Wir verlassen Alderwood, das Zimmer war angenehm groß und die (bzw. das) Kopfkissen super. Für mich ist es immer wichtig, die richtige Art von Unterlage für meinen Quadratschädel zu finden, dann schlafe ich besser und wache nicht mit Nackenschmerzen auf.
Wie auch immer, das Frühstück war auch in Ordnung, für die Zufriedenheit der Gäste sorgte ein Riese, den ich auf den ersten Blick mit Kamekona aka Taylor Wily angesprochen hätte, aber der war es nicht.
Heute Abend sind wir in Kent, ein Stückchen südlich von Seattle, nahe dem Flughafen. Hier werden wir die letzten zwei Nächte verbringen.
Aber wir haben auf dem Plan stehen, endlich “richtig” in die North Cascades reinzufahren. Wobei richtig ein frommer Wunsch bleiben wird, ist doch der Highway 20, der von Ost nach West dadurch führt, aufgrund von Straßenschäden und Erdrutschen für mehrere Meilen gesperrt. Sonst hätten wir die gestrige Überführungsfahrt schon dahin gelegt. So bleibt es uns nur übrig, von Alderwood über die 513 auf die 20 zu stoßen und so weit wie möglich zu fahren und so viel wie möglich von der Schönheit dieses Nationalparks mitzunehmen.
Die Strecke geht zuerst durch flaches Land, landwirtschaftlich geprägt. Wohlstand sehe ich selten, die chiquen Häuser, die uns in anderen Gegenden am Wegesrand begegnet sind, fehlen. Im Hintergrund ragen die ersten Berge empor.

Links und rechts hübsche Scheunen, wie man sie viel sieht.

Je weiter wir kommen, desto mehr Bäume stehen am Wegesrand, ein Tree tunnel, wie er im Buche steht, bewachsen mit Moosen und Flechten.

Wir fahren entlang am Skagit River, an einer Roadside Rest Area machen wir einen kurzen Stop, um die Aussicht zu genießen.

Kurze Zeit später treffen wir auf das North Cascades Visitor Center, wir schauen uns um, es ist wie die meisten Visitor Center hübsch und lehrreich eingerichtet.

Weiter geht es nach Newhalem, hier steht das Gorge Kraftwerk, und hier beginnt auch der Trail zu den Ladder Creed Falls and Garden.

Hinter dem Gorge Powerhouse führt eine kleine Hängebrücke zu einem kurzen Rundweg, der zum mehrstufigen Wasserfall in einer engen Schlucht führt.

Der Garten daneben stammt aus den 1920ern, als Seattle City Light hier einen beleuchteten Vorzeigegarten anlegte. Heute ist er einfacher gehalten, aber abends wird er – zusammen mit dem Wasserfall – weiterhin farbig illuminiert.

Was mir hier in Washington immer wieder auffällt, sind die riesigen Rhododendron-Büsche, die in der offensichtlich sauren Erde sehr gut gedeihen.

Nachdem wir über die alte Eisenbahnbrücke zurückspaziert sind, sehen wir uns den Gorge Dam an.


Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt leuchten grün die Moose und Flechten in der frühen Nachmittagssonne.

Das Wasser im See unter uns ist tiefgrün, so wie man es aus Prospekten kennt.

Schließlich überfahren wir den Diablo Dam und schauen uns die Berge gegenüber an. Nicht schlecht, das lässt etwas von dem erahnen, was uns leider entgeht.

Der Diablo Lake leuchtet ebenfalls in grün und wir fahren über den Damm zurück.


Ein paar Meilen geht es noch weiter, dann ist am Colonial Creek Campground endgültig die Straße gesperrt und es geht nicht weiter. Auch zu Fuß dürfen wir nicht durch. Also knipsen wir Bilder des schönen Sees und machen uns auf den Rückweg. In der Ferne leuchtet vermutlich der White Chuck Mountain. Unser Tank wird leerer und leerer, und bis zum nächsten Costco sind es noch wenigstens 60 Meilen. Laut Resttankanzeige haben wir noch 80 Meilen im Tank. Aber da ich mich darauf nicht verlasse, halte ich an einer “Dorftankstelle” und packe mir für 5,999 USD/Ga knapp zwei Gallonen ins Auto. Damit kommen wir locker bis zum Costco, wo ich für 5,159 USD/Ga bis zum Rand auffülle.
Jetzt nur noch ein lockeres Stündchen nach Kent auf dem Interstate runterrutschen und wir stehen vor dem Hotel. Leckere Kekse erwarten uns, ich glaube, ich muss gleich noch ei nmal da vorbeigehen. Wir haben ein Zimmer mit Blick auf den Golfplatz gebucht, hoffentlich fangen die morgen früh nicht um sechs Uhr nicht mit Rasenmähen an.

Ich schaue gerade ab acht Uhr auf CBS die Marshalls, als plötzlich um kurz von 9 der Fernseher ausgeht. Power outage, Stromausfall. Unser Zimmer ist dunkel. Eigenartigerweise klappt das Wlan noch. Aber das ist nach ein paar Minuten auch weg. Schnell den Bericht und die Bilder hochladen, bevor mein Handy auch keinen Empfang mehr hat. Die ganze Area Kent hat keinen Strom mehr.



