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14.09.2026 – Taos Pueblo – Taos

Heute wandeln wir auf den Spuren unserer Vergangenheit. Vor vielen Jahren waren wir mit meinen Eltern im Taos Pueblo, meinen Vater bewegte dieses ganz besonders. Als wir das letzte Mal in dieser Gegend waren, hatte das Pueblo geschlossen und wir mussten uns eine andere Tagesbeschäftigung suchen.

Aber fangen wir vorne an. Mich plagt seit gestern eine lästige Erkältung, Karin hat es zum Glück hinter sich. Deshalb ließen wir es heute etwas ruhiger angehen. Um auf dem kürzesten Weg nach Taos Pueblo zu gelangen, braucht es 1 Stunde und 38 Minuten. Es sieht kürzer aus, aber da es nicht auf einem Interstate Highway Richtung Norden geht, zieht sich die Strecke. Kurz hinter Tesuque Pueblo auf der 84 gibt es den Camel Rock. Da muss man einfach für einen Fotostop rausfahren. Und selbst ich, der normalerweise Tiere und Gesichter in Felsen so gut wie nicht erkennt, konnte diesen Felsen mit einem Kamel assoziieren.

Nördlich von Espanola geht es auf der 68 weiter. Immer schön am Rio Grande entlang. Wobei ich gestehen muss, dass ich an manchen Stellen (nicht hier) den Namen absolut unpassend fand. Weder Rio noch Grande traf stellenweise auf das „Rinnsal“ zu.

Auf jeden Fall biegt an einer Stelle auf die 570 nach Westen ab. Man fährt ein paar Meilen am Fluss entlang, bis man selbigen über eine schöne alte Stahlbrücke überquert. Danach geht es in Serpentinen auf einer mäßig erhaltenen Dirtroad auf den Rand des Canyons,

bis man nach ca. 8 weiteren Meilen die Rio Grande Gorge Bridge erreicht. Logisch, dass wir hier stoppen und das obligatorische Foto schießen.

Dann aber geht es ohne Unterbrechung weiter bis Taos Pueblo.

Taos Pueblo ist eine über 1000 Jahre alte, kontinuierlich bewohnte Siedlung der Tiwa‑sprechenden Taos‑Indianer und gilt als ältestes dauerhaft bewohntes Bauwerk der USA. Die markanten mehrstöckigen Häuser bestehen aus Adobe, also sonnengetrockneten Lehmziegeln, die jährlich neu verputzt werden, und kommen ohne Metall oder moderne Baumaterialien aus.

Heute leben rund 150 Stammesmitglieder bewusst ohne Strom und fließendes Wasser im historischen Kern, während die Gesamtbevölkerung des Pueblo etwa 1.900 beträgt. Aktuell ist Taos Pueblo UNESCO‑Welterbe und ein lebendiges Dorf, das seine Traditionen bewahrt und Besuchern Einblicke in Architektur, Kultur und Zeremonien bietet – jedoch mit klaren Regeln zum Schutz der heiligen Orte.

Diese sind auf der Homepage klar angegeben. Senioren über 65 (ha, das trifft uns) zahlen 22 USD, für die Verwendung einer Kamera zahlt man 6 USD. Aber mittlerweile geht man dort auch mit der Zeit. Als wir am Zahlkiosk standen, wurden uns 44 USD von der Kreditkarte abgebucht und es wurde darauf hingewiesen, dass Fotos nur für private Zwecke erlaubt seien. Für kommerzielle Zwecke dürfte es teuer werden. Aber da ich das nicht vorhatte, steckten wir unser Ticket ein und machten uns auf den Weg ins Dorf. Wahrscheinlich hat man eingesehen, dass man nicht alle Handynutzer kontrollieren kann und deshalb diese kostenpflichtige Regel für Privatnutzer gestrichen.

Neben einigen eingeschossigen Bauten gibt es auch zwei mehrgeschossige Häuser und eine christliche Kirche. Als wir an ihr vorbeikamen, konnten wir die Bauweise näher in Augenschein nehmen. Deutlich kann man das Stroh in der Fassade erkennen. Und das unterscheidet Taos Pueblo von den vielen im Adobe Stil gebauten Häuser in Taos und auch bis nach Santa Fe herunter.

Indigene Ureinwohner in traditioneller Tracht sucht man an einem normalen Besuchstag vergebens, vielleicht ist das bei Festen anders. Aber dann kann es sein, dass man keinen Zutritt bekommt. Dafür darf man in die diversen Behausungen reinschauen, in denen die Bewohner Erzeugnisse ihres Kunsthandwerks darbieten. Galerien, Schmuck, Töpferwaren, die ganze Palette.

Nachdem wir einmal die ganze Runde gedreht hatten, beschlossen wir, der Stadt Taos selbst auch einen Besuch abzustatten. Zur Namensgebung sagt das Internet:

Der Name Taos stammt aus der Tiwa‑Sprache der Bewohner von Taos Pueblo. Ursprünglich lautete das Wort tə̂o, was schlicht „Dorf“ bedeutet; die spanischen Kolonisten machten daraus durch Anhängen eines ‑s die Form Taos.
Parallel dazu existiert der traditionelle Ortsname des Pueblos, der als „Ort der roten Weiden“ übersetzt wird – eine Anspielung auf die roten Weiden entlang des Red Willow Creek, der durch das Pueblo fließt.

Hier suchten wir uns einen kostenlosen Parkplatz und wurden entlang des Paseo del Pueblo Norte fündig. Ein kleiner Fußmarsch wird uns gut tun.

Taos selbst hat sehr viele Häuser im Adobe Stil, der mir persönlicht gut gefällt. Aber im Gegensatz zum Pueblo wird hier mit normaler Bauweise gearbeitet, nur dass man rötlich gefärbten Putz verwendet. Tut der Schönheit keinen Abbruch.

Der Dorfplatz ist gemütlich, viele Läden und Restaurants für die Touristen sollen die Besucherströme hineinlocken.

Wir drehten eine Runde und ließen auch nicht die eine oder andere Seitengasse außer Acht.

Die Chili-Schoten haben wir hängen gelassen. Ich erinnere mich noch daran, dass wir bei unserem ersten Besuch von vielen Jahren – um nicht zu sagen Jahrzehnten – welche mit nach Deutschland gebracht hatten. Und sie dann nicht verwendeten. Also muss ein Foto reichen.

Weiter durch eine hübsche Seitengasse geht es wieder auf die Hauptstraße zurück. Erinnert so ein bisschen an Lahaina auf Maui vor dem großen Brand.

Und unseren Wagen fanden wir dank meines hervorragenden Orientierungssinnes (der funktioniert zum Glück auch bei Schnupfen) schnell wieder.

Diesmal wählten wir für den Rückweg die direkte Strecke und machten nur noch einen kurzen Zwischenstop in der Boot Barn, wo ein paar Hemden und schöne Lederhandschuhe an mir kleben blieben. Da ein Walmart direkt auf der Strecke lag, sprangen wir auch dort noch rein und ergänzten unsere Vorräte.

Aber jetzt ist der Ofen aus. Feierabend.

 

 

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