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29.09.2026 – Von Farmington nach Ouray

Jetzt müssen wir unser schönes Hotel verlassen. Schade, es hat uns wirklich gut gefallen. Vor allem ein Feature, welches allerdings nicht direkt mit dem Hotel direkt zu tun hat: Unser Zimmer lag direkt neben dem Aufzug. Bisher haben wir fast regelmäßig unseren Schrittzähler zum Glühen gebracht, wenn wir vom Zimmer zum Aufzug wollten.

Wir könnten noch mehr Zeit in Farmington verbringen und die restlichen 298+ Arches erkunden. Aber unstet, wie wir sind, zieht es uns weiter. Wir wechseln mal wieder den Staat, es geht zurück nach Colorado. Ouray in den Bergen ist das Ziel. Dafür würden wir an reiner Fahrzeit knapp drei Stunden brauchen. Aber wie ich uns kenne, brauchen wir doch wieder länger. Einige interessante Ziele liegen auf dem Weg.

Es geht also die 550 nach Norden bis nach Durango. Dort stellen wir uns auf den Parkplatz von Albertsons mit dem Hintergedanken, dass wir ja Kunde werden könnten. Die Mainstreet von Durango ist voll mit schönen alten Häusern,

hier das alte Wells Fargo Gebäude.

Hier sehen wir den Eingang zu einem der alten Hotels, da weht das Flair der alten Tage durch die Ritzen der Türen.

Aber wir können auch einen Blick in eines der Restaurants werfen, so farbenfroh ist es schon fast mexikanisch eingerichtet.

Zum Schluss gönnen wir dem Bahnhof der DSNG (Durango Silverton Narrow Gauge) einen Blick. Die Bahn selbst ist nicht da, sie ist gerade auf dem Weg nach Silverton. Aber wir hören, dass die Strecke aufgrund von Störungen gar nicht durchgehend befahrbar ist, sie kommt irgendwann zurück. Wir beschließen, Silverton mit dem Auto anzufahren, und verlassen die Stadt in nördlicher Richtung.

Einige Meilen hinter dem Ortsausgang liegt wie schon bei einem früheren Urlaub die Pinkerton Hot Springs. Einfach so am Straßenrand, ohne Marker, gerade mal ein großer Turnout ist sie ein kolorierter Hotspot, von dem man sich fragt, was eine solche heiße Quelle gerade hier zu suchen hat. Und warum sie nicht kommerziell ausgeschlachtet wird.

Das hält uns nicht lange auf und wir schrauben uns die Berge hoch. Das merken wir nicht nur am Spritverbrauch, sondern besonders daran, dass die Laubfärbung der Aspen sehr intensiv einsetzt.

Nach kurzer Zeit kommen wolkenverhangen die höheren Berge in Sicht.

Und wir machen am Molas Pass einen Stop. Unter anderem auch deswegen, weil es dort Toilettenhäuschen gibt. Aber auch ein toller Ausblick auf über 3300 m Höhe.

Dann lassen wir nur noch rollen. In der ganz großen Höhe stehen keine bunten Laubbäume mehr, die sehen wir erst wieder, als Silverton in Sicht kommt.

Die Stadt hat sich seit Jahren nicht verändert. Es gibt eine asphaltierte Straße, die Main Street. Größer ist die Stadt auch nicht geworden, wohin sollte sie sich ausdehnen? Und wovon leben, wenn nicht von der Eisenbahn, also dem Tourismus?

Richtig, die vielen Harley-Fahrer werden unbedingt beim höchsten Harley Store in 9318 Fuss Höhe hereinschauen wollen.

Auch hier eine hübsche Hauptstraße. Es sieht so aus, als hätte man den Namen des Staates als Motto für die Häuserfronten übernommen, so schön bunt sieht alles aus.

Die Boardwalks laden zum Bummeln – und nach Möglichkeit auch zum Einkaufen – ein. Da wir uns in den vergangenen Wochen reichlich mit allem eingedeckt haben, sind wir keine Kauf-Löwen, sondern nur Seh-Löwen.

Jetzt geht es wieder in die Berge, der Million Dollar Highway ruft. Er schlängelt sich durch die San Juan Mountains – eine schmale Bergstraße, die sich an steile Felswände klammert und immer wieder den Blick auf tief eingeschnittene Schluchten freigibt. Die Strecke führt über mehrere hohe Pässe und gilt als eine der spektakulärsten Straßen Colorados. Warum sie „Million Dollar Highway“ heißt, weiß niemand so genau – vielleicht wegen der Aussicht, vielleicht wegen der Baukosten. Der Name passt jedenfalls: Die Fahrt ist kurz, intensiv und unvergesslich.

Offensichtlich wissen die Hiesigen auch, dass die Laubfärbung die Touristen (wie uns) immer wieder zu Stopps zwingt und haben deshalb vorsorglich dieses Schild aufgestellt:

Gut, dass wir das jetzt auch wissen.

Wir kommen an einer der vielen alten Minen vorbei, wie Mahnmale an eine vergangene Zeit ragen sie aus dem Berg heraus. Ein trostloser Kontrast zur ansonsten farbenfrohen Bergwelt, die sich nicht nur in den Bäumen zeigt.

Auf dem Weg nach unten noch einmal besonders schön gefärbte Bäume, die sich hervorragend als Hintergrund für unseren gleichfarbigen Wagen eignen. Nicht auszudenken, wenn der in Silber oder Weiß gewesen wäre.

Im Tal stoppen wir am Crystal Lake. Hauptsächlich deswegen, weil wir viele Leute mit Kamera dort rumturnen sehen. Mein erster Gedanke: Da ist ein Bär. Aber weit gefehlt. Es sind nur fotobegeisterte Touristen, die mit einer offiziellen Fototour hier aus dem Tourbus rausgeworfen wurden, um schön zu knipsen.

Aber es lohnt sich. Der Blick in die Aspen nach oben wäre mit stahlblauem Himmel natürlich noch besser gewesen, aber man nimmt, was man kriegen kann.

Die Spiegelung ist nicht ganz optimal, aber schon ganz nett. Dann erreichen wir eine Baustelle. Die Straße verläuft einspurig. Gut, dass sie dies tut, sonst wären wir nicht so schnell nach Ouray gekommen. An einer Ampelanlage gönnen wir (und die anderen Autos hinter uns) uns eine Pause, bis es nach ein paar Minuten weitergeht. Direkt nach der Baustelle ein kleiner Turnout bei den Bear Creek Falls. Tief stürzt sich das Wasser aus dem Berg nach unten, ein imposanter Anblick.

Der Blick ins Tal Richtung Ouray ist auch nicht schlecht. Und kurze Zeit später erreichen wir unser Quality Inn. Best Western hat es bisher nicht in dieses Tal geschafft.

Wir richten uns häuslich ein und machen ein wenig Pause, damit wir Kraft haben, durchs Dorf zu wandeln.

 

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