Die Nacht war angenehm, obwohl durch den geöffneten Fensterspalt zwischendurch der vertraute und nicht besonders angenehme Geruch eines Skunks hereindrang. Und wir hatten kein Skunk-Removal Spray dabei.
Wir frühstückten noch einmal ausgiebig, das muss für die nächste Stunde bis zur Flughafen-Lounge reichen. Unsere Koffer luden wir diesmal auf die Ladefläche, geht leichter, als sie auf die Rücksitze zu wuchten. Eigenartigerweise hatte sich einiges mehr an Gepäck angesammelt. Ich musste meinen Fotokoffer als Aufgabegepäck zur Verfügung stellen, weil unsere beiden großen Koffer jeder mit knapp 32 kg prall gefüllt waren. Wo kommt das nur alles her?
Die 11 Meilen zur Hertz Station waren vom starken Berufsverkehr beeinflusst. Gut, dass wir dieses Hotel in der Nähe des Flughafens ausgesucht und nicht in Colorado Springs eine Nacht verlängert hatten. Dann hätten wir den kompletten Süden Denvers mit vielen Autos erleben dürfen.
An der Hertz Station gaben wir den Wagen ab, alles problemlos. Wir waren voll des Lobes für diesen Wagen und baten, uns genau den für unseren nächsten Urlaub in Houston zur Verfügung zu stellen. Ob das mal klappt? Wir werden sehen.
Ich hatte zu Anfang einen Tageskilometerzähler auf null gestellt und konnte so recht schnell einen Verbrauchswert für die gesamte Reise bekommen. 21.3 mpg entsprechen 11l/100 km. Für einen so großen Wagen ein passabler Wert. Aber dazu später mehr.
Der Transferbus brachte uns innerhalb einer Viertelstunde zum „Busbahnhof“. Nachdem wir die Straße überquert hatten, gab es dort direkt einen Aufgabeschalter, bei dem wir unsere mittlerweile drei Gepäckstücke loswurden. Sehr angenehm. An einem Schalter druckten wir uns die Bordkarten aus und wanderten aufgrund unseres Premier Status schnell durch die Security. Check. Jetzt ab in die Lounge und darauf warten, dass der Flieger nach Chicago losgeht.
Hier genossen wir ein wenig Flüssigkeit. Feste Nahrung war so kurz nach dem Frühstück nicht notwendig. Und ich konnte mich dransetzen, um diese Zeilen zu schreiben und Bilder hochzuladen.
Interessant: Durch die Räume der Lounge wuselten diverse Roboter, die allerdings so freundlich waren, uns weder zu belästigen noch sich feindselig zu zeigen.
Durch die gemütliche Atmosphäre verschliefen wir fast das Boarding, welches nur wenige Gates später stattfand. Unsere Sorge, dass wir unser Gepäck nicht unterbekommen, war zum Glück unbegründet. Der Flieger war ziemlich neu bzw. relativ kurzfristig „renoviert“ worden. Er hatte Starlink an Board, d.h. theoretisch hätte ich ganz normal während der knapp 2 Stunden im Internet surfen können. In den Armlehnen gab es auch eine drahtlose Ladestation für Handys, sogar mit einem annehmbaren Ladestrom. Ich hatte kürzlich im Netz eine App namens Ampere gefunden, die mir den Ladestrom eines USB-Anschlusses anzeigt. Mein Laptop lädt via USC-C mit ca. 1800 mA auf, Hotelanschlüsse sind da häufig deutlich weniger großzügig.
Aber zum Surfen kam ich so gut wie nicht. Beim Filmangebot wurden sowohl einige Folgen der neuen Serie Dutton Ranch und auch Marshalls angeboten, von denen ich die meisten noch nicht gesehen hatte.
Drei Folgen bekam ich durch, dann ging es schon wieder nach unten. Aber ich nehme an, dass im nächsten Flieger das gleiche Angebot zur Verfügung stehen wird. Dann wird das wohl nichts mit Schlafen. Ein neuer Film aus dem Jack Ryan Universum steht auch zur Verfügung. D.h. ich muss mich ordentlich mit Kaffee in der nächsten Lounge abfüllen, damit ich die acht Stunden durchhalte.
Wir landeten pünktlich in Chicago. Vom Gate B7 geht es nach C15, die nächste Lounge liegt bei C18. Dazu müssen wir durch den allseits bekannten Neon-Tunnel. Den hatten wir früher bei Umsteigeaktionen schon öfters durchlaufen, heimische Gefühle. Als wir von der Rolltreppe runterstiegen, grinste uns zum 100-jährigen Bestehen von United Airlines ein riesiger Dinosaurier an. Wollen die damit andeuten, dass die Gesellschaft ein Fossil und damit vom Aussterben bedroht ist? Hoffentlich nicht.
Die Lounge in Chicago bot ein leckeres Essen an: Rosenkohl, Tortellini und Chicken. Echt gut. Und natürlich einen Ausblick auf einen Flughafen. Wer hätte das gedacht?
Und der Ladestrom in den Steckdosen an den Sitzen (ich kontrolliere jetzt immer, wenn ich unterwegs bin) lag bei ca. 3800 mA. Absoluter Spitzenwert bisher bei mir für ein nicht dediziertes Ladegerät.
Die Internetgeschwindigkeit konnte sich nicht ganz mit der von Denver messen, wo ich in beide Richtung oberhalb on 330mBit/s lag. Aber immer noch schneller als die meisten Hotels, in denen wir waren.
Es geht langsam auf den Abend zu. Abflug ist um 18.05 geplant. Wir finden uns so zeitig am Gate ein, dass wir mit unserem Gepäck keine Probleme haben.
Wir sind pünktlich auf dem Rollfeld, Chicago verabschiedet sich mit einem glühenden Himmel.
Dann geht es in die Luft, der tolle Himmel begleitet uns, bis die Sonne ganz untergegangen ist. Als wir uns dann Europa nähern, geht über den Wolken gerade die Sonne auf
und wir landen in Amsterdam. Ich habe es tatsächlich geschafft, die vorhandenen Serien bis zum Ende durchzuschauen, unterbrochen von einem kurzen Nickerchen. Etwas unterschlafen steigen wir aus dem Flieger. Unser Gepäck ist einigermaßen zeitig da und wir finden auch das Busterminal schnell wieder. Der Bus bringt uns innerhalb weniger Minuten zum Parkhaus P3, wo wir einen längeren Marsch zu unserem Dicken beginnen. Hach, ist das schön, auch hier wieder in einen Truck zu steigen. Jetzt 2,5 Stunden nach Hause, mit Fahrerwechsel und die Heimat hat uns wieder.
Resümee
Wir haben es mal wieder geschafft, vier unvergleichliche Wochen zu erleben. Wie in fast jedem Urlaub verbinden wir ein wenig altbekanntes mit neuen Zielen oder neuen Ansichten auf bekannte Ziele. Die Hotels, die wir hatten, waren allesamt gut, es gibt kein einziges, welches ich nicht mehr nehmen würde.
Texas hat uns gut gefallen, das werden wir nächstes Jahr vertiefen. Die Entfernungen dort sind noch ein bisschen größer als sie in den USA sowieso schon sind, aber damit muss man leben, wenn man dieses Land der Länge und Breite nach erkunden möchte. Den Nordwesten dieses Staates haben wir deshalb in diesen Urlaub eingebaut.
Besonders hervorgetan hat sich diesmal das Auto. Einen derartig mit Luxus und Spielereien vollpackten Leihwagen haben wir noch nicht gehabt. Bei der Abgabe baten wir darum, ob sie uns den nicht auch in Texas im Februar direkt zur Verfügung stellen könnten.
Für alle Autoliebhaber stelle ich jetzt noch ein paar Features vor:
Es handelt sich um einen Dodge RAM 1500 in der Ausstattungsvariante Longhorn (die einfachste Variante heißt Bighorn). Dieser Wagen mit dem Hurricane High‑Output (H.O.) Motor ist die luxuriöse Western‑Edition des Ram 1500 – kombiniert mit dem stärksten Motor, den Ram aktuell anbietet. Die Longhorn‑Variante unterscheidet sich klar vom Laramie: mehr Luxus, mehr Western‑Design, mehr Komfortdetails.
Der Longhorn nutzt den 3.0‑Liter Hurricane H.O. Twin‑Turbo Inline‑6:
- 540 PS
- 521 lb-ft Drehmoment (≈ 706 Nm)
- Twin‑Turbo, DOHC, 24 Ventile
- 8‑Gang TorqueFlite 8HP75 Automatik
- Towing bis 9.120 lbs (≈ 4.135 kg)
- Verbrauch: 15 mpg City / 21 mpg Highway / 17 mpg kombiniert
Der Motor liefert extrem lineare, sofortige Kraft und ist spürbar stärker als der alte 5.7‑Liter HEMI. Testberichte bestätigen die sehr ruhige, souveräne Leistungsentfaltung und die hohe Laufruhe des Reihensechszylinders. Und die Kraftentfaltung kann ich selbst auch bestätigen. Wir hatten bei einem Hotel die örtliche Gegebenheit, dass wir nach dem Einbiegen auf die 3-spurige Straße direkt nach links auf den Abbiegestreifen mussten. Vielbefahren, wie die Straßen sind, konnte ich das nur mit einem beherzten Tritt auf das Gaspedal erreichen. Meine Göttergattin wurde in den Sitz gedrückt und meinte, das auch im Bauch zu spüren.
Der Longhorn ist einer der luxuriösesten Innenräume im Pickup‑Segment:
- Bison Brown Premium‑Leder mit filigranen Western‑Stitchings
- Echtholz‑Applikationen, Metallakzente, Longhorn‑Badges
- Heizbare, belüftete & massierende Vordersitze
- Heizbare Rücksitze
- Großer 14.5‑Zoll Uconnect 5 NAV Touchscreen
- 12‑Zoll digitales Fahrerdisplay
- Harman Kardon 19‑Speaker Premium‑Sound
- Digitaler Rückspiegel (Auto‑Dimming)
- Wireless Charging, CarPlay/Android Auto
Der Innenraum wird in Tests als „echter Luxus, kein verkleideter Arbeitstruck“ beschrieben. Das kann ich alles nur bestätigen, wir haben uns da sehr wohl gefühlt.

Der Longhorn ist voll ausgestattet:
- Adaptive Cruise Control (mit Stop & Go)
- Lane Keep Assist / Lane Departure Warning
- Blind Spot Monitoring
- Forward Collision Warning
- Cross‑Traffic Alert
- 360° Kamera (optional)
Zu dem Thema kann ich folgendes berichten: Diese ganzen Assistenzsysteme funktionieren über eine große Menge Sensoren. Da sind zum einen die Euro-großen Scheibchen, die man in Deutschland auch in den Stoßstangen kennt. Aber dazu kommt oberhalb des Nummernschildes eine Plastikfläche, hinter der sich das Radarsystem verbirgt. In den hinteren Rückleuchten sind Sensoren für den Totwinkelwarner eingebaut und in der Frontscheibe weitere. Und all diese Sensoren haben die Eigenschaft, je nach Fahrweise und Straßenzustand zu verdrecken oder zumindest zu spinnen. Es verging kaum ein Tag, an dem nicht das eine oder andere System anfing zu zicken. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Manchmal behebt sich ein Fehler von selbst. Wenn das nicht hilft, geht man mit einer Flasche Wasser und einer Serviette aus dem Hotel um den Wagen und reinigt alles, was irgendwie verdreckt aussieht. In diesem Punkt ist die Karre eine echte Diva.
Was wir nicht benutzt haben, war das Display auf der Beifahrerseite,

wir waren mit dem Mäusekino in der Mitte schon gut genug beschäftigt. Und haben mit Sicherheit nicht alle Features entdecken können, die dieses Spielzeug anbietet.

Was uns neben den erwähnten Features besonders gut gefallen hat, sind die Power Running Boards, die automatisch ein- und ausfahrenden Trittstufen. Ich möchte allerdings nicht wissen, wann diese das erste Mal den Geist aufgeben: Mechanik, gepaart mit Dreck von Dirt Roads?


Aber das allerbeste im Außenbereich waren die RAM-Boxen. In diese Seitenverkleidungen passten unsere gesamten Lebensmittel, die wir sonst üblicherweise irgendwo hinter die Sitze quetschen oder auf die Koffer legen. Das hat uns eindeutig geholfen, mehr Ordnung zu halten. Ich vermute, dass Dodge sie sich hat patentieren lassen, sonst wären andere Hersteller auch schon auf den Zug aufgesprungen. Das System ist durchdacht und für Amerikaner entworfen: Man könnte sogar Eiswürfel oder ähnliches einfüllen, um z.B. Getränke zu kühlen. Ablauflöcher mit Stopfen sind jedenfalls vorhanden.
Ach ja, was uns auch sehr gut gefallen hat, war die „Hands Free“ Ausstattung. Auf „zertifizierten“ Autobahnen erlaubt die Software, dass man die Hände vom Steuer nimmt. Die Augen müssen allerdings weiter auf die Straße gerichtet sein, sonst fängt der Sitz an zu vibrieren.
Dass man die Straße und den Verkehr weiterhin im Auge behalten muss, ist selbstverständlich. Aber ein angenehmes Feature, welches allerdings – wie oben erwähnt – nur auf bestimmten Autobahnen funktioniert. Bei Dirt Roads ist weiterhin der Fahrer gefragt.