03.06.2018 – Red Hills Desert Garden – Virgin River Gorge

Wir gehen es wieder gemütlich an. Letztens waren wir am Red Hills Desert Garden vorbeigekommen, der am Red Hills Parkway liegt und kostenlos einen Ausflug in die Botanik der Umgebung bietet – mit dem Vorteil einer exakten Beschilderung einer jeden Pflanze. Ein sehr liebevoll angelegter Park, wenn ihr Zeit habt, geht mal durch.

Man durchläuft auch einen „Slot Canyon“ und kann sich dann – so die Jahreszeit es zulässt – an vielen blühenden Pflanzen erfreuen.

Die Tatsache, dass sich meine beste Kartenleserin von allen langsam der Erholung hingibt, lässt sich daran messen, dass sie nicht darauf bestand, dieses Ziel ins Navi einzugeben, sondern darauf vertraute, dass der beste Fährtensucher von allen (also ICH) diese Location allein durch Studium der Karte und den angeborenen Ortssinn sowie eingebautes Navi (wie bei den Tauben) ohne große Irrfahrten findet. Das hatte gestern schon bei Ross funktioniert, warum nicht heute wieder. Wenn man den Garten verlässt, kann man auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf einen Parkplatz fahren und hat einen schönen Überblick über St. George.

Übrigens ein nettes Feature des Navis unseres Autos: Es erkennt das ST unserer Stadt nicht als Saint George, sondern macht aus ST das übliche Street, also fahren wir demnächst nach „street George“. Nächstes Ziel für den Vormittag: Costco und Walmart (ebenfalls ohne Navi). Hier mussten wir unsere Vorräte besorgen, die wir in den nächsten Wochen benötigen. Sechs Tage im Bryce Canyon, da gibt es keinen (preiswerten) Supermarkt. Zwei Tage in Page, da gibt es immerhin einen Walmart und dann neun Tage in Kanab, keine Ahnung, welche Shops sie dort haben. Also gehen wir vom schlimmsten = teuersten aus.

Bei Costco hatten sie schöne Probierständchen (endlich mal wieder) und so kamen wir mit halbwegs vollem Magen und einem gut gefüllten Einkaufswagen wieder raus:

Zuhause ausladen und alles in die Kühlung bzw. wenn möglich einfrieren. Dann noch einen leckeren Salat verputzen und ein wenig Siesta einlegen.

Gegen 15 Uhr sollte es dann wieder auf die Piste gehen. Die Virgin River Gorge mit dem Interstate 15 hatten wir ja schon einige Male durchfahren und dabei immer sehnsüchtig auf den Campground geschielt, der durch eine Ausfahrt zu erreichen war (auf der anderen Straßenseite hatten wir sogar schonmal mit dem Wohnmobil geboondockt, aber das zählt nicht). Jetzt hatten wir mal die Zeit, uns dort umzuschauen. Von der Picnic-Area ging ein Trail runter zum Fluss und ein weiterer mit zwei Meilen Länge in die Gorge. Zum Fluss schafften wir es noch, auf den längeren Weg verzichteten wir angesichts von 108° Fahrenheit großzügig.

Wieder zurück im Auto – nach einem kleinen Ausflug in die Fauna –

ging der Überraschungsteil der Tour los. Bei Google Maps hatte ich gesehen, dass von dieser Ausfahrt aus eine „Straße“ durch die Berge bis zum Highway 91 führen sollte. Dieser wurde, als die Gorge durch Erdrutsche im letzten Jahr gesperrt war, als Umgehung für die Verbindung zwischen St. George und Las Vegas verwendet. Auf diese Straße wollten wir stoßen, ohne die geringste Ahnung, ob die Dirt Road überhaupt durchgängig ist und was uns erwartet. Hier zeigt uns die Karte auf der 91 die „Joshua Tree National Landmark“, ein Ziel, was uns lohnenswert erschien.

Wie sagte schon Hägar der Schreckliche so schön? Ignorance is the mother of adventure. Also los. Schon nach ein paar Meilen über mäßig zu fahrende Piste stießen wir auf eine tolle Canyonlandschaft mit einer der schönsten Ansammlungen von Joshua Trees, die ich seit langem gesehen hatte.

Wir wühlten uns weiter über die Dirt Road, bis wir irgendwann links Littlefield am Interstate Highway liegen sahen und stießen dann auf die 91. Super, soweit hat der Plan funktioniert. Auf dem Weg nach Norden stießen wir dann auf einen Abzweig, der besagte: Joshua Tree Road Scenic Backway. Ob das das gewünschte Ziel ist? Versuch macht kluch. Es ging wieder ins Gelände, diesmal ja sogar auf einem offiziellen Backway. Aber das, was wir vorher an Vegetation gesehen hatten, war nicht mehr zu toppen. Abgesehen davon haben wir – wie wir hinterher auf der Karte sahen, die National Landmark verpasst.

Aber unser Auto-Navi kannte die Strecke zumindest und so ließen wir uns auf fast direktem Weg (die Schlange mussten wir umfahren)

bei Shivits auf die 91.

Mittlerweile waren die Schatten länger geworden und wir in der Nähe des Snow Canyon. Eine gute Gelegenheit, auch hier noch ein paar Fotos zu schießen.

Jetzt aber schnell nach Hause, morgen geht es (vermutlich) früh auf die Straße, geplant haben wir einen kleinen Ausflug nach Angels Landing im Zion National Park. Zumindest so hoch es die Schwindelfreiheit erlaubt.

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