15.05.2024 – Von Portland nach Bend

Auch diese Nacht war wieder ruhig, nach dem Frühstück sahen wir ein Flugzeug direkt über uns hinweg fliegen, von denen wir im Zimmer nichts gehört hatten. Anscheinend können die Amis Schallisolierung.

Heute geht es nach Bend in Oregon. Gestern hatten wir noch vollgetankt, also ab auf die Piste. Wir setzen uns wie gestern auf den I84, lassen aber diesmal den Umweg über den Historic Highway 30 aus und verlassen die Autobahn erst an einer Ausfahrt am Bonneville Dam.

Eine riesige Staudammanlage mit zwei großen Wasserkraftwerken und einer angeschlossenen Fish Hatchery.

Wir ließen einen Mitarbeiter des Civil Corps of Engineers erzählen und als er hörte, dass wir aus Deutschland kämen, wurde er richtig zutraulich. Sein Nachname war Brautigam, kein Amerikaner wüsste etwas mit dem Namen anzufangen geschweige denn, wie man in ausspricht.

Er teilte uns mit, dass wir um 11 Uhr ins Turbinenhaus eingelassen werden könnten, also machten wir uns gemütlich auf den Weg. Fotografierten die Stautore, die zur Zeit gerade geöffnet waren. Warum, erklärte er uns auch: Um Fische flussabwärts passieren zu lassen. Wenn man sie durch die Turbinen lassen würde, würden dabei zuviele sterben.

Es geht an den Fischtreppen vorbei, später besichtigen wir sie von „innen“. Übrigens wurden diese schon vor Errichtung der Staustufe und der Kraftwerksblöcke errichtet. Da hat mal jemand vorrausschauend an die Natur gedacht.

Die Turbinen sind schon ganz schön imposant und wir bekommen auch einiges zur Technik im speziellen, aber auch zur Stromversorgung im allgemeinen erzählt. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass in Idaho das einzige Geothermalkraftwerk der USA steht? Ich war jedenfalls gebührend erstaunt.

 

Zurück im Visitor Center begeben wir uns noch an die Fish Viewing Area.

Normalerweise ist nicht allzuviel los, obwohl die Mitarbeitenden anscheinend Buch über jeden einzelnen Fisch führen.

Ich hatte das Glück, dass gerade, als ich die Kamera hochhob, einer sehr nah an der Scheibe vorbeischwamm und mich dumm anglotzte. Das kann ich auch. Also glotzte ich genauso dumm zurück und beleidigt schwamm er von dannen.

Dann wurden wir noch darauf aufmerksam gemacht, dass sich auf einem der Stahltürme ein Nest eines Fischadlers befand, welches sogar bewohnt wurde. Wir fanden gleich zwei Nester, aber selbst nach einigem Warten bequemten sich die Eltern nicht, ihre Nachzöglinge mit Futter zu versorgen.

Was solls, fahren wir zu Fish Hatchery. Auf dem Weg dorthin soll es noch ein Nest geben, vielleicht haben wir dort mehr Glück.

Hatten wir. Karin fand den Pfosten, auf dem Elter Osprey hockte und sich auch zu einem Foto herabließ. Und begab sich dann zum Nest, um den Nachwuchs vor neugierigen Stalkern wie mir zu schützen.

In der Fish Hatchery selbst wie dort üblich große, überdachte Becken (die wissen schon, was Fischadler fressen). Und es gibt dort noch eine Besonderheit: Es gibt dort ein Stör-Habitat, welches man auch direkt auf Augenhöhe und von oben beobachten kann. Star der Einrichtung ist Herman, ein ca. 3 Meter langer Stör, der in dem Becken gemütlich und gar nicht verstört seine Kreise zieht.

Logischerweise gibt es auch die Regenbogenforellen, Rainbow Trouts, die sich zu hunderten im Wasser tummeln.

Jetzt geht es weiter nach Cascade Locks. Diesem Nest haben wir bisher wenig Beachtung geschenkt, warum auch? Am Ufer liegt ein Schaufelraddampfer, der Columbia Gorge Sternwheeler.

Auf der anderen Seite eine kostenpflichtige Brücke, die „Bridge of the Gods“.

Da wir weder Dampfer fahren noch nach Washington wollten, setzten wir uns wieder auf die Autobahn bis zur Ausfahrt von Hood River. Dieses Nest fand ich früher sehr gemütlich, so dass wir dort sogar mal eine Woche in einem Ferienhaus verbrachten. Heute vergraulte mir eine riesige Baustelle und lauter „Groschengräber – so hießen früher die Parkuhren“ etwas die Laune, so dass nach dem Motto „Heute habe ich kein Foto für Dich“ einfach durchfuhren. Abgesehen davon steht uns noch einiges bevor.

Es geht in die Berge. Vor uns liegt majestätisch und schneebedeckt der Mount Hood. Im Vordergrund Obstplantagen, die Temperatur beträgt locker 25°C.

Und als wir in den Rückspiegel blicken, ein weiterer Ex-Vulkan auf der Reihe, der Mount Adams.

Wir kommen näher an den Mt Hood heran, er liegt quasi direkt rechts neben uns, wenn wir unsere Wanderung beginnen.

Diese führt uns zu den Tamanawas Falls. Und hier beginnt eine Reihe von Irreführungen. Auf einer Karte am Trailhead steht: 1,1 Meilen. Das sind hin und zurück ca. 3,5 km und lässt sich ganz gut bewerkstelligen. Ich schalte meine Running App ein und los gehts.

Schneefelder blinken, der wilde Bergbach verschönt uns den Weg. Dann, nach ca. einem Kilometer ein Wegweiser mit der Info: noch 1,5 Meilen zum Wasserfall. So hatten wir nicht gewettet.

Aber jetzt umkehren? Kommt auch nicht in Frage. Wir treffen verschiedentlich rückkehrende Wanderer. Die einen sagen: jetzt noch 40 Minuten. Ein anderer berichtet von einem „Landslide“, dahinter um der Ecke liegt der Fall dann.

Es gibt viele Erdrutsche auf der Strecke und nach jedem freue ich mich leider vergeblich, denn wir sind noch immer nicht da.

Endlich, ein Riesen Geröllfeld, das muss es sein.

Wir kämpfen uns durch und dann, ein bis zwei Kehren weiter, stehen wir endlich vor dem wunderschönen Wasserfall.

Ich lege die Kamera so gut es geht auf meine Kameratasche und lasse den Selbstauslöser die restliche Arbeit machen. Noch ein bisschen das Bild gerade richten und beschneiden. Fertig.

Ach ja. Als wir da waren, zeigte meine App 2,62 Kilometer an.

Zurück war es dann eigenartigerweise genauso lang, nach 5,34 km waren wir wieder am Auto.

Wir düsen los, denn bis Bend sind es immer noch fast zwei Stunden. Wir haben uns bei dieser Wanderung ordentlich verschätzt. Nur gut, dass wir am Morgen schon im Hotel angerufen und um ein Zimmerupgrade gebeten hatten.

Noch ein letzter Blick auf den Mount Hood und es geht in Richtung Indianer Reservat Warm Springs. Eine tolle Landschaft tut sich auf.

In Madras laufen wir einer Tankstelle über den Weg, die uns den Sprit für 3,959 USD/Ga verkauft. Billigster Sprit auf der Reise bisher.

Zum Schluss begleitet und noch die Bergkette „Three Sisters“, welche wir dann auch im Abendlicht von unserem upgegradeten Zimmer sehen können.

Ein sehr schönes Hotel und auch Hotelzimmer. Mal wieder.

14.05.2024 – Wasserfälle in der Columbia River Gorge

Nach dem gestrigen Fahrtag ist heute mal wieder Entspannung angesagt. Obwohl das Hotel sehr nahe am Flughafen liegt, haben wir in der obersten Etage nichts vom Fluglärm mitbekommen. Das Frühstück war auch lecker und wir überlegen, was wir heute machen könnten. Natürlich reizt der Mt. St. Helens, aber dessen Aussichtspunkt ist über 100 Meilen entfernt. D.h. für diesen kurzen Augenblick wären wir über vier Stunden unterwegs. Gut, gestern war es nicht viel anders, aber da hatten wir zumindest immer linker Hand die schöne Oregonküste.

Also kehren wir zu unserem ursprünglichen Plan zurück, die fallenden Wasser an der Columbia River Gorge zu besuchen.

Dank cleverer Wahl des Hotels ist man sehr schnell auf dem Sandy Blvd, welcher zum Interstate Highway 84 nach Osten führt.

Wie schön, dass auf dem Weg dahin noch ein Costco liegt, da können wir dem Dicken noch einmal den Tank preiswert füllen.

Wir biegen an der Ausfahrt 22 ab auf den Historic Columbia River Highway, der früher den Westen mit dem Osten auf vielen gewundenen Kehren und viel auf und ab verbunden hat. Oben angekommen wartet schon der erste Aussichtspunkt, der Chanticleer Point mit dem Portland Womens Forum. Letzteres wurde von meiner Göttergattin früher für eine Art Strickklub gehalten, weshalb wir dem Turnout nie besondere Beachtung geschenkt hatten.

Aber diese Vereinigung hat sich dem Erhalt der natürlichen Schönheit der Gorge verschrieben.

Und wenn man den Ausblick sieht, versteht man auch, warum. Am rechten Rand wartet schon der nächste Punkt auf der Höhe, der Crown Vista Point.

Aber schauen wir uns erstmal in Ruhe den Fluss an und lassen uns von der Ruhe des Dahinfließens anstecken.

Die Seite der Stateparks in Oregon beschreibt das Crown Vista House so:

Vista House wurde 1918 als glamouröse Raststätte und Observatorium für diejenigen eröffnet, die auf der neuen Autobahn unterwegs waren. Diese „Komfortstation“ war ein Rastplatz wie kein anderer, mit Marmorböden, Buntglasfenstern – und natürlich einer atemberaubenden Aussicht. In den Worten von The Oregonian war es „die Vollendung des größten Highways Amerikas“.

Mir war es vergönnt, meine unnachahmlichen fotografischen Fähigkeiten einer vorbeiziehenden deutschen Familie durch ein Handyfoto zu beweisen, bevor ich selbst mit der eigenen Kamera einmal nach Westen

und dann nach Osten knipsen durfte.

Jetzt geht es wieder den Berg auf dem Historic Highway runter.

Der erste Wasserfall, der uns ausbremste, war der Latourell Fall. Mit 249 Fuß Höhe ist es der erste Fall auf dem Weg nach Osten.

Zum Glück hatte ich diesmal mein Stativ eingepackt und auch einen L-Frame, so dass ich die Kamera leicht und stabil auch im Hochformat stabilisieren konnte.

Weiter geht es zu den Shepperd’s Dell Falls, ein kleinerer Wasserfall, aber auch nicht unschön.

Als nächste Perlenkette auf der Schnur liegt der Bridal Veils Fall. In meinen Augen einer der schönsten Fälle dort. Hat es was damit zu tun, dass es auch im Yosemite Nationalpark einen Fall dieses Namens gibt?

Wir fahren weiter östlich bis den den Wakeena Falls. Etwas hawaiianisch mutet der Name schon an. Hätte er noch irgendwo ein Apostroph im Namen, ich hätte an den Fähigkeiten von Google Maps gezweifelt.

Aber so schreiben wir den Namen einfach den Native Americans zu.

Wieder geht es ein Stückchen weiter. Diesmal machen wir Halt an der Oneonta-Schlucht. Auch hier bin ich mir über die Namensherkunft und speziell die Aussprache nicht im Klaren. Heißt one onta? Oder durchgesprochen und wie im deutschen ausgesprochen oneonta?

Egal, die Schlucht war wild und schön und man durfte nicht rein.

Mittlerweile hatten wir auf dem Historic Highway den berühmtesten aller Wasserfälle in dieser Gegend passiert, die Multnomah Falls. Der Parkplatz direkt an der Straße wird privat verwaltet und die Privatiers verlangen für ein Tagesticket lockere 20 USD. Tut mir Leid, aber das bin ich nicht bereit zu zahlen. Und laut den Informationen der besten Reiseleiterin von allen kann man den kostenlosen Parkplatz ca. 100 m weiter nur von Osten vom Interstate Highway anfahren. Dann machen wir das morgen. Da kommen wir wieder hier vorbei.

Aber einen haben wir noch: Den Horstail Falls. Sehr schön und einsam gelegen kann man die fallenden Wasser ohne viel menschlichen Trubel genießen.

Auch eine Langzeitbelichtung am Fuße ist noch drin.

Und da die Göttergattin lange genug still gehalten hat, auch ein Foto mit ihr.

Jetzt aber bei der nächsten Möglichkeit auf den Interstate Highway Richtung Westen, wir möchten nach Hause.

Und was sehen meine entzündeten Augen? Eine Ausfahrt für die aus Osten kommenden Fahrzeuge zu den Multnomah Falls. Kostenloser Parkplatz, ein kurzer Anlaufweg und schon stehen wir in den Menschenmassen auf dem Weg zum besten Aussichtspunkt.

Foto gemacht (und uns auch zusammen fotografieren lassen) und dann geht es ab in Richtung Hotel. Da dieses logistisch sehr gut gewählt war, konnten wir auf dem Weg noch in einen Walmart reinspringen und dort ein paar Sachen holen, die wir anderswo nur sehr schlecht bekamen.

Dann ab zum Costco, eine Scheibe Pizza und einen Eisbecher abholen. Ach ja, ein paar Blusen und selbst ein paar Oberhemden für den Schreiber dieser Zeilen sind drin.

Und auf dem Parkplatz steht schon der zweite Tesla. Gnädig winkt der Fahrer, dass ich seinen Boliden fotografieren darf.

Und jetzt ins Hotel, das Bett winkt. Ein toller Tag mit über 12.000 Schritten.

13.05.2024 – Von Lincoln City nach Portland

Wir werden die Oregon-Küste verlassen (müssen). Es hat uns mal wieder extrem gut hier gefallen. Lincoln City ist wie immer ein guter Ausgangspunkt, um die Küste nach Süden und Norden zu erkunden. Die Tatsache, dass wir zweimal ein Zimmerupgrade bekommen haben (einmal mit Jakuzzi, einmal mit „Fireplace“) und auch die Gastfreundschaft von Anita, Kari und Mark machten den Aufenthalt in diesem Städtchen zu etwas Besonderem. Ungern lassen wir Euch und die City hinter uns.

Wie gestern schon angedeutet, geht es heute nach Portland. Wir könnten uns natürlich auf dem einfachsten und schnellsten Weg auf den Interstate setzen und wären um die Mittagszeit da.

Aber uns ist ja noch soviel von der Küste entgangen, das können wir auch heute nicht alles sehen. Schauen wir uns also nur die schönsten Punkte an und auch solche, die wir noch nicht kennen.

Auf dem Weg nach Norden machen wir unseren ersten Stop am Symons State View Point und schauen uns die immer wieder schöne Küste an.

Weiter geht es zum Cape Meares. Wir erinnern uns: Es fehlte auf der 3-Capes-Route noch das letzte Drittel, das holen wir heute nach. Wäre auch sträflich, dies nicht zu tun.

Als wir am Cape Lookout (bzw. seinem Parkplatz) vorbeikommen, stoßen uns die Erinnerungen an einen der vergangenen Tage an. Es war gut, den Trail gegangen zu sein und ihn überstanden zu haben. Aber nochmal muss es nicht sein.

Wie froh sind wir, als wir auf dem Parkplatz vom Cape Meares ankommen und ich in Flipflops die paar hundert Meter zum Leuchtturm laufen kann.

Der Blick zurück offenbart das Cape Lookout.

Sieht aus der Entfernung gar nicht so schlimm aus.

Nächstes Ziel ist die Tillamook Cheese Factory. Unser Navy – namentlich Google Maps – fängt plötzlich an zu spinnen und schlägt uns Routen vor, die wir bei mehr Zeit und mehr Abenteuerlust vielleicht sogar gefahren wären. Des Rätsels Lösung: Erst kürzlich wurde eine der Bergstraßen komplett erneuert. Das hat ca. 2 Jahre gedauert, aber Google Maps hat davon noch nichts mitbekommen. Wir vertrauen auf das bei mir eingebaute Navi – und auf Straßenschilder – und kommen durch hauptsächlich landwirtschaftlich genutztes Gebiet nach Tillamook.

Ein typisches amerikanisches Städchen mit den üblichen alten Steinbauten, den vorgelagerten Ketten jeglicher Art mit dem netten Charm.

Was sich verändert hat, die die Käse-Firma. Hieß sie früher noch Tillamook Cheese Factory (und so ist sie bei alt eingesessenen Mitarbeitenden noch immer im Sprachgebrauch), stehe wir heute auf dem gleichen Parkplatz wie früher, aber vor einem hochmodernen Gebäude der Tillamook Creamery.

Hinein ins Vergnügen. Wie schon früher hat man von oben einen guten Einblick in die Produktionslinien, wo die leckeren Milchprodukte hergestellt werden.

Es gibt auch noch eine Pröbchentheke. Ich hatte mir vorsichtshalber einen Sweater und in der Bauchtasche einen Pappbecher mitgenommen, aber die früher übliche Methode, aus Dutzenden Käsesorten mit einem Zahnstocher ein Stückchen Käse zu entnehmen, war der steril verpackten Darbietung gewichen. Einzig der Quietsche-Käse wurde noch offen dargereicht. Allerdings quietscht er durch eine Umstellung in der Produktion auch nicht mehr. Schade. Gute Traditionen sollte man bewahren.

Aber wir hatten Glück. Wir beide verwickelten (wirklich ohne Hintergedanken) die ausschenkende Dame in ein Gespräch, wie unsere Kinder früher diese Käse liebten etc. Als Resultat drückte sie Karin eine volle, verschlossene Tüte im Wert von 10 USD in die Hand. Aber schnell in der Tasche verschwinden lassen…

Wir fahren weiter Richtung Norden an der Küste entlang und passieren diverse Dörfer, unter anderem Garibaldi, ein Fischerdorf, in dem sich seit Jahrzehnten nicht viel verändert hat.

Am Hug-Point fuhren wir raus, weil sich Karin daran erinnerte, darüber was gelesen zu haben. Was war es? Achate? Ein Piratenschiff? Meerjungmänner, die sich auf Steinen wälzen?

Als wir um eine Ecke am Strand bogen, fiel es ihr wie Schuppen von den Haaren. Dies ist einer der wenigen Wasserfälle, die bei entsprechendem Wasserstand direkt ins Meer purzeln und daher nur bei Ebbe zu erreichen sind. So, haben wir jetzt auch gesehen.

Dann war es nicht mehr weit bis zum Canon Beach. Hat nichts mit der ostasiatischen Kamerafirma zu tun, sondern damit, dass dort wohl mal eine Kanone gefunden wurde. Wahrscheinlich ist das auch der Grund dafür, dass viele Strände den Namen Sand Beach führen?

Canon Beach selbst ist eine rein touristische Enklave, alles dort ist für den Besucher aufgemacht. Verständlich ist es. Heute war es relativ ruhig dort und es fiel nicht schwer, einen Parkplatz zu finden. Am Wochenende möchte ich nicht dort sein.

Sehenswert dort ist jedenfalls der berühmte Haystack Rock, der bei Ebbe komplett umlaufen werden kann.

Uns reichte ein Foto und wir konnten weiterfahren. Direkt nördlich liegt der Ecola State Park. Dies ist wohl der berühmteste und am meisten fotografierte Aussichtspunkt an der Oregon-Küste.

Von dem Weg zweigte eine Straße zum Indian Beach ab, wo wir uns eine kurze Mittagspause gönnten. Auf dem Weg dahin liegt eine Stelle, wo man das Tillamook-Lighthouse sehen kann. Dies hat den Beinamen Terrible Tilly, warum das so ist, erklärt diese Webseite.

So gestärkt gab es nur noch ein Zwischenziel: Die Astoria Column.

Üblicherweise kommt man über Warrenton nach Astoria rein und sieht die Megler-Bridge vor sich.

Wir biegen aber vorher nach rechts ab und sehen schon im Wohngebiet die Säule vor uns in den Himmel ragen. Von hier aus haben sie die wenigsten fotografiert.

Als wir dann auf gewundenen Straßen oben ankommen, schnell noch ein Foto aus der Nähe machen.

Ein weiteres auf den Columbia River mit der soeben erwähnten Brücke

und es geht durch Astoria zurück wieder auf Meereshöhe. Es ist schon merkwürdig, dass einem manche Orte ans Herz wachsen. Obwohl wir nie in Astoria übernachtet haben, gehört dieses gemütliche Städtchen dazu. OK, einmal waren wir mit dem Wohnmobil in der Gegend unterwegs und quälten uns über enge Waldwege zum Snag-Lake, wo man kostenlos stehen konnte.

Eine andere Erinnerung kommt hoch, wenn wir an dort einen Subway passieren. Einer unserer Söhne wollte unbedingt im Drive-Through etwas bestellen, wir hatten keine Lust, er dafür wenig Englisch-Kenntnisse. Er durfte es hinterher auch selbst essen.

Jedenfalls durchquerten wir ein Wohngebiet und

kurz bevor es auf die Hauptstraße ging, konnte ich noch das Heritage Museum fotografieren.

Nun aber schnell auf die Piste. Noch ca. 1 3/4 Stunde braucht es bis zum Hotel. Das zieht sich ziemlich.

Bei Longview überquerten wir über die Lewis-und-Clark-Brücke den Columbia, um dann irgendwann in Portland anzukommen, wo man uns (aufgrund unserer freundlichen Nachfrage am Morgen) ein schönes Zimmerupgrade gegeben hatte.

Feierabend.

12.05.2024 – Silver Falls State Park

Manchmal kommt es anders als man denkt. Auf unserer Reiseroute haben wir auf jeden Fall noch die Küste bis in den Norden Oregons, bis nach Astoria stehen.

Auf der anderen Seite möchten wir auch in Woodburn, im Landesinneren, die Outlet-Mall besuchen. Karin braucht dringend neue Merrels. Und meine sind auch schon recht ausgelatscht. Es gibt in der Mall einen Merrel Store, d.h. sie haben große Auswahl und es ist in Oregon Tax-free, also ohne MwSt.

Und die beste Routenplanerin von allen hatte „ganz in der Nähe“ noch den Silver Falls State Park auf ihrer Bucket List stehen. Warum als nicht alles miteinander verbinden und den morgigen Reisetag zum Küstentag machen?

Gesagt, getan, wir waren nach einem üppigen Frühstück relativ früh auf der Straße, packten noch 5 Gallonen in den Tank rein, denn in Salem sollte es einen Costco geben, der den Sprit deutlich günstiger verkaufte.

Nicht gerade zur Ladenöffnung, aber auch nicht sehr viel später, waren wir dann im Schuhgeschäft. Mein Lieblingspaar hatte ich nach dem zweiten Versuch gefunden, ein Model „Moab“. Zu dem Namen haben wir ja sowie eine besondere Beziehung.

Bei meiner Göttergattin gestaltete sich die Suche deutlich schwieriger. Den Zeitgewinn, den wir durch frühes Aufstehen und zeitige Abreise rausgewirtschaftet hatten, den waren wir komplett wieder los. Aber wie heißt es so schön? Geht es der Katze gut, freut sich der Hund.

Und so richtig teuer war es auch nicht. Ca. 161 USD ließen wir in dem Laden. Da waren zwei Paar Schuhe und ein schöner Kapuzenpulli (in meinem Alter trägt man ja keine Hoodies mehr) drin.

Dann kurz in Richtung Süden auf den Interstate und auf dem Weg zum Statepark noch bei Costco rein, um den Wagen für 4,199 USD/Ga vollzuladen.

Und noch ein paar Scheiben Pizza, ein Chicken Wrap und Salat mitzunehmen.

Die Fahrt zum Park dauerte von Salem aus ca. eine 3/4 Stunde. Sie ging durch hügeliges Farmland, die Sonne schien und die Temperatur lag in Salem bei 27 °C.

Als wir den Park erreichten, stellten wir fest, dass halb Salem in diese Richtung gefahren war (die andere Hälfte war an der Küste). Volksfestartige Stimmung machte sich breit und wir hatten großes Glück, einen Parkplatz nahe des Wanderweges zu bekommen.

Also die neuen Treter an und los geht es. Der sogenannte Canyon-Trail führt in der ausführlichen Version an 10 Wasserfällen vorbei. Aber es gibt auch eine etwas kürzere Version.

Wir wussten noch nicht genau, was uns erwartete, also waren wir schon baff erstaunt, als wir vor dem ersten Fall standen, dem South Fall. Sehr treffender Name.

Tosend stürzt sich das Wasser in die Tiefe. Und das interessante bei diesem und anderen der Wasserfälle in diesem Park ist, dass man dahinter hergehen kann.

Was wir dann natürlich auch taten. Hut abgenommen und damit die Kamera zugedeckt. Denn die Gischt kann schon ein wenig nässen.

 

Aber das nimmt man gerne in Kauf.

Weiter geht es zu den Lower South Falls.

Auch sie sind hintergehbar.

Wir man an dem fröhlichen Gesicht einer einzelnen Wanderin deutlich sehen kann.

Mein Problem, welches mich die ganze Zeit begleitete, war ein technisches: Um die Wasserfälle auf dem Foto nicht immer einzufrieren (dazu war es doch zu warm), musste ich eine relativ lange Belichtungszeit verwenden. Eigentlich ist dazu ein Stativ notwendig, aber ich hatte keine Lust, diese auf einer ca. 7 Kilometer langen Wanderung mitzuschleppen. Also lehnte ich mich auf Geländerpfosten, an Bäume oder auf Mauern, um solche Aufnahmen einigermaßen unverwackelt hinzubekommen.

Die obige Aufnahme entstand quasi im Vorbeigehen, die weeping rocks sind nicht nur im Zion Nationalpark anzutreffen. Und ihr wollt ja heute nicht ausschließlich Wasserfälle sehen?

Fotografiert wurden die nächste Aufnahme unter dem Text bei den North Lower Falls, der Name erklärt sich von selbst.

 

Dann ging es zu einem kleinen Abzweig zu den sogenannten Double Falls. Hier mussten wir erst einmal innehalten und Atem holen, so schön ist dieser Fall. Vielleicht liegt es daran, dass gerade die Sonne richtig reinschien und er uns an die Vernal Falls im Yosemite Nationalpark erinnerte.

Schön, dass wir diesen kleinen Umweg gemacht haben.

Die Middle North Falls, welch einfallsreicher Name, gehören ebenfalls zu den begehbaren Fällen.

Auch hier packt man am besten sensible Ausrüstung wasserfest weg und holt sie nur für das eine oder andere Foto wieder raus.

 

Schließlich nahmen wir einen Shortcut, um den letzten der uns zur Verfügung stehenden Fälle anzuschauen, die Winter Falls. In Relation zu den anderen eher dürftig, aber vielleicht lag das daran, dass der Winter schon vorbei war…

Zurück geht es nicht über den Canyon Trail, sondern über den Rim Trail. Über ihn kann man nur sagen, dass man von dort aus KEINE Wasserfälle zu sehen bekommt und er sich fast eine Meile durch den Wald zieht.

Aber auch das kann interessant sein. Hier scheint die Sonne sehr intensiv durch das Blätterdach in genau dem richtigen Winkel.

Auf den nächsten zwei Fotos kann man wunderbar das feuchte Klima bewundern, welches zum Bewuchs der Bäume mit diesen Flechten führt.

 

Aber nicht nur Flechten wachsen auf Bäumen. Auch Bäume wachsen auf Bäumen. Warum nicht?

Endlich, nach über 8 Kilometern, kam der Parkplatz in Sicht und wir ließen uns – nach einem Besuch in der Keramikabteilung – erschöpft im Auto nieder und ließen uns von unserem Dicken sehr komfortabel nach Hause kutschieren.

Auf dem Weg mussten wir noch ein paar Mal anhalten. Einmal, um eines der vielen Felder mit Rotklee zu fotografieren.

Das zweite Mal, als wir an einem Casino anhielten, um noch einmal Sprit für 4,199 USD/Ga aufzufüllen.

Und das letzte Mal, als wir am State Park in Lincoln City am D-River anhielten, um den Sonnenuntergang zu fotografieren.

Aber da die Temperatur mittlerweile auf 13°C gesunken war, hüpfte ich schnell wieder ins Auto, denn mit einem vernünftigen Sonnenuntergang war bei der Bewölkung nicht zu rechnen.

Trotzdem: Ein aufregender Tag.

11.05.2024 – Von Lincoln City nach Cape Perpetua

Heute morgen war es mit dem blauen Himmel nicht so gut. Grau in grau die Welt um uns herum. Zeit für Stille und Kontemplation. Heißt: Wir legen uns nach dem Frühstück noch einen Augenblick hin und machen Augenpflege.

Tagesziel für heute ist das weiter südlich gelegene Cape Perpetua. Aber vorher noch kurz einmal in den Norden von LC, frischen Salat einkaufen. Die haben beim Grocery Outlet verschiedene Tüten mit frischem Salat für gerade mal 3,99 USD. Da ist Sauce und auch geschmacksverstärkende Krümel schon drin. Und eine Portion reicht gut für 2 Personen. Wenn man sie denn mit etwas Käse aus der Creamery aus Bandon und etwas Turkey-Aufschnitt verlängert. Und wie durch ein Wunder gelangt auch eine Spring-Torte mit Namen Lemon-Cheesecake in den Einkaufswagen. Sonst wäre es ja mit den auch eingekauften Bananen zu gesund.

Wir merken, dass wir Wochenende haben. LC läuft langsam voll und wir brauchen von Süden nach Norden erheblich länger als sonst. Also biegen wir vom Highway ab auf einen Schleichweg und fahren durch ein schönes Wohngebiet.

Wir fahren danach relativ zügig Richtung Süden, immerhin nähern wir uns dem Mittag, und machen nur einen kurzen Stop auf dem Otter Rock, Karin möchte unbedingt wieder Wale sehen.

Ich nutze die Gelegenheit, die Bucht, die gerade durch den Küstennebel sichtbar wird, auf die Platte zu bannen.

Weil es direkt nebenan liegt, statten wir auch Devils Punchbowl noch einen Besuch ab. Und das wichtigste: Es gibt dort zwei Löcher, die die Höhlung mit dem Meer verbinden. Eine hatte ich euch gestern unterschlagen. Das müssen wir jetzt richtig stellen. 2 – in Zahlen zwei:

Gestern waren wir vorbeigefahren, also nehmen wir uns heute die Zeit, beim Moolack Beach anzuhalten, dort soll es Achate geben.

Wir schlendern langsam über den Strand, finden auch einige wenige Steine und genießen die dabei zuschlagende Entspannung.

Aber so langsam drängt der Kaffee, möchte nach draußen und wir machen einen kurzen Stop beim Yaquina Interpretiv Center, welches neben sauberen Restrooms auch noch Interessantes zur Küste zu bieten hat.

Wir passieren Newport. OK, nicht ganz so schnell. Wir müssen euch noch das historische Nye Beach vorstellen, welches hübsch Touristen einfängt und wo es mittendrin wenig Parkplätze gibt. Zeit zum außerhalb Parken haben wir nicht, denn unser Schedule ist straff und durchgetaktet.

Etwas südlich von Newport liegt in der Cape Perpetua Gegend das Devils Churn, ein langestreckter Einschnitt im Felsen. Dort dringt das Wasser mit unwiderstehlicher Gewalt und viel Getöse ein und lockt damit vorbeifahrende Besucher an.

Aber wir wollen ja auf das Kap. Kurz nach des Devils Churn biegt nach links die Straße ab in die Berge und mit 119 Höhenmetern haben wir die für heute höchste Stelle der Reise erreicht. Bei Karin zum Glück keine Spur von Höhenkrankheit. Dies nutzen wir aus, um eine von unseren Salat-Tüten zu vernichten.

Lecker. Besonders bei dem Ausblick.

Da die Sonne sich immer wieder durch den Nebel kämpft, lasse ich mich doch noch zu einem Foto verlocken.

Nur wenige 100 Meter hinter der Einmündung auf die 101 ein Parkplatz, der zu Thor’s Well führt.

Auch von oben sieht man schon die Wellen, die an die Felsen schlagen.

Logisch, dass wir da runter müssen. Mal schaut man in den Mahlstrom, den das abfließende Wasser hinterlässt.

Dafür ist eine lange Belichtungszeit notwendig.

Um die mächtigen Wellen einzufrieren, versuchen wir es mit einer sehr kurzen Belichtungszeit.

Wenn man diese Wellen länger belichtet, sieht es so aus:

Eigentlich dachte ich ja, ich sei der Verwegenere. Aber als ich dann schon wieder auf halbem Weg nach oben war, stellte ich fest, wer von uns beiden der eigentliche Adrenalinjunkie ist.

Mutig stellt sie sich den riesigen Wellen. Zum Glück ist nichts passiert. Nicht auszudenken das Gejammere, wenn wir meine Göttergattin mit nassen Klamotten hätten nach Hause fahren müssen… Und das dann auf der Ladefläche.

Auf dem Rückweg ein kleiner Umweg an der Küste entlang durch ein Wohngebiet von Yachats, hier könnte ich mir ein Feriendomizil vorstellen.

Es wurde langsam später und zum Schluss noch ein Foto von dem markanten „Turm“ in Waldport. Auch immer ein vertrauter und schöner Anblick auf dem Weg nach „Hause“.