06.10.2018 – San Francisco

Nun kommen wir doch noch in die Stadt? Nicht wirklich, aber ein paar Highlights wollen wir uns rauspicken. Der Plan sah vor, dass wir zuerst zu den Twin Peaks fahren, danach beim Golden Gate Overlook ein paar Fotos machen und dann schnell über die Brücke zum Golden Gate Park und nach Sausalito fahren. Aber wie das manchmal so ist: Pläne können sich ändern.

Wir starteten recht spät am Morgen mit einem Trip nach Costco. Die Brillenabteilung besteht dort durchweg aus freundlichen Menschen und innerhalb von Sekunden war das Glas wieder eingesetzt.

Ins Navi gaben wir die Twin Peaks ein und nach gefühlt 245 Stopp-Schildern und wenigstens 35 Ampeln kamen wir auf den Hügeln an. Was ich nicht erwartetet hätte, dort tummelten sich Scharen von Besuchern. Logischerweise waren die Parkplätze an der Aussichtsplattform alle voll. Und weiter weg parken, geht gegen die Ehre. Merke: Wenn die Wegstrecke länger ist als das Auto, wird gefahren. Also stellte ich mich in Warteposition, um in die Parklücke eines ausfahrenden Autos reinfahren zu können.

Irgendwann war es dann soweit und mit Hängen und Würgen quetschte ich unseren Silverado zwischen zwei kleine Kompaktwagen. Hoffentlich komme ich aus der Parklücke wieder raus. Meine Göttergattin hatte schon das große P (wie Panik) in den Augen stehen. Verstehe gar nicht, warum. Auf der einen Seite waren noch fast 10 cm Platz.

Jedenfalls war die Aussicht super und falls ich mal wieder unter Schlaflosigkeit leiden sollte, fahre ich auch mal Nachts hier rauf.

OK, jetzt wieder Ausparken. Wer wie ich mal einen LKW-Führerschein gemacht hat, kommt mit einem kantigen Teil wie unserem Pickup gut klar. Auch bei engeren Stellen. Nächstes Ziel war der von gestern bekannte Parkplatz beim Golden Gate Overlook.

Was immer irritierend war, waren die angegebenen Fahrzeiten: 24 Minuten für 7 Meilen. Ganz schön lange. Aber die Stoppschilder und die Ampeln – und nicht zu vergessen der Verkehr – ermöglichen kein so schnelles Vorankommen wie auf einem leeren Highway.

Wir kamen am Parkplatz an (der gestern fast leer war) und sahen das Schild „Parking lot ful“. Glaube ich nicht und fuhr drauf. Wieder mal Glück gehabt, gerade fuhr ein Auto raus (Parklücke diesmal groß genug) und strafte das Schild am Eingang Lügen.

Wir machten uns auf den Weg zur Brücke, um diese bei dem schönen Wetter abzulichten. Um uns herum Heerscharen an Fußgängern und auch Radfahrern. Für diese ist übrigens die westliche Seite der Brücke reserviert, während die Fußgänger landeinwärts gehen dürfen.

Als wir auf der östlichen Seite der Brücke ankamen, fiel uns der ungewöhnliche Fluglärm auf. Was ist denn hier los? Wir stellten fest, dass die San Francisco Fleet Week stattfand, eine Mischung aus Militär- und zivilen Vorführungen. Und letztere donnerte gerade über unsere Köpfe. Als wir noch nicht in Erfahrung gebracht hatten, was Sache war, hatten wir nur Panik, dass die Boing 777 der United Airlines ausser Kontrolle geraten war, so merkwürdige Kreise zog das große Flugzeug über der Bucht. Als wir aber dann die Kunstflugformation „Blue Angels“ in Reih und Glied daherdüsen sahen, fiel auch bei uns der Groschen. Und auch, warum die ganze Brücke mit Zuschauern besetzt war.

Dank meines wunderbaren Teles konnte ich die Flattermänner schön nah ranholen. Aber für das eine oder andere Foto der Bucht reichte es auch noch.

Nachdem die Jets ihren Sprit verflogen hatten, machten auch wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz. Wir waren nicht die einzigen und wir beschlossen, erstmal ein kurzes Picknik im Auto einzunehmen, bis sich die Menschenmassen verzogen hatten. Taten sie aber nicht. Und die paar Meilen über die Brücke hätten uns gut eine halbe Stunde gekostet. So änderten wir kurzerhand den Plan und fuhren auf der Seeseite gen Hotel, um evtl. Strände und schöne Buchten zu besuchen.

Die erste ergab sich direkt nach Erreichen der Küste: Der Baker Beach. Auch hier in vorderster Front ein freier Parkplatz und die Aussicht, die Brücke heute noch aus einem anderen Blickwinkel zu sehen bekommen.

Wir spazierten gemütlich am Strand entlang, bis uns Felsen den Weg versperrten. Warum nicht hier bleiben und die Stimmung, die Aussicht und das Meer genießen. Für Abwechslung war gesorgt. Gut ein halbes Dutzend Fotografen tummelte sich weit verteilt mit Blitzanlage und natürlich hübschen Models am Strand.

Mir juckte es auch in den Fingern, aber schließlich bin ich im Urlaub hier. Übrigens sind das, was die Dame im oberen Bild trägt, wirklich Engelsflügel.

Und da ich im Urlaubsmodus bin, ist die Landschaft eine meiner Hauptattraktionen:

Und wenn ihr glaubt, das Mädel sei komisch angezogen gewesen, es gab dort mehrere Herren, die es mit den Kleidervorschriften noch weniger eng nahmen:

Immerhin war der Gentleman nicht nackt (Kappe auf dem Kopf, das trägt der Nudist von heute).

Auf unserem Felsen hatte ich einen guten Ausblick in alle Richtungen.

Und so langsam ging die Sonne unter, warum groß irgendwohin weiterfahren, hier ist es so herrlich entspannend.

Als die Sonne dann ganz hinter dem Horizont verschwunden war,

machten wir uns auf den Weg nach Hause (wie viele andere auch).

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