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13.09.2026 – Kasha-Katuwe Tent Rocks National Monument

Heute wird es uns erneut in die Wildnis verschlagen. Ca. 40 Autominuten westlich von Santa Fe liegt das Kasha-Katuwe Tent Rocks National Monument. Das hatten wir schon lange auf der Bucketlist, aber es passte nie in unseren engen Zeitplan rein.

Bizarre Felstürme wie aus einer anderen Welt soll es da geben. Blauäugig, wie wir manchmal sind, schauten wir uns gegen 5.30 am Morgen die Besuchsmodalitäten an. Und siehe da: Man braucht ein bzw. mehrere Tickets zum Besuch. Das eine vom Nationalpark-Service, das andere vom Stamm der Cochiti, denn das Monument liegt auf deren Stammesgebiet, obwohl es von der Nationalparkverwaltung verwaltet wird. Beim ersten Versuch auf der Webseite war gerade mal 1 Platz frei, das reicht nicht. Aber meiner erfahrenen Bucherin fiel ein, dass manchmal ab 6 Uhr weitere Slots freigeschaltet werden. So war es auch. Eigentlich sollte es für Besitzer von Nationalparkpässen (zu denen wir uns zählen) gerade mal 1 USD kosten. Aber die ID unseres Passes ließ sich nicht eingeben. Also bissen wir in den sauren Apfel und buchten uns zwei Slots für jeweils 6 USD. Dazu kamen dann nochmal ca. 40 USD, die wir dem Stamm zukommen ließen, denn schließlich müssen wir Reservatsgelände überqueren und werden von einem Pilot-Car geführt.

Als wir am Cochiti Besucherzentrum ankamen, empfing uns ein sehr freundliches Stammesmitglied, kontrollierte unsere Registrierung und händigte uns ein Permit aus, welches wir nach Ankunft wieder abgeben sollten. Dann stellten wir uns schön in Reihe hinter den Pilot Truck und kurze Zeit später ging es los. Nach ein paar Meilen standen wir dann vor der Eingangsstation des Monuments, wo man uns eine Karte aushändigte und uns erklärte, wo die beste Wanderung sei. Wieder ein paar Meilen später standen wir auf dem Parkplatz und machten uns marschbereit. Was erwartet uns?

Kasha-Katuwe Tent Rocks ist ein kleines, aber spektakuläres National Monument in New Mexico, dessen kegelförmige „Zeltfelsen“ durch vulkanische Ausbrüche vor etwa 6–7 Millionen Jahren entstanden sind . Die Ablagerungen aus Asche, Bimsstein und Tuff wurden später von Wind und Wasser zu den heutigen, bis zu 90 Fuß hohen Kegeln mit teils harten „Hutsteinen“ geformt, die das weichere Gestein darunter schützen . Der Name „Kasha-Katuwe“ stammt aus der Keresan-Sprache des Pueblo de Cochiti und bedeutet „weiße Klippen“ . Besonders eindrucksvoll ist die Wanderung durch den Slot Canyon Trail, der sich 1,5 Meilen durch enge Schluchten schlängelt und am Ende zu einem Aussichtspunkt über die Felslandschaft führt. Genau diesen wollten wir wandern, obwohl wir davor gewarnt worden waren, dass es nach ca. einer Meile ziemlich unwegsam und steil nach oben geht. Insgesamt 250 Höhenmeter sind zu bewältigen. Der besten Felsenkletterin von allen kamen gewisse Zweifel, ob sie es schaffen würde. Aber umdrehen kann man immer noch, wenn es zu schwierig wird oder die Knochen nicht mehr mitspielen.

Der Weg führt zuerst trügerisch einfach sanft ansteigend über einen breiten Pfad in Richtung der Berge. Auf der einen Seite grüßen fröhlich aufgereiht diverse Tent-Rocks, als würden sie sich über uns lustig machen. Schließlich sind sie ja schon ziemlich weit oben.

Dann geht es in das Tal hinein. Die Felswände verengen sich und Tageslicht gelangt nur noch spärlich von oben auf den Trail.

Aber noch lässt es sich gut laufen. Dann rücken die Felswände näher zusammen und ich überlege mir, ob es eine gute Idee war, die Kameratasche mitzunehmen. Ich selbst bin ja schließlich mittlerweile so schlank, dass ich mich hinter einer Laterne verstecken kann.

Noch geht es. Ab und zu, wenn sich das Tal wieder weitet, werfen wir Blicke nach oben und bestaunen diese herrliche Ansammlung an Felsformationen.

Ein Baum hat es gewagt, sich hier niederzulassen. Und offensichtlich reichen die ab und zu vorbeirauschenden Wassermassen, um ihm das Überleben zu sichern. Vielleicht findet er auch in tieferen Schichten noch genug Feuchtigkeit, wer weiß.

Wer offensichtlich kein Wasser benötigt, das sind diese beiden Wächter, die uns gemahnen sollen, dass jetzt Schluss mit lustig ist. Zwischendurch kommen steile Stufen, Kletterabschnitte und Felsansammlungen, die wir überqueren müssen.

Noch hält meine Göttergattin tapfer mit, die Wanderstöcke bieten einen hervorragenden Support. Und wir schrauben uns langsam, aber sicher in die Höhe. Schließlich erreichen wir die Formationen, die mit zu den bekanntesten und in meinen Augen zu den schönsten Zelten gehören.

Diese führen uns schließlich steil nach oben, bis wir auf dem Plateau gelandet sind.

Und von hier genießen wir den Blick nach unten in das Tal, welches wir gerade durchwandert haben.

Ein erhabenes Gefühl, so auf der Ridge entlang zu laufen. So ein bisschen Angels Landing für Anfänger.

Auf jeden Fall lohnt es sich, den Weg bis ganz nach oben durchzulaufen.

Aber häufig ist ja der Abstieg der schwierigere Teil, weil man ständig sein Körpergewicht abfangen muss, nicht ausrutschen darf und gleichzeitig noch die Landschaft im Auge behalten muss. Wenn man es langsam genug angeht, funktioniert aber auch dieses.

Und am Ende darf man dann mit stolzgeschwellter Brust von sich behaupten: I did it. Am Parkplatz zurück zeigte meine Running App fünf Kilometer und mein Schrittzähler über 9400 Schritte. Die restlichen 600 werde ich wohl in einem Supermarkt absolvieren.

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