15.06.2018 – Grand Canyon North Rim

Heute lief mal wieder alles nach Plan – einfach deshalb, weil wir keinen gemacht hatten. Wir wollten unbedingt noch den nördlichen Rand der großen Schlucht (Grand Canyon North Rim) wiedersehen und uns auch ein wenig Zeit dafür lassen.

Zuerst aber mussten wir noch kurz bei unseren neuen Freunden vorbeischauen. Wir hatten am Vorabend unsere Campingstühle dort vergessen und ich wollte ihnen noch die Fotos vorbeibringen, die ich bei der Family Reunion gemacht hatte.

Übrigens bekam ich auch noch von unserer Sandaktion vom Vortag ein Foto geliefert, das ich dort dann eingebaut habe.

Von Kanab aus ist der Eingang des Parks ca. 68 Meilen entfernt, also tankten wir nochmal für 3,389 USD/Ga in Kanab voll. Man weiß ja nie, welche sandigen Dirt Roads dazwischen kommen…

Die Hälfte der Strecke verschlief ich – während Karin fuhr – und am Park erwartete uns eine angenehme Kühle, schließlich sind wir ca. 2500 Meter hoch. Auf der Karte kurz orientiert: Es gibt den Bright Angel Point, der direkt vom Visitor Center ausgeht, zu Fuß gut zu erreichen, auch für Kinder, wie die beste Mutter von allen noch panisch in Erinnerung hatte. Denn an manchen Stellen geht es direkt nach unten.

Von dort aus gibt es noch eine weitere Straße. Diese führt zum Point Imperial und zum Cape Royal. Wir hatten nicht mehr in Erinnerung, diese mal befahren zu haben und jetzt hatten wir Zeit.

An der Picnic Area vom Point Imperial legten wir erstmal ein kleines Päuschen ein, erst Lunch, dann Ladefläche und Augen zu.

Vom Visitor Center bis zu den beiden eben genannten Punkten sind es lockere 23 Meilen, diese führen über eine ziemlich gewundene Straße, also sollte man Zeit einplanen, denn mehr als 35mph sind nicht erlaubt. Dafür offerieren sich an diversen Aussichtspunkten tolle Blicke auf das große Tal, stellenweise kann man sogar den Fluss sehen.

Und auf der anderen Seite, auf den Fotos nicht mehr erkennbar, der Turm vom Desert View Point des South Rim. OK, Orientierung wiedergewonnen, wir wissen, wo wir sind.

Am Cape Royal machten wir dann noch einen etwas längeren Stop. Hier kann man auf dem Weg zum Cape noch ein Blick auf und durch das Angels Window werfen (möchte wissen, ob Bill Gates schon irgendwelche Rechte auf den Begriff „Window“ angemeldet hat). Auf dem Felsen unter dem Angel Window erwischten uns dann die ersten Regentropfen dieses Urlaubs, zum Glück nur ein paar Tropfen.

Und schließlich geht es zum Cape selbst. Leider versperrt ein Zaun den besten Ausblick nach unten, was uns aber nicht abhielt, etwas weiter vorne Position zu beziehen. Der Besucherverkehr, der am North Rim sowieso wesentlich spärlicher fließt als am South Rim, war hier noch weniger geworden und auf unserer „Spitze“ (keine Sorge, die Dame mit der klitzekleinen Höhenangst hatte immer noch lockere 10 Meter bis zur Kante) waren wir dann ganz alleine. Im Westen kämpfte sich die Sonne (leider vergeblich) durch die Wolken und tauchte ab und zu die eine oder andere Bergspitze ins Licht.

Würden wir hier einen guten Sonnenuntergang erleben? Meiner Meinung nach wären wir am Bright Angel Point besser aufgehoben, weil uns da der Bergkamm auf der rechten Seite nicht im Weg steht. Also wieder ab auf die Straße, die beste Zaunkletterin von allen graziös wie ein Reh

und dann zügig zum Visitor Center und dem Bright Angel Point zurück. Wir erreichten diesen „just in time“ und konnten noch mitbekommen, wie die Sonne sich hinter dem Bergkamm versteckte.

Dank der Wolken (die sonst in der Menge nicht so mein Fall sind), legte Arizona mal wieder einen Sonnenuntergang hin, wie wir ihn gewohnt waren. Danke, Arizona.

Mittlerweile war es etwas dunkler geworden (passiert üblicherweise, wenn die Sonne untergegangen ist) und wir mussten noch die 81 Meilen nach Hause fahren. Erschwerend kam dazu, dass wir wieder die Zeitumstellung nach Utah mitmachen mussten, d.h. wir kamen erst gegen 23 Uhr in unserem Haus an.

Ach ja, noch eine kleine Zusatzinfo: Fünf Meilen vor Kanab (Utah) liegt in Arizona das Nest Fredonia. Dort kostete der Sprit „nur“ 3,309 USD/Ga – anderer Bundesstaat, andere Steuern? Und bei den 200 Meilen, die wir an dem Tag verfahren hatten , lohnte sich das schon.

Auswertung der Fotos und Reisebericht wird verschoben auf den nächsten Tag.

Gute Nacht.

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