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03.05.2026 – John Day Fossil Bed National Monument

Heute Morgen bläute der Himmel, als hätte er etwas zu beweisen. Gute Voraussetzungen für einen Vorstoß ins John Day Fossil Beds National Monument. Zwei Stunden westlich von Bend, drei Einheiten, jede mit ihrem eigenen Charakter. Die Clarno Unit hatten wir bereits erledigt. Heute standen die Painted Hills und die Sheep Rock Unit auf dem Plan. Beim letzten Besuch hatten schlechtes Wetter und quengelnde Kinder den Park in ein ungerechtes Licht getaucht. Zeit für eine Revanche.

Wir machten uns früh auf den Weg, tankten bei Costco für 4,799 USD/Ga – 20 ct/Ga mehr als gestern – und rollten durch Redmond und Prineville.

Die drei Sisters grüßten im Westen in der Morgensonne.

Meine Erinnerung an diese Strecke war blass. Dass sie so grün und sanft hügelig war, hätte ich nicht beschworen.

Die Sheep Rock Unit war unser erstes Ziel. Der Felsen stand da wie ein übergroßes steinernes Schaf, das seit Jahrtausenden niemandem Rechenschaft schuldig ist.

Das Visitor Center bot Museum, Kino und eine Werkstatt, in der man den Paläontologen beim Präparieren zusehen kann – nur nicht heute. Ruhetag. Also sahen wir uns den Film an, der Aufschluss über die vielen Fossilienfunde gab, die bisher ausgegraben wurden und die jetzt immer weiter freigelegt werden.

Das Museum präsentierte prähistorische Tiere, allerdings keine Dinosaurier. Säugetiere. Junges Zeitalter. Fast modern. Karin ließ sich die Trails erklären, während ich versuchte, mir die Namen zu merken, was wie immer nur bedingt gelang.

Der Blue Basin Trail war unser Auftakt. Der obere Weg war wegen Erdrutschen gesperrt, also nahmen wir den unteren. Eine unspektakuläre Strecke, begleitet von Peter Maffay aus einem Lautsprecher: Über sieben Brücken musst du gehn. Wir gingen dreizehn. Wir wollen nicht kleinlich sein.

Dann standen wir im Basin – und die Welt wechselte die Farbe. Weiß und Türkis, Lehm und Stein, als hätte jemand eine Märchenlandschaft aus dem Boden gedrückt.

Jede Kurve ein neuer Schlag ins Staunen. Erinnerungen an die Toadstool Hoodoos kamen hoch, sogar ein Hauch Bryce Canyon.

Nachdem ich jeden Felsen fotografiert hatte, fuhren wir weiter zur Foree Unit. Zwei kurze Trails: Flood of Fire und Story in Stone. Farben, Formen, Strukturen – genug, um die Speicherkarte nervös werden zu lassen. Auch hier schoss ich die obligatorischen 200–300 Fotos (nein, Spaß, so viele wurden es diesmal nicht), und es ging wieder zurück.

Wir passierten den Cathedral Rock und das Visitor Center, zurück auf die Hauptstraße Richtung Bend.

Genau in diesem Moment schob sich eine Wolkenwand vor die Sonne. Ein schlechter Zeitpunkt, denn die Painted Hills leben vom Licht wie ein Spion vom Schatten.

Aber die Straße hat mehr zu bieten. Wer kennt die „Stadt“ Mitchell? Ein winziger Bypass an der 26, 10 Häuser, aber mehr Citypark als manche deutsche Kleinstadt. Wir erinnerten uns daran, dass wir mit den Kindern hier schon einmal vorbeigekommen waren. Und die Kids auf dem Spielplatz waren.

Vor Ort (also wieder im Monument) bestätigte sich die Befürchtung: Die Hügel lagen farblos da, als hätten sie die Nacht durchgefeiert. Aber der Himmel zeigte Risse, kleine Versprechen. Also gingen wir den Painted Hills Overlook Trail an – in der Hoffnung, dass die Sonne irgendwann ein Einsehen hätte.

Ab und zu brach Licht durch, und ich drückte ab. Dann wieder Schatten. Zeit verrann.

Zwei Stunden Fahrt lagen noch vor uns. Aber wir nutzten, was wir hatten, und fuhren weiter zum Red Hill Trail. Ein schneller Schuss, Sonne günstig, weiter.

Der Red Cove Trail war unser letztes Ziel. Die Sonne stand schlecht, also umrundete ich den Hügel zweimal. Beim zweiten Mal war sie gnädiger.

Die Wolken verzogen sich schließlich, und wir kehrten zum Overlook zurück. Ich lief den Trail erneut, den Blick ständig am Himmel. Dann – endlich – brach die Sonne durch und verwandelte die Landschaft in ein Farbenmeer.

Leider stand sie frontal, was fotografisch so aufregend ist wie ein nasser Waschlappen. Aber auf dem Rückweg, seitlich, war das Licht perfekt. Schatten, Konturen, Tiefe. Ein letzter Triumph.

Als wir nach Stunden im Hotel ankamen, war es 20:30 Uhr. Ein langer Tag. Aber einer, der jeden Kilometer wert war.

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