31.10.2021 – Rückflug nach Deutschland

Wir sind im Packwahn. Draußen regnet es junge Hunde und wir müssen einmal den gesamten Wagen leerräumen, um alles irgendwie in Koffern zu verstauen. Und die Rücksitzbank fasst so einiges an Gepäck. Gut, dass wir diesmal die Ladefläche nicht auch noch dafür verwendet haben.

Endlich ist alles in zwei großen Koffern, einer Tasche und einem kleinen Koffer verstaut. Natürlich neben dem Handgepäck.

Gestern Abend hatten wir noch mit dem Hotelpersonal gesprochen, damit sie uns einen Platz im Frühstücksraum reservieren. Geht nicht, hieß es, wir sind ausgebucht. Wir fanden uns trotzdem um acht Uhr im Restaurant ein und dank unseres natürlichen Charmes gelang es uns, direkt noch zwei Plätze zu ergattern. Zum ersten Mal seit langem wieder mit metallischem Besteck, cooked to order ein Omlet vernichten. Das Restaurant hat es in sich. Wir genossen jeden Bissen, als Henkersmahlzeit.

Jetzt geht es mehr oder weniger direkt nach Montreal. Ca. 2,5 Stunden hatte das Navi gestern Abend noch ausgeworfen. Heute waren es drei Stunden. OK, Zeit haben wir genug. Vor allen Dingen, um dem Wasserfall Montmorency noch einen Besuch abzustatten. Was sich nicht ganz trivial gestaltete. Am oberen Ende – dort, wo uns das Navi hingebracht hatte – gab es einen kostenlosen Parkplatz, aber wir hätten im strömenden Regen noch weit laufen müssen. Zeitlich ein Problem. Aber es gab noch einen anderen Platz. Aber da war alles zu und man konnte überhaupt nicht weiter. Schließlich fanden wir mit Google Maps eine Stelle unterhalb des Falls, die sich eindeutig am besten für ein Foto eignete.

Jetzt aber schnell auf die Piste. Denn wir wollten zumindest ein wenig von der Altstadt von Québec sehen. Mehr durch Zufall fanden wir einen Parkplatz an einem Groschengrab – das wird teuer. Und gönnten uns eine halbe Stunde einen Run durch einen winzigen Teil der Altstadt.

Nach den bisherigen Erlebnissen mit nordamerikanischen Städten war das eine große Abwechselung.

Wir fühlten uns ein paar Jahrhunderte zurück in ein europäisches Dorf zurückversetzt. Alte Häuser aus Stein, großvolumige Burgen, die älteste Steinkirche in Nordamerika,

irgendwie hübsch. Leider blieb uns gerade mal eine halbe Stunde, da wir ja noch nach Montreal zum Flughafen wollten/mussten.

Der Regen, der zwischendurch dankenswerterweise während unseres Spazierganges aufgehört hatte, setzte wieder ein und säuberte hoffentlich unseren Wagen.

Was uns auffiel: In der Provinz Québec gibt es an den Autobahnen (Transcanadian Highway) offene und sehr saubere „Restareas“. Etwas, das wir sowohl in New Brunswick als auch in Nova Scotia schmerzlich vermisst hatten.

Eigentlich wollten wir in Montreal bei Costco nochmal volltanken und hatten das auch ins Navi eingegeben. Aber als wir am Sonntag gegen 15 Uhr dort ankamen, war die Tankstelle brechend voll. Wir hätten es wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig zum Flieger geschafft. Also auf zur nächsten freien Tankstelle und zähneknirschend deutlich mehr bezahlen.

Bei Hertz am Schalter stand uns dann die nächste Überraschung bevor. Wir hatten ja in Moncton den Wagen getauscht. Aber Hertz wusste davon noch nichts. Wir bekamen keine offizielle Abrechnung und hoffen, dass die dort intern den Vorgang klären und die Rechnung einigermaßen stimmt.

Schwerst beladen mit Koffern und Taschen wühlten wir uns zum internationalen Schalter von Air Canada durch. Personal? Wenig. Versuchen wir es an den Automaten. Pässe einscannen lassen und, oh Wunder, in paar Klicks später hielten wir sowohl unsere Boarding-Pässe als auch die Gepäckanhänger in den Händen. Diese befestigten wir so sorgfältig wie möglich an unseren vier Gepäckstücken und schoben diese auf ein vorgesehenes Band, welches zum einen die Stücke wog und zum anderen anhand des Aufklebers die Koffer einsog und uns hoffentlich in Frankfurt wieder ausspuckt. Wir werden sehen.

Dank unseres Priority Passes konnten wir die restliche Zeit bis zum Abflug in einer sehr schönen Lounge verbringen.

Dort wurde uns auch sofort ein leckeres Essen serviert. War heute morgen wohl doch noch nicht die Henkersmahlzeit.

Wir fanden uns dann pünktlich am Flieger ein, der leider erst mit 50 Minuten Verspätung abhob.

Nächste Überraschung war das Essen: Wir bekamen Rinderfilet und Hühnchen angeboten. Mich interessierte das Filet und ich muss sagen, dass es das beste Flugzeugessen war, was ich in den letzten Jahrzehnten bekommen habe.

Der Flug verlief störungsfrei (zumindest, was die technische Seite betraf). Einige Reihen hinter uns machten sich einige sehr viel jüngere Mitflieger lautstark bemerkbar.

In Frankfurt nicht eine einzige Kontrolle, was Corona betraf.

Unser Koffer waren alle auf dem Band, Technik, die begeistert. Das Auto fanden wir dank ausgeklügelter Brotkrumenstrategie wieder.

Auf der Autobahn die üblichen Raser und leider viel zu wenige schöne Trucks.

Das wars für diesen Urlaub. Danke, dass Ihr uns begleitet habt.