Claymore live im Kattenturm – Celtic Rock mit Herz, Druck und Tradition

Am 13. Dezember 2026 gastierte die Celtic-Rock-Band Claymore aus Heiligenhaus/Kettwig im Veranstaltungszelt im Kattenturm und bescherte dem Publikum einen mitreißenden Abend zwischen schottischer Tradition und kraftvollem Rock. Die Location erwies sich dabei als idealer Rahmen: Der Kattenturm mit seinem bodenständigen, fast schon familiären Charakter bot kurze Wege zur Bühne und eine Nähe, die gerade dieser Musikrichtung besonders guttut. Ca. 200 Zuschauer:innen haten sich eingefunden und eine erwartungsvolle Stimmung sorgte dafür, dass von Beginn an klar war: Hier geht es um Live-Musik zum Erleben, nicht um bloßes Zuhören.

Als die in traditioneller schottischer Kleidung gewandete Band die Bühne betrat, füllte sich der Raum sofort mit dem markanten Klang von Dudelsack, Geige und Rock-Rhythmussektion. Die Band schaffte es mühelos, traditionelle Melodien mit druckvollen Gitarren und treibendem Schlagzeug zu verbinden. Der Sound war rau, erdig und zugleich präzise – genau das, was Celtic Rock ausmacht. Schon nach den ersten Stücken wippte das Publikum im Takt, klatschte mit und ließ sich von der Energie der Band tragen. Logisch, dass auch einige Zuschauer ihre Sympathie zur Band durch Tragen von Kilts zeigte.

Zwischen schnellen, tanzbaren Songs und ruhigeren, atmosphärischen Momenten zeigte Claymore große musikalische Bandbreite. Besonders die Wechsel zwischen traditionellen Elementen und modernen Rockpassagen sorgten immer wieder für Spannung. Der Kattenturm verwandelte sich an diesem Abend mehr als einmal in einen kleinen irischen Pub – laut, lebendig und voller Emotion.

Zur Band:
Claymore aus Heiligenhaus/Kettwig gehört seit Jahren zu den festen Größen des deutschen Celtic Rock. Die Band verbindet traditionelle irische und schottische Folk-Elemente mit kraftvollem Rock, ohne dabei den Respekt vor den musikalischen Wurzeln zu verlieren. Dudelsack und Geige treffen auf E-Gitarre und Schlagzeug, getragen von Spielfreude, Erfahrung und spürbarer Leidenschaft für die keltische Musiktradition.

Der Abend im Kattenturm zeigte eindrucksvoll, warum Claymore live so geschätzt wird: ehrliche Musik, große Energie und das Gefühl, für ein paar Stunden Teil einer gemeinsamen, musikalischen Reise zu sein.

Die Bandmitglieder
Claymore besteht aus erfahrenen Musikern, die ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe zu einem geschlossenen Gesamtbild verbinden:

  • Volker Sauer – Lead-Gesang, Saxophon & Flöten. Er verleiht den Songs ihre emotionale Tiefe und führt das Publikum durch kraftvolle Rockpassagen ebenso wie durch ruhige, erzählerische Stücke.
  • Andy Ironhead – Keyboards. Er sorgt für harmonische Füllung, rhythmische Akzente und atmosphärische Klangflächen, die die keltische Musiktradition modern ergänzen. Aber auch andere Instrumente sind ihm – wie auch anderen Bandmitgliedern – nicht fremd.
  • Christian Johne – Gitarre. Mit druckvollen Riffs, klaren Akkorden und gelegentlichen Soli bringt er den Rockanteil in die Musik der Band.
  • Gerald Schmiechen – Bass & Gesang. Er bildet gemeinsam mit dem Schlagzeug das Fundament der Band und sorgt für den treibenden Groove, der viele Stücke tanzbar macht.
  • MacKenzie Doyle – Violine & Gesang. Sie schlägt die Brücke zwischen Tradition und Moderne, übernimmt melodieführende Passagen und bringt verspielte, folkloristische Elemente in die Songs.
  • Fabian Selt – Uilleann Pipes & Whistles. Mit seinen Pipes bringt er authentische keltische Klänge ein, die den typischen Claymore-Sound prägen.
  • Tim Lethen – Dudelsack (Bagpipe) & Whistles. Sein markanter Dudelsack-Ton gibt den Songs den unverwechselbaren keltischen Charakter.
  • Florian Sauer – Schlagzeug & Gesang. Er gibt Tempo und Richtung vor – mal kraftvoll nach vorne gehend, mal zurückgenommen und fein abgestimmt auf die traditionellen Instrumente.
  • Carel Ooms – Side Drums. Er ergänzt das Rhythmusteam, verstärkt Akzente und sorgt für zusätzliche Dynamik bei den treibenden Stücken.

Johnny Cash Experience spielt in Putbus

Tatort: Das Theater in Putbus. Wo liegt Putbus? Nicht viele haben von dem kleinen Städchen auf der Ostseeinsel Rügen gehört. Dafür aber die Putbusser von der deutschlandweit bekannten Country-Band Johnny Cash Experience. Wer mich kennt, weiß, dass ich bei ihren Konzerten meine Leidenschaft zur Country Musik, insbesondere Johnny Cash, mit meiner Leidenschaft zur Fotografie verbinden kann.

Also machten meine Frau und ich uns auf in den fernen Osten, um ein paar Tage auszuspannen und die Freuden guter Musik damit zu verbinden.

Das Theater in Putbus erstrahlt ganz in Weiß, es ist über 205 Jahre alt und 1998 wurde das verfallene Gebäude liebevoll komplett renoviert. Die alten Eichenbohlen mussten ersetzt werden, die Klappstühle des Fürstentheaters restauriert werden.

Von innen sieht es wirklich hochherrschaftlich aus und die Ränge waren mit über 250 Personen voll besetzt.

Da soll nochmal jemand sagen, in Ostdeutschland herrsche kein Musikgeschmack. Die Technik war vom allerfeinsten, im Hintergrund leuchtete ein Bandfoto in XXXL.

Dank meiner Eigenschaft als Fotograf war ich nicht auf einen Sitz festgelegt, sondern konnte mich absolut frei bewegen, was natürlich für diese Tätigkeit ein Segen ist.

Pünktlich ging es los. Den Start machte der Folsom Prisom Blues, ein Anheizer, der nie seine Wirkung verfehlt.

In der heutigen Besetzung standen auf der Bühne:

Natürlich Frontmann Joe Sander, der mit seiner markanten Stimme dem Original so nahe kommt wie kein zweiter, den ich kenne.

Dann auf der rechten Seite, vom Publikum aus gesehen, einer der virtuosesten Gitarristen unserer Zeit, Mr. St. Blues, Olaf Herrmann. Wenn ich auch nur andeutungsweise dieses Instrument so bearbeiten könnte wie er, was wäre ich glücklich.

Auf der gegenüberliegenden Seite am Kontrabass Markus Dünkelmann. Sein Bart ist – glaube ich – seit unserem letzten Zusammentreffen noch mal fünf Zentimeter gewachsen. Mit Energie und Gefühl zupft er an den Saiten und verleiht der Band ihren unnachahmlichen Sound.

Im Hintergrund heute als „Aushilfsdrummer“ Christian Bishop, der seine Sache bestimmt genauso gut machte wie das Original Marco Lodemann.

Dann zum guten Schluss am Piano und Pedal-Steel-Guitar wie üblich Mark Busskönning, haut perfekt in die Tasten und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Geboten wurde das „übliche“ Repertoire von Johnny Cash. Und wenn ich das übliche in Gänsefüsschen setze, ist das nicht abwertend gemeint. Die Musik dieser Country-Legende ist klasse, zeitlos und kann „again, again and again“ gehört werden. Als da wären z.B. Bonanza, I walk the Line, Big River und Ghost Riders (das ist der Song, bei dem Joe immer seinen Western Hut aufsetzt) und viele andere eingängige Lieder, die Johnny Cash selbst gesungen hat.

Nach der Pause gab es noch ein kleines Schmankerl: Es hatte sich eine Line Dance Gruppe eingefunden, die Rügen Line Dancers. Eine Truppe aktiver Ladies, die mich dann fragten, zu welchem Song man ggf. performen könnte.

Und zum Song „I got Stripes“ fanden sich die Damen dann auf der Bühne ein und gaben ihre Kunst zum besten. Das Publikum war begeistert.

Mit „We’ll meat“ again kamen die Jungs vom Niederrhein dann langsam zum Ende. Und unter standing Ovations wurde die Zugabe gespielt und die Band verabschiedet.

Eine rundherum gelungener Abend, den das Rügener Publikum ganz gewiss positiv in Erinnerung behalten wird. Und ich hoffe, dass „We’ll meat again“ nicht nur ein Song-Titel war.

 

Bachelorabschlusskonzert Jazzklavier von Leo Richartz

Das Pina Bausch-Theater der Folkwang Universität der Künste war am Freitag mit ca. 100 Zuschauer:innen bis auf den letzten Platz besetzt.
Es spielte das Leo Richartz-Trio, bestehend aus Leo Richartz am Klavier, Roland Höppner am Schlagzeug und Jens Foltynowicz am Kontrabass. Roland Höppner ist Dozent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, früher Schlagzeuger des Eugen Cicero-Trios.

Jens Foltynowicz ist festes Mitglied der Willy Ketzer (Big)Band.

Beide Mitmusiker von Leo Richartz sind feste Größen in der Jazzszene NRW.
Seit 2023 spielt Leo Richartz regelmäßig im Trio mit ihnen. Höppner und Foltynowicz spielen bereits seit über 30 Jahren in diversen Formationen zusammen. Sie lernten Leo Richartz durch dessen ersten Jazzklavierlehrer Prof. Frank Wunsch (ehemals HfMT Köln) kennen.

Leo Richartz wurde 1999 in Köln geboren, seine musikalische Grundbildung erhielt er in der Kölner Dommusik.

2019 bis 2024 studierte Leo Richartz an der Folkwang Universität der Künste Jazz mit dem Hauptfach E-Bass. 2021 begann er zusätzlich sein Jazz-Klavierstudium bei Thomas Rückert und Martin Sasse.

Sein Programm besteht aus eigenen Kompositionen und Arrangements von Jazzklassikern wie ,,On the Sunny Side of the Street“ oder ,,All the Things you are“.

Nach dem Studienabschluss fokussiert sich Leo neben eigenen Projekten vorrangig auf die Zusammenarbeit mit Helge Schneider, in dessen Band er seit März 2025 als festes Mitglied Bass spielt.

Waerk 2 spielt in Bochum Hiltrop

Als ich zum ersten Mal nach der Band Werk2 im Internet suchte, landete ich fälschlicherweise bei einer Location im Osten der Republik. Kein Wunder, hatte ich es auch versäumt, den Namen korrekt zu schreiben. Waerk mit AE. Und schon ging es besser. Diese seit 40 Jahren auf der Bühne stehende Truppe präsentiert Songs, die sie selbst in ihrer Jugend schon gehört hat. Und das zeigt gleichzeitig auch, ein welcher Altersgruppe wir uns bewegen. Die Rolling Stones sind vielleicht ein ganzes Stück älter, aber an Energie und Dynamik steht Waerk 2 denen in nichts nach.

Am Sonntag, dem 6.7. war beim Gemeindefest in Bochum Hiltrop die Bühne für die fünf Jungs und eine Dame aufgebaut worden. Das Publikum? Aufgrund des regnerischen Tages hatten sich ca. 50 Gäste eingefunden, das Alter der Musik entsprechend. Aber auch Youngster belebten den Saal, die bei der Entstehung der Songs zu großen Teilen noch nicht auf der Welt waren.

Aber warum soll nicht auch die Jugend einen guten Musikgeschmack haben?

Wer sind diese junggebliebenen dynamischen Alt-Rocker? Als Frontfrau haben wir da die Susi-Quatro des Ruhrgebiets, Winnie, welche auch mit Plashmecki schon die Säle gefüllt hat.

Organisator links von ihr ist Friedhelm mit Vocals, Gitarre und Mundharmonika.

Rechts von ihr ebenfalls mit einer Gitarre bewaffnet, Holger.

Hinter Holger zupft Karl-Heinz „Kalle“ den Bass.

Wir machen die Runde nach hinten zum Schlagzeug, wo Hartmut mit unbeirrbarem Gleichmut für den richtigen Takt sorgt.

Links hinter Friedhelm würde normalerweise David stehen. Er wurde wegen Unabkömmlichkeit freundlicherweise durch den Keyboarder von Plashmecki, Thomas, vertreten.

Gespielt wurden sowohl unsterbliche Rock-und Pop-Klassiker von Billy Idol, AC/DC, ZZ Top, Bon Jovi und Tina Turner, als auch moderne Songs von Pink, Simply Red und anderen.

Den Schluss machte dann What’s up von 4 non Blondes, da gingen die Kerzen und Handyleuchten an die Zugabe „All right now“ beendete dann dieses tolle Konzert. Schade, dass nicht mehr Zuschauer zugegen waren.

Aber ihr könnte weitere Termine auf der Webseite der Band raussuchen:

Nashville Queens spielen im Wadenkrampf

Tatort Datteln. Eine kleine unscheinbare Kneipe am Beethovenplatz.

Aber wenn man eintritt, fühlt man sich direkt in die Music City USA, nach Nashville, versetzt.

Nicht nur das komplette Ambiente zeugt von einer großen Liebe zum Heimatland der Country Musik, auch die Besucher vermitteln den Eindruck, dass Datteln das heimliche Zentrum des Wilden Westens im nördlichen Ruhrpott ist. Wo man hinschaut, Cowboy-Hüte, Boots und auch ein Revolverschwinger lungerte lässig auf einem der Barhocker rum. Sah aber nicht wirklich gefährlich aus, der gute Mann.

Aber kommen wir zu den „rising stars“ der Country Music. Bis vor kurzem tingelten die drei attraktiven Ladys noch mit Solo-Programmen durch Deutschland, aber nachdem der Wunsch laut wurde, sie zusammen auf der Bühne zu hören und zu sehen, taten sie sich zusammen und wurden zu den Nashville Queens. Als da wären:

Virginia Stone. Stimmgewaltig unterstützt sie das Trio auf der linken Seite.

Honeygirl Ela legt quirlig als Center-Woman eine tolle Performance für das Publikum hin.

Und auf der rechten Seite moderiert die Rampensau Jamie Sheen mit Witz und Charme die Stücke an.

Und hier hören wir die ganze Bandbreite der Country Music. Loretta Lynn ist vertreten, aber auch „Jungstars“ wie Laney Wilson lassen sich auf der Playlist wiederfinden.

Das Publikum honorierte die professionelle Performance mit Beifall, aber auch durch eigene Tanzeinlagen. Hier geht man mit der Musik mit.

Nach dem ersten Set wurde dem Publikum die Chance gegeben, wieder zu Atem zu kommen, bis es im zweiten Set mit unverminderter Energie weiterging. Diese drei Powerfrauen verstehen es, das Publikum zu begeistern.

Das dritte Set – nach einer weiteren Pause – endete dann weit nach 22 Uhr. Und die Dattelner Country Fans waren rundum begeistert. Weiter so Mädels, ihr habt es drauf.