Es hatte sich gestern schon angekündigt: Die Sonne hat uns verlassen. Als wir aus dem Fenster schauten, regnete es in Strömen. Kein Grund, dieses Hotel mit dem tollen Ausblick noch länger zu bewohnen.
Frühstück gab es – Touristenstadt halt – erst ab 7.30 Uhr, die dargebotenen Speisen waren durchaus in Ordnung. Wir dürfen uns auch nicht beschweren, hatten wir diese Nacht doch kostenlos mit gesammelten Best-Western-Punkten verbracht.
Die Hauptattraktion auf dem Weg nach Norden ist die sogenannte „Avenue of the Giants“. Das ist ein Korridor, der sich parallel zum Highway 101 durch viele Ansammlungen von riesigen Redwood-Bäumen schlängelt.
Wenn man sich die feuchten Flechten am Wegesrand ansieht, versteht man, dass diese Bäume an der Küste so gut gedeien.

Zuerst ging es noch an der Küste direkt nach Norden. Wolkenverhangen liegen die Berge vor einem, Flüsse führen reichlich Wasser.

Und wolkenverhangen bot das Meer nicht den attraktiven Anblick, den wir von den Vortagen gewohnt waren.

Es geht durch einen von vielen „tree tunnel“, Alleen von Zypressen gesäumt, gerade bei Regen ein mystischer Anblick.

Als nächstes müssen wir dann zum Highway 101. Und zwar über die Berge. Beim letzten Mal, als wir von Norden in Richtung Fort Bragg diese Strasse gefahren waren, wussten wir noch nicht, was uns bevorsteht. Diesmal war uns klar, dass vor uns 22 Meilen ziemlich gewundener Landstraße lagen. Endlich hatten wir die 101 erreicht. Dann überqueren wir den Eel-River, der seinen Namen vermutlich daher hat, dass er sich wie ein Aal durch die Landschaft windet. Gleichnamige Tiere konnten wir von einer der vielen Brücken nicht entdecken.

Und schließlich landeten wir auf der „Riesen-Straße“. Immer wieder haben findige Geschäftemacher die Gelegenheit genutzt, um aus Touristen ein wenig Geld rauszuquetschen. Eine davon ist ein Redwood mit einer Aushöhlung, den man gegen Bezahlung mit dem Auto durchfahren darf.
Kostenlos ist der Living Chimney, der lebende Schornstein.

Wie man sieht, kann man diesen noch im Wachsen befindlichen Redwood betreten und den Blick nach oben richten. Wie ein Schornstein zieht sich die Höhlung in die Höhe. Ob Santa Claus auch dafür eine Ausbildung erhalten hat?

Wir fahren weiter und machen wegen der hohen Luftfeuchtigkeit nur einmal eine kurze Pause, um wenigstens ein Foto dieser Baumriesen zu machen.

Schließlich landen wir in Eureka. Logischerweise fragen wir den freundlichen Herrn am Empfang, wie es mit einem Zimmer-Upgrade aussähe. Es tat ihm sehr Leid, aber er könne uns nur noch eines mit Jakuzzi anbieten. Nehmen wir.

Das Hotel ist sehr neu, das Zimmer riesig und wir haben von unserem Balkon auch Blick auf die Humboldt-Bay.

Auch der Innenhof ist schön gestaltet.

Aber es ist noch früh am Tag. Es gibt einen Costco mit diversen leckeren Pröbchen und vielen anderen Kleidungsstücken, die eigenartigerweise genau die Größe meiner Göttergattin haben.
Da wir auf dem Weg schon diverse andere Läden gesehen haben, die uns bisher noch nicht über den Weg gelaufen waren, beschließen wir, den Einkaufsbummel fortzusetzen.
Bei der Boot-Barn (ein Laden für Western-Wear, allerdings weniger der modische Schnickschnack als tragbare Arbeitskleidung) werde ich endlich fündig bei einem paar Cowboystiefeln. Aber keine Angst, das sind nicht die spitz zulaufenden Dinger mit 5cm Absatz, es sind tragbare „Working-Boots“.
Dann noch kurz im Walmart rein und anschließend ab ins Zimmer, vielleicht probiere ich mal den Wirlpool aus.























Auch die Fußgängerbrücke sah im Sonnenlicht klasse aus.
Etwas südlich liegt das Nest Mendocino. Die älteren Leser erinnern sich vielleicht an den Song von Michael Holm. Endlich lernt man das Nest mal selber kennen. Wie viele Dörfer an der Küste stehen dort viele süße Häuser.
Am Navarro Beach stoppten wir kurz, um einen Blick auf die riesigen Baumstämme zu werfen, die niemand weggeräumt hat, nachdem jemand anderes sie vergessen hat.
Nächster halt war Cabrillo Light House. Auch hier wieder wildromantische Küste.
In Gualala machten wir dann Mittagspause und luden auch den Tank nochmal voll. Ein teurer Spaß.
Gegen 16 Uhr erreichten wir dann Petaluma und luden unsere Koffer ins Zimmer. Danach war noch etwas Zeit, weiter Richtung Süden zu fahren.
Dann ging es zum letzten Tagesziel, der Golden Gate Brücke. Hier wollten wir vom Golden Gate Park den Sonnenuntergang erleben und noch ein paar Nightshots machen. Der direkte und kurze Weg war leider versperrt und wir mussten einen ziemlichen Umweg durch den Park fahren, um zum Aussichtspunkt zu gelangen. Die Straßen waren besonders aufbereitet (mit vielen Parkplätzen), vermutlich um die Besucher der jetzt stattfindenden Fleetweek aufnehmen zu können. Der Wind pfiff heftig und wir waren froh, unsere dicken Jacken mitgenommen zu haben.
Zwischendurch wurde ein Canonian und wir noch Zeuge eines witzigen Shoots: Der Gentleman hatte seine Cam auf ein Stativ gestellt und versuchte, die Dame und sich in einem besonders guten Licht zu präsentieren.
Falls die Dame gefroren haben sollte, man merkte es ihr nicht an.
Eine halbe Stunde später waren wir wieder im Hotel. Auf der Autobahn kamen auf Schildern ständig Meldungen, dass der Strom abgeschaltet würde in diversen Regionen um SFO. Bin mal gespannt, was wir davon mitbekommen.
Ziel des heutigen Tages ist die Küstenstadt Fort Bragg, die Luftlinie weniger als 100 Meilen südlich von Eureka liegt. Aber die kann man strecken, wie wir gleich sehen werden.
Wieder auf dem Highway liegt auf dem Weg nach Süden die „Avenue of the Giants“, eine Straße, die zwischen den riesigen Redwoods mittendurch führt, immer wieder mal mit kleinen Wanderwegen, sogenannten Groves.
So genossen wir die Mittagspause in der Sonne und machten uns danach weiter auf den Weg über die Avenue.
Die Straße führte die ganze Zeit entland des South Fork Eel River.
Irgendwann war diese (also die Avenue) auch zu Ende und wir setzten uns wieder auf die 101. Um nach Fort Bragg zu gelangen, kann man – von Norden kommend – entweder über die 20 von Willits aus ankommen oder in Leggett auf die 1 abbiegen. Wir entschieden uns für Letzteres, da wir ja schon 20 Meilen kurvige Strecke geübt hatten und jetzt ein ähnliches Vergnügen erneut auskosten wollten.
Was waren wir froh, als endlich die Küste in Sicht kam. Schnell ein paar Fotos schießen und hoffen, dass der Rest der Strecke nicht zu kurvig ist. So langsam bekomme ich Muskelkater in den Armen.
Da bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit war, kurvten wir eine Runde durchs Dorf (knapp 7.000 Einwohner) und drehten dann am Glass Beach bei.
Der Küstenstreifen erinnerte stark an die Oregon-Küste – hier bei Yachats, nur dass im Sand keine Achate zu finden waren, sondern alles voller rundgeschliffener Glasscherben lag. Die brauche ich nicht wirklich.
Wir suchten uns ein schönes Plätzchen für den Sonnenuntergang und schossen die obligatorischen Fotos. Da müsst ihr jetzt durch.
Die Sonne wirkte schon ein wenig teigig, ich hoffe, das hat nichts zu bedeuten.
Als die Sonne ins Meer geplumpst war, ging es schnell zum Hotel zurück. Dort noch einen letzten Schuss aus dem Fenster, Feierabend.