Mit heißer Nadel „gestickt“ – die Stickerei 13

In meiner Reihe iPeople stieß ich kürzlich auf ein kleines, familienbetriebenes Unternehmen, die Stickerei 13 in Bergkamen.

Ich war zu einem Fotoshoot dort und finde, dass über das Unternehmen berichtet werden sollte.

Die Firma wird betrieben von Darius und seiner Schwester Eva. In einem Geschäftshaus haben sich die beiden eingemietet und bedienen von dort aus ihre Kunden.

Zuerst hatte ich keine Vorstellung, worum es sich handelt. Aber beim Fotografieren der Gerätschaften wurde es mir etwas klarer. Vereinslogos, Firmenbeschriftungen, Embleme, alles was irgendwie in Stoff eingearbeitet wird, kann dort mit einer hochkomplizierten Maschine erledigt werden.

Aber wie kam es dazu? Fragen wir die Eigentümer selbst:

Frage:

Wie kamst Du auf den Namen Stickerei 13 ?

Antwort:

Ganz einfach, weil ich schon immer ein Hang zu Zahlen hatte und es die 13 war, noch bevor ich wusste wie man schreibt. Das ist alles.

Frage:

Wann wurde der Betrieb gegründet und welche Intentionen hattest du dafür?

Antwort:

Offiziell wurde die STICKEREI 13 GbR zum ersten April diesen Jahres eingetragen. Allerdings hat meine Schwester (Eva Zajac) mir geholfen, das Ganze ins Rollen zu bringen, was mein Mentor (Udo Steinke) und ich schon vor Jahren geplant hatten, eine eigene Stickerei.

Schließlich standen meine zwei Stickmaschinen lange genug in der Garage.

Meine Schwester mietete bereits Ende Dezember bzw. Anfang Januar den Laden an, so dass es mir schon mal möglich war, etwas durchzustarten, obwohl ich zu der Zeit noch als Facharbeiter in der Metallbranche tätig war. Zum April hin war ich erst mit der Stickerei in Vollzeit tätig.

Eva war also der Auslöser, Udo Steinke jedoch der Grund für das ganze Vorhaben.

Er ist in der Bikerszene bekannt für seine Arbeit und er hat mir, seitdem ich mit ihm seit 2016 arbeite, so ziemlich alles beigebracht. Und auch heute noch steht er mir mit Rat und Tat als Freund zur Seite, worauf ich übrigens echt stolz bin.

Die Kommunikation mit den Kunden, die Programmierung der Maschinen, die Bedienung und Überwachung, das Organisatorische und einiges mehr liegt mir einfach und macht riesigen Spaß. Die Kundenwünsche von der Idee bis hin zum fertigen Stickbild umzusetzen ist im meinem Kleingewerbe nie langweilig gewesen und hat immer gepasst.

Zudem bereitet es mir Freude ,wenn ich der Menschheit und insbesondere den Bikern etwas zurückgeben kann. Gerade in der heutigen Zeit ist mir das sehr wichtig. Vielleicht aber auch weil ich selber Motorrad fahre und mich da etwas reindenken kann 😉 nach dem Motto “vom Biker für Biker“.

Frage:

Was bietet ihr alles an?

Antwort(en):

  • Das Punchen (Programmierung)

Das Punchen bzw. die Programmierung einer Steuerungsdatei (auch Punch-Datei genannt) ist eine ständige Notwendigkeit, ob Direkteinstickung oder Aufnäher. Ohne programmierte Punch-Datei geht nichts, da die Maschine ohne diese nicht verfahren kann.

Anhand der Punch-Datei erkennt die Stickmaschine die Nadelstiche, Garnfarben, Schriftart, Größe etc.

Bei kleineren Sachen wie Schriften oder Symbolen ist das kein Thema. Größere und komplexere Motive jedoch brauchen ihre Zeit. Man muss sich das etwa wie beim Blatt abpausen vorstellen, wo man noch zusätzlich wissen muss welche Füllmethode am besten aussieht. Wobei das Blatt durch die Grafik / Vorlage ersetzt wird…

Das Punchen ist nur einmal erforderlich, so dass jederzeit nachbestellt werden kann.

  • Direkteinstickung

Wir besticken alles, wo eine Nadel durchgeht. Das heißt, Textilien wie zum Beispiel

T-Shirts, Hemden, Hemdkragen, Hoodies, Jacken, Hosen, Mützen, Krawatten, Handtücher, Fahnen, Kissen usw. Selbst Fußmatten, Leder / Kunstleder und einiges mehr, sofern es die Maschine schafft und sich die Größe auch einspannen läßt.

  • Patches

Oft werden aber auch Aufnäher, also Patches, die dann selbst angebracht warden, bestellt. Es ist keine Seltenheit, dass die Bikerclubs ihr ganzes Colour bei uns fertigen lassen.

TopRocker, BottomRocker, CenterPatch, 1%er-Patch und MC-Patch. Zudem dann noch SideRocker, Namenspatches und ihr Brustwappen. Von hinten extra verstärkt oder einfach. Mit Outline oder ohne… schwarz oder in Farbe. Wir haben schon alles gemacht und dies stellt für uns kein Problem dar.

  • Textilien

Zusätzlich haben wir eine enorme Auswahl an Neuware von unzähligen Herstellern und zahlreichen Kategorien, die in unserem Online-Katalog eingesehen werden kann. Diese können wir dann natürlich auch auf Wunsch schon direkt bestickt liefern.

Also alles aus einer Hand.

  • Grafik

Üblicherweise wird uns die Vorlage in Form einer Grafik / Logo / Foto (JPG / PDF usw.) übermittelt. Anhand dieser Grafik kann ich dann eine Steuerungsdatei für die Maschine programmieren. Sollte das aber nicht der Fall sein, kann ich die Idee (z.B. als Skizze vorhanden) auch gerne von Grund auf zu einer entsprechenden Vorlage kreieren. Als Grafiker erstelle ich dann meistens eine Vektor-Datei, die sich zur Weiterverarbeitung bzw. Programmierung am besten eignet. So etwas ist natürlich sehr zeitaufwändig und muss entsprechend berechnet werden, kommt aber schon mal vor.

Frage:

Habt ihr bereits Kunden aus der Bikerszene?

Antwort:

Ich habe tatsächlich schon einige Motorradclubs bzw. Motorradfreunde beliefert, was aber auch damit zusammen hängt, dass ich weiterhin eng mit Udo Steinke arbeite und er mich kräftig unterstützt. Insgesamt müssten das so um die 30 Clubs sein.

Frage:

Kann man in der gesamten Republik bestellen und wie läuft das dann technisch ab?

Antwort:

Ja, in der gesamten Republik und sogar drüber hinaus. Ich hatte schon Kunden aus der Schweiz und Österreich. Denn die Jungs bestellen ja nur Patches, die sie sich vor Ort auf ihre Kutte nähen lassen. Also gehört der Versand zu meinen täglichen Geschäft.

Der Ablauf ist wie folgt:

ich bekomme eine Anfrage mit einer Grafik per Mail oder Whatsapp mit Größe/Stückzahl/Wünschen usw. Zugesendet. Daraufhin erhält er von mir ein individuelles Angebot, welches das Punchen (eine einmalige Programmierung) inkl. einem  kostenlosen Muster beinhaltet. Jedes weitere gestickte Patch wird separat aufgelistet. Nach Auftragserteilung wird dem Kunden eine Rechnung zugesendet.

Erst wenn diese in Vorkasse gegangen sind und der Betrag überwiesen wurde, geht es ans Punchen (die Programmierung), danach wird ein Muster (z.B. vom ges. Colour) gestickt und dem Kunden zugeschickt. Das Muster ist wichtig, da man sonst Gefahr läuft, die weiteren Patches zu versauen.

Erst nach Begutachtung im Club und dem OK geht es dann an die restliche Stückzahl, die dem Kunden mit Sendungsnummer zugesendet wird.

Frage:

Was spricht für das Sticken?

Antwort:

Wenn es darum geht, Textilien vernünftig aufwerten zu lassen, kommt man meist um eine Direkteinstickung nicht herum. Diese Art der Textilveredelung ist nicht nur langlebig, sondern wirkt auch erhaben und hält jedem Waschgang stand.

Wir kennen es alle, man kauft sich ein cooles Print-Shirt und nach einigen Waschgängen ist das tolle Motiv dahin… aber das ist auch klar, Farbe löst sich irgendwann auf, das Garn bleibt.

Zudem sieht es einfach super aus, wenn das eingestickte Garn aus verschiedenen Blickwinkeln das Licht reflektiert.

Frage:

Gehen auch kleine Schriften oder Motive?

Antwort:

Standardmäßig geht eine Schrifthöhe bis zu 5 mm. Mit dünnerem Garn / anderer Nadel und entsprechenden Stoff bekommt man auch noch detailliertere Motive hin. Das beinhaltet aber Tests und Zeit, die wiederum gebraucht werden. Aber möglich ist vieles.

Frage:

Bis zu welcher Fadenstärke können Garne verarbeitet werden? Nach oben und nach unten?

Antwort:

Ich arbeite fast nur mit 40er Garn von Madeira, welches meiner Meinung nach das beste ist. Das Markengarn ist wesentlich dicker, was aber zu einem stimmigeren Stickbild führt.

Ich nehme das sowohl für große Motive (z.B. 30cm Rücken-Patch), als auch für kleine Patches. Die Füllflächen lassen den bestickten Stoff nicht durchscheinen und sehr kleine Details oder Schriftzüge sind ebenfalls damit machbar.

Ganz selten kommt es vor das ein ganz filigranes Motiv mit 40er Garn nicht auskommt.

Zum Beispiel eine schmaler Outline oder ein  ganz ganz kleiner Schiftzug bei dem ich schonmal auf 60e zurückgreifen muss. Bis jetzt kann ich das an einer Hand abzählen…

Frage:

Wie viele verschiedene Fäden können gleichzeitig verarbeitet werden?

Antwort:

Es ist immer nur ein Faden bzw. eine Nadel mit der entsprechenden Farbe aktiv.

Der Stickkopf meiner Ricoma Maschine hat zwar 15 Nadeln, also 15 mal den  so genannten Oberfaden, unter der Stichplatte jedoch gibt es nur einen Unterfaden der für alle Oberfäden  zuständig ist.

Der Unterfaden ist der Faden, der beim sticken die untere Seite der Naht bildet.

Er befindet sich auf einer Spule, die unter der Stichplatte in der Stickmaschine eingelassen wird.

Sobald eine andere Farbe benötigt wird erkennt die Stickmaschine das anhand der programmierten Stick-Datei (Punch-Datei). Sie stoppt dann, schneidet den Oberfaden ab und der Stickkopf kann zur benötigten Nadel wechseln um im Programm weiter zu verfahren.

Das geschieht alles automatisch und geht recht schnell. Trotzdem sollte man beim Programmieren genau überlegen, welche Elemente zusammengelegt werden können und welche Reihenfolge einzuhalten ist um unnötigen Farbwechsel und Stopps zu vermeiden.

Frage:

Wie viele Leute arbeiten in der Stickerei13?

Antwort:

Seit dem ersten Juli ist es wieder ein Einzelunternehmen, das ich alleine führe.

Bis dahin war es eine GbR mit meiner Schwester (Eva Zajac) die Aufgrund ihres Branchenwechsels abgemeldet werden musste. Für Mitarbeiter ist es noch etwas zu früh… da muss ich mich erst mal etwas behaupten, um später jemanden einstellen zu können.

Frage:

Wer sind Eure Kunden? Hauptsächlich Business oder mehr Privatkunden?

Antwort:

Überwiegend besticke ich BikerClubs. Der Grund dafür ist, dass ich mich wie Udo Steinke (langjähriger Freund & Mentor) auf diese spezialisiert habe und er mich zusätzlich mit Aufträgen unterstützt.

Oft kommen aber auch Privatkunden oder andere Vereine um Ihre Textilien aufzuwerten. Arbeitskleidung kam bis jetzt nur selten vor.

Frage:

In welcher Preisrange liegt Eure Dienstleistung?

Antwort:

Ich denke ich befinde mich in der mittleren oder sogar unteren Preisklasse.

Andere Stickereien verlangen für ihre Dienstleistung um einiges mehr, das ist mir bewusst.

Aber ich bin auch neu auf dem Markt und muss mich zuerst etablieren. Zu Dumping-Preisen muss ich auch nicht arbeiten, das ist klar.

Doch ich versuche so viele Aufträge zu kriegen wie es nur geht um dann das Verdauen der Kunden durch super Arbeit zu gewinnen. Mundpropaganda ist meiner Meinung nach die beste Werbung…

Frage:

Was möchtest Du Deinen (zukünftigen) Kunden noch mitgeben:

Antwort:

  • Sollte Interesse bestehen bitte ich stets bei jeder E-Mail den Namen und Handynummer zwecks besserer Kommunikation bei zuschreiben.
  • Es gibt immer wieder Kunden die meinen das man am nächsten Tag abliefern muss. Jungs, das würde ich auch gerne, ehrlich, aber so funktioniert das leider nicht.
    Es ist ein Prozess der seine Zeit braucht und bitte daher um Verständnis das zum Beispiel ein komplizierteres CenterMotiv Tage braucht bis es nur gepuncht ist…
    Zeitdruck braucht keiner und führt nur unnötig zu Fehlern bzw. einem schlechteren Ergebnis. Die STICKEREI 13 steht für Qualität, nicht Quantität.

Und natürlich noch ganz wichtig: Hier geht es zur Webseite der Stickerei13:

https://www.stickerei13.de

Danke Darius und Eva für das Interwiew

11.06.2022 – Flug nach Frankfurt

Der Urlaub ist zu Ende. Heute geht es zurück nach Deutschland. Schade, es war wieder sehr schön hier.

Da unser Flug erst um 12.44 von LA nach Washington startet, haben wir genug Zeit, gemütlich aufzustehen, letzte Sachen zusammenzupacken und in aller Ruhe zu frühstücken. Unsere Koffer haben wir voll und gerade soeben wieder zu bekommen. Die 2×32 kg durch unseren Silberstatus werden wir im nächsten Jahr vermissen.

Wir fahren die 6 Meilen zur Hertz-Station. Die Abgabe ist problemlos wie immer in den USA, nicht das Gehampel wie in Kanada. OK, man muss dazu sagen, dass der USA-Mietvertrag OHNE Selbstbeteilung läuft, in Kanada ist man mit 500 Can-Dollar dabei. Das macht schon einen Unterschied.

Der erste Transferbus ist voll, wir quetschen uns in den zweiten. Der Verkehr am Flughafen ist heftig, man hat den Eindruck, als wollten alle LA-ianer raus aus der Stadt.

Wir hatten ziemlich genau 24 Stunden vor Abflug noch auf dem Interstate die Eincheckprozedur am Handy durchgeführt und waren daher „travel ready“. Selbst unsere Boardkarten hatten wir aufs Handy geschickt bekommen.

Zur Gepäckabgabe nur noch das Handy mit dem QR-Code unter den Scanner halten und wir waren in wenigen Minuten unser Gepäck los.

Security war eher harmlos, logischerweise mussten sich die Sicherheitsbeamten interessiert meine Ausrüstung anschauen, aber zumindest wurden keine dummen Witze gerissen.

Eine Lounge gab es in der Nähe unseres Gates nicht, aber mittlerweile haben alle Flughafen wohl kostenloses Wlan und Steckdosen, auch USB an den Sitzen, also ist die wichtigste Infrastruktur gegeben.

Als wir abhoben, war ich schon gespannt, woher der Flug gehen würde.

Und wurde nicht enttäuscht. Wir überflogen zuerst diverse Wüstengebiete, bis wir vermutlich das Colorado-Plateau unter uns hatten.

Wilde Canyons (Canyonlands National Park?) taten sich auf.

Dann ging es über die Berge.

Der Flug nach Washington, DC, dauerte ungefähr fünf Stunden, wir trudelten am Abend auf der Landepiste ein.

Dann etwas über eine Stunde Umsteigezeit. Wir hatten schon ein wenig Panik, dass das etwas knapp werden könnte, aber wir mussten nur von einer Seite des Gebäudes zu anderen wandern, also auch harmlos.

Erste Überraschung dort beim Einchecken: Wir wurden nicht gebeten, unsere Bordkarten bereitzuhalten, nur unsere Pässe. Dann durfte ich mich vor eine Art Tablett auf Stativ stellen, das Gerät machte ein Foto von mir. Dieses wurde mit irgendwelchen im Hintergrund gespeicherten Daten abgeglichen (in weniger als einer Sekunde), mein Bild bekam einen grünen Haken und die Dame von United meinte „Good to go“. Schon waren wir im Flieger. Das Essen war nach meinem Dafürhalten noch ein bisschen magerer als in früheren Jahren, dafür hatte man sich für die Kissen eine besondere Form einfallen lassen, nicht schlecht:

Der Flug nach Frankfurt dauerte ca. 7,5 Stunden, die Maschine musste auf dem Rollfeld parken und es dauerte eine Weile, bis der Bus voll und wir dann zu einem Terminal gefahren waren.

Nächster Schritt: Passkontrolle. Es gab ein paar Schalter, vor denen sich die Nichteuropäer drängelten, für alle anderen drei komplett freie Lines. Pass einscannen, Hut und Maske abnehmen, einen Schritt vortreten, Foto machen lassen und schon waren wir in Deutschland willkommen.

Gepäck kam auch nach einiger Zeit vollständig an und die Heimfahrt in den Ruhrpott verlief mit ein paar Fahrerwechseln auch problemlos. Zuhause wurden wir von meiner Mutter mit Spargel empfangen, die sich freute, uns wiederzusehen.

Resumée

Es tat gut, wieder in den USA und nicht in Kanada zu sein. Alles wirkt vertraut und funktioniert wie gewohnt, z.B. Telefon.

Wir waren zwar auf einer ähnlichen Route wie schon zuvor, haben aber viel mehr Wanderungen unternommen und haben viel Neues gesehen.

Auf den Straßen haben wir – speziell in Kalifornien – soviele Teslas wie noch nie gesehen. Wir haben den neuen Rivian gesehen und auch drin gesessen und wir haben auch den neuen Ford Maverick kennengelernt.

Auch Jeep bietet mittlerweile einen Pickup an, den Gladiator. Interessante Kreuzung zwischen Pickup und Jeep, aber trifft nicht ganz meinen Geschmack.

 

10.06.2022 – Von Las Vegas nach Los Angeles

Heute geht es ab nach Los Angeles. Wir müssen unser schönes Hotel verlassen. Ich glaube, wir haben uns in keinem Hotel in diesem Urlaub so wohl gefühlt wie in Henderson am St. Rose Parkway. OK, die Tatsache, dass wir eine Suite bekommen haben und damit eine Mini-Ferienwohnung, hat mit Sicherheit dazu beigetragen.

Aber durch unsere Treue zur Best Western Kette haben wir fast für jedes Hotel ein Upgrade bekommen, mal mehr mal weniger, je nach Verfügbarkeit. Auf jeden Fall lohnt es sich, wenigstens einen Tag vorher anzurufen und unauffällig den Status „Diamond Select“ ins Gespräch einfließen zu lassen.

Am Morgen frühstückten wir noch gut und wollten dann mit unserem Dicken zu Costco tanken und dann weiter Richtung Süden fahren.

Aber Schreck in der Morgenstunde: Die Servolenkung war ausgefallen. Die meisten werden es überhaupt nicht mehr kennen, aber zum Drehen des Lenkrades speziell bei geringer Geschwindigkeit sind Bärenkräfte nötig. Wenn er dann rollt, geht es etwas besser. Aber das geht so nicht. Wir fuhren mit viel Mühe wieder mehr schlecht als Recht in eine Parklücke und überlegten, ob wir Hertz anrufen sollten und den Wagen tauschen.

Aber dann kam der alte Witz in Erinnerung: Ein Ingenieur, ein Geistlicher und ein Microsoft-Programmierer fahren mit dem Auto, als dieses stehenbleibt. Der Ingenieur will sofort mit Schraubenzieher und Werkzeug die Sache angehen, der Geistliche für das Auto beten. Der MS Programmierer meint einfach nur: Ausschalten, wieder einschalten.

DAS können wir auch. Türen zugemacht, Wagen abgeschlossen. Türen mit Fernbedienung wieder aufgemacht, Schlüssel ins Zündschloss gesteckt. Läuft.

Reboot tut gut. Anscheinend Microsoft als Betriebssystem.

Damit die Fahrt nicht gar zu langweilig wird, hatte ich entlang der Fahrstrecke ein paar Highlights eingebaut.

Ein paar wenige Meilen südlich parallel zum I15 liegen die 7 Magic Mountains. Farbenprächtig leuchten uns sieben Säulen mit dicken Felsbrocken entgegen, so knallig keine Natur die Wüste bemalen.

Scharen von Besuchern wuselten darum herum und mussten logischerweise Selfies mit und ohne Steine schießen.

Dem konnten wir uns natürlich auch nicht verschließen (dem Wuseln natürlich).

Eine Meile weiter südlich liegt eine „Historical Landmark“. Ungefähr an der Stelle wurde der letzte Nagel der Eisenbahn eingeschlagen, die Salt Lake City und Los Angeles verband. Zu sehen ist ausser dem Schild nichts, aber ein erhebendes Gefühl auf den Sieg der Technik befällt einen schon. Und ein arges Bedauern der armen Kerle, die in der Hitze der Wüste schwerste körperliche Arbeit verrichtet haben.

Kurz bevor wir wieder auf die Autobahn kamen, streiften wir noch ein Casino mit einem überlebensgroßen Goldgräber. Steht vermutlich symbolisch für die Casinobesitzer, die heute den Besuchern das Gold auf andere Weise aus der Tasche ziehen.

Die letzte Bastion für Spielcasinos ist dann Primm,

danach fängt Californien an und der Spielrausch ist erstmal vorbei.

Dafür zeigt sich Californien aber besonders innovativ, was Energien betrifft. In der Nähe der Staatsgrenze liegt das Ivanpah Solar Electric Generating System.

173.500 Heliostaten fokussieren das Sonnenlicht auf Solartürme. Dort wird dann Wasser erhitzt, welches Dampfturbinen antreibt.

Der Verkehr speziell in Gegenrichtung war schon heftig. Vermutlich die ganzen Menschen, die am Wochenende nach Las Vegas wollen.

Fahrerwechsel an einer Raststätte. OK, ich gebe zu, dass es etwas gewöhnungsbedürftig ist, das über fünf Meter lange Schlachtschiff einzuparken, aber ich bilde mir ein, dass ich mittlerweile ein wenig Übung darin habe. Karin war diese Gabe NICHT gegeben, sie hat zuwenig Training gehabt.

Immerhin: Sauber zwei Plätze belegt.

Die Wüste rings um einen herum ist so schön wie öde.

Kaum zu glauben, dass hier Tiere und auch Menschen leben können.

Zwischendurch auch immer wieder riesige Felder mit Joshua Trees. Sie leben nicht nur im Nationalpark (aber dort sind sie selbstverständlich geschützt).

In Barstow machten wir dann Mittagspause und kehrten zum ersten Mal in diesem Urlaub bei Burger King ein. Im Endeffekt das erste Fastfood-Restaurant, Panda Express zählt nicht so recht dazu und mit Taco Bell konnte man sich gerade den hohlen Zahn füllen.

Auf in den Stau. In den San Bernadino Bergen erwischte es uns zum ersten Mal. Zähfließend zogen sich mehrere Spuren die Berge rauf und runter. Und wie üblich, ohne sichtbaren Grund.

In LA dann auch noch der eine oder andere Stau, aber um 17 Uhr hatten wir das Hotel dann erreicht. Jetzt erstmal die Koffer Probe packen und schauen, ob wir noch einmal Costco plündern können. DAS ging zum Glück nicht.

Aber wir müssen noch Tanken fahren. Könnten das auch morgen früh erledigen, aber die Erfahrung hatte uns gelehrt, dass man an Costco Tankstellen schonmal längere Wartezeiten einplanen muss.

Vorher noch ein letzter Gang zum Strand. Der nächstgelegene war der Manhattan Beach, welcher südlich vom Hermosa Beach weitergeführt wird.

Eine gemütliche Community, die mit durchaus schicken Strandhäusern aufwartet. Bei einem Tsunami möchte ich dann allerdings nicht dort wohnen. Zumindest nicht in der ersten oder zweiten Reihe.

Wir fuhren ein wenig die Sträßchen entlang, bis uns das Navi den Weg zum Costco lotste.

Und wirklich, vor der Tankstelle hatten sich wie üblich lange Schlangen gebildet. Irgendwann waren wir dann auch durch und konnten die 1,5 Meilen zum Hotel zurückfahren.

Jetzt Koffer zu 99% fertig packen, die letzten Essenreste vernichten und den Abend ausklingen lassen.

09.06.2022 – Calico Basin

Kleines Update zu gestern: Das zum Schluss vorgestellte und noch unbekannte Casino mit den Initialen f und b steht NICHT für Facebook, sondern für Fontainebleau und soll Ende 2023 eröffnet werden. Sehr weit nördlich am Strip. Wir sind gespannt und werden weiter berichten…

Heute soll es wieder seeehr warm werden. Locker über 40°C. Längere Wanderungen sind daher ein NoGo. Aber wir schauen mal, was die Natur sonst noch bietet, für den Fall, dass es uns wieder hierhin verschlägt.

Der Red Rock Canyon hat sich für uns zu einer Art Geheimtip entwickelt. Nahe an Las Vegas dran, man braucht keinen extra Eintritt, wenn man den generellen „America the beautiful“-Pass hat (im Gegensatz zum Valley of Fire Statepark) und es gibt eine Vielzahl schöner kleiner, aber auch größerer Wanderungen, die man bei kühlerem Wetter durchführen könnte. Wie nennen es „scouten“, die Gegend für später erkunden.

Kurz bevor der Scenic Loop Drive des Red Rock Canyons beginnt, geht rechts noch die Calico Basin Road ab. Ich hatte das Schild beim letzten Mal gesehen und wollte jetzt wissen, ob man damit näher an die Berge kommt.

Wenig später standen wir auf einem Parkplatz, der zum einen zum Calico Basin Trail, zum anderen zum Red Spring Board Walk führt. Letzterer sah einladend und einfach aus, also starteten wir auf den Kunstoffplanken, die sanft bergan führten. Aber Vorsicht: Da sie nicht aus Holz sind, sondern aus Plastik, lädt man sich bei jedem Schritt elektrostatisch auf und man bekommt dann, wenn man das Geländer anfasst (was auch ziemlich heiß war, weil schwarz), regelmäßig einen elektrischen Schlag. Hält wach, garantiert.

Angenehm ist es, weil durch die Nähe der Quelle – Red Spring – viele Bäume wachsen, die Schatten spenden. Und natürlich auch diverse Wüstenblumen.

Als ich mich hinknien wollte für ein Makrofoto, merkte ich, dass das eine dumme Idee war: Die Planken sind zu heiß für menschliche Haut. Spiegelei backen kein Problem. Also mit normaler Optik so nah wie möglich im Stehen ran und anschließend Ausschnittvergrößerung.

Schön früher hatten Menschen dieses Fleckchen Erde für bewohnenswert erklärt (der Makler, der das verkauft hat, muss sehr gut gewesen sein). Denn auf diversen Felsen fanden sich Petroglyphen, Indian Graffitti.

Der Walk war mit einer halben Meile schnell beendet und wir stürzten uns ins nächste Abenteuer, den Calico Basin Trail. 60 m Höhenunterschied und 1,1 km für eine Strecke erschienen uns selbst bei der Hitze noch machbar.

Wir wanderten zunächst etwas bergauf und dann an den Felsen entlang, bis wir in das nächste Tal blicken konnten.

Das reichte uns dann doch und wir marschierten wieder zurück, bis wir das grüne Tal der Red Spring sahen.

Auf dem Parkplatz parkte neben uns ein riesiges pinkfarbenes Monster. Ich befürchtete schon, dass dort Scharen von Besuchern herauspurzeln würden.

Aber dem war nicht so. Aus dem Mannschaftsbus der „Pink Jeep Tours“ entstiegen gerade mal drei Leutchen. Ich sprach sie an und erfuhr, dass sie gerade auf Kennenlerntour für die Touristen sind, um ihnen neue Routen anzubieten. Und erzählte ihnen auch von den Trails, die wir gelaufen waren.

Jetzt aber Türen vom Auto zu, Klimaanlage an und weiter geht es. Erstmal zum Visitor Center. Obwohl nicht als Nationalpark ausgebaut, ist dieses Besucherzentrum ein Musterbeispiel dafür, wie man den Besuchern die Wüste, die Natur, die Fauna und die Flora näherbringen kann. Wer in Las Vegas ist, sollte hierfür unbedingt Zeit einplanen.

Die Kolibri-Tränken, die dort rumhingen, wurden zu meinem Leidwesen nicht besucht, dafür erwischte ich einen süßen Vogel, der mit einer Beere oder einem Kern im Schnabel an der Tränke herumhüpfte.

Im Hintergrund die roten Felsen, auf und zwischen denen wir vorgestern noch rumgeklettert waren.

Ich habe mal einen Ausschnitt von der Ecke gemacht, von der ich glaube, dass wir in diesem Einschnitt nach der Wanderung zu den Calico Tanks gewesen sind.

Wenn man schon beim Visitor Center ist, lohnt es sich immer, die Loop noch einmal zu fahren. Am Parkplatz Calico Hills 1 kann man seine Wanderung starten.

Diese führt über Calico Hills 2 bis zum Sandstone Quarry Overlook, wo wir vorgestern unsere Wanderung begonnen hatten. Das sind dann 3 Meilen und ein Höhenunterschied von 546 Metern. Gut, dass man uns im Visitor Center von jeglichen Hikes abgeraten hat. Da brauchen wir uns keine andere Entschuldigung auszudenken. Und wenn, sollte man sich Gedanken machen, wie man wieder zurückkommt.

Bevor es weiter ging, wurden wir noch von einem merkwürdigen Gefährt überrascht. Auf drei breiten Reifen, ohne Dach sorgt es selbst im aussergewöhlichen Las Vegas für einen Hingucker.

Auf der weiteren Fahrt hielten wir noch an diversen Trailheads an und trafen auch unsere Freunde von den Pink Jeep Tours wieder. Kaum hatte ich eine Frage gestellt, verfiel einer von ihnen direkt in den Tourguide-Modus und ratterte alle möglichen Informationen zur Historie und Geologie der Gegend runter. Und das, ohne dass wir eine Tour gebucht hatten!! Noch eine kurze Frage zum Auto: Also, das ist ein Dodge Ram 3500, als Aufsatz ist eine Kabine, die von Learjet gebaut wird, auch mit Learjet-Sitzen. Und vorne am Kühler prangt ein Grill der Firma Jeep, extra lizensiert, vermutlich, damit sie das unter Pink JEEP Tours verkaufen können. Die Firma war uns schon des öfteren aufgefallen, in Sedona, am Grand Canyon und auch in Moab. Aber wir erkunden lieber selbständig das Land und die Leute.

Es geht wieder nach Osten, ein Costco – wie soll es auch anders sein – liegt durch Zufall direkt in der Nähe. Die Probierstände sind sehr ergiebig und ich bin froh, einen Einkaufswagen mitgenommen zu haben, um die ganzen Probenbecher zu verstauen. Als Nahrung nahmen wir nur einen Softeisbecher mit, dafür aber Babyklamotten, Alter 12 Monate. Als ich mit dem Einkaufswagen und den winzigen Sachen über die Schwelle schob, meinte der Kontrolleur am Ausgang mit einem Grinsen im Gesicht: The won’t fit you, die passen Dir nicht. Ich erwiederte nur: Ich arbeite dran und dann ging es weiter.

Früher gab es in Las Vegas und Umgebung, genauer gesagt, Primm, ein Outletgeschäft namens Vanity Fair. Hier konnte ich mich mit bestimmten Kleidungsstücken unheimlich günstig eindecken. Der Laden ist vermutlich Corona zum Opfer gefallen, aber es gab in der Outlett Mall am South Las Vegas Boulevard noch das Lee Wrangler Clearance Center, das zumindest den Part für mich übernommen hatte. Zwei Hemden, ein Paket U-Hosen und ein Paket Socken – also 7 Minuten 35 Sekunden – später waren wir schon wieder draußen. In der Zeit hätte sich meine Göttergattin gerade mal zu den Sonderangebotsständern durchgewühlt. Ab zurück zum Hotel.

In der Hotel-Lobby einmal kurz unsere Mugs mit Kaffee betankt und dann können wir den Abend gemütlich ausklingen lassen und provisorisch packen, denn morgen geht es zurück nach Los Angeles.

Normalerweise machen wir auch eine nächtliche Fahrt über den Strip verbunden mit einem ausführlichen Spaziergang. Aber zum einen war es uns noch zu warm, zum anderen verlangen die Casinos am Zentral-Strip mittlerweile alle Parkgebühren, was ich irgendwo nicht einsehe.

Aber es gibt ja andere Möglichkeiten. Wer das Hotelzimmer mit Bedacht auswählt, bekommt am Abend diese Aussicht geboten (hier der komplette Strip).

Anschließend rangezoomt der südliche Teil mit dem Luxor und Mandala Bay,

anschließend etwas weiter nördlich bis zum Flamingo.

 

 

08.06.2022 – Lake Mead – Las Vegas

Ich gestehe, uns hat eine gewisse Trägheit überfallen. Gewiss eine Folge der Wärme, die uns ausserhalb des Hotels und des Autos umgibt. Auf der anderen Seite kann man es aber auch Erholung nennen, die sich nach knapp drei Wochen breit macht.

Unser Wunsch auf eine weitere kürzere bis mittlere Wanderung wurde durch die Hitze zunichte gemacht. Aber wir waren ja auch noch nicht auf den üblichen touristischen Spuren gewandelt. Das können wir heute nachholen.

Ein touristisches Highlight ist mit Sicherheit immer der Hoover-Dam, der ca. eine halbe Stunde östlich liegt. Ich gewöhne mir schon langsam an, Entfernungsangaben durch Zeitangaben zu ersetzen, ein Zeichen dafür, dass ich hier angekommen bin.

Die Fahrt führte uns durch Boulder, einem netten Nest, in dem wir früher schon einmal genächtigt hatten. Vom Berg aus hat man einen schönen Überblick über das ganze Tal.

Nettes Detail: Ein Hydrant, angemalt wie ein Feuerwehrmann.

Als wir ankamen, mussten wir die obligatorische Sicherheitskontrolle durchlaufen. Haben wir Waffen dabei? Nein ich schieße nur mit der Kamera (habe ich natürlich nicht gesagt, die verstehen da absolut keinen Spaß). Der Wachmann war so vermummt, man konnte nichts von seinem Gesicht sehen, dunkle Sonnenbrille, da bekommt man schon ein beklemmendes Gefühl. Auf jeden Fall eine arme Socke, in der Hitze vollständig bekleidet.

Und es sieht so aus, als stelle sich man auf mehr ein. Anstelle der provisorischen zwei Spuren wird direkt daneben ein richtiges Kontrollzentrum mit drei Einlässen (und auch Schatten für die Bediensteten) gebaut.

Üblicherweise fängt man mit einem Walk über die relativ neu gebaute Autobahnbrücke an, die Nevada und Arizona miteinander verbindet.

Die Mike O’Callaghan–Pat Tillman Memorial Bridge wurde erst im Jahre 2010 fertiggestellt, wir mussten davor noch über den Damm fahren und dann über relativ kleine Straßen weiter.

Der Blick von der Brücke ist immer wieder atemberaubend, manchmal tummeln sich Dutzende von Leuten auf der Brücke, manchmal ist sie nahezu leer.

Wir liefern bis zum Ende durch (um unserem Schrittzähler wenigstens etwas Futter zu geben) und machten dann die obligatorischen Fotos. Todesmutig lehnte sich meine Göttergattin sogar mit der Hand ans Geländer, die Hitze muss das Angstgen ausgeschaltet haben.

Mit dem Fisheye sieht es doch auch interessant aus?

Dann fährt man die Serpentinen runter und im Schritttempo über den Damm, um die ganzen Fußgänger nicht von der Straße zu schubsen. Wir passieren das riesige Parkhaus, das schätzungsweise 400 Autos Zuflucht bietet (für 10 USD pro Auto) und klettern auf der anderen Seite wieder den Berg hoch. Mehrere Aussichtspunkte geben den Blick auf den Lake Mead frei.

Erschreckend ist der niedrige Wasserstand.

Ich habe mal in alten Reiseberichten geblättert. Auf den Fotos dieses Tages kann man sehen, wie weit der Wasserspiegel innerhalb von drei Jahren gesunken ist.

Zurück geht es ebenfalls wieder über den Damm, die Straße, die früher nach Arizona weiterging, ist mit einem dicken Gatter gesperrt.

Wenn man die Kontrollstelle wieder passiert hat, liegt rechter Hand noch ein Abzweig zu einem Viewpoint. Den sollte man nicht verpassen. Auch hier ein sehr schöner Überblick über den Lake Mead und die Marina, den Hemenway Harbour und Boat Launch.

Die riesige Geröllfläche war in früheren Jahren mit Wasser bedeckt, heute freuen sich die Besitzer der Marina über die zahllosen Parkplätze.

Am Lakeshore Drive geht es weiter, bis zum Sunset View Scenic Overlook. Hier waren wir schon am ersten Tag gewesen, um die Reste des Sonnenuntergangs zu genießen.

Wir trafen auf 4 abenteuerlustige weibliche Mittsechziger, die anhand meiner dicken Kamera messerscharf darauf geschlossen hatten, einen hervorragenden Fotografen vor sich zu haben und baten ausgerechnet MICH, mit ihrem Handy ein Foto von allen zu schießen. Hoffe, dass es was geworden ist.

Einige weitere Aussichtspunkte streiften wir nur, weil die Hitze nicht zu größeren (aber auch nicht zu kleineren) Fußmärschen einlud.

Der East Lake Mead Parkway (die 564) führt von einem Hügel aus nach Henderson runter. Kurzer Stop und Foto in Richtung der Stadt der Sünde.

Auf dem Weg zum nächsten Costco (erschien uns am reizvollsten, da man Essen und Shoppen auf die angenehmste Art verknüpfen kann) durchfuhren wir dann auch einige Wohngebiete, die ich exemplarisch hier mal vorstelle:

Hier seht ihr die Durchfahrt der North Water Street,

und hier den Eingang zum Tuscany Recreation Center.

Auf dem weiteren Weg kommt man am Cowabunga Bay Water Park vorbei, ein Beispiel für den extrem schlechten Umgang mit Wasser in der Wüste. Und einer der Gründe, warum der Lake Mead einen so niedrigen Wasserstand hat.

Costco war wie immer eine Freude, sowohl textiltechnisch (auch ich leistete mir noch ein Hawaii-Hemd) wie auch kulinarisch.

Und jetzt geht es gut gesättigt auf den Strip. Einmal müssen wir zumindest drüber fahren. Laufen? Bei 45°C? Nein danke.

Wir begannen unsere Fahrt im Süden beim Las Vegas Welcome Sign. Wir hätten sogar einen Parkplatz bekommen, aber in der Schlange in der Sonne stehen? Ebenfalls nein danke. Hätten wir mit dem Auto vorfahren dürfen, ich hätte es mir noch überlegt.

Das nächste Hotel auf dem Weg war das Mandala Bay. Altbekannt und glitzernd wie immer.

Hier einmal der Strip in relativ leerem Zustand. Wir hatten weder Wochenende noch war es Abend.

Links ragt die Pyramide des Luxor empor, kräftig beklebt mit Werbung.

Fährt man ein paar Meter weiter, liegt hinter der nächsten Straßenkreuzung das New York, New York.

Rechter Hand ein paar kleinere Läden, mich fasziniert immer die riesige Colaflasche.

Das Treasure Island hat nach meinem Gefühl einen neuen Anstrich bekommen, aber sicher bin ich mir da nicht.

Die Show läuft schon lange nicht mehr, aber für die Kids war es damals eine Gaudi.

Wenden wir den Blick nach rechts, kommt (weil freie Straße) kurz das Venetian vor die Linse, ein Hotel, welches wir immer sehr kurzweilig fanden.

Und dann wird es interessant. Links vor uns ragt ein riesiger roter Tower empor, das Hilton. Ist komplett neu für uns, ist uns auf früheren Touren nie aufgefallen.

Schräg gegenüber liegt ein glänzender Turm mit Insignien, die ich nicht so recht deuten kann. Selbst Google Maps schweigt sich zur Zeit darüber aus, wie dieses Casino heißt. Ob das f und b? für Facebook steht? Dann würde aber der Daumen fehlen.

Zum guten Schluss noch der Stratosphere Tower, der am nördlichen Ende des Strips liegt.

OK, alles gecheckt, Neuheiten registriert. Wir können zurück zum Hotel fahren und uns noch ein wenig aufs Ohr legen.

Wir haben mittlerweile auch die leeren Koffer aufs Zimmer geschleppt und machen die erste Packorgie.

Derweil geht die Sonne hinter Las Vegas unter. Warum müssen wir für einen Sonnenuntergang erst soweit fahren?