Und es ist mal wieder soweit. Reisetag. Unsere Zeit in Kona ist abgelaufen, leider, wie ich sagen muss, denn wir wurden durch das Wetter doch schon ganz schön verwöhnt. Kona und die Küste nördlich davon ist halt ein Sonnenloch.
Daher den Wagen vollgepackt mit Lebensmitteln noch ein letztes Mal durch Kona (wahrscheinlich jedenfalls).
Vor uns ein „richtiger“ Jeep, nicht so ein weichgespülter wie unserer (sorry, sollte keine Beleidigung sein).
Und wozu ein Baby gut sein kann, zeigt uns diese fröhliche Joggerin.
Wir haben uns für eine der nördlichen Routen entschieden, also entweder über die Saddle Road oder über Waimea und dann die 19 runter. Welche wir davon wählen, steht noch nicht fest, flexible Planung halt.
Der Weg auf der 19 nach Norden von Kona aus führt an einigen interessanten Stellen vorbei, die wir jetzt quasi im Vorbeifahren vorstellen möchten. Im Vorbeifahren deshalb, weil wir mit vollem Gepäck und Wertsachen reisen und deshalb unseren Wagen nie so ganz aus den Augen lassen wollten. Lange Wanderungen sind daher tabu, äh kapu.
Erster Stop (hatten wir immer vermieden, keine Ahnung, warum) ist der Scenic Point mit dem Overlook auf die Kiholo Bay.
Kurze Zeit später taucht das Waikoloha Resort auf. Wir biegen nach links ab und fahren dann hinter den Kings Shops weiter geradeaus, um in einer großen Runde die „Wohngebiete“ der verschiedenen Anlagen zu besichtigen.

Nächster „Turnout“ ist die Mauna Lani-Anlage. Dort gibt es neben chiquen Villenvierteln auch einen Strand (Hanaka’ope Beach), den wir allerdings nur mit einer Zutrittskarte besuchen dürfen. Selbst Name und Telefon-Nr. werden notiert.




Ach ja, falls sich jemand fragen sollte, wie ich den Ablauf so wunderbar rekonstruieren kann (bei meinem Alter und dem entsprechenden Gedächtnis): Ich schaue mir einfach in Lightroom im Kartenmodus an, welche GPS-Koordinaten in die Fotos eingestempelt sind. Wo sind wir jetzt gewesen???
Weiter geht es auf der 19 links ab auf die Puako-Road, dann direkt rechts auf eine Stichstraße, die parallel zur Küste führt. Eine Attraktion dort ist die Waialea Bay, die allerdings mit gebührenpflichtigem Parken nicht gerade einlädt. Unser Führer (Revealed) spricht von einem „Web of roads“, die in der Gegend auch zur Küste führen. Quasi eine Einladung für unseren Jeep. Und wirklich, am Ende einer solchen Stichstraße landen wir auf einem Hügel mit schönem Überblick auf die Küste.


Zurück auf die Straße und zum Puako Harbor (also eigentlich eher eine Bootsrampe) und einen Blick in die Bucht geworfen. Machen wir alles nur für die Leser des Berichts, die sich mal schnell informieren wollen.


Weiter geht es nach Norden bis nach Kawaihae, mal einen Blick auf den Hafen und angrenzenden Ministrand werfen.
Und als wir dann wieder auf der 270 sind, langsam etwas aufgewärmt (Karin diesmal auch, sie hatte gerade keine Plumeria zum Abkühlen ins Haar gesteckt), kam uns die Idee, dass der Mahukona Harbour mit der gleichnamigen Bay doch genau der richtige Punkt für eine Abkühlung sei. Also direkt auf der Mole bis an die Waterkant gefahren, Autoschlüssel aus der Tasche genommen und in voller Montur ab in die klaren Fluten.
Wir lieben diesen Spot, weil man so herrlich leicht ins Wasser kommt, das Wasser schön klar ist, eine wunderbare Süßwasserdusche zur Verfügung steht und man immer wieder interessante Leute dort sieht.



Hier noch ein paar Zeugen einer längst vergangenen Industrie.

Eine Meile weiter nördlich geht es zum Kapaa Beach Park, welcher mit extrem klaren Wasser wirbt. Gerade macht sich ein Schulbuss voller Kinder auf den Weg zum Abmarsch. Wir genießen die Szenerie von oben und werden dann noch von einer Bekannten begrüßt, die wir kürzlich am Mahukona Harbour kennengelernt haben.

Ach ja, falls sich jemand fragen sollte, wie all die tollen Fotos entstanden sind: Hier meine Superausrüstung 😉 .
Kleiner Scherz, die richtige Reisekameraausüstung wird auf dieser Seite beschrieben.
Auf dem Weg ein beklemmendes Stück Zeitgeschichte, ein Schrein für einen Radler, in Memoriam.
Noch ein Stück weiter nördlich cruisen wir dann mal wieder durch Hawi und biegen nach rechts auf die 250 ab, die uns durch das Bergland von Kohala führt. Und hier erwartet (zumindest mich) die größte Überraschung des Tages: Der Weg führt durch herrlich grüne Weiden, unterbrochen mit Blicken auf die Kohala Mountains und auf der anderen Seite auf die Küste. Wir durchfahren Bergwiesen und kommen uns vor wie auf der Alm.


Zwischendurch mal ein paar Zäune für ein Roundup, halt Cowboy-, äh Paniolo-Land.
Dann, nach ca. 20 Meilen liegt vor uns Waimea, von mir respektlos als Regenlosch bezeichnet.
Und, oh Wunder, hier sind meine ersten Aufnahmen von diesem Ranchnest in der SONNE (gut, ist nur eine 125stel Sekunde Belichtung, aber immerhin). Kurze Pause bei Burger King (unser erstes Fast Food auf dieser Reise, hat historische Gründe: Immer, wenn wir durch dieses Nest fahren, ist Fast Food angesagt).



Und dann durch weitere grüne Wiesen die 19 Richtung Hilo. 56 Meilen steht auf einem Schild.
25 Meilen vor Hilo liegt der Laupahoehoe Point, an dem mal von einem Tsunami eine ganze Schulklasse ins Meer gesogen wurde.
Und an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank an die Forenleserin Yvonne, die uns den Tip gegeben hat, hier mal den Sonnenuntergang mitzuerleben. Ihretwegen hatten wir es so getimed, dass wir gegen 18 Uhr ankamen. Eine ganz tolle Stimmung mit den Wellen, der Sonne, den Felsen und auch sonst. Ein herrlicher Abend.






Danach ging es schnurstracks nach Hilo, nochmal kurz bei Safeway tanken (3,939 USD/Gallon, die Tankstelle hat übrigens bis 23 Uhr geöffnet) und ab in unsere Hütte. Vertrauter Regen begrüßte uns.
Und noch eine andere Überraschung: Wir hatten mit unserer Vermieterin vereinbart, dass wir das obere Schlafzimmer nutzen dürften, aber dieses war leider abgeschlossen. Also kurz die House-Keeperin anrufen. Doch diese hatte leider einen Defekt an ihrem Truck und konnte nicht bei Dunkelheit fahren. Also Adressbeschreibung aufschreiben und dann bei strömendem Regen durch ein Gewirr von Straßen tasten und den Schlüssel abholen. Das Navi fand die Adresse eigenartigerweise nicht.
Ein absolut ereignisreicher Tag.
Und dann war da noch die Nachricht (die uns in Waimea erreicht hatte), dass das Unwetter über NRW getobt hat. Ein Baum hatte sich quer über meinen Wagen gelegt, aber bisher sieht es so aus, als wäre nichts wirklich Schlimmes passiert. Wir werden mal schauen. Jedenfalls hoffen wir, dass allen zuhause gebliebenen nichts passiert ist.
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Den Farmers Market hatten wir schnell abgegrast, 10 Papayas für zwei USD, 2 Beutel Tomaten für 4 USD und zwei Bündel Bananen für insgesamt 4 USD.
Danach war auch schon wieder Zeit für die Mittagspause (Karin war seeeehr erfolgreich bei Ross, ich glaube, sie haben direkt auf dem Festland angerufen und einen Container Klamotten nachbestellt).
Nach der Pause erstmal Tanken. Die billigsten Tankstellen sind eindeutig Tesoro (in Hilo)
Chevron-Tankstelle steht).




Aber irgendwann hatten wir den Urwald auch überstanden und bogen nach links ab auf den Kahakai Blvd, der in einen Parkplatz direkt an der Steilküste mündet. Hier ist vom Urwald nicht mehr viel zu sehen und schöne Häuser säumen Küste und Straße.

Wir genossen den Abend mit Blick über das Meer und kamen, schon fast wie üblich, zum Einbruch der Dämmerung wieder zuhause an, diesmal nach erheblich schnellerer Fahrt. Und hoffen, dass der Regen unseren Jeep wieder etwas sauber wäscht…



Unter anderem schwamm mir unsere erste Honu (Schildkröte) über den Weg.
Danach über den Banyan-Drive mit seiner bemerkenswerten Ansammlung von Banyan-Trees.






Mit einem kleinen netten grünen Nachbarn:







Nächstes Ziel war der Akaka Falls State Park, der wegen seiner Flora und seines ca. 200 m hohen Wasserfalls bekannt ist.



Der Himmel bläute noch immer und wir hatten schon einen guten Teil der Strecke zum Waipio Valley hinter uns gebracht. Warum also nicht einfach mal hinfahren? Entspricht zwar nicht den perfekten Vorstellungen von Erholung nach Jetlag, aber die Aussicht, dieses wunderschöne Tal mal im Sonnenschein zu erleben, war einfach zu verlockend.


Wenn man dieses Foto sieht und sich die Palmen wegdenkt, man könnte meinen, man wäre in Oregon.




Auf dem Rückweg war es dann stockfinster und es kostete schon einige Anstrengung, wach und auf der Straße zu bleiben.


Dagegen sah der schwarze Dodge Challenger, der unweit davon neben einem Müllcontainer parkte, regelrecht farblos aus.

auch der Strand und die Palmen sind gleich, aber es fehlt um die Zeit der sommerliche California-Spirit, die „Hufeisen-Verbieger“ am Muscle Beach, der rollschuhfahrende Gitarrenspieler und natürlich die offenen Läden.

Danach den Wagen abgeben (allein die Zeit vom Abgeben des Wagens bis zum Eintreffen in der Lounge (nach Einchecken des Gepäcks und Marsch durch die Security) dauerte fast eine Stunde. Übrigens bestanden in allen Fällen in den USA die Bediensteten darauf, dass man wirklich nur mit ZWEI Handgepäckstücken eincheckt. Also Handtasche in den Minikoffer und neuer Versuch. Danach Handtasche wieder ausgepackt. Die United-Lounge gegenüber vom Gate 71 ist ein großer, offener und freundlicher Raum. Die Verpflegung ist United-Standard: Kekse, Möhrchen, Kalt- und Warmgetränke, Knabbereien.



Und dann dürfen wir ins Bett fallen…