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19.09.2026 – Von Artesia nach Deming

Heute werden wir die Wandler über die Staatsgrenzen sein. Wir starten in Artesia mit seinem – im wahrsten Sinne des Wortes – abgespeckten Frühstück. Zum Glück hatten wir noch etwas Scheibenkäse im Gepäck, damit konnte ich meinen Bagel etwas aufpeppen.

Wir haben wieder einen Fahrtag vor uns, Deming in New Mexico ist das Ziel. Dieses hätten wir auf zwei Wegen erreichen können. Zum einen über die Nordroute via Alamogordo oder die Südroute, über El Paso. Gestern Abend erschien uns die Nordroute deutlich attraktiver, weil eine Stunde schneller als durch den Süden. Für diesen sprachen andere Fakten: Zum einen gibt es in El Paso einen Costco mit billigem Kraftstoff, zum anderen liegen am Wegesrand die eine oder andere Attraktion, die wir noch nicht kennen.

Und heute morgen hatte Google Mopps für uns entschieden: Über El Paso, durch Texas hindurch, war die schnellere Wegstrecke. Hinter El Paso machen wir dann einen Schlenker nach Norden, nach Las Cruces, um auf der I10 gemütlich bis Deming durchzu gondeln.

Artesia war um die frühe Uhrzeit recht verschlafen, ein Parkplatz für einen Fotostop war ohne Probleme zu finden. Wie wir schon festgestellt hatten, waren uns auf dem Weg nach und von Artesia einige Ölförderpumpen über den Weg gelaufen, die Stadt ist stark vom Ölboom geprägt.

Die Stadt feiert dieses Erbe mit zahlreichen öffentlichen Kunstwerken und Denkmälern.

Hier eine der vielen Bronzestatuen, hier ist das Thema aber weit vor dem Ölboom anzusiedeln.

Es ging auf die Piste, immer Richtung Westen, die Straße schnurgeradeaus. Wir konnten am Morgen schon sehen, was uns am Nachmittag erwartet.

Aber wenn man zur Seite blickt, ein näherer Blick auf die imposanten Anlagen, die zu Dutzenden aus dem Boden sprießen. Es geht Kilometer um Meile, Meile um Kilometer weiter. Ins Navi haben wir den Guadeloupe Mountains National Park eingegeben, ein Kleinod nahe der mexikanischen Grenze.

Die eigentlich wichtigen Teile kann man in tagelangen Wanderungen erlaufen, aber dazu fehlte uns die Zeit. Aber die Berglandschaft sieht sehr imposant auch aus der Ferne aus. Sie ist und war auch für frühere Karawanen ein wichtiger Orientierungspunkt.

Mächtig streckt der Guadelupe Peak seine Felswand in die ansonsten nur hügelige Landschaft.

Nachdem wir einen ganz kurzen Stop in der McKittrick Area gemacht hatten, fuhren wir relativ schnell weiter bis zur Frijole Ranch. Ein hübsches altes Farmhaus ist original erhalten

und wir erfahren auf einer Wanderung, dass es sogar einen kleinen See gibt, der auch jetzt im September nicht ausgetrocknet ist.

Auf dem Weg dorthin und zurück begegnen uns zahlreiche Eidechsen, Lizards, die sich auf dem warmen Boden sonnen und nur durch trampelnde Touristen aufgeschreckt werden. Gar nicht so einfach, die kleinen Kerlchen zu einem scharfen Foto zu überreden.

Aber mit etwas Geduld gelingt es doch. Wieder zurück am Farmhaus erfahren wir noch, dass es hier auch Obstplantagen gab und noch gibt. Und dass die Bewohner diese zum Wochenmarkt zum Verkauf brachten. Und zwar ins 60 Meilen entfernte Van Horn. Dazu brach man am Abend des Vortages auf, das Obst in feuchte Tücher gewickelt, um am Morgen dann die Ware feilzubieten. Wieviel einfacher haben wir es, indem wir nur den Startknopf drücken, darauf warten, dass im Display „Hands Free“ angezeigt wird und uns von 540 PS eine Stunde durch die Gegend schaukeln lassen.

Als wir den Park verlassen, ein Blick zurück auf den von der Nachmittagssonne bestrahlten Peak. In der Gegenrichtung weitet sich das Tal.

Kurz vor El Paso biegen wir noch einmal nach rechts ab und steuern die Hueco Tanks an. Die Hueco Tanks sind ein einzigartiges Fels- und Wüstengebiet östlich von El Paso, bekannt für seine natürlichen „Huecos“ – Vertiefungen im Gestein, die seit Jahrtausenden Wasser speichern. Sie sind ein weltberühmtes Klettergebiet, besonders für Boulderer, die die ungewöhnlichen Formen des Syenit‑Gesteins schätzen.

Da wir ja im Besitz eines State Park Passes für Texas sind, nehmen wir diesen in Anspruch, um die Vertiefungen, die hoffentlich mit kühlem und klaren Wasser gefüllt sind, zu erwandern. Beim ersten Tank kommen wir offensichtlich zu spät. Die Sommerhitze hat das Wasser verdunsten lassen.

Macht nichts, wir können auch so wandern. Unter anderem um eine der vielen indianischen Malereien zu besichtigen, die die riesigen Felsbrocken zieren.

Und riesig sind sie wirklich, das kann man bei näherem Herangehen durchaus bestätigen.

Es gibt noch einen weiteren „Tank“, und von dem werden wir nicht enttäuscht. Hier finden wir einen Rest Wasser, der weder zum Trinken noch zum Baden geeignet ist,

aber dafür die Vegetation schön grün hält. So auch diesen prächtigen Ocotillo.

Jetzt sollten wir uns schleunigst auf den Weg machen. Ein letzter Blick in die Berge und wir fahren in das 30 Meilen entfernte El Paso. Hier stöbern wir kurz durch die Kleidungsabteilung (mit klebrigen Fingern), holen uns noch kurz was zu futtern und reihen uns dann in die lange Schlange der Tankwilligen ein. Unser Tank ist bis auf 110 Meilen leer, 551 haben wir hinter uns gebracht. Schließlich passen 26,76 Gallonen rein.

Dann haben wir nur noch 1 Stunde 40 Minuten vor der Frontscheibe, die bringen wir im Nu hinter uns und sind um 19 Uhr in Deming in dem gemütlichen Hotel, welches wir vor ein paar Jahren bereits gebucht hatten. Mein Rechner und mein Handy kennen sogar noch das Internet-Passwort.

Gute Nacht.

 

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