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04.05.2026 – Fahrt von Bend nach Nampa, Idaho

Auf Wiedersehen, Bend. Wir verließen die Stadt mit dem Gefühl, dass sie uns eigentlich ganz gern behalten hätte. Das Hotel war modern und neu, was man schon daran merkte, dass am Schreibtisch keine Lampe stand. Wahrscheinlich war sie noch im Versand. Ich nahm es ihnen nicht übel. Die Angestellte hatte sich schließlich redlich bemüht, unser Kaminfeuer zu zähmen – ein Kampf, den sie nur knapp gewann.

Bend selbst war so sauber, dass man sich fast schmutzig vorkam, wenn man nur aus dem Auto stieg. Die Kreisverkehre waren zahlreich und liebevoll gestaltet, vermutlich von jemandem, der Kreisverkehre wirklich gern hat. Die Wohnhäuser in unserer Gegend waren nüchtern, modern und erstaunlich ansprechend – wie Architektur, die sich Mühe gibt, nicht aufzufallen. Parks gab es reichlich, besonders am Deschutes River, wo man problemlos einen ganzen Tag verplempern konnte, ohne dass es jemand merkte.

Vor uns lagen etwas über 300 Meilen nach Nampa. Eine Strecke, die man nicht mit leerem Tank angehen sollte, es sei denn, man möchte als dekoratives Straßeninventar enden. Die kürzeste Route hätte uns über Burns und die Route 20 geführt – eine Gegend, in der man morgens schon weiß, dass der Tag keine Überraschungen mehr bereithält.

Wir entschieden uns für die vertraute Strecke. Wenn man ohnehin zu Costco musste, konnte man auch gleich noch einmal die Painted Hills im frühen Licht mitnehmen. Der Tank wurde für 4,799 USD/Ga gefüllt, und wir verabschiedeten uns von den drei Schwestern, die wie immer stoisch in der Landschaft standen.

Die Fahrt zum National Monument verlief so unspektakulär, dass selbst ein Navigationsgerät sich gelangweilt hätte.

Ein paar Fotos in der Painted Hills Unit,

dann weiter.

Mitchell lag wie immer da: verschlafen, unbeeindruckt und vermutlich seit Jahrzehnten im Energiesparmodus.

Die Straße danach war alles andere als aufregend.

Unsere größte Herausforderung bestand darin, den Abzweig in 185 Meilen nicht zu verpassen.

Anfangs war die Landschaft noch abwechslungsreich, die Picture Gorge erinnerte an die Virgin River Gorge in Arizona – nur ohne Verkehr. Ich konnte problemlos mitten auf der Straße stehen, um ein Foto zu machen. Niemand schien etwas dagegen zu haben, vermutlich weil niemand da war.

Danach wurde es eintönig. Am Clyde Holiday State Park füllten wir unsere Bäuche und entleerten unsere Blasen. Saubere Toiletten sind in den USA offensichtlich Standard.

Um nicht ganz dem teilautonomen Fahren (Sekundenschlaf) zu verfallen, hielten wir an einer hübschen Scheune.

Das nächste Gebäude war weniger hübsch, aber in solchen Momenten nimmt man, was man kriegt.

Die Straße zog sich endlos dahin, schnurgerade bis zum Horizont. Verkehr? Kaum. Ich ertappte mich dabei, Staus zu vermissen – ein Zeichen, dass die Monotonie langsam Wirkung zeigte.

Schließlich erreichten wir den Interstate I‑84. Rein theoretisch hätten wir von Portland aus direkt hierherfahren können. Gleiche Zeit, 100 Meilen mehr.  Aber dann wären uns natürlich die vergangenen wunderschönen Tage entgangen. Immerhin durfen wir stellenweise mit 80 Meilen/Stunde dahinbrettern. Nach dem Einchecken im Hotel (wieder ein Peppertree-Hotel, wieder ein schönes Zimmer) noch kurz zu Costco, Kleidungsvorräte checken und ein wenig für das Abendessen mitnehmen.

Dann noch tanken. Große Überraschung. Die Gallone kostet 4,249 USD/Ga. Bisher der billigste Sprit der Reise.

Idaho liegt in der Mountain Time Zone, also mussten wir eine Stunde dazu rechnen. Aber keine Sorge,  die holen wir uns wieder.

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