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07.05.2026 – Am Payette River nach Riggins

Bevor es losgeht, müssen wir noch bei Costco vorbei. Uns steht ein langer Fahrtag bevor und den starten wir am besten mit vollem Tank. Der Preis ist leider nicht mehr auf Tiefststand, wir zahlen 4,379 USD/Ga an der Zapfsäule.

Heute begeben wir uns auf Revival‑Tour. Aus früheren Jahren – es sind schon mehr als 25 Jahre her – wussten wir, dass es in Idaho noch mehr schöne Ecken gibt. Damals waren wir im Wohnmobil unter anderem am Payette River entlanggefahren. Eine landschaftlich wahnsinnig schöne Strecke: Über viele Meilen folgt die Straße dem Fluss, und die Stromschnellen sorgen dafür, dass einem garantiert nicht langweilig wird. Im Gegensatz zu früher waren die Berge rundherum diesmal noch nicht vertrocknet, sondern leuchteten in sattem Grün. Außerdem führten nicht nur der Payette, sondern auch alle anderen Flüsse ordentlich Wasser. Idaho hatte offenbar gut getankt.

Klar, dass wir hier mehr als einmal anhielten, um den Ausblick zu genießen. An einer dieser Stellen wurden wir von zwei jungen Männern angesprochen, die sich in Neoprenanzügen mit Kajaks abmühten. Die wollten offensichtlich freiwillig in die Stromschnellen – jeder hat so seine Hobbys. Wir kamen ins Gespräch, und wieder machte sich Erstaunen breit, dass sich Deutsche nach Idaho verirren. Als sie meine Kamera sahen, konnte ich ihnen den Wunsch von den Augen ablesen: ein paar Actionfotos im Wasser. Jay gab mir seine E‑Mail, und ich tat mein Möglichstes, die beiden auf die Platte zu bannen. Dann verschwanden sie in der schäumenden Gischt flussabwärts (über Wasser), und wir setzten unsere Fahrt flussaufwärts fort.

Kurze Zeit später fanden wir einen unserer Lieblingsplätze wieder. Ein Turnout an der Straße, der hinunter zum Fluss führt, hatte uns damals mit dem Motorhome viele schöne Stunden beschert. Wir waren abends dort angekommen, um die Nacht zu verbringen (ja, man darf das dort, einfach so). Am nächsten Morgen spielten die Kids so friedlich am Wasser, dass wir es nicht übers Herz brachten, weiterzufahren. Also setzten wir uns auch diesmal auf die Ladefläche und genossen das Rauschen des Flusses. Manche Dinge ändern sich nicht – zum Glück.

Aber wir müssen weiter. Das nächste Nest, das auf unserem Weg lag, war Cascade am gleichnamigen See. Besonders aufgefallen sind uns dort die sauberen Toiletten im Citypark. Man nimmt, was man kriegen kann.

Aber vorher stieg auf unserer rechten Seite heftig Rauch in die Luft. Ein außer Kontrolle geratenes Feuer? Oder ein kontrolliertes? Wir wissen es nicht.

Dann kamen wir „endlich“ in der Stadt an, die wir uns für heute als Tagesziel gesetzt hatten: McCall. Auf 1800 Metern Höhe gelegen, ist es dort kühler als in Boise oder Nampa. Noch bereitet man sich dort auf die Sommersaison vor, die ganzen Bootsstege sind alle leer zur Zeit.

Wir ließen uns am See nieder und genossen das mitgebrachte Picknick. Urlaub kann so einfach sein.

Bemerkenswert in dieser Stadt die Skulptur mit dem Namen: The six Bears.

Eigentlich hätten wir jetzt umdrehen müssen – zwei Stunden Rückfahrt sind kein Pappenstiel. Aber die Sehnsucht trieb uns weiter.

Über relativ flaches Gelände geht es mit 65 mph Richtung Norden.

Die zum Teil noch mit Schnee bedeckten Berge lassen über den saftig grünen Feldern grüßen.

Knapp 45 Minuten nördlich liegt Riggins, früher ein absolut verschlafenes Nest mit einem General Store und vielleicht zwei Häusern. Heute ist dort deutlich mehr los; die Tourismusindustrie hat gemerkt, dass Wasser, Wärme und fantastische Landschaft eine ganz brauchbare Kombination sind.

Hier mündet der Little Snake River in den Big Snake River, und wir hatten an der Short Bars Recreation Site einige schöne Übernachtungen verbracht. Nostalgie eben – und die lohnt sich.

Am Ufer des Snake fuhren wir neun Meilen entlang, bis es wirklich Zeit war, umzudrehen und uns auf den Heimweg zu machen.

Einen kleinen Abstecher nach Riggins gönnten wir uns noch, nostalgische Gründe. So hatten wir hier, als sich unser Ältester ordentlich das Fell verbrannt hatte, den Tip bekommen, als Sonnenschutz die Firma Banana Boat zu benutzen. Diese Marke benutzen wir mit Erfolg bis heute.

Wir hetzten geradezu durch, machten nur an einer Stromschnelle Pause und dann noch einmal in Midvale.

Dieses fiel durch den süßen Supermarkt auf, an dessen Rückseite die Brandzeichen aller umliegenden Ranches aufgelistet waren. Und natürlich durch die extrem sauberen Toiletten. Idaho überrascht einen immer wieder an den seltsamsten Stellen.

Weiter wurden wir durch nichts aufgehalten, sodass wir um 19.30 Uhr im Hotel ankamen. Eine lange Fahrt, ein langer Tag, bei dem sich jede Meile und jede Minute gelohnt hat. Wir haben genossen. Idaho ist schön.

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