17.11.2017 – Fahrt von Phoenix nach LA

Heute geht es in Richtung Westen. Los Angeles ist das Ziel. Nicht nach Downtown, sondern ein Hotel in Colton (Nähe San Bernadino) hat Karin ausgesucht. Liegt nicht direkt in Flughafennähe, aber wir müssen morgen ja auch erst gegen 17 Uhr los. Also Zeit satt. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns von Phoenix. Das weinende Auge galt dem Staat Arizona, das lachende dem absolut miesen Internet in unserem Zimmer (424). Sie hatten zwar angeboten, den Empfang zu verbessern, aber wirkungslos. Und umziehen wollten wir auch nicht.

Um 10 Uhr noch kurz bei Costco rein, dort sollte heute eine Roadshow mit besonderen Brillen von Maui Jim stattfinden. Tat es. Und ich fand eine, die mir gefiel und passte. Ab ins Gepäck damit. Was übrigens auch noch den Weg in meine Tasche fand:

Endlich mal eine für mich passende Größe.

Die Straßen in Phoenix waren frei und wir setzten uns auf den I10 Richtung Westen. Meine Beifahrerin konnte ihren schlimmen Erkältungszustand von gestern noch toppen und döste die meiste Zeit vor sich hin (wenn sie sich nicht von einer der vielen Klopapierrollen bediente). Als ob das Wetter uns den Abschied leichter machen wollte, war es von Phoenix an bewölkt und ab und zu kamen auch ein paar Regentropfen runter.

Nach einigen Stunden (und einigen kurzen Pausen auf Rest Areas) waren wir auf der Höhe vom Joshua Tree National Park angelangt und beschlossen, uns diesen zu gönnen. In den letzten Urlauben hatte es regelmäßig nicht geklappt und so freuten wir uns, diesmal ein wenig mehr Zeit dort verbringen zu können. Kurz nach dem Parkeingang fing es schon gut an. Wenn in einem Nationalpark Autos ohne Parkbucht am Straßenrand stehen und Leute angestrengt irgendwo hinschauen, ist meistens etwas außergewöhnliches in Sicht. So auch hier. Die Leutchen starrten angestrengt nach unten. Und im Vorbeifahren konnte ich auch von der Gegenspur die fette Tarantel erkennen, die sich (ohne nach links oder rechts zu schauen) auf den Weg über die Straße gemacht hatte.

Ein paar Meilen weiter ein jetzt immer noch blühender Ocotillo. Der hatte offensichtlich den Termin zum Blätter abwerfen verpasst. Was dem Kolibri zugute kam, der immer mal wieder die Blüten anflog, um sich zu bedienen. Leider war der kleine Kerl so scheu, dass ich ihn nicht vernünftig aufnehmen konnte.

Von Joshua Trees bisher keine Spur. Im Visitor Center zeigten wir brav unseren Ausweis vor und holten uns eine Karte des Parks ab. Und staunten, was es alles zu sehen gab. Ein Tage füllendes Programm. Da wir aber am Abend im Hotel sein wollten/mussten, und weil die Klopapiervorräte meiner schniefenden Beifahrerin sich gefährlich dem Ende zuneigten, musste die Kurzversion ran.

Man fährt zuerst durch den Cholla Kaktus Garten. Das hatten wir zwar früher auch schonmal, aber nicht in der Schönheit, Größe und Ausdehnung. Mittlerweile hatte sich für den Fotografen auch wieder die Sonne eingefunden.

Nach dem Garten kommt man an verschiedenen Campgrounds und Parkbuchten vorbei. Der besondere Reiz besteht meistens in den riesigen Felsen, die dekorativ in der Gegend rumliegen und sich mit den Joshua Trees zu reizvollen Fotos ergänzen.

Einer hat den treffenden Namen „Skull head“ bekommen. Konnte sogar ich erkennen.

Die Campgrounds haben dank der Felsen einen besonderen Reiz. Vor allen Dingen zu dieser Jahreszeit, wo die Temperaturen noch erträglich sind. Im Sommer? Nicht auszuhalten.

Weiter an der Straße war dann wieder tierisch was los: Steinböcke hatten wir noch nie so nah in der Wildnis gesehen. Die Viecher schauten sich auch ganz interessiert das Logo unseres Autos an. Verwandtschaft?

Vorbei an dem einen oder anderen Joshua Tree zweigte die Straße zum Keys View ab. Wir waren schon eine ganze Weile gefahren und meine Fährtensucherin neben mir meinte, wir sollten besser umdrehen, das ginge noch ewig so weiter. Gut, dass ich nicht auf sie hörte.

Ca. eine Meile später dockten wir dann auf dem Parkplatz an und hatten einen tollen Überblick unter anderem bis zur Salton Sea.

Und ich dachte schon, ich käme heute mal mit weniger Fotos aus. Pustekuchen.

Auf dem Rückweg gegen den mittlerweile rötlich gewordenen Himmel noch mal Joshua Trees

und dann die 90 Meilen bis LA. Eigenartigerweise kamen wir auch hier nicht in einen Stau.

Das Zimmer, welches wir als Upgrade bekommen haben, ist riesig, über das Internet berichte ich morgen.

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