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26.09.2026 – Bisti Badlands

Südlich von Farmington – ca. 50 Meilen – liegt eine der bizarrsten und schönsten Landschaften, die dieser Wüstenstaat zu bieten hat.

Stell dir eine Landschaft vor, die aussieht, als hätte jemand die Regeln der Geologie kurz außer Kraft gesetzt. Genau so wirken die Bisti Badlands: ein stiller, weitläufiger Flickenteppich aus grauen Hügeln, zerfurchten Rinnen und bizarren Felsgebilden, die wie Pilze, Eier oder schiefe Türme aus einer anderen Welt wirken.

Die Gegend ist vollkommen unerschlossen – keine Wege, keine Schilder, keine Geräusche außer Wind und dem eigenen Atem. Man läuft durch breite, sandige Washes, die sich verzweigen wie ein Flussdelta, manchmal ohne, nach den jetztigen Regengüssen auch mit Wasser.

Die Formen sind das Ergebnis von Millionen Jahren Erosion. Früher lag hier ein Küstengebiet eines uralten Binnenmeeres, später ein Sumpf, in dem Dinosaurier herumstapften. Heute ist davon nur noch das freigelegte Gestein übrig – Schichten aus Sandstein, Schluff, Kohle und Lehm, die der Wind zu Skulpturen geschliffen hat.

Die Farben wechseln je nach Licht: morgens blasses Grau, mittags fast weiß, abends ein Gemisch aus Ocker, Schwarz und Rot. Wenn die Sonne tief steht, werfen die Hoodoos lange Schatten.

Wer hier unterwegs ist, braucht Orientierungssinn, Wasser und Geduld. Es gibt keine Infrastruktur, kein Netz, keine Geräusche von Autos. Nur Weite.

Aber man muss erstmal hinkommen. Die Beschreibungen dazu sind durchaus unterschiedlich, je nach Heransgehensweise. Allen gemein ist, dass man sich auf einen längeren Fußmarsch einstellen muss und dass es zum Parken nicht einfach an der Hauptstraße eine Parkbucht mit Toilettenhäuschen gibt. Was es gibt, ist das Nichts.

Wir waren vor einigen Jahren schon einmal in dieser Gegend gewesen – kannten uns also bestens aus, ha ha -, aber wir hatten eine ganz spezielle Steinformation nicht gefunden. Wohl deswegen, weil wir uns auf die als hervorragend angepriesene Wander-App Komoot verlassen hatten. Diese mag ja für Deutschland und Europa ganz gute Ergebnisse liefern. Hier waren wir diejenigen, die die Trails generierten. Und natürlich den „Alien Throne“ nicht fanden.

Diesmal machen wir es besser. Bei Maps ist die Parking Lot für das „Valley of Dreams“ zumindest suchbar. Also fahren wir danach. Es geht vom Hotel aus nach Westen erstmal quer durch Farmington, bis wir nach Süden auf die 371 abbiegen. Hier stellen wir den Tempomaten auf 65 mph und rollen erstmal los.

An der Straße 7650 biegen wir nach Osten ab. Laut der Karte stehen uns 17 Meilen Dirtroad bevor. Nicht sehr erhebend. Aber es ist nicht so schlimm wie erwartet (zumindest am Anfang). Wir können recht locker weiterhin mit 30-40 mph über die breite, gut ausgebaute Straße brettern. Nach einigen Meilen biegen wir auf die 7870 ab, die genauso gut ausgebaut ist.

Dann zeigt die Karte einen scharfen Knick und noch eine Meile an. Jetzt macht die Straße ihrem Namen Ehre und ich bin froh, dass wir diesen wunderbar geländegängigen Wagen unter dem Hintern haben. Tiefe Spurrillen, Abbrüche und was sonst eine solche Straße reizvoll macht, hier wird alles geboten.

Schließlich erreichen wir den Parkplatz, den wir bei einem früheren Urlaub auch schon benutzt hatten. Nur hatte damals schon eine größere Gruppe Jeep Fahrer geparkt. Heute waren wir komplett alleine. Zumindest am Anfang.

Machen wir uns auf den Weg. Hinter dem Hügel lockt die erste Sektion. Bei unserem letzten Besuch waren wir schon so begeistert, dass wir a) dachten, wir wären schon da und b) warum weiterlaufen.

Aber wie man im Hintergrund unschwer erkennen kann, gibt es noch mehr Unebenheiten in der ansonsten glatten Landschaft. Und da müssen wir hin. Zumindest nach dem, was uns Alltrails verrät. Zur Vorsicht dokumentieren wir per Foto, dass wir diesen Teil erreicht haben.

Was auf der Dirt Road schon andeutungsweise zu sehen war (und uns einen mächtig schmutzigen Wagen beschert hat), wurde hier eindrücklich bestätigt. Washe sind dazu da, um Wasser zu führen. Und manchmal machen sie das auch.

Das führt dazu, dass man sie überqueren muss. Nach Möglichkeit trockenen Fußes. Und wenn man nicht gerade ein Känguruh ist, tut man gut daran, sich einen Übergang zu suchen, der nicht die Schuhe benetzt. Das hatten wir kürzlich schon reichlich. Gott sei Dank sind die Treter mittlerweile wieder trocken.

In der zweiten Sektion dann fuhren die Badlands voll auf. Hoodoos an jeder Ecke, einer schöner als der andere.

Schließlich meinte unser elektronischer Reiseführer, wir mögen uns doch bitte weiter begeben. Wir versuchten, dem von Alltrails vorgegebenen Pfad zu folgen, was sich als gar nicht so einfach erwies. Wie zwei Betrunkene torkelten wir entlang der grünen Linie im Handy entlang. Grund war die Tatsache, dass unsere Position zu selten aktualisiert wurde. Eine Schildkröte hätte wahrscheinlich keine Probleme gehabt, aber wir waren deutlich schneller.

Zwischendurch auch mal versteinertes Holz. Da hätten wir uns den Trip in den Petrified Forest sparen können.

Nach diversen Irrläufen und hin und zurücks kam endlich der erlösende Ruf: Ich sehe den Alien Throne.

Und da stand er. Eingekreist inmitten vieler anderer ebenso seltsam geformter Felsbrocken hat er schon aufgrund seiner Struktur einen besonderen Status.

Ihn umkreisten und fotografierten wir, bis wir uns auf den weiteren Rundweg machten, der uns wieder zum Auto führen sollte.

Logisch, dass das nicht ohne weitere Fotos abging.

Aber wenn man sich dieses Wunderland – Valley of dreams – anschaut, wird man verstehen, warum man auf der mehr als dreistündigen Wanderung mehr als 4 oder 5 Fotos macht.

Auf dem Rückweg sieht alles natürlich ganz anders aus. Also macht man wieder das eine oder andere Foto.

Kurz bevor wir wieder zur Sektion 1 kamen, wurden wir zwei kleiner sich bewegender Punkte ansichtig. Wie sich herausstellte, handelte es ich um ein deutsches Pärchen, welches genau wie wir auf der Suche nach dem Throne waren. Da konnten wir zum Glück helfen. Die beiden erzählten uns, dass sie in einem kleinen Wohnmobil unterwegs sind. Dieses mussten sie aber am Beginn der 1 Meile langen schlechten Wegstrecke stehen lassen, sonst hätten sie es vermutlich ruiniert. Dafür durften sie dann ihren Schrittzähler länger füttern. Aber die waren noch jung, die schaffen das.

Wir hoppelten ganz locker, aber vorsichtig wieder zurück. Dann am Straßenrand ein paar Pferde. Wilde? Oder war nur der Besitzer wild? Wir wissen es nicht. Jedenfalls waren sie nicht sehr scheu.

Die nächste Attraktion bestand in Form dieses häufig anzutreffenden Windrades, eine zum Land gehörende Installation, die den Wüstencharakter unterstreicht.

Ich fand, in schwarz-weiß macht sich die Aufnahme besser.

Zurück auf der Hauptstraße, der 371, verschlief ich den größten Teil der Fahrt, bis wir in Farmington an einer Waschanlage vorbeikamen. Der Dreck muss runter. Festgebackener Lehm, Staub und sonstiger Dreck blockiert nur unsere Sensoren.

Und halbwegs gut gereinigt ging es zu einem Päuschen ins Hotel zurück. Unser Hotel hat den großen Vorteil, direkt fußläufig neben einem Walmart zu liegen. So drehten wir eine Runde und deckten uns mit allem ein, was für die nächsten Tage in den Kühlschrank passt. Zum Beispiel Eis, Marke Chocolate Chip Cookie Dough.

Eigentlich hätte der Abend jetzt gemütlich ausklingen können, würde nicht in diesen Tagen die Farmington Balloon Ralley stattfinden. Heute morgen hatten wir den Start aller 5 teilnehmenden Ballons knapp verpasst, obwohl sie schräg gegenüber unseres Hotels aufgebaut hatten. Für heute Nacht war zwar kein Flug geplant, aber dafür eine volksfestartige Veranstaltung vor dem Civic Center.

Die fünf Ballons hatten sie auf dem Vorplatz „aufgestellt“ und abwechselnd ließ der eine oder andere seinen Gasbrenner zünden, um den Ballon in der Luft zu halten, aber auch zur Gaudi des Publikums.

Und dann auf Countdown, versuchten alle Fahrer, ihre Brenner gleichzeitig zu zünden. Vielleicht schaffen wir es ja morgen vor der Frühstück, den Start mitzuerleben.

 

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