26.09.2022 – Fahrt von Clifton nach Moab

Guten Morgen Clifton, wir müssen weiter. Das Hotel war gemütlich, auch wenn man das Frühstück eher als durchschnittlich beschreiben würde. Aber es war schmackhaft und wir haben eine gute Grundlage bis zum Mittagspicknick.

Tagesziel für heute ist Moab in Utah. Wer uns kennt, wird den Stunt, den wir heute ausführen, verstehen. Schon 1987 waren wir das erste Mal in diesem Wüstenstädtchen. Das war zu einem Zeitpunkt, als Tourismus hier noch ein Fremdwort war und sich wenige Auserwählte mit High-End-Jeeps die Berge raufquälten. Mittlerweile ist es ein Paradies für Offroader, Biker, Wanderer und jeden anderen geworden, der sich an den roten Felsen nicht sattsehen kann.

Wir waren in den letzten 35 Jahren einige Male hier gewesen, auch mal in einem Ferienhaus für vier Wochen. Konnten also für uns in Anspruch nehmen, etwas von der Gegend gesehen zu haben, ohne uns als Insider zu bezeichnen.

Aber wir lieben den Arches National Park und auch den Canyonlands National Park. Aus diesem Grund planten wir von Colorado aus einen klitzekleinen Umweg ein. Ebenfalls klitzekleines Problem: Die Hotelpreise bewegen sich zur Hauptsaison in astronomischen Höhen. Daher traf es sich gut, dass wir an einer Promotion-Aktion von Best Western teilnehmen konnten und eine absolut freie Nacht spendiert bekamen.

Nach dem Frühstück also ging es los, auf den Interstate 70, immer Richtung Westen.

Um nach Moab auf dem kürzesten Weg zu gelangen, hätten wir schon relativ weit östlich den Highway 128 nehmen können, der uns entlang des Colorado River an den Fisher Towers vorbei über eine der schönsten Strecken in dieser Gegend leitet. Aber unser Hauptaugenmerk lag auf dem Canyonlands NP, den wir schon vor 35 Jahren zu unserem Lieblingspark gekürt hatten.

Also ging es auf dem I70 bis zum Highway 191, dann nach Süden, bis auf der rechten Seite der Abzweig zum Nationalpark auftauchte.

Am Parkeingang erhielten wir die obligatorische Straßenkarte, obwohl diese eigentlich nicht nötig gewesen wäre.

Erster Halt beim Aussichtspunkt auf den Schafer Trail. Diese Dirt Road zieht sich in engen Kurven einige viele Meter tiefer, um schließlich am White Rim Trail zu enden. Dieser zieht sich an der gesamten „Küstenlinie“ entlang, in östlicher Richtung bis nach Moab. Hätten wir mit unserem Wagen auch fahren können, haben wir tatsächlich auch schonmal gemacht, aber dazu fehlte uns heute die Zeit.

Der am weitesten entfernte Punkt ist der Green River Overlook mit dem Willow Flat Campground. Hier hatten wir vor 35 Jahren gezeltet und hier begann unsere große Liebe zu diesem Nationalpark.

Am Overlook setzten wir uns einfach nur auf die Felsen und sogen die Landschaft und die friedliche Stimmung ein.

Wer kann es uns verdenken, dass zumindest ich diesen Platz als „most beautiful spot on earth“ gekürt habe.

Dann setzte die große Planung ein. Was machen wir ab Mittag mit dem Rest des Tages? Fahren wir den Schafer Trail runter? Laufen wir noch zur Mesa Arch? Was am Nachmittag und Abend?

Wir entschieden uns, nicht durchzupowern und fuhren genüsslich Richtung Moab.

Am Grand View Point noch ein kurzer Fotostop. Die Aussicht dort ist schon großartig, aber in meinen Augen nicht mit dem Green River Overlook zu vergleichen.

Ein paar Meilen weiter ging noch ein Trail los. Wir nutzen einfach nur den Parkplatz, um uns auf die Ladefläche unseres Pickup zu setzen und ein kleines Picknick zu machen.

An der Mesa Arch suchten wir uns einen Parkplatz (gar nicht so einfach) und wanderten ca. eine Viertelstunde zur Arch. Diese hat als besonderes Feature, dass bei Sonnenaufgang die Sonne durch den Bogen durchscheint. Das wissen natürlich auch andere, weswegen zu früher Morgenstund dort ein riesen Menschenauflauf mit Kameras ist. Da wir dafür gegen vier Uhr hätten aufstehen müssen, ging der Plan NICHT in diese Richtung.

Dann ging es ohne Unterbrechung (welch Wunder) zum Hotel. Moab hat noch ein paar Hotels dazubekommen. Wir haben jetzt zum ersten Mal mitten in der Stadt eine Bleibe und können vielleicht mal einen Stadtbummel machen, bis wir am Abend zum Sonnenuntergang in den Arches Nationalpark fahren.

Ein paar Stunden später: Wir haben ein wenig Siesta im Hotel gemacht und einen Walk über den Boardwalk von Moab.

Mittlerweile ist es spät genug, dass wir ohne Permit in den Park einfahren können. Die Live-Webcam vom Parkeingang zeigt keine Autos mehr. Also Futteralien-Kiste eingepackt, etwas zusätzliches Fotoequipment und los geht es.

Die Sonne neigt sich langsam gen Horizont und wir bekommen schon ein bisschen Panik, dass wir zu spät in der „Windows Section“ ankommen.

Aber es passt zeitlich noch gut und ich klettere in die Double-O-Arch,

um die letzten durchscheinenden Sonnenstrahlen einzufangen.

Gegenüber werden die Felsen in das Abendlicht getaucht.

Nachdem die Sonne untergegangen ist, kramen wir unser Abendessen raus, setzen uns auf die Ladefläche und genießen Krautsalat und Dosenobst.

Es wird dunkler und ich kann die Andeutung der Milchstraße erkennen. Die Richtung deckt sich auch mit meiner Star-Sky-App auf dem Handy.

Wir marschieren ein wenig den Weg hinein und ich versuche mich an den ersten Fotos.

Je dunkler es wird, umso besser gelingen die Aufnahmen. Gegen 20.40 beschließen wir, den Standort zu wechseln und fahren zum allseits bekannten „Balanced Rock“, um ihn als Vordergrund einzubinden.

Dort sind viele Versuche nötig, weil immer wieder Autos auf der Straße mit ihren Scheinwerfern den Felsen anleuchten. Aber irgendwann ist auch die letzte Aufnahme im Kasten und wir können gemütlich zum Hotel fahren, welches wir kurz nach 22 Uhr erreichen.

Was für ein Tag, welche Erlebnisse und Eindrücke. Moab enttäuscht nie.

25.09.2022 – Black Canyon of the Gunnison Nationalpark

Unser Jetlag ist vorbei? Heute morgen wurde ich wach, es war kurz vor 6 Uhr. Ein Wunder ist geschehen. Schauen wir mal ob es sich auch hält.

Unser Ziel für den heutigen Tag ist der Black Canyon of the Gunnison Nationalpark.

Der Park liegt ca. 70 Meilen von unserem Hotel in Clifton/Grand Junction entfernt. Da wir nicht wissen, was uns meilenmäßig noch bevorsteht, bin ich der vorsichtigere Typ und schlage vor, den Wagen vorher noch einmal vollzutanken.

Gestern Abend hatte ich ein Schild gesehen mit der Aufschrift: Walmart Fuel Station. Das erste mal, dass Walmart auch mit dieser Sorte von Sprit handelt. Aber da der Preis der niedrigste war, der mir beim Durchfahren aufgefallen war, beschloss ich, einen Versuch zu machen.

Als Zahlungsart werden neben Spezialkarten noch die Mastercard und die Maestro (also unsere EC-Debit-Karte) angenommen.

Und siehe da, sie klappte auf Anhieb. Bin gespannt, wie die Abrechnung aussieht und was sie mir an Gebühren draufschlagen.

Aber jetzt geht es mit vollem Bauch – äh Tank auf die Piste. 583 Meilen Restlaufweite zeigt die „Uhr“ an, das sollte reichen.

Der Weg nach Süden geht über eine gut ausgebaute Straße mit 65 mph Richtung Süden.

Wir passieren als erste größere Stadt Delta (nicht Omega oder Alpha) und stellen fest, dass es sich um ein gemütliches Städtchen handelt.

Weiter Richtung Süden auf der US 50 geht es, bis wir in Montrose einen Schlenker nach Osten machen und dann sind wir schon im Park drin.

Diesen hatten wir auch vor 35 Jahren schon einmal besucht. Auch hier war die Erinnerung schwammig bis wage. Grund genug, intensivere Eindrücke zu sammeln.

Der Park zieht sich von Ost nach West, gebildet durch den Gunnison River, welcher seinen Namen von John William Gunnison bekommen hat.

Der Name „Black Canyon“ kommt von der Tatsache, dass es in den Schluchten Ecken gibt, die nur 33 Minuten pro Tag Tageslicht erhalten (nachzulesen bei Wikipedia).

Am Visitor Center wurden wir freundlich begrüßt und man riet uns, die Stichstraße nach Westen bis zum Ende durchzufahren und auf dem Weg die vielen Aussichtspunkte zu besuchen.

Die ersten Gelegenheiten ergaben sich in direkter Nähe zum Visitor Center:

Weiter ging es nach Westen

Immer wieder kurze „Wanderungen“ (oder sollte ich besser Spaziergänge sagen), die sich am Tagesende doch zu ca. 11.000 Schritten aufsummiert hatten.

Hier ein Foto vom „Pulpit Overlook“:

Nächster Halt: Big Island (und nein, wir sind nicht auf der größten Hawaiianischen Insel gelandet). Dafür konnte meine Göttergattin ihre Höhenfestigkeit unter Beweis stellen.

Der Canyon hat nämlich die Eigenschaft, dass die Wände stellenweise senkrecht nach untern abfallen. Und das über 830 Meter. Der Grand Canyon ist zwar doppelt so tief, aber so steil hatte ich es nicht in Erinnerung.

Es geht weiter zum Chasm View:

OK, hat jetzt wenig mit Nationalpark zu tun, aber dafür eine offensichtlich landestypische Eigenheit: Es war auffällig, wie viele Pickup-Trucks auf den Straßen Colorados unterwegs sind. Vermutlich zurückzuführen auf die vielen landwirtschaftlichen Betriebe, für die diese Art von Auto am praktischsten ist. Und hier gleich sieben davon hintereinander. Und wir dürfen die Reihe anführen. Ein gutes Gefühl.

Aber zurück zur Natur. Der nächste Halt war der Painted Wall View.

Die Wände dort sind von zwei Mineralien durchzogen, Permatit und Gneis und geben dem Viewpoint seinen Namen.

Dort war auch auf einer Tafel aufgezeigt, in welchen Höhenrelationen wir uns bewegen.

Imposant.

Am Cedar Point entstanden die nächsten zwei Aufnahmen, auch „Painted Wall“, aber wir wollen nicht kleinlich sein.

Auf dem Rückweg „the lone Juniper“, vielleicht mache ich davon auch mal einen SW-Abzug, könnte interessant werden.

Und damit war der Rim Drive im Wesentlichen beendet.

Die Rangerin hatte uns noch empfohlen (nicht direkt, aber auch nicht abgeraten), die East Portal Road zu fahren. In der Literatur wird sie als extrem kurvig und extrem steil beschrieben, so als wolle man die Leute abhalten, sie zu fahren. Berge haben wir bei uns auch. Und Kurven bin in in den Canyonlands schon schlimmere gefahren. Also auf die Piste, denn es geht runter zum Gunnison River.

Als wir unten angekommen waren erwartete uns eine malerische Kulisse. Kein Wunder, dass das nicht alle sehen sollen. Dann wäre die Straße wirklich gefährlich.

Wir fuhren noch ein wenig am Ufer entlang und machten zwischendurch immer wieder einen Fotostop. So wenig, wie da los war, behinderten wir auch niemanden.

Ein wirklich idyllisches Flecken Erde.

An einer Restarea machten wir Mittagspause und genossen die friedliche und ruhige Stimmung.

Doch wir müssen weiter. Dank der 400 PS und den 8 Zylindern unter der Haube war der Aufstieg kein Problem und wir fuhren aus dem Park wieder raus.

Wir wollten auf der US 50 weiterfahren bis zum Blue Mesa Damm, diesen überqueren und anschließend auf der US 92 zurückfahren. Wäre auch kein Problem, wenn uns nicht die Landschaft immer wieder im wahrsten Sinne des Wortes Steine in den Weg gelegt hätte. In Form von Schluchten etc.

So bogen wir nach ca. 30 Meilen in den Cimarron Canyon ab, der durch den gleichnamigen Fluss gebildet wurde, welcher widerum in den Gunnison River mündet.

Kurz vor Ende der Straße ein bildhübsches Ausstellungsstück einer alten Eisenbahn, der Denver & Rio Grand Western Railway.

Dann ganz am Ende der Zusammenfluss und einer der Dämme, die beim Gunnison River für die Stromgewinnung genutzt werden.

Zurück zur Hauptstraße. Die Rangerin im Visitor Center hatte uns schon gewarnt, dass ab morgen heftige Straßenbauarbeiten im Gange seien, die unsere Fahrt erheblich verzögern könnten. Nun, so lange wollten wir nicht hierbleiben. Übernachtungen im Auto sind selten sehr bequem.

Als wir über die staubige Piste hinter einigen anderen Autos hinterherwackelten, verstanden wir auch, warum sie von Verzögerungen gesprochen hatte.

Aber irgendwann war auch das überstanden und wir sahen unter und vor uns die Curecanti National Recreation Area liegen. Ähnlich wir der Lake Powell in Arizona ein riesiges Naherholungsgebiet dient es dem Wassersport, aber auch der Wassergewinnung.

Uns interessierte nur der Blue Mesa Damm, den wir überquerten und die Straße 92, von der wir an einigen Aussichtspunkten Blicke auf die Schlucht werfen konnten.

Hier der „Damm“ von der Seite, wo das Wasser ggf. abgelassen wird.

Über uns schwebten Truthahngeier (Turkey Vulture) und hielten nach altersschwachen Touristen Ausschau.

Am Pioneer Point kam der nächste Halt zustande und wir wagten einen Blick in beide Richtungen.

Hier hatten wir auch die Gelegenheit, einen dieser imposanten Vögel aus der „Nähe“ zu betrachten. Hübsch ist was anderes, aber vielleicht hat er zumindest ein gutes Herz.

Weiter geht es in die „Berge“, das Laub färbt sich stellenweise wunderschön gelb und ich werde genötigt, auch das mal abzulichten.

Ok, war nicht viel Überredungskunst erforderlich.

An einem letzten Punkt in der Nähe des Canyons ein herrlicher Überblick über die gesamte Landschaft. Im Hintergrund das sind vermutlich die Uncompahgre Berge, wer kennt sie nicht?

Dann ohne weitere Unterbrechungen nach „Hause“, wir sind von den vielen Eindrücke geflasht, ermüdet und glücklich.

Als wir von einem Berg aus nach Grand Junction runterfahren, leuchten die Felsen gegenüber im schönsten Abendlicht.

Good night together.

24.09.2022 – Von Denver auf der I70 nach Grand Junction

Schon wieder weckt mich das Jetlag zu unchristlicher Stunde. Aber ich kann die Zeit nutzen, um auf meinem Rechner aufzuräumen und zu sortieren.

Da das Frühstück wieder ab 6 Uhr serviert wird, finden wir uns zeitig ein, um uns die Bäuche vollzuschlagen.

Heute geht es nach Grand Junction – go west. Theoretisch könnte man sich auf den Interstate 70 setzen, den Tempomat einstellen und dann bei der Ausfahrt wieder aufwachen. Sekundenschlaf oder teilautonomes Fahren, wie ich es nenne.

Aber ganz so langweilig wollten wir es nicht haben. Deshalb hatte ich mehr als ein halbes Dutzend Ziele entlang des Interstates rausgesucht und wir entscheiden nach Lust, Laune und Zeit, ob wir uns das gönnen.

Das erste war direkt ein Flop. Der Buffalo Overlook kurz hinter Denver zeigte zwar den Overlook in das riesige Bisongehege, aber die putzigen Tierchen geruhten leider nicht zu erscheinen. Macht nichts, lag direkt am Highway, also weiter.

Nächster Punkt war der Georgtown Lake. Eingebettet im Tal von schroffen Felswänden liegt dort ein kleiner See, der von Anglern und Wassersportlern gerne genutzt wird.

Uns plagte ein menschliches Bedürfnis – kein Wunder nach der Menge Kaffee, die ich seit dem frühen Morgen intus hatte. Und dieses konnte in Georgetown selbst im Visitor-Center befriedigt werden. Das VC liegt in einem alten Steingebäude, welches frappierend an den Bahnhof in Flagstaff erinnert. Und wir nahmen uns auch sofort ein paar Infos mit, was wir hier erledigen könnten:

Erstmal durch die Oldtown fahren und dann die Guanella Pass Road rauf, dort stehen die Aspen in schönstem Gelb.

Die Oldtown war wirklich da und auch so hübsch wie beschrieben.

Dann ging es in die Berge. In steilen Kehren zog sich die Straße den Berg rauf und ließ zum Glück auch ab und zu einen Blick nach unten zu.

An einer Picknick Area machten wir kurz Stop, um die gelben Blätter abzulichten.

Noch ein Stückchen höher den Berg rauf stürzte sich wagemutig ein Bächlein den Berg runter.

Gut, dass ich mein Stativ eingepackt hatte, Langzeitbelichtungen aus der Hand sind nicht meine Sache.

Wieder im Dorf zurück setzten wir uns auf den Interstate und genossen die steiler werdende Bergwelt.

An einer „Rest Area“, von denen es übrigens viele gab, fing ich die Umgebung mal nicht im Fahren ein.

In der Nähe von Glenwood Springs durchfuhren wir dann die Berge in einer Schlucht, die sehr an die Virgin River Gorge erinnerte, welche zwischen Nevada und Utah liegt.

Eigentlich stand auf meinem Plan, den Hanging Lakes Trail zu begehen. Aber an der obigen Rest Area stand ein Schild, dass man dafür ein Permit benötige. Hatten wir natürlich nicht.

Aber es gibt ja noch andere Schönheiten. So die Sopris Alpaka Farm. Zuerst begegnete die beste Gärtnerin von allen dem Besuch mit Zurückhaltung. Erst als ich ihr zusicherte, dass ich nicht den Rasenmäher durch ein Alpaka ersetzen würde, fand sie die Viecher auch süß.

Und die haben viele davon.

Jung,

beim Säugen,

braun

Und beim Grasen.

An die Kürbisse durften sie nicht dran.

Letztes Ziel vor Grand Junction sollte der Coal Canyon sein.

Auf dem Weg dahin immer wieder imposante Felsformationen

und schöne Ausblicke auf den Colorado River.

Der Trailhead liegt ungefähr eine Meile vom Interstate entfernt und führt über eine Dirt-Road. Am Ende ein großer Menschenauflauf. War das zurückzuführen auf die „Shooting Range“, die sich ganz in der Nähe befand? Mitnichten. Ca. 50 große Spielkinder hatten sich eingefunden, um mit „Spielzeugautos“ zu handeln und damit herumzufahren. Und damit meine ich die mit einem Benzinmotor versehenen Boliden, Größe ca. 50-60 cm.

Man hätte eine mehrstündige Wanderung zum Canyon machen können, aber danach stand uns nicht der Sinn. Zu ungenau das Kartenmaterial, welches uns zur Verfügung stand.

Aber mit dem Truck können wir ja ein bisschen die Straße reinfahren und die Bodenfreiheit sowie die Geländegängigkeit testen. Ich muss sagen, die Karre fährt sich gut und ich hatte bei Bachlaufdurchquerungen keine Bedenken. Auch wenn wir den Canyon nicht erreichten, die Felsen rundherum waren schon imposant.

Jetzt noch schnell die restlichen 11 Meilen bis ins Hotel fahren. Es gibt Nudeln aus der Mikrowelle, frisches Baquette von Costco (hatte ich vergessen zu erwähnen, lag auf dem Weg und wir haben dort für 3.899 USD/Ga getankt) mit Artichoken/Jalapeno-Dip.

Etwas geschafft vom Nichtstun und den vielen Eindrücken machten wir erstmal ein wenig Siesta, um dann nochmal zum Shoppen loszudüsen. TJ-Max und Ross haben sich sehr gefreut.

Feierabend.

 

 

 

 

23.09.2022 – Rocky Mountain National Park

Wie so üblich war meine erste Nacht früh zu Ende. Aber zum Glück wurde das Frühstück schon ab 6 Uhr angeboten. Was uns gut in den Kram passte, hatten wir doch für den Zeitslot zwischen 8 und 9 Uhr ein Permit für den Eintritt zum Rocky Mountain NP geschossen.

Das Frühstück war eine angenehme Überraschung: Porzellangeschirr und Metallbesteck, das wird uns vermutlich in den nächsten Tagen fehlen. Auch so war nichts dran auszusetzen.

Also konnten wir uns zeitig auf den Weg Richtung Nordwesten machen. Wir gerieten auch hier wieder in Staus. Denver ist (obwohl wir die Innenstadt gemieden haben) keinen Deut besser als Los Angeles. OK, von der Stadt an der Pazifikküste erwartet man das geradezu, aber ich hatte persönlich eine andere Vorstellung. Die werde ich wohl jetzt anpassen.

Den Nationalpark hatten wir erst- und auch letztmalig 1987 besucht. Meine Erinnerungen daran waren mehr als wage. Das einzige, was übrig geblieben war: Wir waren mitten im Sommer hoch oben auf dem Berg und gerieten in dichtes Schneetreiben. Schauen wir mal, ob wir es heute besser hinbekommen. Vorsichtshalber mal eine lange Hose, Socken, feste Schuhe, ein Sweatshirt und auch eine Jacke (Jeans) eingepackt. Man kann ja nie wissen.

Auf dem Weg nach Nordwesten bewegten wir uns größtenteils auf der 36. Von Osten schien die Sonne ins Seitenfenster und ließ die Wolken und den Nebel toll erstrahlen.

Leider blieb keine Zeit zum Aussteigen und zur Suche nach dem optimalen Standpunkt, unser Zeitfenster für den Eintritt drohte sich langsam zu schließen.

Nahe am Park liegt die Stadt Estes Park, ein „Bergdorf“, welches ausschließlich für den Tourismus dieses Parks lebt.

Nachdem wir es durchquert hatten, ging es auf gut ausgebauten Straßen weiter in die Berge.

Der erste Aussichtspunkt, der uns an der Weiterfahrt hinderte, war der Rainbow Curve Overlook.

Und da stellten wir dann fest, dass es mehr als gut war, etwas dickere Kleidung mitgenommen zu haben.

Der Wind pfiff uns derartig heftig ins Gesicht, dass wir Probleme hatten, die Wagentüren aufzubekommen.

Ich möchte mal behaupten, dass hier oben weidende Schafe keine Locken mehr tragen.

Weiter ging es zum Forest Canyon Overlook. Wilde Felsen rahmen ein schönes Tal ein.

Der nächste Halt war das Alpine Visitor Center. Drinnen zumindest ohne Wind.

Draußen auch fantastische Ausblicke in die Landschaft in ca. 3.600 m Höhe.

Aber nicht nur die Bergwelt lohnt es sich anzuschauen. Seht Euch mal diese beiden Schönheiten an. In dunkelblau Metallic unser Nissan Titan mit 8-Zylinder-Motor und mal im schönen Größenvergleich der neue Rivian R1T, vollelektrisch.

Von da aus ging es weiter auf der Straße, der Trail River Road. An einem Turnout machten wir Halt und starrten in die Landschaft. Und ahnt ihr, welcher Fluss sich dort durch die Wiesen schlängelt? Nicht? Ich zuerst auch nicht. Das ist der Colorado River, der später den riesigen Grand Canyon ausgefräst hat.

Wir wollten schon wieder gehen, als ein Menschenauflauf von vermutlich einer Tiersichtung verkündete. Und richtig, ein kapitaler Hirsch – hier Elk genannt – stapfte ruhig grasend durch die Meadows.

Danach drehten wir um und fuhren die Strecke zurück, um noch einige andere Aussichtspunkte in Augenschein zu nehmen.

Als da wäre der Many Parks Curve Overlook.

Lohnt sich auf jeden Fall.

Weiter in Richtung Osten, also Estes Park bogen wir dann auf die Bear Lake Road ab. Am Hollowell Park legten wir eine Mittagspause ein, um einen Teil unserer Vorräte zu vernichten.

Begleitet wurden wir von einem Blue Jay, einem Blauhäher, welcher auf Reste unserer Mahlzeit spekulierte.

Nächstes Ziel war der Sprague Lake. Ein echt hübscher kleiner See, der den charmanten Vorteil hat, dass man ihn auf einem 0.75 Meilen langen Weg umrunden kann. Und dabei auch fotografieren.

Im zufließenden Bach tummelten sich reichlich Forellen, aber meine Göttergattin steht nicht so auf Fisch. War auch zuwenig Fleisch dran. Aber schon fantastisch, wie sich die Tiere an den Untergrund anpassen.

Vom See selbst gibt es nicht so viel zu berichten, außer dass er schön ist (hatte ich schon erwähnt) und im Hintergrund eine tolle Bergkulisse zu sehen ist.

Letztes Ziel war der Bear Lake. Eigentlich hätten wir den Shuttle-Bus benutzen sollen, weil ja alle Parkplätze voll sind. Aber man muss nicht alles glauben, was auf den Schildern steht.

Jedenfalls fuhren wir aus der Stichstraße vom Sprague Lake raus. Ich wollte nach links, meine beste Navigatorin von allen meinte rechts (welches rechts, ließ sie offen) und waren prompt in der falschen Richtung unterwegs. Was uns allerdings die Sichtung eines großen Elk-Bullen bescherte, der in aller Ruhe die Straße überquerte.

Endlich erreichten wir den Bear Lake. Ich gestehe, ich war schon ein wenig enttäuscht. Weder Bären noch Beeren gab es zu sehen. Aber ein Foto muss ich Euch zeigen.

Und offensichtlich verfolgt uns das Oktoberfest auch bis nach hier: Oder wie ist es anders zu erklären, dass es hier einen Bierstadt-Lake gibt?

Jetzt geht es wieder Richtung Hotel. Google Maps versprach uns eine längere Fahrtdauer als auf dem Hinweg. Verstehe ich nicht ganz, weil anscheinend halb Denver in Richtung Estes Park unterwegs war. Zwischendurch bei Costco noch den Tank gefüllt und dann schnell nach Hause. Nach 12 Stunden ist auch bei mir die Batterie leer.

Auf jeden Fall ein wunderschöner Tag, der uns den Rocky Mountain National Park in ganz anderem Licht erscheinen ließ.

 

22.09.2022 – Flug von Deutschland nach Denver

Es geht wieder los. Wir können uns einen zweiten Trip in die USA erlauben. Nachholbedarf nenne ich das. Aber diesmal fliegen wir ein für uns unübliches Ziel an: Denver in Colorado ist unser Startpunkt für diese Reise. Warum dorthin? Vor vielen Jahren (bestimmt 25-30) waren wir schon einmal in New Mexico und Colorado unterwegs. Damals ging alles nur über Reisebüros und wir hatten blauäugig einen Flug über Denver nach Albuquerque gebucht. Mit der Konsequenz, dass wir in Denver einen sechstündigen Aufenthalt hatten und entsprechend gerädert in New Mexico ankamen.

Diesmal soll es besser werden. 4.15 Uhr schellt der Wecker und es geht auf direktem Weg nach Frankfurt. Das hat sich so bewährt, Zubringerflüge bringen Unsicherheiten mit sich, viel Zeit spart man nicht und ich darf bei deutschen Fluglinien nur wenig Kilo im Handgepäck transportieren. Erfahrungsgemäß ist die Piste nach Süden relativ frei, selbst in Köln kommen wir ohne Stau durch. Zweimal zwischendurch Fahrerwechsel wegen Müdigkeit, die vergangenen Monate haben uns geschlaucht.

Am Flughafen ins Parkhaus, P2 und Wagen abgestellt. Wie schön, da steht ein Kofferkarren, auf den wir unser Gepäck verladen und den größten Teil des Weges schieben können.

Am United-Schalter ist mäßig viel Betrieb und wir sind sehr schnell durch. NOCH sind unsere Koffer leicht.

Ein Besuch in der LUXX-Lounge gestaltet den Aufenthalt angenehm und es sieht so aus, als könnten wir entspannt abheben. Eine Vorschau auf das Bordprogramm zeigt, dass wir den neuen Top Gun-Film sehen können, freue mich schon drauf. Hoffentlich klappt es.

Beim Checkin etwas Irritation. Eine Mini-Musik-Kapelle in bayrischer Tracht nervt die meisten Gäste. Sind wir aus Versehen am Flughafen München gelandet oder sind das nur die Auswirkungen des größten Volksfestes im Herbst in Deutschland?

Ziemlich genau 10 Stunden später: Das Essen war gut, die Filme auch. Bei der Immigration die große Überraschung: Wir waren inclusive Schlange stehen nach gefühlt 5 Minuten durch. Dafür dann ca. 20 Minuten auf die Koffer warten.

Das Auto haben wir dieses Mal bei Alamo gebucht. Bei Hertz gab es schlicht und ergreifend keine Trucks. Das funktioniert natürlich nicht so schön wie bei unserem „Standardvermieter“, weil wir keine Stammkunden sind. Wir versuchen, uns am Self-Check-In-Schalter zu registrieren, geben aber auf, weil er uns einen Betrag anzeigt, der nicht mit unserem schon gezahlten (PrePaid) übereinstimmt. Also doch wieder zum Schalter. Wir wissen schon, warum wir das nicht gerne machen. Aber der Mitarbeiter ist freundlich und versucht, uns einen Premium Truck zu organisieren.

Wir gehen nach draußen und kurze Zeit später steht ein weißer Dodge Ram 1500 auf dem Parkplatz. Leider nicht mit einer Crew Cabin. Und diese Größe brauchen wir schon, um unser Gepäck bequem zu verstauen. Aber die Autovermieter sind ja freundlich. Wenn wir etwas warten, wird man versuchen, uns unseren Wunsch zu erfüllen. Und kurz Zeit später fährt ein dunkelblau-metallic Truck vor. Es ist zwar „nur“ ein Nissan Titan, aber mit dem hatten wir vor vielen Jahren auch schon gute Erfahrungen gemacht. Fahren wir mal was anderes und machen nebenher einen Vergleichstest.

Das Gepäck lässt sich sehr gut verstauen. Der Motor zieht gut durch, die Bremsen sind etwas weich, aber in Ordnung. Android Auto verbindet sich in Rekordzeit, die Freischaltung der Telefonkarte meiner Göttergattin funktionierte schon auf dem Flughafen auf Anhieb.

Erstmal geht es ins Hotel. Wir bekommen ein Upgrade auf ein schönes Zimmer, ruhig, geräumig, modern.

Der Tag ist noch jung und wir beschließen, eine Rundfahrt zu machen, um uns mit Lebensmitteln für die nächste Zeit einzudecken.

Und stellen fest: Nicht nur Los Angeles kann Staus aufweisen, auch Denver hat viele Autos und die tummeln sich hauptsächlich auf der Straße. Aber warum ausgerechnet, wenn WIR unterwegs sind?

Zuerst zum Walmart, dann zu Costco. Um 19.30 sind wir dann wieder zurück, erschöpft und glücklich.