04.06.2017 – Flagstaff

Nach dem gestrigen anstrengenden Tag hatten wir uns ein wenig Erholung verdient. Es gab so einiges zu erledigen, warum nicht heute?

Aber damit die Neugierigen in Punkto Bilder nicht zu kurz kommen, präsentiere ich etwas von Flagstaff.

Als erstes fuhren wir durch unsere Wohnstraße(n), ordentliche bis luxuriöse Reihenhäuser, ein Standard, in dem man sich sehr wohl fühlen kann, wie wir in den letzten zwei Wochen festgestellt haben.

Irgendwie kamen wir dabei an einer anderen Ecke aus dem Wohngebiet raus als sonst und sahen gegenüber die Einfahrt vom Pine Canyon Flagstaff Golf Course Real Estate. Auf der Karte ungefähr 10 mal so groß wie unser Wohngebiet wurde es auch prompt von einer Wache mit Eingangstor verschlossen. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Auf unsere Frage, ob wir denn mal durchfahren dürften, bekamen wir einen Besucherausweis (Größe Letter, Visitor No 5) und die Instruktionen: Nicht schneller als 25 mph, nicht aussteigen, Fotografieren erlaubt.

Also drehten wir die Runde auf dem Clubhouse Drive und stellten fest, dass es a) doch noch schönere Häuser als das unsere gibt und b) dass unser Budget maximal für eine Woche Miete dort gereicht hätte.

Übrigens wird auch hier zuerst mit Holz gebaut und dann mit Stein verkleidet.

Das witzige daran war, dass wenigstens 10% zum Verkauf standen. Wieder zurück unterhielten wir uns mit dem Posten. Der meinte, die Besitzer kämen häufig nur 3-4 Monate im Jahr zum Wohnen hierher. Aber mieten könne man durchaus. OK, sollte ich mal im Lotto gewinnen oder einen Erbonkel in den USA ausgraben – äh ausfindig machen – dann reden wir weiter.

Kehren wir zu den Niederungen der normalen Leute zurück. Ein Feature unseres Urlaubes ist es, unseren Hochzeitstag mit einem leckeren Essen zu begehen. In Deutschland hatten wir das nicht mehr geschafft, und hier gibt es ein Restaurant, welches wir gut weiterempfehlen können: Sizzler Steakhaus. Aber die Kritiken bei Trip-Advisor waren nicht so richtig gut, also entschieden wir uns für die nächstbessere Wahl: Panda Express. Und ja, ich kann auch Essen fotografieren, nur poste ich es nicht sofort vor Ort.

Wir mussten noch unsere Gasflasche auffüllen. Im Internet hatten wir eine Tankstelle gefunden, wo so etwas angeblich ging. Nur füllten sie dort nicht auf, sondern tauschten für einen bescheidenen Betrag von 24.99 USD + Tax die Flasche aus. Merkwürdig? Im Laden fragte ich nach einem Fill-up und bekam die nächste Tankstelle genannt. Dort auch nur Tausch, allerdings für 19.99 + Tax. Die Dame dort nannte mir einen Laden in der 4th Street, der allerdings nicht aufzufinden war. OK, dann erstmal tanken. Das Navi hatte eine recht eigenwillige Interpretation der städtischen Grundrisse, woraufhin wir sehr viele nette Wohngebiete kennenlernten. Erst der Rückgriff auf Google Maps brachte uns dahin, wo wir wollten.

Ach ja, Sightseeing haben wir ja auch noch gemacht: Das Riordan Mansion House liegt in der Mitte von Flagstaff und ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was vor 100 Jahren schon alles möglich war.

Jetzt noch schnell zum Walmart, frische Lebensmittel einkaufen und dann den Abend faul ausklingen lassen.

Und auf dem Weg – oh Wunder – eine Station von U-Haul, der großen DIY-Umzugsfirma bietet auch Gas zum Nachfüllen an. Für 15,78 USD incl. Tax bekamen wir die Flasche wieder voll.

Kühlschrank ist auch voll, alles ist gut.

03.06.2017 – Page

Die Überschrift ist kurz, aber nur deshalb, weil ich nicht alles, was wir an diesem Tag erlebt und gesehen haben, dort unterbringen kann. Deshalb: vor dem Lesen mit genügend Getränken und Nahrung versehen.

Es bedeutet

  • 13 Stunden ohne Internet
  • Cameron Trading Post
  • Marble Canyon
  • Lees Ferry
  • Horseshoe Bend
  • Glen Canyon Dam
  • Wahweap Marina
  • Lone Rock Campground
  • Toadstool Hoodoos

Aber fangen wir doch ganz vorne an. Heute ist großer Fahrtag. Tagesziel ist Page im Norden von Arizona. Das bedeutet eine Fahrstrecke von 132 Meilen und eine reine Fahrzeit von 2:13 Minuten. Wenn man direkt durchfährt. Aber da der Weg bekanntlich das Ziel ist, kamen auch wir natürlich nicht nach dieser Zeit an.

Immerhin schafften wir es, schon um 9:10 Uhr auf der Straße zu sein. Die 89 führt von Flagstaff schnurstracks nach Nordern, vorbei am Sunset Crater und Wupatki National Monument. Hinter dem Abzweig zum Grand Canyon liegt die Cameron Trading Post. Dieser weithin und seit langem bekannte Handelsposten bestand früher aus einer Holzbaracke. Wir lernten ihn vor vielen Jahren als „Andenkenladen“ für indianischen Schmuck und andere Gegenstände kennen.

Mittlerweile ist der „Laden“ richtig groß geworden. Ein Motel wurde drum herum gebaut, welches sich sehen lassen kann. Der Innenhof ist ein regelrechtes Kleinod mit seinen Schatten spendenden Bäumen und den vielen blühenden Pflanzen.

Weiter geht es Richtung Norden. Die roten Felsen begrüßen uns. Und obwohl ich Flagstaff richtig toll finde, ja, man könnte sagen, ich liebe es, war es mir, als wäre ich jetzt erst „zuhause“. Kennt Ihr auch das Gefühl?

Vorbei geht es an schroffen Felswänden, vor denen Navajos ihr karges Dasein fristen.

In Bitter Springs biegen wir von der 89 auf die 89A ab, um einen kurzen Abstecher zum Marble Canyon zu machen. Ein erster Blick auf den Colorado River. Weit wird er überspannt von einer Auto- und einer Fußgängerbrücke. Es wird langsam richtig warm, die Temperaturen sinken nicht mehr unter 90° Fahrenheit. Auf der Brücke eine Menschenansammlung, eine Dame mit einem modernen „Fernrohr“, welches auf eine bestimmte Stelle in der Felswand gerichtet ist. Sie ist Französin, aber man kann ihren Worten entnehmen, dass sich in den Felsen das Nest eines Condors befindet. Und richtig, wenn man durch das Teleskop schaut, schätzungsweise 10fache Vergrößerung = 500 mm, kann man neben einem Felsen, der mit „Baby Poop“ übersäht ist, einen dunklen Fleck erspähen, der sich ab und zu bewegt. Zu weit entfernt für meine 200 mm. Und da auch die Elternschaft nicht in der Nähe ist, lehne ich das Angebot eines anderen Nikonianers ab, seine 80-400er Linse aufzuschnallen. Er meinte auch, die Linse wäre sehr „soft“, würde nicht so richtig scharf zeichnen. Also bevor jemand die 2.400 Euro auf den Tisch legt, besser erstmal ausgiebig testen.

Meine Göttergattin bewegte sich vorsichtig immer in der Mitte der Brücke und erreichte so das andere Ende.

Wir fuhren die Straße noch ein paar Meilen weiter, weil auf der Karte das „Vermillion Cliffs National Monument“ eingezeichnet war. Dieses war uns völlig unbekannt, obwohl es schon im November 2000 zum National Monument deklariert worden war. Von unserer Straße führte auch keinerlei Weg in die Wildnis, so dass wir kehrt machten und in Richtung „Lees Ferry“ fuhren.

Diese Gegend gehört zur National Recreation Area und wurde am Eingang von mehreren Park Rangern kontrolliert. An einer Parkbucht stellten wir den Wagen ab und hüpften durch den heißen Sand bis zum Fluss.

Als sich die Füße einigermaßen abgekühlt hatten, waren die Bodentemperaturen etwas besser zu ertragen. Eine Meile weiter gab es ein schattiges Plätzchen für ein Picnic, von wo aus wir wunderbar die Bootstouren beobachten konnten, die von hier aus die Stromschnellen flussabwärts starteten.

Auch hier kamen die Ranger vorbei und kontrollierten zum einen die „Permissions“ – dürfen die Boater überhaupt auf den Fluss – und zum anderen, ob die Ausrüstung ordnungsgemäß und vollstandig vorhanden war. Life Vests, kein Feuerholz und und und. Als wir uns gerade wieder auf den Weg machten, um abzufahren, kam ein riesiger Touristenbus ans Ufer gefahren, um ein paar Gruppen Boater von flussaufwärts in Empfang zu nehmen.

Auf dem Rückweg auf die Hauptraße zeigte das Autothermometer kurzzeitig 100° Fahrenheit = 37°Celsius an. Also Ihr zuhause: Wir können auch warm.

Nächstes Ziel war der Aussichtspunkt „Horseshoe Bend“. Eine Stelle, von der aus man den Colorado River in einer Schleife beobachten kann, die sich wie ein Hufeisen um die Felsen windet. Dort machte sich dann das Wochenende bemerkbar. Der Parkplatz war sehr gut gefüllt und Scharen von Besuchern kamen uns auf dem Wanderweg entgegen. Zuerst geht es leicht bergauf und nach Erreichen des Gipfels in sanftem Trab bergab. Ich erinnere mich noch an unseren letzten Besuch dort. Die beste Ehefrau von allen hatte Mühe, die Kinder davon abzuhalten, zu nah an die ungesicherte und seehr steil und tief abfallende Kante zu gehen. Und selbst mir, der ich normalerweise nicht unter Höhenangst leide, wurde damals ein wenig schwummrig angesichts dieser Dimensionen. Und da ich in dem Urlaub nur ein 24mm Weitwinkel dabei hatte, arbeitete ich mich damals auf dem Bauch liegend an die Kante heran, um die gesamte Schleife abzulichten.

Heute schickte ich meine Göttergattin ganz weit weg, damit sich micht nicht durch Quitschen nervös machen konnte und versprach ihr, in einem Stück in Kürze zurückzukommen. Das Objektiv, das ich diesmal verwendete, das 14-24mm, hat speziell für diesen Einsatzzweck zwei entscheidende Vorteile: 1. bekam ich schon mit 18 mm die komplette Schlucht drauf und 2. hat diese Optik die Fähigkeit, „um die Ecke zu schauen“. D. h. selbst als ich nicht direkt an der Kante stand, nahm die Linse noch Dinge auf, die ich mit bloßem Auge nicht sehen konnte = die äußerste Kante der Schleife. Faszinierend.

Der Rückweg (wir erinnern uns, es ging zum Schluss schön bergab) wurde für die beste Wanderin von allen ein wenig beschwerlich. Da sie sich vorsichtshalber ordentlich mit Sonnenschutz eingesprüht hatte, lag diese wasserfeste Lotion wie ein abdichtender Film auf ihrer Haut und brachte sie auf dem Weg nach oben einem Hitzschlag nahe. Und dass so etwas passieren kann, erlebten wir live mit. Auf dem Fuß-Wanderweg tauchte plötzlich ein Ranger-Wagen auf und holte einen zusammengebrochenen Urlauber ab, der später von einem Krankenwagen abtransportiert wurden. Hätte ich gewusst, dass ich mit dem Wagen da runterfahren kann…

In der Kühle der Klimaanlage beruhigte sich der Kreislauf meiner Wanderin allmählich wieder.

Ein paar Meilen später enterten wir Page. Dieses Nest ist mittlerweile riesig geworden. Ich war auf dem Weg zum Visitor-Center einmal falsch abgeboten und wir durchfuhren die Werft-Straße. Richtig gelesen. An dieser Straße werden hunderte von Booten und Hausbooten geparkt, repariert und gebaut. Man kommt sich fast vor wie in Bremerhaven.

Dann fanden wir (kurz vor Toreschluss, wie wir meinten) doch noch das Visitor Center. Und hier möchte ich kurz über die Eigenart der Zeitzonen in dieser Gegend erzählen: Arizona als solches hat die Sommerzeit. Die Navajo Nation nicht. Und sowohl unser Navi als auch das Radio im Auto wechselten fröhlich, je nach Lust und Sonnenstand, vielleicht auch nach geografischen Gegebenheiten, die Tageszeit. In der Besucherzentrale beriet man uns, was wir noch in der Nähe unternehmen könnten.

Zuerst besuchten wir unsere ehemalige „Badestelle“. Kurz vor dem Damm kann man rechts auf eine Dirt Road einbiegen, nach weniger als einer Meile auf einem Parkplatz den Wagen abstellen und dann noch ein paar hundert Meter die Felsen herablaufen und sich in die Fluten stürzen. Aber da wir vom bergauf Laufen erstmal genug hatten und noch andere Sehenswürdigkeiten auf der Tagesordnung standen, verzichteten wir auf ein Bad und fuhren über den Glen Canyon Damm zum Carl Hayden Visitor Center.

Andere Deutsche, die wir bei Lees Ferry getroffen hatten, hatten uns gewarnt, man dürfe keine Taschen oder irgendwas mit hinein nehmen. Das konnte ich mir nicht vorstellen und so war es auch nicht. Wenn man den Staudamm von innen besichtigen möchte, kann das passen, zumindest sind dort aber auch noch Kameras erlaubt.

Wir füllten unsere Wasserflaschen auf (der Verbrauch heute war deutlich höher als sonst) und tourten über die Brücke vor dem Damm.

Nächstes Ziel war die Wahweap Marina, die wir bisher immer hatten links liegen lassen, da wir dort hätten Eintritt zahlen müssen. Aber mit unserem Nationalparkpass kein Problem.

Die Sonne stand mittlerweile schon etwas tiefer am Horizont und wir machten an einigen Aussichtspunkten Halt.

Wie man sieht, ist dort auf dem See eine ganze Stadt mit Booten entstanden. An einem der Punkte stand ein ein bisschen Furcht einflößendes Bikerpäärchen und mühte sich mit einem Selfie ab. Als wir vorbeifuhren, winkten sie uns zu und ich hielt kurz an, um mit ihrem Handy dann ein (hoffentlich vernünftiges) Foto zu schießen.

Weiter Richtung Norden. Wir überquerten die Grenze nach Utah und bogen nach rechts auf den Lone Rock Campground ab. Dort hatten wir früher schon des öfteren gestanden mit dem Wohnmobil, uns aber wegen des Sandes nie bis ans Ufer getraut. Mit dem Pickup und 4wheel drive keine Sache. Außerdem standen dort schon bestimmt hundert andere Wohnmobilisten. Wir suchten uns ein freies Plätzchen, fuhren nach alter Kauai- Manier rückwärts auf den „Strand“ und nahmen unser Picnic-Abendessen ein. Schööön. Im Hintergrund eine merkwürdig gefärbte Wolke, die stellenweise die Sonne verdunkelte. Waldbrand?

Wieviel Zeit ist noch bis Sonnenuntergang? Was können wir bei Tageslicht noch sehen? Ca. 19 Meilen weiter, am Milepost 19 (so die Beschreibung im Visitor Center) liegen die Toadstool Hoodoos. Dort waren wir auch früher mit den Kids schon gewesen, aber bei mir war die Erinnerung schon ziemlich verblasst. Parken, losmarschieren. Über mehr oder weniger markierte Pfade, oder durch das ausgetrocknete Bachbett.

Im letzten Licht, das über die Bergspitzen schien, ein toller Anblick der eigenartigen Felsformationen.

Nur aber langsam ab nach Hause. Im Rückspiegel der Sonnenuntergang, also nochmal kurz halten.

Über zwei Stunden nach Hause? Dann besser vorher noch die Restrooms am Lone Rock aufsuchen. Und dort ergab sich dann für die letzten Fotos des Tages ein toller Himmel.

Auf dem Rückweg gab es keine wichtigen Ereignisse, ausser, dass die Uhr unsere Ankunftszeit von 23.31 Uhr dann irgendwann auf 22.31 Uhr wechselte. Der Himmel war zum Glück bedeckt, so dass ich nicht in die Versuchung kam, noch auf die Milchstraße zu warten.

What a day.

Und morgen machen wir dann einen ganz entspannten und ruhigen Tag.

02.06.2017 – San Francisco Mountains

Gestern ging es in den Süden, heute sollte es der „kühle“ Norden sein. Die San Francisco Mountains waren das Ziel. Mächtig erhebt sich die Berggruppe nördlich von Flagstaff mit dem Humphrey Peak als höchstem Berg von Arizona mit 3.851 m in die Höhe.

Es gibt zwei „Zugangswege“ dorthin. Das eine ist die Snowbowl, ein groß angelegtes Skigebiet, und eine Forest Road, die rund um den Berg führt.

Zuvor mussen wir allerdings noch Ross um einige Damenkleidung erleichtern, vielleicht hätte die dort die Sachen wegen des Verfallsdatums wegwerfen müssen…

Zur Snowbowl Skiarea geht es mit dem Auto sehr kommode bis auf ca. 9.500 Fuß = 2.917 m hinauf.

Von dort aus gibt es einen Sessellift, der auch im Sommer betrieben wird und bis nahe unter den Gipfel führt. Für schlappe 19 USD / Person hätten wir daran teilnehmen können, aber wir entschieden uns, lieber ein Picnic mit toller Aussicht „for free“ zu genießen.

Danach ging es den Berg wieder runter und nach rechts abgebogen auf die SR 180, die auch zum Grand Canyon führt. Dort biegt wiederum die FR 151 ab, die uns in die Berge bringt.

Hier geht es auf der gut ausgebauten Dirtroad mal rauf mal runter, unter anderem zu Kehren, die einen fantastischen Überblick über die Landschaft freigeben.

Dir FR 151 verließen wir nach einer Weile auf die FR 418, um uns zum Lockett Meadow Campground in die Höhe zu schrauben.

Erinnerungen an alte Zeiten wurden wach, in denen wir mit Zelt und Auto oder Wohnmobil unterwegs waren.

Zwischendurch überkam uns auch eine Müdigkeitsattacke, die wir auf einer „dispersed Campsite“ im Auto mit einem Nickerchen bekämpften.

Auf dem Rückweg ging es dann über die Schultz-Pass Road, die sich zu Teilen in deutlich schlechterem Zustand befand als die zuvor befahrenen Straßen. An einigen Stellen hätte ein Passenger Car gut zu kämpfen gehabt.

Hier hatte 2010 ein riesiges Waldfeuer gewütet, bei dessen Bekämpfung 600 Feuerwehrleute ca. 1,5 Monate im Einsatz waren und der Millionen gekostet hat.

Wenn man jetzt dort vorbei fährt, sieht man, wie sich die Natur langsam erholt.

Zurück auf der Hauptstraße,

noch vorher tanken, zeitig zuhause sein und auf ein leckeres Grillwürstchen freuen. Leider war die Gasflasche leer -> in den nächsten Tagen eine Flasche auffüllen lassen…

01.06.2017 – Oak Creek Canyon – Red Rock State Park

Wir haben mal wieder einen Plan: Südlich auf dem Interstate nach Jerome vorstoßen, dort den State Historic Park besuchen und in Prescott kurz bei Costco vorbeischauen.

Aber auf dem Weg nach Süden stellte ich fest, dass die Sonne relativ senkrecht am Himmel stand. Eigentlich nicht ideal zum Fotografieren, aber für den Oak Creek Canyon (zu deutsch die Eichenbachschlucht, aber das klingt irgendwie merkwürdig) das einzig Wahre.

Also fuhren wir relativ gemütlich die 89A ab und machten an diversen Picnic Areas und Aussichtspunkten halt und ließen diese wunderschöne Landschaft auf uns einwirken.

Endlich in Sedona angekommen, wurden uns weitere Steine in den Weg gelegt. Und zwar in Form des Red Rock State Parks. Dort hatten sie eine kleine Vogelfütterstation eingerichtet, zu der Finken?, aber auch Kolibris sehr regelmäßig zu Besuch kamen. Und wir konnten quasi direkt von unserem Tisch, an dem wir die Mittagspause einnahmen, beobachten. Und logisch, dass ich mich fotografisch nicht zurückhalten konnte.

Als der Chip fast voll war, machten wir doch noch einen kleinen Walk durch die Landschaft.

Auf dem Weg sahen wir dann noch ein Schild „Dead Horse Ranch State Park“. Angenommen hatten wir einen historisch beladenen Park, aber es war im wesentlichlichen ein Freizeitpark für Angler, Boater und sonstige Freizeitvergnügen.

Dann war es doch langsam Zeit, wieder zurückzufahren. Für Jerome und Prescott blieb leider keine Zeit mehr.

Auf dem Rückweg verzichteten wir wieder auf den Interstate und nahmen uns die Zeit, an diversen Stellen in Sedona kurz anzuhalten.

Allzulange durften wir uns nicht aufhalten, da mittlerweile der Paketbote ein Päckchen mit Schuhen vor der Haustür abgeliefert hatte. Und die konnten wir ja nicht zu lange unbeaufsichtigt lassen.

Plan total daneben gegangen, aber trotzdem ein super Tag.

31.05.2017 – Schnebly Hill Road – Chapel of the Holy Cross – Fort Verde State Park

Zum Glück haben sie den Himmel repariert. Es bläut wieder hinab. Leider, wie wir feststellen mussten, nicht den ganzen Tag. What to do today? Wir beschlossen, die I17 Richtung Süden zu fahren und dann endlich mal die Schnebly Hill Road zu befahren. In früheren Urlauben hatten wir dort mal mit dem Zelt übernachtet, mit dem Wohnmobil haben wir darauf verzichtet. Und vor ein paar Tagen waren wir ja mal eine Meile vom unteren Ende reingefahren. Keine wahre Freude. Jetzt bogen wir vom I17 auf die Forest Road 320 ab, durchfuhren über eine gut maintainte Dirtroad grüne Wiesen mit Weideland.

Und dann ging es los (wie wir meinten). Buckelpiste at its best. Nach ca. fünf Meilen erreichten wir den Höhepunkt der Straße (rein fotografisch betrachet): den Schnebly Hill Viewpoint.

Und das entschädigte für die miese Straße, die wir bisher gefahren waren. Aber bitte nicht nur immer mit dem Blick in der Ferne schweifen, das Gute liegt so nah:

Wir mühten uns weiter talwärts und stellenweise wurde die Straße richtig übel. So übel, dass ich die beste Fährensucherin von allen bat, auszusteigen und zu schauen, wieviel Wasser wir noch unter dem Kiel bzw. wieviel Luft zwischen Auto und den Steinen lag. Dort, wo ich schon längst vermutet hatte, dass wir aufsetzen und uns das Getriebe oder die Ölwanne zerschlagen, hatte unser braver Dusty immer noch reichlich Platz. Eine fantastische Clearance halt.

Ein paar Meilen heftiges Gehoppel weiter stießen wir auf einen der in Sedona ansässigen Touranbieter, Pink Jeep Tours. Der Wagen war leer, die Insassen waren wohl gerade auf einer Erkundungstour. Wo die hinlaufen, muss es interessant sein. Und wirklich, sie kamen uns von einem Hügel entgegen. Auch heraufgeklettert, offerierte sich nochmal ein atemberaubender Blick.

Wieder weiter, die Hälfte der 11 Meilen haben wir geschafft. Besser wurde es allerdings nicht. Aber wir bekamen Hilfe. Hinter uns wühlte sich ein Toyota Tacoma (einer der „kleinen“ Trucks) durch die Felsen. Höflich, wie ich bin, fuhr ich an den Rand, um ihn vorbeizulassen und hängte mich dann an seine Stoßstange. Wo er fahren kann, komme ich mit meinem Dickschiff erst Recht drüber. Und das stimmte dann auch. Mein Bedarf an Dirt Road war für heute gedeckt.

Da es mittlerweile angefangen hatte zu nieseln, beschlossen wir, unsere Tour noch weiter nach Süden zu verlegen, nach Fort Verde in der Stadt Camp Verde. Der Weg dahin führt von Sedona über die 179 über den Red Rock Scenic Drive vorbei an der Felsenkirche „Chapel of the Holy Cross“. Wo sich alle anderen Kirchen brav der Landschaft anpassen, hat man dort ein weit reichendes Monument in die Landschaft gesetzt. Wir waren schon öfters dran vorbei gefahren, hatten aber nie die Zeit gefunden, mal eine Blick hineinzuwerfen. Da kann Abhilfe geschaffen werden.

Unorthodox die Parkweise des Tourbusses, luxuriös der Wohnsitz direkt unterhalb der Kirche. Ob sich da wohl ein Bischof eingenistet hat?

Camp Verde liegt ca. 18 Meilen auf der I17 südlich und das einzige, was man davon sagen kann, ist, dass es den oben erwähnten Statepark besitzt. Wir kamen gegen 16 Uhr dort an. Der Parkranger teilte uns mit, dass er in einer halben Stunde die Gebäude schließen wollte und fing dann mit seinem Vortrag an. Man merkte ihm richtig an, dass er froh war, sein Wissen an den Mann bringen zu können. Er sprudelte nur so von Informationen. Wusstet ihr, dass es die ganzen Palisadenforts, die man in Westerfilmen immer zu sehen bekommt, so gut wie nicht im Westen gab? Gerade mal in Kanada hat man diese Bauweise verwendet. Wieder eine Illusion aus der Jugend futsch.

Von den einst großzügigen Fort-Anlagen waren gerade mal vier Häuser erhalten. Eines davon war die Offiziersunterkunft:

Und wie es sich gehört, die Herrschaften verstanden zu leben.

Danach noch einen kurzen Abstecher in das Museum und den Ranger nochmal kurz angestubst für weitere Informationen, die er bereitwilligst und ausladend erzählte. Versteht mich nicht falsch, es war absulut interessant, was der Mann alles wusste. Und man merkte ihm an, dass er wohl ziemlich viel Langeweile an dem Tag gehabt hatte.

Auf dem Weg zurück noch einmal kurz tanken (Circle K, 2,259 USD/Ga) und dann noch ein letztes Foto auf ein süßes Baumhaus verwenden.

Dann ab auf den Interstate Richtung Flagstaff, ein paar Würstchen auf den Grill und den Abend ausklingen lassen.