02.06.2018 – Kolob Section – Yant Flat

Nachdem der gestrige Tag für einen alten Mann wie mich ja doch schon anstrengend war, beschlossen wir, für heute etwas mehr in den Urlaubsmodus zu schalten. Was zur Folge hatte, dass wir erst gegen 13 Uhr auf die Piste kamen. Unter dem Motto „something old, some new“ starteten wir in Richtung Kolob Reservoir und angrenzendem Lava Point Campground und Overlook. Speziell dieser Punkt hat in vergangenen Urlauben bleibende Erinnerungen hinterlassen. So werde ich auch heute noch (nach 31 Jahren) darauf angesprochen, dass um unser Zelt herum in der Nacht ein Stinktier herumgekrochen sei. Was man am Tapsen der Pfoten auch so wahnsinning gut erkennen kann. Aber die beste Stinktierkennerin besteht darauf, dass es kein anderes Viech war. OK, ich belasse sie in dem Glauben. Ein weiterer Urlaub blieb deshalb unvergessen, weil auf dem letzten Stück Dirtroad das Wohnmobil so hoppelte, dass der Glasteller der Mikrowelle raussprang und sich in viele Kleinteile zerlegte.

Das Kolob Reservoir und den Lava Point erreicht man, wenn man auf auf der 9 von La Verkin aus kommend Richtung Norden auf die Kolob Terrace Road abbiegt. Die Straße selbst ist schon ein Highlight. Sie führt zuerst durch Farmland, aber auch durch Felsenlandschaften, die durch Wanderwege erschlossen wird.

Kolob Reservoir Kolob ReservoirDer Name Kolob kommt (laut Wikipedia) übrigens von den Mormonen, für die das der Stern ist, der dem Aufenthaltsort Gottes am nächsten liegt.

Die Straße führt immer wieder über Nationalpark-Gelände, um diesen dann wieder zu verlassen.

Kolob Reservoir  
Meistens erkennt man dies auch daran, dass innerhalb des Parks ein rötlicher Teer auf der Straße verwendet wurde, ein besonderes Feature dieses Parks.

Zwischendurch sehr hübsche Farmen oder auch einfach „nur“ Wohnhäuser. Karin meinte beim Anblick dieser Hütte: Die würde ich schon nehmen.

Kolob ReservoirOK, der Weg zum Einkaufen ist schon ziemlich weit. Aber der Blick, frei nach Visa: Unbezahlbar.

Kolob ReservoirIrgendwann, nach ca. 20 Meilen biegt dann eine Schotterpiste zum Lava-Point ab. Wohnmobilisten heute sollten ihre Gerätschaften schon festschnallen, obwohl die Qualität der Straße erheblich zugenommen hat. Wir drehten eine Runde über den Campground und fanden alles so vor, wie wir es 1987 verlassen hatten. Ein Stinktier oder auch nur Fuß- oder Geruchsspuren davon konnten wir allerdings nicht entdecken. Dann ein kurzer Trip zum Overlook. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über den Zion-Nationalpark.

Lava Point Zion National Park Lava Point Zion National Park

Weiter geht es zum Kolob Reservoir. Dieses hatten wir (in Unkenntnis seiner Schönheit) bei den letzten Urlauben ausgelassen und waren nicht wenig erstaunt, was es hier oben alles gab. Unter anderem fuhren wir durch Birkenwälder (die im Gegenlicht glänzten)

Kolob Reservoiran diversen Ranches vorbei. Ein Schild lockte zum Kauf von Landflächen an, ein weiteres zur Vermietung von Kanus und Standup-Paddleboards. Und das auf 2478 m Höhe. Der See und die Umgebung hat sich zu einem kleinen Touristenmagnet entwickelt, was angesichts der angenehmeren Temperaturen (es sind lockere 5-7 Grad kälter als im Tal) nicht verwunderlich ist.

Kolob Reservoir

Genug Touristenluft geschnuppert. Es war mittlerweile kurz nach 17 Uhr geworden und wir hatten noch ein „hidden secret“ – zumindest bis jetzt – vor der Nase: Yants Flat.

Es ging die gleiche Straße wieder den Berg runter und dann in Richtung Interstate.

Kolob Reservoir

Kurz davor bogen wir auf die 17 nach Toquerville ab. Dieses Nest ist eigentlich ganz hübsch mit alten Steinhäusern, bekommt aber eigenartigerweise vom ganzen Touristenrummel um Zion nichts ab.

Von Toquerville aus kann man dann auf den Interstate 15 Richtung Süden fahren, um ihn in Leeds wieder zu verlassen (gleiche Ausfahrt wie Red Cliffs). Von dort aus fährt man auf die Silver Reef Road (die hinterher zur Oak Grove Road wird). Man bleibt eine Weile auf der 032, um dann auf die 031 (namenlos) abzubiegen. Dieser folgt man ca. 5 Meilen, bis auf der rechten Seite eine Straße mit Nummer 903 abbiegt. Gegenüber davon startet eine alte Jeep-Route, der man zu Fuß ca. 1,2 Meilen (etwa 25-30 Minuten Fußmarsch) folgt. Wenn man ein Stück „Düne“ mit tiefem Sand raufgekrabbelt ist, hat man fast das Ziel erreicht. Eine unwirkliche, wahnsinnig schöne Felsenlandschaft tut sich auf.

 

Über diese Felsen (die übrigens ein sehr interessantes Muster aufweisen: Mal rechteckig, mal sechseckig wie Lava)

kletterten wir im Licht der langsam tiefergehenden Sonne kreuz und quer und konnten uns gar nicht sattsehen. Die Merrils meiner Felsenkletterin bewährten sich mal wieder aufs Beste.

Und obwohl wir – dem Trail folgend – auf sehr viele Fußspuren gestoßen waren, konnten wir den Abend an diesem großartigen Fleckchen Erde vollkommen allein genießen. Es erinnerte mich an den Malboro Point, wo wir auch ein solches Erlebnis hatten.

So langsam ging die Sonne unter und die genossen wir natürlich auf dem höchsten Felsen der Umgebung (Höhenangst, was ist das?)

Da der Rückweg auch wieder ca. 20 Minuten in Anspruch nahm (die Düne RUNTER geht es schneller), machten wir uns zeitig auf den Weg, nachdem die Sonne hinter dem Kamm verschwunden war.

Aber das Nachglühen kann man auch von anderen Stellen beobachten.

Am Auto zurück mal das Navi befragt und oh Wunder, es kannte sogar die 031. Mal wieder ein wahnsinniger Tag und danke Yvonne für den Tip.

 

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