas. Wir haben uns wie schon im letzten letzten Jahr im Rose Parkway Best Western Hotel einquartiert. Dort gibt es schöne große Zimmer, vernünftige Preise und ein gutes Frühstück.

Der Weg dahin wird durch unser Navi etwas verkompliziert. Offensichtlich kennen auch die hiesigen „Bärbels“ sowas wie Verkehrsnachrichten. Jedenfalls ist die Interstate 15 dicht, weshalb wir einen kleinen Abstecher ins Nord-Las Vegas machen. Wieder auf dem Highway sehen wir, was wir in Kanab absolut nicht vermisst haben: Hochhäuser, Staus, 5-spurige Autobahnen und viel Verkehr. Selbst die imposanten Casino-Türme können darüber nicht hinwegtrösten.

Und in den Laden würde ich für kein Geld in der Welt einziehen.

Im Hotel angekommen gibt man uns ein Upgrade auf eine Suite, sehr gemütlich.

Aber bevor es ans Zocken, Spielen und auf den Strip geht, müssen wir noch ein paar Sachen erledigen. Für Karin hatten wir auf dem Hinweg bei „The Walking Company“ Einlagen für ihre Schuhe bestellt, die wir nur noch abholen mussten. Und da wir noch einen 20-Dollar Gutschein bei REI hatten, wollten wir auch den verprassen. Zu Beginn des Urlaubs waren wir einmal quer durch Las Vegas gefahren, um im nordöstlichen REI Schuhe zu erstehen.

Und jetzt stellten wir fest, dass quasi um die Straßenecke zur „Walking Company“ die Filiale von Henderson lag. Suuuper.

Wieder zurück, erstmal duschen, dann geht es auf die Piste.

Um 9 Uhr ging es wirklich los, wir konnten uns aufraffen. Und ein Urlaub, bei dem man in LV nächtigt, aber nicht wirklich auf dem Strip war, ist kein Urlaub.

Die Fahrt über den Highway ging noch recht zügig und unser Navi schlug uns zum Treasure Island einen Weg über den Interstate vor. Warum gerade dieses Casino? Laut Informationen meiner Göttergattin verlangen jetzt ALLE Casinos (hatte sie irgendwo gelesen) Parkgebühren. So ähnlich wie vor dem Zion Nationalpark. Ich konnte das nicht so recht glauben und befragte die allwissende Seite im Netz. Es mag noch mehr geben, aber diese bestätigte mir, dass die Lage noch nicht ganz so aussichtslos sei.

Wir hatten ziemlich großkotzig den Vorschlag mit dem Interstate in den Wind geschlagen, wenn es denn welchen gegeben hätte. Aber auch weil wir es genießen, im Auto den Strip runterzufahren (zumindest einmal), stellten wir uns zu vielen anderen in den üblichen Stau bei 102° Fahrenheit (knapp 39°C) um halb 10 Uhr abends.

Auf der linken Seite leuchtete das New York.

Ca. eine halbe Stunde später standen wir in der sechsten Etage des Parkhauses. Das war eine echte Zitterpartie, da wir ständig in der Furcht lebten, unser schöner Truck würde bei einem der Überhänge oben ankratzen. Aber alles ging gut. Stellplatz gemerkt (6f) und mit dem Aufzug nach unten.

Und dann begann das Drama: Wenn ihr jemanden dabei habt, der unter akuter oder auch permanenter Desorientierietis leidet, nehmt euch ein großes Wollknäuel (wahlweise auch eine Hundeleine mit Selbstaufroller) mit und bindet das andere Ende an den Menschen ohne eingebautes Navi fest. Ich weiß nicht, wieviele Apps meine Göttergattin bemühte (Find my Car, Find my Husband), um ihren Standort zu fixieren und dann noch den Weg zum nächsten Casinoziel einzugeben. Für mich war die Sache klar: An der nächsten Straßenecke rechts abbiegen und wir sind auf dem Strip.

Da gab es logischerweise zuerst das Treasure Island mit seinen Schiffen und der nicht mehr vorhandenen Show.

Von einer Brücke, die zum Venetian führt, mal eine Langzeitbelichtung auf den zuweilen doch fließenden Verkehr.

Dann mal das Venetian aus einer anderen Perspektive.

Auf dem Weg durch die Katakomben kamen wir an einer langen Schlange von Leuten vorbei: Herrlich aufgebrezelt und für den Abend fein gemacht. Wie die Ladies das mit ihren High Heels durchhalten, ist mir schleierhaft. Aber auch so machte es mir Freude, das ganze Volk zu beobachten, von normal über stylisch bis skurril, in LV ist alles erlaubt.

Wenn wir schon in Europa sind, schnell beim Eifelturm vorbei.

Auf der anderen Seite begannen im Bellagio die Wasserspiele, immer wieder sehenswert.

Vorbei an einigen anderen „namenlosen“ Impressionen, bis wir nach ca. 2 Kilometern beschlossen, wieder zurückzukehren.

Wir hatten eingedenk unserer Erfahrungen in der Wüste genügend Wasser eingepackt, so dass wir dort nicht zu leiden hatten.

Auf dem Rückweg noch vorbei am Glanz vergangener Tage: Das Cesars Palace hat schon bessere Tage erlebt, für die Wasserspiele und deren Beleuchtung fehlt wohl das Geld.

Das Auto zu finden war kein Problem und den Rückweg traten wir dann über den Interstate ein. Ging komischerweise bedeutend schneller.

Um 0.30 Uhr waren wir dann wieder im Hotel. Den südlichen Teil des Strip nehmen wir uns ein anderes Mal vor. Wenn wir dort eine kostenlose Parkmöglichkeit finden… Und unser Auto wiederfinden.