10.10.2019 – Wale gucken

Es ist soweit. Zum ersten Mal in meinem Leben begebe ich mich auf eine Whale-watching Tour. Der Spaß kostet pro Person 51 USD und wird ca. 4 Stunden dauern. Durchgeführt wird er von der Firma Discovery Whale Watch. Sie ist dafür bekannt, dass sie nur ca. 30-35 Leute auf jedes Boot nimmt und auch die Privatsspähre der Wale beachtet.

Da der Hafenbereich selbst jedem Millionär den letzten Cent für Parkgebühren aus der Tasche ziehen würde, quartierten wir unser Auto in der gegenüberliegenden Parkgarage ein. Das kostet dann 7 USD/Tag.

Die Tour ging um 9 Uhr los und wir waren ca. 20 Min. vorher da. Angemeldet hatten wir uns schon am Tag vorher, heute gab es nur noch eine Sicherheitseinweisung von Pete. Pete ist Neuseeländer, was man seinem Akzent auch anhörte. Ansonsten hätte er hervorragend in jeden Piratenfilm gepasst.

Pünktlich ging es los, durch das Hafenbecken vor die Küste, wo wir nach kurzer Zeit die erste Sichtung von Buckelwalen hatten.

 
 
Dazu gesellten sich auch noch Delfine, die sich aber nur zu kurz zeigten, als dass man bessere Fotos von ihnen hätte schießen können. Ich hatte meine D850 mit dem Nikon 200-500mm-Objektiv bestückt und hoffte auf das eine oder andere gute Foto.

Es ging weiter nach draußen, die Wellen hatten stellenweise eine Höhe von 1-2 Metern. Gut, dass wir eine Tablette gegen Seekrankheit vorher eingeworfen hatten.

Dann bekam der Kapitän die Nachricht, dass vor Moss Landing Orcas gesichtet worden waren. Diese sind äußerst selten in dieser Gegend und so machten wir uns auf den Weg.

Dabei begegnete uns ein Mondfisch. Dieser ist bekannt als der schwerste Knochenfisch und kann bis zu 3,3 Meter lang werden und ein Gewicht von über 2 Tonnen erreichen. Schön ist was anderes, aber bestimmt hat er ein gutes Herz.

 
Ich hatte bisher weder davon gehört noch einen gesehen. Wieder eine Bildungslücke geschlossen. Meine Ehefrau hatte Spaß am Bug des Bootes.

In der Luft begleiteten uns Pelikane. Dieses Exemplar kam uns so nahe, dass das hier gezeigte Foto KEINE Ausschnittvergrößerung ist.

Und dann kamen endlich die spitzen Schwanzflossen der Killerwale in Sicht. Ein Rudel von 6 Tieren incl. einem Baby Orca tummelte sich in unserer Nähe.

 
 
 
Wohl, weil wir so brav waren, gab es auch den einen oder anderen Sprung. Dabei konnte ich den Unterschied zwischen Teleobjektiv und Handy feststellen:

 
Der Kapitän erklärte zwischendurch, dass sich die Tiere einen Seehund geschnappt hätten. Sehen konnte ich davon nichts. Aber nicht zu übersehen war der Mann im Kajak, der munter zwischen den Killerwalen hertrieb. An und für sich hätte er vermutlich nichts zu befürchten gehabt (vermutlich dachte er: Die wollen nur spielen), aber wenn sich der Seehund auf das Kajak gerettet hätte, hätten die Orcas keinen großen Unterchied zwischen dem tierischen und dem menschlichen Proteinriegel gemacht.

 
Irgendwann war dann unsere Zeit abgelaufen und wir machten uns zurück auf den Weg zum Hafen.

 
 
Im Hafenbecken gibt es eine Kolonie von Harbour Seals, die sich zusammen mit einigen Pelikanen die Felsen teilen.

 
 
Als wir die Viecher genug gestalkt hatten,

 
 
 
gingen wir zu unserem Wagen in der Parkgarage zurück und machten dort ein Nickerchen – die Tabletten haben als Nebenwirkung „Müdigkeit“ – stimmt auffallend.

Ich machte anschließend einen kleinen Bummel durch „Downtown“ Monterey, nett, aber nichts Besonderes.

 
Damit auch meine Göttergattin wieder wach wurde, brachte ich sie zu einem Ross-Store, um ihre Lebensgeister wieder in Schwung zu bringen.

Da ich wie üblich nach 5 (oder waren es 3?) Minuten wieder draußen war, musste ich mir einen anderen Zeitvertreib suchen. Meine Kamera ist mit einer drahtlosen Übertragungsfunktion ausgestattet, um Bilder unter anderem auf ein Smartphone zu übertragen. Diese von Nikon getaufte Software Snapbridge hatte bislang keinen guten Ruf, was die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit betraf. Aber ich hatte mich vor dem Urlaub mit der neuesten Firmware für die Kamera versehen und wollte mal ausprobieren, ob und wie es klappt. Und siehe da: Ich konnte die Verbindung mit der Cam herstellen und ein Bild aufs Handy laden. Da ich in meinem Smartphone keine eigene Datenrate für die USA gebucht habe, suchte ich mir in dem Einkaufskomplex ein offenes Wlan (hier Ultra-Beauty) und konnte innerhalb kurzer Zeit mein erstes Instagram- und FB-Posting ganz ohne Zuhilfenahme des Rechners online stellen. Ich bin stolz auf mich.

Die Sonne neigte sich jetzt so langsam dem Horizont zu und wir beschlossen, den gleichen Küstenabschnitt wie gestern für den Sonnenuntergang zu wählen. War doch gut dort. Die diffuse Wolkenbildung versprach einen farbenprächtigen Akt. Seht selbst.

 
 
 

Wie auch schon gestern nahm die Sonne aus der Nähe betrachtet eine merkwürdige Form an:

 
 
Nachdem sie untergegangen war, begann wie vermutet das „Nachglühen“

 
 

Jetzt „nur noch“ wie gestern Abend Bilder sichten. Dann ab in die Lobby, Bericht schreiben und Bilder hochladen und einbinden. Wieder ein toller Tag zu Ende

Schreibe einen Kommentar