Ein Leben für die Musik – im Interview mit Susanna Keye

Heute hatte ich das Vergnügen, die Vollblutmusikerin Susanna Keye befragen zu dürfen.

Zum ersten Mal hatte ich sie auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt gesehen und gehört, wo sie mit ihrer Band das Publikum faszinierte.

Dann trafen wir zum Tratsch zusammen und ich konnte ein paar Fragen loswerden:

Wie bist Du zur Musik gekommen?
Ich spiele immer noch Geige, habe es nicht einschlafen lassen, nur als ich 16/17 war, wollte ich ein Instrument, das mehr aus dem Herzen kommt, und das ist natürlich das Singen.

Hast Du Geschwister? Wenn ja, sind die auch so musikalisch?
Ich habe 4 Geschwister, 2 Brüder, zwei Schwestern, ich bin die Zweite von 5. In der Musikbranche bin ich als einzige tätig. Meine Tochter lernt zur Zeit Harfe, ein sehr schönes Instrument.

Welche Stilrichtungen in der Musik magst Du besonders? In der Country-Richtung bist Du ja unterwegs, aber außerhalb Deine Band-Aktivitäten machst Du ja noch andere Sachen.
Es gibt keine feste Stilrichtung, die ich für mich „gebucht“ hätte. Und es gibt auch nur weniges (wenn überhaupt), was ich musikalisch nicht mag. Mit meiner eigenen Band ist das Repertoire bunt gemischt, mit Yendis, meiner zweiten Band, geht es mehr in Richtung Country, aber auch nicht ausschließlich (wie ich selbst auf dem Country Musik Festival in Düren im Mai hören konnte. Anm. der Red.)

Welchen Job übst Du neben den Bühnenauftritten aus?
Ich bin tatsächlich als Freiberuflerin unterwegs. In der Uni in Dortmund habe ich einen Lehrauftrag für 4-6 Semesterwochenstunden, aber daneben bin ich im gesamten Ruhrgebiet (und auch darüber hinaus) unter anderem als Chorleiterin unterwegs.

Du hast eine Ausbildung zur Chorleiterin abgeschlossen. Was hat Dich daran besonders gereizt?
Ausgesucht habe ich mir den Job als Chorleiterin nicht direkt. Aber der Bedarf ist groß: Zurerst wurde ich gefragt, ob ich mal einen Chor leiten könnte. Ich habe die Aufgabe angenommen, aber war noch nicht so richtig firm darin. Daraus ergab sich die Chance, eine Aus-/Weiterbildung zur Chorleiterin zu machen und mittlerweile habe ich bis zu 120 Leute in mehreren Chören „unter“ mir.

Arbeitest Du dabei lieber mit jungen Menschen oder älteren (also 30+) zusammen?
Das ist im Endeffekt nicht wichtig, ausschlaggebend ist die Motivation. Und die kann in allen Altersstufen gut oder weniger gut ausgeprägt sein.

Beschreibe Deine Gefühle, wenn Du als Band oder als Chorleitering vor einem großen Publikum stehst.
Es ist schon ein erhebendes Gefühl, wenn alle mitspielen/mitsingen und sowohl die Sänger:innen als auch das Publikum begeistert sind.

Könntest Du ohne Musik leben?
Nein

Wieso Susanna und nicht Susanne? Irrtum? Absicht? Tippfehler
Als es um meine Namensgebung ging, gab es viele, die den Namen Susanne mit „e“ trugen. Und meine Eltern meinten, ein kleiner Unterschied sei nicht schlecht.

Welcher Teil in Deinem musikalischen Leben ist für Dich am wichtigsten?
Ich spiele in Bands, ich lehre, ich leite Chöre und ich schreibe selber Songs (sowohl die Texte als auch die Musik). Und ich glaube, dass das Schreiben mich am meisten erfüllt.

Frage: Was hast Du Dir für die Zukunft an (auch musikalischen) Zielen gesetzt?

  • Ein Album rausbringen mit meinen Songs, meinen eigenen Stil und auch mein Publikum finden (voraussichtlich 2024)
  • die Kinderlieder konstant weiter schreiben und u.a. in pädagogischen Fachzeitschriften veröffentlichen.
  • noch viel mehr Zusammenarbeit mit Profis (Bochumer Symphoniker, u.a.), Chor- und Orchesterleitung

Wo machst Du am liebsten Urlaub?
Ich mache fast nie Urlaub, das ist ein Fehler. In den letzten Jahren oft Frankreich (Gruissan), aber wenn meine Tochter größer wird auch mal was von der Welt sehen.

Kannst / möchtest Du da auch mal von der Musik abschalten oder arbeitet der kreative Teil des Gehirns durch?
Das ist schwer für mich, aber es gibt einen Teil von mir, der sich nach Ruhe und Pause sehnt und einfach mal n schönen Film gucken (das mach ich nie) möchte oder mal öfter ins Konzert gehen…

Was nervt Dich in Deinem Leben besonders/am meisten?
Leute, die sich auf Probleme statt auf Lösungen fokussieren.

Welches Instrument würdest Du einem Kind empfehlen, um mit Musik warmzuwerden?
Fast egal, Hauptsache es gibt ein gutes Vorbild und/oder eine/n Lehrer:in zu dem/der das Kind einen guten Bezug hat.

Frage: Wie bekommst Du Familie und Musik unter einen Hut?
Es geht, mal besser mal schlechter.. gute Organisation ist wichtig und auch immer wieder die Herausforderung…

 

Und für alle, die bis zum Ende gelesen haben: Susanna spielt am 1.12.2023 auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt. Save the date. Ich habe es schon gemacht.

Hier noch der Link zu ihrer Webseite: https://www.susannakeye.de

Und natürlich auch zu ihrer Band: https://susanna-keye-band.de/

Neue CD von Just Cash erhältlich


Lange war es still um die Truppe um Thomas Naatz. Corona hat ihre Spuren hinterlassen. Umso mehr freute es mich, als er mich anschrieb und fragte, ob sie eins meiner Fotos von einem Konzert in Wermelskirchen für Ihre CD-Innenseite verwenden dürften. Natürlich dürfen sie. Und als kleines Dankeschön kam dann kurze Zeit später ein silbernes Scheibchen ins Haus geflattert.

Zuerst verwunderten mich zwei Dinge auf dem Cover: Der Begriff „Contemporary“ und der Titel des Albums. Contemporary heißt übersetzt zeitgenössisch, modern. Wie sich Johnny wohl damit anhört? Und dann „We’ll meet again“. Verband ich eher mit einem Schluss-Song und der Hoffnung, dass man sich danach wiedersieht oder -hört.

Die Jungs von Just Cash – Thomas Naatz (Bass und Gesang), Ben Anhalt (Gitarre und Gesang), Paul Mayland (Schlagzeug und Gesang) und Stefan von Berg (Gitarre und Acoustic-Gitarre) haben hier ein überzeugendes Gesamt-Kunstwerk abgeliefert, welches einfach Spaß macht, zu hören. Es klingt anders als die Original-Interpretation von Johnny Cash, aber durchaus nicht schlechter. Besonders begeistert haben mich (wie üblich) „Sunday Morning Coming Down“, aber auch „American Remains“ sowie „Hurt“. Sehr nach an good old Johnny.

Als ich auf der Webseite https://justcashmusic.de mal nachschaute, wurde mir klarer, warum der Titel der CD so und nicht anders gewählt worden war: Corona bedingt war die CD komplett im „Home-Office“, wenn man das so nennen darf, entstanden und dann nach File-Transfer zusammengemischt worden. Eine beachtliche Leistung. Und das „We’ll meet again“ bezieht sich auf die Hoffnung, dass wir – die treuen Fans von Johnny’s Musik – und die Band uns in Bälde wieder Auge in Auge gegenüberstehen und dem herrlichen Bass von Ben lauschen können.

Wo das geht (falls uns Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht), könnt Ihr auf der Webseite der Musiker nachschlagen.

Dort gibt es auch die Möglichkeit, die CD zu bestellen. Für die, die den Konzerten nicht beiwohnen können. Übrigens: Großartige Geste: Für jede verkaufte CD wird an die Flutopfer der Hochwasserkatastrophe in NRW/Rheinland-Pfalz gespendet.

Noch nicht überzeugt? Hört in das Youtube-Video mit Ausschnitten aus der CD rein:

Vernissage „Zufall – ein Prinzip?“ von Adriane Skunca

Wenn mir jemand früher erzählt hätte, dass ich mit Künstlern zusammenarbeite, hätte ich nur merkwürdig geschaut. Dazu gehört auch, dass ich jedem, der es (vielleicht auch nicht) hören möchte, sage: Ich bin Kunstkenner, ich weiß genau, was mir gefällt. Merkwürdigerweise sagen die Fachleute dann: Das ist schonmal ein Anfang.

Aber jetzt zum Thema. Seit vielen Jahren kenne ich Adriane Skunca. Unsere früheste Zusammenarbeit begann damit, dass sie während ihrer Studienzeit in der Modebranche kreativ tätig war. Im Jahr 1989 bat sich mich, ihre eigene Modekollektion zu fotografieren. Leider kann ich wegen fehlender Genehmigungen der damaligen Models diese Fotos nicht zeigen.

Die Künstlerin Adriane Skunca in der Tür der Rathausgalerie Attendorn

Im letzten Jahr erhielt ich dann einen Anfrage, wieder fotografisch für sie tätig zu sein. Ich sollte mit einer hochauflösenden Kamera ihre Bilder abfotografieren. Ein Job, der einige Stunden Zeit kostete, aber auch sehr viel Spaß machte. Dabei erfuhr ich auch, wie kreativ die in der Zwischenzeit zur Kunstpädagogin ausgebildete Adriane geworden war.

Ich könnte jetzt aus diversen Veröffentlichungen ihren Stil zitieren oder rauskopieren, verweise dazu aber lieber auf einen entsprechenden Pressebericht und auf ihre Webseite.

Vor kurzem schrieb sie mich wieder an mit der Frage, ob ich Lust hätte, bei ihrer ersten Vernissage zu fotografieren. Vernissage und ich? Keine Ahnung, ob mir das gefällt. Bei so was war ich noch nie. Meine Neugier war geweckt.

Also fand ich mich am 6.4.2019 in der Rathausgalerie in Attendorn ein.

_D498370Eine Kollegin aus einem Forum für Kunstlehrer hatte ihr diese Möglichkeit zur Ausstellung angeboten.

Das Attendorner Rathaus (übrigens ist Attendorn eine Hansestadt, obwohl sie nicht wie z.B. Bremen, Hamburg oder Rostock das H im Autokennzeichen führt) ist ein schönes altes Gebäude und die Galerie erstreckt sich über zwei Etagen.

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Dort waren in den luftigen Räumen und im Treppenhaus mehr als 80 ihrer Werke ausgestellt.

Ausstellungsräume mit Werken von Adriane Skunca

Ausstellungsräume mit Werken von Adriane Skunca

Ausstellungsräume mit Werken von Adriane Skunca

Ausstellungsräume mit Werken von Adriane Skunca

Ich fand die Arrangements sehr geschmackvoll. Es zeugte von Sachverstand, wie die Klein- und Mittelformate aufgehängt worden waren.

Die Bilder der Ausstellung sind zu Werkgruppen von sieben verschiedenen Maltechniken geordnet, die auf Zufallsverfahren beruhen. Die meisten Bildtitel sind Zitate aus der Erzählung „Die Verwandlung“ von Franz Kafka.

Und hier mein persönlicher Kommentar: Auch wenn ich nicht direkt verstehe, wie man zu einem Titel unter einem Bild kommt, was die Intention für ein Bild ist, ich finde die Farbzusammenstellung, die Art der Malweise sehr harmonisch und kann einfach sagen: Sie gefallen mir. Egal, ob es kräftige Gelb- oder Brauntöne sind oder die Farbe Blau im Mittelpunkt des Interesses steht, immer versteht es Adriane, den Blick des Betrachters auf ein Werk zu ziehen und lädt ihn ein, dort zu verweilen.

Eröffnet wurde die Ausstellung vom Bürgermeister der Stadt, Christian Pospischil. Die Einführung übernahm Monika Schulte-Klaus vom Kulturverein KULTURa Attendorn www.kultura-attendorn.de. Sie war auch für die Konzeption der Ausstellung und Hängung der Bilder verantwortlich. Danach gab es begleitet durch dezente Improvisationen des Jazz-Pianisten Thomas Scherer die Möglichkeit, sich auf die Ausstellung zu konzentrieren und über die Werke zu diskutieren, was auch reichlich genutzt wurde.

Die Künstlerin Adriane Skunca im Gespräch mit Besuchern

Die Künstlerin Adriane Skunca vor ihren Werken

Gegen 12.30 Uhr leerten sich die Galerieräume so langsam und für mich war es auch Zeit, die Rückfahrt anzutreten. Also ich kann sagen: Meine erste Vernissage hat mir gefallen.

Und wem die Bilder von Adriane gefallen, der sollte sich auf ihrer Webseite umschauen.

Die ausgestellten Werke, sowie weitere Bilder von ihr, die seit 2015 in ihrem Atelier entstanden, sind käuflich zu erwerben. Preise auf Anfrage unter adriane.s@web.de.