24.06.2018 – Flug Los Angeles nach Düsseldorf – Resumée

Heute sollte die Nacht um 4.20 Uhr zu Ende sein. Aber ein langer Schlaf soll uns in diesem Hotel offensichtlich nicht vergönnt sein. Um ca. 2 Uhr waren aus dem Nachbarzimmer laute Stimmen zu hören. Eine lebhafte bis hitzige Diskussion von mehreren weiblichen Wesen, die überhaupt nicht kümmerte, dass in diesem Hotel noch andere Menschen logieren. Eine Zeitlang versuchten wir, es zu ignorieren, vergeblich. Irgendwann platzte Karin der Kragen und sie klopfte an die Wand. Es wurde genauso lautstark zurückgeklopft und die Diskussion ging weiter. Nächste Eskalationsstufe: Rezeption anrufen. Die schickten auch jemanden vorbei, mit wenig Erfolg. Dann verirrte sich noch ein weiterer Partygast an unsere Tür, eine weitere Beschwerde beim Hotel erfolgte. Irgendwann schlief ich dann ein, wahrscheinlich drei Minuten, bevor der Wecker klingelte.

Schnell duschen. Aus dem Nebenzimmer waren immer noch Stimmen zu hören. An der Rezeption machten wir unserem Ärger höflich, aber eindringlich Luft. Wir mögen uns dich nochmal telefonisch bei ihnen melden. Das taten wir dann auch sofort, per Email. Karin hat darin ja Erfahrung und vielleicht springen ja ein paar Best Western Punkte dabei heraus.
Zum Flughafen hatten wir uns in Vobereitung auf Deutschland entsprechend angezogen: lange Hose, Jacke. Uns war bei der Abgabe des Wagens am Vorabend schon aufgefallen, dass wir andere Temperaturen gewohnt waren. Die 72 Grad Fahrenheit lagen doch lockere 40 Grad unter denen von Las Vegas. Bei Hertz hatten wir noch einen netten Service unseres Hotels erlebt: Man bot uns an, mit dem Shuttlebus nicht vom Flughafen, sondern vom Autovermieter abgeholt zu werden. Das sparte uns bestimmt eine Stunde.
Der Transfer zum Flughafen lief glatt, sogar das elektronische Einchecken. Meine Reisetasche konnte ich an der Self-Service-Waage auf genau 50 lbs aufladen. Check. Security ging so schnell wie selten, Computertasche und Fotorucksack einfach aufs Band, nichts auspacken. Und dann mit Hut auf dem Kopf, dem Gürtel um und den Schuhen an durch den Beeper. Check. Noch ein Tässchen Kaffee in der Alaska-Lounge und der Flug nach Newark war auch schnell rum. Hier verzichteten wir angesichts der knappen Zeit und dem erforderlichen Terminalwechsel auf einen Besuch in der Lounge. War auch nicht so dringend, während des Fluges waren wir gut versorgt worden.

Der Flug nach Hamburg verlief auch störungsfrei (abgesehen von der Tatsache, dass die Videos ALLE ruckelten), wir hatten in unserer Dreierreihe sogar einen Platz frei, weil sich der Besitzer des dritten Platzes einen Platz in der First Class sichern konnte.

In Hamburg waren wir gerade aus dem Flieger gestiegen, als wir noch vor der Passkontrolle einen Securitycheck durchlaufen mussten. Wieso? Denken die, dass wir im Flieger gefährliche Gegenstände mitbringen?

Die Airport-Lounge in Hamburg ist groß und offen und man hat einen schönen Überblick über einen Teil des Flughafens.

Schon angenehmer, als wie im letzten Jahr auf der Suche nach einer Anschlussverbindung zu sein. Und es gibt deutsche Brötchen mit „deutscher“ Wurst. Mhhh. So sehr ich manche Varianten des amerikanischen Essens schätze, es geht nichts über deutsche Backkunst.

Resumée

Der Urlaub in diesem Jahr war in einigen Punkten anders als unsere vorherigen. So hatten wir aufgrund der veränderten Schuhsituation von Karin die Möglichkeit, wesentlich aktiver einzusteigen als früher. Gut, die Kondition ist noch etwas suboptimal und vielleicht besorge ich mir auch noch bessere Wanderschuhe, aber so konnten wir Landschaften „erwandern“, die uns sonst verschlossen geblieben wären. Wir waren auch schon einige Male an den gleichen Stellen, doch durch die Wanderungen haben wir Stellen gesehen, die uns bisher verborgen blieben.

Auch so sind wir dem Mainstream nicht immer gefolgt (stellenweise unfreiwillig): Den Antelope-Canyon haben wir nicht „gemacht“, zum einen, weil es sehr viel Geld kostet, mit vielen anderen Touristen dort durchgepresst zu werden, zum anderen verdienen andere Slot-Canyons auch unsere Aufmerksamkeit, auch wenn vielleicht das Farbenspiel dort einzigartig ist.

Das zweite „must go“, was wir nicht erlebt haben, war die „Wave“, eine spezielle von vielen anderen Felsformationen. 9mal in der Lotterie, 9mal nichts gewonnen. Aber wie schon gesagt: Glück in der Liebe…

Eine Sache, die nicht nur vielen anderen Naturfreunden am Herzen liegt, ist die Schrumpfung des GSENM, des Grand Staircase Escalante National Monument. Die unten abgebildete Karte zeigt das Monument in seiner damaligen und seiner geschrumpften Ausdehnung.

Es wäre wünschenswert, dass die alten Grenzen so schnell wie möglich wieder hergestellt würden. Eine industrielle Ausbeutung fügt der Landschaft unwiederherstellbaren Schaden zu.

Das Konzept der „vielen“ Umzüge war nicht richtig toll, aber unter den gegebenen Umständen das einzig Mögliche, um stundenlange Anfahrten zu vermeiden.

Sehr gut hat mir gefallen, dass wir zum Schluss wieder in einem richtig gemütlichen Vacation Rental übernachtet haben. Das stärkt den Erholungsfaktor. Aber auch die erste Hütte war sehr schön. Was ich persönlich nicht so dringend brauche, sind Temperaturen bei regelmäßig von fast 40°C. Aber auch das war nicht zu vermeiden, wenn man zu dieser Jahreszeit in dieser Gegend unterwegs ist. Zudem ist es eine trockene Hitze, die besser zu ertragen ist als das, was in Deutschland angeboten wird.

Bewährt hat sich auch unser Versorgungskonzept in Bezug auf Flüssigkeiten: Wir hatten uns im Walmart zu Anfang mit 6 Literflaschen mit „Limonade“ eingedeckt und füllten diese täglich mit Wasser aus dem Wasserhahn nach und bohrten dieses mit Konzentrat auf. Das spart Gepäck, schmeckt und liegt preislich noch im Rahmen.

Ebenfalls gut war der Kauf der großen Kühlbox. So fühlt man sich, wenn man das Monstrum auf der Ladefläche befestigt hat, wie ein Einheimischer, auf der anderen Seite konnten wir so die Zeit im Bryce Canyon überbrücken, wo es keine vernünftigen Lebensmittelläden gibt.

Was die Versorgung mit Internet betrifft, waren unsere Erfahrungen eher gemischt. In den Hotels war es eher mäßig, Ausnahme das St. Rose Parkway in Henderson, wo ich sogar ein Netzwerkkabel zur Verfügung gestellt bekam und das mit hohen Upload-Raten glänzte. Die Ferienhäuser/-wohnungen waren eher durchschnittlich ausgerüstet, aber OK.

Unser Wagen war mal wieder Spitze. Ich weiß, dass es unvernünftig ist, einen Truck mit 5,7 Litern Hubraum zu fahren, aber es gehört für uns dazu.

Nach Rückkehr hatten wir einige Meilen mehr auf dem Tacho, der Verbrauch hatte sich im Schnitt auf 11,5 l/100 km eingependelt. Was das Ergebnis in meinen Augen verschlechtert hat, war unsere Wüstenralley, wo die Räder und der Motor sehr viel geleistet haben, ohne einen Zentimeter weiter zu kommen.

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