Nun hat es mich auch erwischt, in zweierlei Hinsicht: Es regnet hier in Farmington, der Hurricane Polo schiebt uns den Regen in die Straßen. Und ich ziehe zum ersten Mal eine lange Hose an. Wollte ich eigentlich vermieden haben.
Was macht man an einem solchen Tag? Nur herumgammeln ist möglich, aber klappt auch nicht ewig. Auch chillen will gelernt sein. Aber meine Göttergattin wollte unbedingt noch einmal den Ross plündern. Also setzte ich sie dort ab, stellte die Rückenlehne zurück und genoss die Country Musik im Autoradio. Nachdem sie erfolgreich zurück war, brachte ich sie zu TJ-Max und wiederholte das Spielchen. Diesmal kam sie unverrichteter Dinge zurück. Nächste Station war der Walmart direkt neben unserem Hotel. Auch da hielt sich meine Begeisterung und mein Engagement in Grenzen. Meine bessere Hälfte dagegen schlendert gerne durch die Gänge – einfach schauen, was es gibt. Die Frauen kennen das.
Währenddessen versuchte ich im Hotel, ein wenig Ordnung in meine Bilddaten zu bringen. Als die Shopperin mit einer vollen Tüte Lebensmittel zurück war, wurde ein leckeres Mittagessen zubereitet und wir legten uns zur Belohnung ein wenig aufs Ohr.
Am frühen Nachmittag ließ der Regen ein ganz klein wenig nach und wir beschlossen, auf Suche nach Arches im Bereich von Aztec zu fahren. Hier gibt es eine außergewöhnlich hohe Dichte an natürlichen Sandstein-Arches – über 300 dokumentiert, vermutlich deutlich mehr. Das Gebiet gehört geologisch zum Colorado Plateau und bietet eine Art „Mini‑Moab“, nur ohne die Menschenmassen. Die Arches verteilen sich über ein Netz aus Canyons, das durch alte Öl‑ und Gaszugangsstraßen erschlossen ist. Dadurch kommt man relativ leicht in abgelegene Gebiete, allerdings oft nur mit High‑Clearance‑Fahrzeugen.
Wir hatten in einem Prospekt ein paar hübsche Bögen gesehen. Diese waren mit GPS-Koordinaten versehen und dann einer Beschreibung. Die GPS-Koordinate konnte ich ins Navi eingeben. Dann standen wir am Anfang einer Dirt Road und hätten zum nächsten Wegpunkt noch 0,8 Meilen laufen müssen. Aber meine liebe Ehefrau hatte Angst, der Wagen könnte wieder dreckig werden. Die Vermutung war nicht ganz von der Hand zu weisen. Die weitere Beschreibung lautete ungefähr so: 0,8 Meilen auf der Dirt Road, dann an einem Gas-Speicher 100 Yard nach Norden. Wir marschierten los. Der Weg war mehr oder weniger matschig und rutschig, man musste schon aufpassen, dass man sich nicht hinlegte. Dann sahen wir ein merkwürdiges technisches Gebilder und dachten, wir sind da. In der Ferne sah man auch Gesteinsformationen. Also querfeldein laufen und kurze Zeit später standen wir dann wirklich vor einer allerliebsten Arch, der Pillar Arch.

Super, gefunden. Und von der anderen Seite sieht sie auch nett aus. Wenn man dann den Blick bergab schweifen lässt, sieht man auch die im Prospekt beschriebene „Gas-Well“.
Danach also müsst ihr Ausschau halten und so lange auf der „Hauptstraße“ bleiben.
Von unserem Standpunkt aus konnten wir direkt noch eine weitere Arch sehen, die Outcrop Arch. Auch hier marschierten wir zumindest in die Nähe für ein Foto von oben.

Der Boden war wie sandige Schmierseife und einmal habe ich mich auch auf meine neue Jeans gelegt. Eingeweiht.
Letztendlich waren wir froh, dass wir diesen kleinen Hike gemacht hatten. Man hätte noch eine weitere Arch anlaufen können, aber mittlerweile hatte der Regen wieder eingesetzt und der Boden war schon rutschig genug.
Wieder am Auto, erstmal die Hosenbeine und die Schuhe abklopfen.
So hätten die mich nicht ins Hotel gelassen. Aber da wollten wir ja auch nicht sofort hin.
Auf dem Rückweg drehten wir im nachlassenden Tageslicht noch eine kurze Runde durch die Downtown von Aztec, hübsch hier.
Dann sollte es zurück nach Farmington gehen. Aber diese Stadt hat, was Straßen betrifft, eine nette Eigenheit: Es gibt eine Hauptstraße, an der alle Geschäfte, Hotels und sonst was liegen. Verbunden mit den entsprechenden Ampeln, die keine grüne Welle kennen. Aber sowohl nördlich als auch südlich gibt es parallel verlaufende Straßen, die zum Teil komplett Ampel-frei und auch ohne Stopschilder ein Vorankommen ermöglichen. In unserem Fall war das die 3000, die südlich des Animas River vorbei an beeindruckenden Felswänden und teilweise sehr schönen Wohngebieten führt. Schließlich landeten wir (beabsichtigt) in der Oldtown, die am Abend durch illuminierte Bäumchen sehr hübsch aussieht.
Parkplätze entlang der Straße gab es zu hauf, das Nachtleben hatte noch keinen Schichtbeginn, obwohl wir es schon anders erlebt hatten.
Dann, im Westen, weit außerhalb der Stadt, zeigte sich zum guten Schluss noch ein verheißungsvolles Glühen am Himmel. Kriegen wir doch noch ein bisschen Sonne mit.
Das war es dann für heute, auf zum Hotel, wir haben noch Pecan-Eis (was allerdings mehr flüssig als fest aus dem Eisfach unseres Kühlschranks kam).