12.06.2018 – Lake Powell – Alstrom Point

Und es begab sich zu der Zeit, da die besten Eltern von allen von ihren Söhnen eine Bootsfahrt auf dem Lake Powell geschenkt bekommen hatten – etwas, was sie sich sonst NIE selbst gegönnt hätten, worüber sie aber höchst erfreut waren.

Wir hatten uns uns eine halbe Stunde vor der um 9 Uhr beginnenden Bootstour an der Wahweap Marina einzufinden. Dies war insofern kein ganz leichtes Unterfangen, da unsere Uhren (bzw. Handys und Tablets) sich nicht auf eine eindeutige Zeit einigen konnten. Und wach werden und frühstücken mussten wir nun mal, zumal bei unserem Hotelaufenthalt etwas zu essen im Preis enthalten war. Das Breakfast-Buffet entsprach dem üblichen und gewohnten Hotel- auch Best-Western-Standard und sättigte uns auf schmackhafte Weise.

Auf zur Marina.

Dort warteten schon ca. 50-60 Leute. Das Einchecken klappte problemlos (dank der Tatsache, dass unser Sohn schon alles vorbereitet hatte). Dann ging es aufs Schiff. Ich konnte gerade noch für uns beide einen Platz auf dem Oberdeck ergattern, dort waren nur 35 Personen erlaubt. Eine freundliche Dame stellte mir ihren Platz an der Reling zur Verfügung, als sie sah, mit welcher Kameraausrüstung wir anrückten. Ich hatte nämlich ausnahmsweise die D4 zusätzlich mitgenommen und mit dem 14-24mm-Objektiv bestückt, um nicht dauernd die Linsen wechseln zu müssen.

Und los ging die Tour. Captain Elaine versorgte uns mit den Informationen, wo wir waren. Befahren wurden der Navajo Canyon. Dieser war schön, aber nicht direkt spektakulär.

Vorbei ging es an der einen oder anderen Marina, wo richtig viel Geld im Wasser lag.

Und anschließend ging es zum Antelope Canyon. Und da freute sich das Fotografenherz doch sehr deutlich. Die Felsen waren von einer wunderschönen Formation, dazu das tiefblaue bis grüne ins türkise reichende Wasser, einfach ein Traum.

Mit der Zeit leerte sich das Oberdeck, die Leute hatten schon zuviel gesehen. Ich nicht.

Dann noch einen kurzen Abstecher zur Staumauer.

Zurück an Land (11.45 Uhr, die Tour hatte über 2,5 Stunden gedauert) fuhren wir mit einem Zwischenstop an einem Viewpoint

ins Hotel zurück, um die Fotos auf den Rechner zu laden und die größte Mittagshitze in der angenehmen Kühle des Hotelzimmers zu verbringen.

Gegen kurz vor 17 Uhr machten wir uns nochmal auf (das Autothermometer zeigte 113°Fahrenheit = 45°C und besorgten uns einen Salat und tankten den Wagen voll. Spritpreis bei Shell: 3,099 USD/Ga.

Dann ging es auf der 89 Richtung Utah. Der Alstrom Point war unser Ziel. Wenn man diesen bei der größten Suchmaschine der Welt nachschlägt, wird man Fotos einer wunderschönen Landschaft finden. Aber vor diese Landschaft hat die Natur 25 Meilen Dirtroad gelegt, deren letzte Meilen nicht von Pappe sind.  In Big Water nach rechts abgebogen überquerten wir als erstes den Wahweap Wash. Hier hatten wir in früheren Jahren mit dem Wohnmobil und den Kids schonmal eine Nacht Station gemacht, weil der Dammbau damals zu einer der bevorzugten Beschäftigungen der jungen Herren gehörte. Aber da die Dämme jetzt nach 20 Jahren schon nicht mehr standen, bin ich froh, dass keiner von ihnen Ingenieur geworden ist…

Man fährt auf der 300 (Warm Creek Road) solange, bis man nach rechts auf die 340 abbiegt.

Diese Strecke kann man bei Tageslicht locker mit 30-45 Meilen/Stunden wegheizen. Auf der 340 bleibt man dann ca. 5 Meilen, bis an einem Schild der Abzweig zur 264 und zum Alstrom Point signalisiert wird. Am „Ende“ der 264 hat man dann nur noch ca. 5 Meilen zu laufen oder man weiß, was man seinem Wagen zutrauen kann. Meine Göttergattin wusste es noch nicht und bestand (zu Anfang) darauf, vorauszugehen. Aber ich konnte ihr dann doch klarmachen, dass ich mit dem Auto schneller bin. Sie wäre auch ein guter Blindenhund geworden: Vorsicht, da liegt ein Stein, da geht es runter, da ist eine steile Stelle. Gut, da ich mit immer mit geschlossenen Augen Auto fahre, sind diese Kommentare schon hilfreich 😉

Irgendwann hatten wir nach einem vorgelagerten Aussichtspunkt den eigentlichen Alstrom Point erreicht, holten unsere Stühle raus und vernichteten im Schein der tieferstehenden Sonne unsere Salate.

Das schönste war: Wir waren vollkommen alleine.

Und jetzt kommt der Punkt, wo bei mir dann auch ein Restfunken von Vernunft durchbrach (ich erinnere daran: Man darf ruhig bekloppt sein, wenn es in die gleiche Richtung geht): Ich hatte keine Lust, dieses ziemlich üble letzte Stück der Straße bei Dunkelheit zurückzulegen. Die tiefstehende Sonne machte es stellenweise nicht unbedingt leichter, weil man von den hochstehenden Steinen fast gar nichts sieht, aber irgendwann hatten wir auch das überstanden. Und auch keine Langohrhasen (Jackrabbit), keine Big-Horn-Sheeps (die uns in einem Rudel über den Weg liefen) und auch keine Kühe samt Kälbchen überfahren.

Aber dafür wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt.

So ein Supertag. Und das schönste war: Autofahren und Boot fahren ist ein wunderbares Heilmittel gegen die Blasen an den Füßen meiner Wanderin.

Gut, dass ich die Bilder vom Vormittag schon hochgeladen hatte, am Abend ging es mal wieder quälend langsam bis gar nicht.

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