Jetzt ist es soweit. Wir werden als nächstes und letztes Hotel in diesem Urlaub unser Hotel in der Nähe des Flughafens in Denver anlaufen. Dank unseres Status bei Best Western können wir ein Late Check Out vereinbaren und müssen erst um 14 Uhr das Zimmer räumen. Das lässt uns reichlich Zeit für einen Ausflug verbunden mit einer kleinen Wanderung. Dazu wählen wir den „Garden of the Gods“.
Der Park wurde 1859 von zwei Siedlern benannt, die das Gebiet als einen „Ort für die Götter“ beschrieben und es später der Stadt Colorado Springs schenkten – unter der Bedingung, dass es für immer kostenlos zugänglich bleibt. Schon lange davor nutzten indigene Gruppen wie die Ute und Apache die markanten Felsen als Orientierungspunkte und als Treffplatz für saisonale Wanderungen. Im späten 19. Jahrhundert wurde der Park zu einem beliebten Ausflugsziel für Reisende, die die neue Eisenbahnlinie nach Colorado Springs nutzten. Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden die ersten Wanderwege und Aussichtspunkte, die den Park für Besucher erschlossen. Heute gilt der Garden of the Gods als eines der bekanntesten Wahrzeichen Colorados und zieht jährlich Millionen Menschen an, die die ungewöhnlichen Felsformationen und die Aussicht auf Pikes Peak genießen.
Wir brauchten von unserem Hotel aus ca. 10 Minuten. Ich hatte ein besonders schönes Foto der Felsen dort gesehen und hätte es gerne auch so oder ähnlich fotografiert. Also bemühte ich die KI und bekam auch Koordinaten geliefert. Schon erstaunlich, was die KI (oder sollte ich sagen: Super-Intelligenz?) angeblich alles kann.
Wenn man in den Park einfährt, gibt es eine große Schleife, von der aus diverse kleinere und größere Parkplätze anfahrbar sind und von wo aus man eine Wanderung in das Felsengewirr starten kann. Wir fanden an der Parking Lot 5 einen freien Platz ganz in der Nähe der Koordinate, die ich auf dem Handy sehen konnte. Nur sah es von dort deutlich anders aus, als auf dem Foto gezeigt. Möglicherweise war die Aufnahme Fake? Man weiß es nicht. Wir jedenfalls waren froh, einen Parkplatz gefunden zu haben und starteten auf einem der Wege ins Innere.
Immer wieder sind die Ausblicke anders. Mal sieht man vor sich die riesigen Felsen mit winzig kleinen Punkten. Das sind Kletterer, die mit einem speziellen Permit den Aufstieg an den steilen Wänden üben dürfen.
Dann steht man vor einer Felsnadel, die so spitz aussieht, als könne man sich nicht draufsetzen. Diese „Spire“ liegt im Sonnenlicht. Einmal um 180° gedreht, stehen wir vor einer anderen, sie schattet uns ab, aber die Sonne drängelt sich gerade über die Bergspitze.
Weiter geht es, gegenüber mal keine roten Felsen, hier wird heute nur weiß angeboten.
Erneut um 180° gedreht, stehen wir vor dem größten der Felsen, imposant anzuschauen.
Hier wurde auch die Plakette festgemacht, auf der zu lesen steht:
DER GARDEN OF THE GODS
GEGEBEN AN
DIE STADT COLORADO SPRINGS
IM JAHR 1909
VON DEN KINDERN
VON
CHARLES ELLIOTT PERKINS
ZUR ERFÜLLUNG SEINES WUNSCHES,
DASS ER FÜR IMMER
FREI FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT
BLEIBEN SOLLE
Und wenn man den Blick nach oben richtet, kann man die Formation bewundern, die „Kissing Camel“ genannt wird.
Mit viel Fantasie kann ich dem zustimmen. Der Camel Rock in New Mexico war deutlicher.
Dann verlieren wir uns ins Gewirr der Steine und klettern ein wenig aufwärts. Das hat zur Folge, dass man einen wirklich schönen Überblick aus der richtigen Richtung auf den Garten bekommt.
Aber die Stelle, die ich suchte, habe ich immer noch nicht gefunden. Egal, es gibt auch viele andere schöne Aussichtspunkte.
Wie diesen hier.
Einen vorletzten Stop machen wir am High Point Overlook. Der Blick auf den Garten ist natürlich schön, aber auch der auf den winzig kleinen Pikes Peak. Wusste immer schon, dass meine Frau Größe hat. Hier ist es endlich mal bewiesen.
Dann geht es zum Visitor Center. Auch von hier gibt es schöne Ausblicke auf den gesamten Park.
Man muss nur die Stelle finden, wo der Pikes Peak mit im Bild ist und möglichst wenig Straße und Autos. Wenn man das nicht macht und von der Terrasse des Zentrums einfach draufhält, sieht es ungefähr so aus.
Es geht weiter. Wir versuchen noch, in eine Felsenlandschaft nördlich des Garden of the Gods einzudringen. Der erste Teil ist leider Privatgelände, der zweite mit einer längeren Wanderung verbunden. Also geben wir unser Hotel ins Navi ein, sind nur ca. 5 Meilen und laden unsere Koffer ein.
Dann setzen wir uns auf den I25 und rauschen Richtung Norden. Zuerst Hands Free, bis mal wieder die Sensoren streiken und nur noch der Tempomat, der Abstandshalter und der Totwinkelassistent funktionieren.
Das Hotel kennen wir, wir bekommen (vom Gefühl her) sogar das gleiche Zimmer wie zu Anfang unseres Urlaubes. Das Internet ist für ein so modernes Hotel quälend langsam und ich bekomme beim Arbeiten fast die Motten.
Nach einer ordentlichen Pause statten wir Ross und Costco einen Besuch ab. Wir müssen vor der Abgabe des Wagens volltanken. Und ich brauche noch eine Dose M&Ms.