02.10.2025 – Rückflug nach Frankfurt

Es geht wieder nach Hause. Die letzten zwei Nächte in unserem Hotel waren nicht so schlimm, wie es die Bewertungen vermuten ließen, nur der Verkehrslärm des angrenzenden Interstates war schon störend. Dafür war das Frühstück besser als in Oak Harbour. Und das Personal nicht so persönlich, wie wir das vielen anderen Hotels kennen.

Kleines lustiges Detail, welches mir im Walmart auffiel: Woran merkst Du, dass Du in Washington bist? Es werden Schutztüten für die Regenschirme angeboten, wenn du den Supermarkt betrittst. Wofür braucht man hier Regenschirme????

Großer Vorteil unseres Hotels: Wir sind laut Google Maps innerhalb von 10 Minuten am Flughafen. Was auch stimmte. Die Abgabe des Wagens war innerhalb von Minuten erledigt, der Shuttlebus zum Terminal stand ebenfalls schon da und wartete.

Das Einchecken ging ratz-fatz über die Bühne, der schwerste Koffer war mit 64 Pounds noch unter den erlaubten 70 Pounds, also keine Probleme.

Die Security lief auch sehr schnell ab und wir buchten uns in der United Lounge ein.

Hier gibt es keine Polaris Lounge, aber das Essen war überraschend gut, hätten wir denn mehr Hunger gehabt.

Denn die Völlerei geht ja vermutlich in SFO weiter. Das Boarden lief ebenfalls ohne Probleme ab und schon bald saßen wir im Flieger nach San Francisco.

Da Karin am Fenster saß, durfte sie die ganzen schönen Fotos machen (sie hat sowieso das bessere Handy).

Im Hintergrund grüßt vermutlich der Mount Rainier.

Und schon bald überfliegen wir die Bucht mit Treasure Island und der Oakland Bay Bridge.

Auch die Downtown Area ist klar und deutlich zu erkennen.

Jetzt noch das Handgepäck schnappen und ein bisschen spazieren gehen. Wir landen an einem D-Gate und müssen zum Abflug und zur Polaris Lounge an ein G-Gate. Zum Glück ist das mittlerweile in SFO so geregelt, dass man da nicht mehr durch die Security durch muss. So blieben uns die Querelen, die dort eventuell wegen des Lock-Downs hätten anstehen können, erspart.

In der Polaris Lounge wollen wir endlich einmal wieder mit richtigem Besteck essen und buchen uns im dazugehörigen Restaurant ein. Dies gehört dort mit zum Service. Die Speisekarte ist die gleiche wie auf dem Hinflug.

Ich entscheide mich wieder für den Burger, diesmal mit diversen „Toppings“ und als Nachtisch für das Chocolate Chip Skillet Cookie. Das ist ein Cookie, der in einer Mini-Pfanne „gebacken“ und mit einer Kugel Eis gekrönt wird. Nette Idee, wird auch immer frisch zubereitet.

Meiner Göttergattin geht es ebenfalls sehr gut, wie man sieht.

Anschließend geht sie noch duschen, während ich den Ruheraum ausprobiere. Dort halte ich es allerdings nicht lange aus, die Liege in S-Form ist sehr unbequem. Danach ist die Dusche frei und auch ich gönne mir den Luxus.

Der ist dann bald schon vorüber und wir müssen/dürfen ins Flugzeug einsteigen. Diesmal (weil es draußen sowieso dunkel ist) haben wir eine „Honeymoon Suite“ gebucht. Das sind zwei Sitze im Gang, die durch eine herunterlassbare Trennwand direkt nebeneinander liegen.

Den zweiten Teil des Fluges kann ich nicht so richtig genießen, irgend etwas ist mir auf den Magen geschlagen. Vielleicht nur Müdigkeit?

Pünktlich, sogar etwas eher, landen wir in Frankfurt. Unser Gepäck ist da, unbeschädigt und wir gehen die wenigen Meter zum Medical Center, um dort in den Bus zum Parkhaus einzusteigen.

Dort wartet schon unser Dicker auf uns, eine Freude und Wohltat, damit nach Hause fahren zu können.

Dank des Feiertages kommen wir nicht in Staus und landen um ca. 18.30 Uhr wieder zuhause. Ein langer Trip.

Resumée

Wir haben mal wieder einen fantastischen Urlaub verleben dürfen. Der Staat Washington hat soviel mehr zu bieten als das, was wir in vorigen Urlauben dort sehen konnten. Und wir haben jetzt „nur“ den westlichen Teil, also vieles westlich und einschließlich Mount Rainier und Mount St. Helens gesehen. Aber die Schärenlandschaft am Puget Sound und die Olympic Halbinsel sind schon verflixt schöne Landstriche. Und der Abstecher nach Oregon war auch nicht von schlechten Eltern.

Unser Wagen war mal wieder ein „großer“ Pickup. Das Platzangebot haben wir sehr genossen, schließlich hatten wir zum Schluss auf den Rücksitzen drei große Koffer. Macht das mal mit einem Fiat Panda. Die Ausstattungsvariante war ein Bighorn, allerdings mit einigen weiteren Extras bestückt, die normalerweise nicht dazu gehören. Der Spritverbrauch war dem 6-Liter Motor mit 400 PS geschuldet nicht optimal, wir haben insgesamt 205 Gallonen getankt. Daraus ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von 14,72 l/100 km. Da komme ich mit meinem Dicken mit ca. der Hälfte hin. Vielleicht gibt es ja nächstes ja eine kleinere Variante zu mieten.

Mit den Hotels sind wir ebenfalls sehr gut gefahren. Bis auf Sequim, wo wir nicht auf Best Western zurückgreifen konnten. Aber auch dort haben wir uns sehr wohl gefühlt. Das Frühstück war in den allermeisten Fällen gut, wenn man von der Tatsache absieht, dass das Plastikbesteck häufig so labberig ist, dass es sich nicht durch eine Toastscheibe durchbohren lässt, ohne zu verbiegen. Da müssen wir beim nächsten Mal dran denken, was besseres mitzunehmen.

Ach ja, durch die Kochkünste meiner lieben Frau waren wir in diesem Urlaub nicht ein einziges Mal in einem Fastfood Restaurant, Costco und auch diverse andere Groceries haben uns mit Lebensmitteln versorgt, die sich sehr schmackhaft in mitgebrachter Tupperware in der Mikrowelle zubereiten ließen. Kartoffeln gehen da auch sehr gut.

01.10.2025 – Seattle

Der letzte ganze Tag unserer Reise ist angebrochen. Laut Wetterbericht ist viel Regen dabei. Eigentlich eine gute Gelegenheit, sich in Museen zu verkriechen und die gesamte Historie der Stadt aufzuarbeiten.

Aber da wir dem Wetterbericht prinzipiell misstrauen, beschließen wir, uns ein wenig Stadt anzutun und fahren nach Downtown Seattle. Ein Spaziergang über den Pike Place Market wird uns bestimmt kulinarisch und olfaktometrisch weiterbringen. Würde es, wenn wir den Gang antreten könnten. Vor dem Spazieren liegt das Ankommen und davor das Parken des Autos. Und in diesem speziellen Fall erweist sich die Größe, genau genommen die Höhe unseres Pickups, als entscheidendes Hindernis. Es gibt viele Parkgaragen, alle mit Preisen von 5-10 USD für zwei Stunden und teurer, aber bei allen steht als Einfahrthöhe: 6 Fuß, 8 Inches. ICH weiß nicht genau, wie hoch unsere Dicker ist und ich möchte auch nicht den Angaben von Google trauen, das sich in ungefähren Werten von 1,90 m bis 2,05 m, je nach Ausführung, auslässt. Mehrere andere Freiluftparkplätze sind so eng, dass ich rückwärts wieder ausparke, so wie sich Igel paaren: Ganz vorsichtig.

Also fahren wir die Straßen entlang, um an einem der „Groschengräber“ (so hießen die Parkuhren früher) einen Platz zu ergattern. Mit Park-Apps funktioniert das hierzulande ähnlich wie in Deutschland, aber wir fanden eine Säule, wo wir direkt mit der Kreditkarte zwei Stunden buchen konnten. Ecke Battery und Western.

Jetzt sind dem Sprung ins Vergnügen fast keine Grenzen mehr gesetzt. Wir stürzen uns, wie viele andere Touristen, ins Getümmel.

Vorbei an Fischständen, wo die Meterware durch die Luft geworfen wird: „Ich habe den Fisch selbst gefangen“. Vorbei an Gewürzständen, Blumenständen und allem anderen, was man genau genommen nicht oder nur selten benötigt.

Auf der Rückseite kann man das Gebäude verlassen und steht mit Blick auf den Puget Sound in einer friedlichen und ruhigen Atmosphäre.

Die Menschenmassen sind größtenteils im Market geblieben und wir verziehen uns auf einen vorgelagerten Kai mit bequemen Bänken, um den Ausblick und die relative Stille zu genießen.

Dann sind unsere zwei Stunden Parkzeit bald um und wir machen uns auf den Rückweg. Am Pier 66 gibt es ein Observation Deck und von hier aus hat man meiner Ansicht nach einen der besten Blicke auf die Skyline von Seattle. Oder liegt es nur daran, dass die Sonne rausgekommen ist?

Da wir schon an der Küste sind, können wir den von Karin erwünschten Discovery Park mit Leuchtturm besuchen.

Auf dem Weg dahin legen wir im Magnolia Park im Magnolia Drive eine kurze Mittagspause ein.

Leider ist im Discovery Park alles geschlossen und eine halbe Stunde Fußmarsch kommt zur Zeit nicht in Frage.

Nebenan ist eine Schleusenanlage bei Maps eingezeichnet, fahren wir dort hin.

Es handelt sich um die Ballard (Hiram M Chittenden) Locks, eine Anlage, die die Salmon Bay und den Lake Union vom Puget Sound trennt. Ca. 2 Meter Höhenunterschied haben die beiden Seiten, als wir ankommen.

Zuerst sehen wir allerdings diese hübsche Eisenbahnbrücke (ein Zug kommt gerade rübergerollt, als wir parken).

Diese Konstruktion war uns schon einmal aufgefallen, in Aberdeen. Der auf der rechte Seite hängende Klotz ist vermutlich das Gegengewicht zu dem Teil der Brücke, der hochgehoben wird? Die Brücke sieht nicht so aus, als wäre dort viel los, aber wir werden eines besseren belehrt.

Als wir zu den Locks kommen, fahren gerade diverse Schiffe in die Schleusenanlage ein. Wo in Deutschland kilometerweit alles abesperrt wäre, genügt hier ein hüfthohes Gitter und der Hinweis, man möge bitte eine Schwimmeste tragen.

Wir spazieren ohne rüber und sehen im Wasser einen Harbour Seal, einen Seehund, auch ohne Schwimmweste.

Er und diverse Seelöwen tummeln sich im Wasser und warten auf die Lachse, die auf ihrem Weg zu den Laichgründen die Fischtreppen raufmüssen.

In der Schleuse warten mittlerweile ein riesiger Schlepper, ein Ausflugsboot und ein Segelboot.

DasWasser ist schnell abgelassen und als sich die Tore öffnen, darf der kleine Segler als erstes losfahren. Als die Alaska Titan schließlich zum offenen Meer fährt, ist die Eisenbahnbrücke wirklich hochgefahren, oh Wunder.

Eine wirklich kurzweilige, interessante und vor allen Dingen unerwartete Unterbrechung unseres Tagesausfluges.

Unser nächstes Ziel ist die Space Needle, das Wahrzeichen von Seattle. Auch hier versuchen wir, einen Parkplatz außerhalb der teuren Optionen zu finden, 20 USD werden schnell aufgerufen. Und parken Ecke 5th und Mercer, diesmal mit einer App.

Zu Fuß sind es nur ein paar Minuten zurück und unser Schrittzähler freut sich.

Dann stehen wir endlich vor dem Luftspieß. Ist schon faszinierend, was die Ingenieure dort zusammengebaut haben.

Wir überlegen kurz, ob wir mit dem Aufzug nach oben fahren und uns Seattle aus der Höhe anschauen. Aber 44 USD/Person (Rentnertarif) sind uns doch zuviel.

Und so begnügen wir uns damit, das in meinen Augen fotografisch viel interessantere Museum of Pop Culture von außen zu begutachten.

Es wurde entworfen vom kanadisch-amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry, der bekannt ist für fließende, futuristische Formen. Unter anderem die Gehry Häuser am Düsseldorfer Medienhafen stammen von ihm.

Gehry ließ sich inspirieren, indem er E-Gitarren zerlegte und die Teile als Ausgangspunkte für die Gebäudestruktur nutzte. DIe Fassade besteht aus über 21.000 Aluminium- und Edelstahlplatten, in verschiedensten Farben und Formen – keine ist exakt gleich.

Die schillernde Außenhaut verändert ihre Wirkung je nach Sonnenstand, Wetter und Blickwinkel – mal wirkt sie flüssig wie Metall, mal wie zerknitterte Folie. Aufgrund der komplexen, unregelmäßigen Formen wurde der Bau stark von Computer Aided Design (CAD) unterstützt – damals noch eine ungewöhnlich fortschrittliche Anwendung.

Manche Einheimische vergleichen das Gebäude scherzhaft mit einem gigantischen, von Godzilla zertretenen Gitarrenberg.

Andere nennen es „The Blob“ oder „Chewed Gum“ oder „Das gekaute Kaugummi“: weil es aussieht, als hätte jemand einen Haufen Kaugummi an die Space Needle gespuckt.

Neben der Needle und dem MoPOP liegen noch die Chehuli Gardens, ein Park mit Glas-Blumen in XXXXL. Auch hier darf man einen zweistelligen Betrag hinlegen, um dort durchzuspazieren. Hatten wir in ähnlicher (und kleinerer Form) schon in der Gruga in Essen.

Auf dem Rückweg ein weiteres Kunstobjekt, die Grass Blades von John Fleming. Hier handelt es sich um 110 „Halme“, jeder 12-16 Meter hoch. Sie dienen als optische Abgrenzung zum dahinter liegenden Parkplatz.

Und damit endet unser Sightseeing in dieser schönen Stadt. Jetzt kommt der unangenehme Teil: Wir müssen „kurz“ beim Walmart und bei Costco vorbei.

Auf der Fahrt – und zum Glück erst jetzt, fängt es so an zu regnen, wie es für den größten Teil des Tages vorhergesagt war. Logischerweise unter Zuhilfenahme der in dieser Stadt üblichen Staus.

Das gibt uns die Möglichkeit, den Mt Rainier, der von Wolken verdeckt und mit einer frischen Scheehaube bedeckt ist, vor uns abzulichten.

Aber irgendwann sind wir auch da durch, haben den Wagen leergeräumt und versuchen, heute die Koffer weitgehend zu packen. Morgen geht es dann zur Abgabe des Autos und zum Rückflug. Hoffentlich. Denn der staatliche Lockdown verspricht, uns mit Unerwartetem zu überraschen.

12.09.2025 – Seattle und Umgebung

Immer noch plagt uns ein wenig der Jetlag, aber wir versuchen, es ruhig angehen zu lassen.

Wie üblich, als ich aus dem Fenster schaute, graute der Morgen (wortwörtlich). Oder sollte ich besser sagen: graute DEM Morgen?

Jedenfalls kein Wetter für hochkarätige Fotos. Also begeben wir uns irgendwo hin, wo der wolkenverhangene Himmel nicht stört:

Erstmal bei der Bank of America vorbei. Dort ist für Kunden der Deutschen Bank das Abheben von Bargeld ohne zusätzliche Gebühren möglich. Davon gibt es kein Foto.

Anschließend fuhren wir (nur ein paar Minuten entfernt) zum „Future of Flight“ Museum, um von dort aus die Boeing-Werke zu besuchen. Riesig, von der Grundfläche größer als der Vatikan erstrecken sich die mächtigen Hallen auf der Ebene.

Vom Observation Deck des Museums sieht man die Gebäude nur in der Ferne, aber direkt in einem extrem hässlichen Grün diverse fliegende Pröbchen der Firma Boeing. Der Vater des Gründers Bill Boeing war übrigens Deutscher.

Das Grün ist eine Art Schutzanstrich, welcher aufgetragen ist, bis die eigentliche Bemalung erfolgt. Die Farbe wird anschließend gesammelt und weiterverwendet.

Im Museum selbst – wie der Name sagt, gibt es einiges zur Zukunft der Fliegerei zu sehen.

Aber auch Machwerke, die nicht direkt was mit Flugzeugen zu tun haben. So ein Teil der ISS, durch den man hindurchgehen kann:

Um die ungeheuren Dimensionen der „Queen of the Skys“, wie man den Jumbo-Jet, die 747, auch nennt, haben sie das Heckleitwerk in Originalgröße aufgebaut. Wie klein wir Menschen dagegen doch sind.

Das Flugzeug in voller Größe erstreckt sich sogar auf die Höhe eines sechsstöckingen Hauses.

Dann geht es auf die Tour. Mitzunehmen erlaubt ist: NICHTS. Ok, ein Taschentuch habe ich eingeschmuggelt. Aber Kameras, Handys und viele andere Gebrauchsgegenstände sind verboten. Mit einem Shuttlebus (unsere Führerin zählt die Besucher:innen peinlichst genau ab) fahren wir in das Werk hinein und steigen in einen der über 500m langen Tunnel hinab, die sich über die ganze Breite einer Halle erstrecken.

Nach diversen Erlärungen geht es in den 3. Stock. Eine Aufzugsführerin macht den ganzen Tag nichts anderes, als die Besucher über mehrere Etagen zu katapultieren.

Hier wird es richtig imposant. In dem Teil der Halle stehen sechs Flugzeuge in verschiedenen Stadien der Fertigstellung. Die erste hat schon die Flügel angebaut, bei der letzten ist noch nicht mal der Rumpf zusammengesetzt. Und von diesen Hallenteilen gibt es derer sechs.

Anschließend werden wir wieder durchgezählt und mit dem Bus zurückgekarrt.

Der Spaß hat uns Ü65 anstelle 42 USD nur 36+Tax gekostet, aber das hat sich gelohnt.

Da wir schon wussten, dass wir nichts mit ins Werk nehmen durften, hatte ich meine Fototasche im Hotel gelassen und nur die Kamera mitgenommen, die dann gut in ein Schließfach passte.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Mukilteo Leuchtturm und legten uns zu einer kleinen Mittagspause im Hotel aufs Bett.

Gut gestärkt ging es dann über Costco (Tanken war angesagt) zum Golden Garden Park, wo wir uns auf der Ladefläche unseres Trucks mit Blick auf den Puget Sound unseren mitgebrachten Salat schmecken ließen.

Eigentlich sollte das nächste Ziel die Space Needle sein. Aber als ich in direkter Nähe davon Parkplatzgebühren von 20 USD in den Augen der Betreiber aufleuchten sah, drehte ich kurzerhand ab und gönnte der Nadel nur ein Foto von der Straße.

Es geht weiter zum Lincoln Park. Dazu müssen wir die West Seattle Bridge in luftiger Höhe überqueren. Das folgende Foto habe ich ausnahmsweise mal nicht selbst vom Lenkrad aus geschossen, sondern die Kamera meiner Göttergattin anvertraut, die dankenswerterweise die Skyline so perfekt abgelichtet hat.

Im Lincoln Park gibt es einen weiteren Troll mit Namen Bruun Idun, the way of the bird kings. Dazu müssen wir zwar erst eine Viertelstunde vom Parkplatz anlaufen, aber die untergehende Sonne auf dem Weg entschädigt mehr als reichlich dafür.

Und schließlich stehen wir vor dem süßen Holzgebilde, die beste Trollkennerin von allen ist logischerweise hin und weg.

Dann geht es, die Sonne ist mittlerweile komplett hinter dem Horizont verschwunden, zu einem letzten Tagesziel.

Und das ist der City View Park. Schon den ganzen Urlaub reizt es mich, die Skyline von Seattle bei Dunkelheit zu fotografieren. Und jetzt kommen endlich Ort und Zeit passend zusammen.

Stativ heraus und ein paar Aufnahmen geschossen.

Sieht doch toll aus, oder?

Jetzt nur noch 40 Minuten nach Hause, zum Glück ohne Staus. Um neun Uhr hatten wir das Hotel wieder erreicht.

10.09.2025 – Ankommen in Seattle – erste Trollsichtungen

Der gestrige Reisetag scheint zumindest mich ganz schön geschlaucht zu haben, denn nach den zwei Melatonin-Tabletten habe ich bis 6.30 Uhr durchgeschlafen. Mal sehen, ob das morgen auch funktioniert.

Für heute haben wir auf dem Plan, den Wagen abzuholen. Hätten wir theoretisch auch schon gestern machen können, aber da wir kurz vor Datumswechsel am Flughafen ankamen, hätten 10 Minuten = 1 Tag später eventuell zu Verwirrung bei Hertz geführt.

Also bestiegen wir nach einem normalen Frühstück im Hotel wieder den Shuttle-Bus und ließen uns zum Flughafen karren.

Bei Hertz waren – wie leider schon erwartet – keine 1500er Pickups zu haben, nur die größere Version, ein 2500er Heavy Duty. Heißt: Etwas höherer Spritverbrauch und die beste Ehefrau von allen braucht noch ein Fußbänkchen, um auf die Ladefläche zu kommen. Letzteres ist lösbar.

Den ersten Wagen, den Hertz für uns vorgesehen hatte, ließen wir direkt zurückgehen, zu große Lackschäden sehen nicht schön aus. Schließlich einigten wir uns auf diese Schönheit und fuhren zum Hotel, um dort unsere deponierten Koffer einzuladen.

Dann auf nach Costco, um die wichtigen Lebensmittel, die es nur dort gibt, einzukaufen:

  • Cranberry Walnut Bread
  • Vanilla Soy Milk
  • M & Ms
  • Erdnussriegel
  • Artichoken-Jalapeno Dip
  • Chicken Tikka Masala
  • Und was die Kleidungsabteilung sonst noch hergibt.

In diesem Fall konnte ich mich ausnahmsweise für etwas begeistern: Eine schöne Ranch-Jacke, in die ich mich sofort verliebte.

Und einen schönen Menschen kann ja nichts entstellen.

Anschließend auf dem Weg zum Hotel einen weiteren Abstecher zum Walmart, um weitere dringend benötigte Lebensmittel einzukaufen. Als Besonderheit habe ich mir diesmal eine kleine und billige Kaffeemaschine gegönnt. Das ist einfach ein Feeling wie im Ferienhaus, wenn ich mir damit am Morgen meinen Arbeitskaffee zubereite.

Im Hotel angekommen entluden wir unseren Truck und sortierten erstmal alles zusammen und auseinander. Logisch, dass die Kaffeemaschine ihre ersten Einsätze zu unserer vollen Zufriedenheit absolvierte.

Unser Zimmer, welches wir für die nächsten 3 Tage bewohnen werden, hat sogar eine kleine Kochecke. Das werden kulinarische Tage, wie wir sie sonst selten haben.

Und los geht es zur Besichtigungstour. Im Raum Seattle gibt es relativ nah beeinander zwei Trolle, den Frankie Feetsplinter und den Freemont Troll.

Ersterer befindet sich in der Nähe eines Museum am Hafen und ist wie die meisten anderen Trolle aus Holz gebaut:

Lustig, wie er mit verschmitzem Grinsen seine Besucher anlächelt.

Das kann sich die beste Trollkennerin aus Essen nicht entgehen lassen.

Weiter geht es zum Freemont Troll, der ganz aus Beton gearbeitet wurde.

Er befindet sich in der Nähe der Freemont Ave unter der Aurora Bridge. Logisch, dass sich die Troll Ave direkt nebenbei befindet. Ob der Troll das Stoppschild selbst so beklebt hat? Wir wissen es nicht.

Das nächste Ziel, die Sonne neigt sich langsam dem Himmel zu, ist der Kerry Park, von dem man laut einer KI einen der besten Blicke auf die Skyline von Seattle haben soll.

Ja, es sieht sehr schön aus, aber ich glaube, das geht noch besser. Wir fahren auf dem Highland Drive noch bis zum Ende, um dann zu Fuß noch den Sonnenuntergang am 8th PI way zu erleben.

Hat sich gelohnt.

 

 

Nachdem sich die Sonne dann verabschiedet hatte, riskierten wir noch einen Abstecher zum Lake Union, wo große Hausbootkolonien im Wasser liegen.

Ich habe die Vermutung, dass dort irgendwo auch der Film „Schlaflos in Seattle“ gedreht wurde mit Tom Hanks.

Im Hintergrund sehen wir schemenhaft noch einmal die Aurora Bridge, dann ist es mit der Helligkeit zu Ende.

Nun ist es Zeit, ins Hotel zurückzufahren. Zum Glück ist der Berufsverkehr jetzt weg und wir schaffen es locker in der halben Zeit nach Everett.

21.02.2015 – Rückflug Seattle – Houston – München – Düsseldorf

Um 4.45 Uhr ist die Nacht zu Ende. Wir FRÜHstücken noch recht gut (das Hotel hat warmes Frühstück) und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Eigentlich ganz einfach. Man müsste sich nur nach den Schildern “Flughafen” richten und dort dann nach “Rental Car Return”. Aber dank der Super-Vorbereitung der besten Reiseplanerin von allen wird die Adresse rausgesucht, bei Google Maps eingegeben, die Karte falsch rum gehalten und die Panik bricht aus. Ich empfehle ihr, einfach nicht soviel zu lesen…

Einchecken am Vorabend online, Gepäckabgabe bis nach Düsseldorf durch und auch die Bordkarten bekommen wir bis dahin.

Dank der guten Vorplanung haben wir tolle Sitze. Schade nur, dass wir aufgrund einer Familienzusammenführung getrennt werden. Hat aber den Vorteil, dass Karin einen Superblick auf sämtliche wichtigen Berge und Vulkane von Washington und Oregon hat. Leider nur mit Handy als Kamera zur Hand.

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Mt. Rainier
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Mt. St. Helens
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Mt. St. Helens
Mt. Hood
Mt. Hood

Der Pilot kennt offenbar eine Abkürzung, statt der ca. 5 Stunden auf dem Hinweg brauchen wir nur 3h 40min.

Der Flughafen in Houston ist stellenweise recht modern designt.

OR52234.jpgEin Besuch in der Lounge ist angesagt.

OR52238.jpgHier gibt es sogar einen Family Room, um den quirligen (oder quengelnden) Nachwuchs von den anderen Gästen zu trennen.

OR52236.jpgOR52237.jpgDie Verpflegung ist auch nicht schlecht.

20150221_162123.jpg 20150221_162118.jpgPeinliche Sache: Wir schauen immer wieder auf die Abflugtabellen, ob das Boarding langsam anfängt (wird ja laufend angezeigt). Kam aber nicht. Wir also pflichtschuldigst eine halbe Stunde vorher zum Gate. Dort ist außer dem Personal kein Mensch zu sehen und wir werden mit Namen begrüßt. Wo wir denn blieben? Unsere Plätze hatte schon ein Pärchen belegt, die Türen wären ja schon zu. Hatten sie Pech gehabt. Nun gut, zumindest haben wir keine Zeit mit Schlange stehen verloren.

Der Flug nach München verläuft ebenfalls 50 min. schneller als der Hinweg. In München endlich das Wetter, das wir die ganze Zeit erwartet hatten: Regen, Schnee, Kälte, welcome back to Germany. Was mich versöhnt, ist eine Leberkäs-Semmel. Habe ich doch ein wenig vermisst. Obwohl wir in den 14 Tagen USA nur einmal auswärts essen waren und nur einmal in ein Fastfood-Lokal eingekehrt sind.

Dann noch ein Stündchen von MUC nach DUS, und schon sind wir zuhause. Ein schöner Urlaub geht zu Ende, an den wir uns noch lange erinnern werden.

Danke an alle, die mit uns gereist sind, für die Likes und Kommentare, wir nehmen euch gerne wieder mit.

Karin und Rolf