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20.09.2026 – Von Deming nach Tuscon

Wieder steht uns ein Fahrtag bevor. Wir werden heute abend Tucson in Arizona sein. Es gibt tatsächlich nicht viele Dinge, die uns auf der Wegstrecke interessieren und so müssen wir ein wenig in unserer Vergangenheit stöbern, um zu schauen, wie wir die Fahrerei würzen können. Als erstes fällt uns da das Chiricaua National Monument ein. Das Monument ist ein spektakuläres „Wonderland of Rocks“ im Südosten Arizonas, geprägt von einer gewaltigen vulkanischen Eruption vor rund 27 Millionen Jahren, deren erkaltete Asche heute als Rhyolite Canyon Tuff in Form von Türmen, Hoodoos und Balancing Rocks steht. Die berühmten Felsformationen – teils hunderte Fuß hoch – wirken, als würden sie jeden Moment umkippen.

Wir sind auf dem I10 seit ungefähr zwei Stunden unterwegs, alle Sensoren funktionieren prächtig, ich kann mit meinen Händen machen was ich will. Kurz hinter der Grenze zu Arizona gönnen wir uns auf einer Rest Area eine kurze Pause. Ich steige aus dem Wagen aus, atme die Luft ein. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich fühlte mich zuhause, angekommen. Warum ich mit dem Wüstenstaat so eine besondere Verbundenheit fühle, kann ich nicht sagen. Gefühle lassen sich nicht erklären, maximal beschreiben. Mir geht es gut. Ein wenig später führt uns das Navi bei Bowie auf die Apache Pass Road nach Süden. Irgendwann musste das geschehen. Das Monument liegt leider nicht direkt an einer der Hauptverkehrsrouten. Was uns das Navi nicht verriet, ist dass es uns auf dem kürzesten Weg – also über die Berge – dorthin führte.

Das ist als solches nicht schlimm, was uns aber Google Mopps auch nicht verraten hatte, war die Tatsache, dass ca. 8 Meilen der Strecke als Dirt Road ausgeführt waren.

Die landschaftliche Schönheit der Strecke machte das wieder wett. Und da es in den letzten Tagen geregnet hatte, zeigten sich die Ocotillos in prächtigstem Grün.

Haben wir in dieser Intensität außer in diesem Jahr noch nicht gesehen. Der Blick zurück offerierte ein ähnlich schönes Bild.

Dann endlich hatten wir wieder Asphalt unter den Reifen und legten die letzten Meilen zum Monument und seinem Visitor Center recht zügig zurück.

Was uns verwunderte, ist, dass trotz leerer Kassen für das Monument kein Eintritt verlangt wurde. Wir wollten stolz unseren „America the beautiful“-Pass zeigen, aber er wurde nicht eines Blickes gewürdigt. Gut, sie müssen ohne Eintrittsgelder zurechtkommen. Dabei wäre es der Park mehr als wert.

Die meisten Attraktionen und Wanderwege gehen von oben am Ende der Straße los, wir fahren in die Berge.

Am Parkplatz vom Echo Canyon halten wir an und ziehen unsere Wanderklamotten an. Zumindest ein bisschen wollen wir heute noch laufen.

Eine großartige Szenerie erwartet uns. Die Älteren unter den geneigten Lesern werden vielleicht noch den deutschen Schlagersänger Peter Rubin kennen. Nicht? Auch nicht tragisch. Aber er hat ein Lied gesungen mit dem Titel „Wir zwei fahren irgendwo hin“. Und in diesem Song kam ein Textschnipsel vor, der da lautet: Da gibt es Riesen, die noch Riesen sind. Und genau das ging mir die ganze Zeit durch den Kopf, als wir auf dem Trail nach oben schauten.

Man kann (und sollte) auch – damit man nicht über die im Weg liegenden Steine stolpert – nach unten schauen. Und dann begegnet man allerliebsten Eidechsen.

Ein paar Wanderer, die uns entgegenkamen, berichteten von einer Klapperschlangensichtung. Darauf waren wir nicht wirklich scharf.

Unser Ziel auf dem Trail war „The Grottoes“, ein Felsengewirr, wo die Steine übereinander geworfen waren, als hätten Riesen mit ihnen gespielt.

Schließlich setzten wir uns einfach oberhalb eines Tales hin und genossen die Aussicht. Die Wolken zogen langsam an uns vorbei und ich hoffte, dass es die Sonne irgendwann schafft, auch die vor uns liegenden Felsen zu beleuchten.

Tat sie dann auch und wir schauten auf die Uhr, denn bis Tucson brauchen wir noch über 2 Stunden.

Auf dem Rückweg sehen die Felsen (auch weil die Sonne gerade nicht von Wolken verdeckt war) total anders aus.

Wieder im Tal angekommen, füllten wir schnell unsere Wasserflaschen auf und machten uns auf die Piste. Nicht, ohne vorher die Sensoren gründlich zu säubern. Wie erwartet, funktionierte so manch ein Automatismus nicht mehr. Der Totwinkelwarner streikt immer noch.

Neben uns leuchten die Felsen in der Nachmittagssonne. Als wir auf die Autobahn kommen, erwischt uns ein Regenguss. Schön, dass die Scheibe wieder sauber wird. Auf den Totwinkelwarner hat es leider keinen Einfluss.

In der Ferne werden auch gerade Leute geduscht. Am Hotel angekommen, beziehen wir unsere kleine Suite, eine kleine Küchenzeile mit Ceranfeld, ein extra „Wohnzimmer“ und auch eine mini Whirlpool-Badewanne ist vorhanden. Hier können wir es uns drei Nächte gut gehen lassen.

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