29.05.2020 – Fahrt von Schwerin nach Berlin

Wir müssen das schöne Seehotel verlassen. Denn wir haben für die nächsten Tage Pläne, die deutlich besser von Berlin aus zu erledigen sind. Nach dem Frühstück gingen wir nochmal runter zum See. Es war total friedlich, nur die Enten schwarwenzelten vor uns rum.

Nun ging es auf die Piste nach Südosten.

Auf dem Weg hatten wir vor einigen Jahren mal einen Zwischenstopp in Rheinsberg gemacht, einmal wegen der Töpfereien, zum anderen wegen des Schlosses. In dem Laden wurden wir schnell fündig, mit einem Karton beschwert verließen wir den Laden. Dafür war unser Konto etwas leichter.

Damals fand gerade ein G7-Gipfel dort statt und alles war voller Baumaßnahmen. Mittlerweile das Schloss von der Frontseite her gut renoviert und macht was her.

Wir begannen unsere Ortsbegehung nach dem Besuch in besagter Töpferei.

Von dort aus ging es am Ufer des Sees entlang bis zur Frontseite.

Sieht wirklich schön aus.

Zurück durchs Dorf, vielerorts gibt es dort noch Kopfsteinpflaster.

Anschließend auf dem schnellsten Weg in den Berliner Süden. Dort hatten wir in der Nähe von BER im Flughafenhotel Unterschlupf gefunden. Ein schönes neues Hotel, in dem wir uns die nächsten 3 Nächte wohlfühlen werden.

28.05.2020 – Schwerin

Hach, was haben wir gut geschlafen. Und jetzt gleich gibt es Frühstück. Wir mussten uns am Vorabend „registrieren“ und uns für eine von zwei Schichten entscheiden. Wir nahmen die „Frühschicht“ um 7.30 Uhr. Nach der Schicht, die um 8.30 Uhr endet, wird eine halbe Stunde Pause eingelegt, bevor die nächsten Gäste kommen.

Ein Buffet gibt es natürlich nicht, aber am Tisch waren genügend Frühstücksartikel ansprechend vorbereitet.

Die Tische, derer früher deutlich mehr in den Räumen standen, waren großzügig verteilt.

Nach dem Frühstück wollten wir erstmal den See genießen. Wir spazierten also gemütlich mit Kaffebechern und Kameras bewaffnet auf den Steg.

Meine Lieblingswasservögel, ein paar Haubentaucher tummelten sich wie üblich in der Nähe.

Dann ging es nach Schwerin. OK, nicht so direkt, erst wollten wir am Südufer des Schweriner Sees die Reste der Reppiner Burg besichtigen. Vom Parkplatz aus (sogar kostenlos) ging es ca. 1 km durch den Wald, bis wir vor der hübschen Ruine standen.

Innen ist sie gut renoviert, so dass man auf stabilen Metalltreppen auf den Turm steigen kann.

Weiter geht es nach Schwerin. Dort gibt es am Nordende des „Fauler Sees“ die Schleifmühle Schwerin. Übrigens gibt es dort auch kostenlose Parkmöglichkeiten am Straßenrand, welche man auch für einen Schlossspaziergang nutzen kann.

Von dort aus kann man durch den Schlossgarten lustwandeln, bis man schließlich zum Schloss gelangt. Dies ist ein wirklich schöner Spaziergang durchs Grün.

Über eine Brücke gelangt man dann auf die Schlossinsel. Das Schloss selbst beherbergt mittlerweile Regierungsinstitutionen, aber von außen ist es eines der schönsten Schlösser, die ich kenne.

Strahlend im Sonnenlicht kann man das Gebäude umrunden. Speziell von hinten im Garten bieten sich großartige Blicke auf das mittlerweile fast vollständig restaurierte Gebäude.
Die Geländer sind aus Metall, aber komplett in Holzoptik ausgeführt. Hatte ich bisher noch nie so gesehen.
Nach dem Umrundung geht man über eine Brücke in die Stadt.

Auch hier wurde viel für den Wiederaufbau getan. Allerdings wurde hier nicht so wie in Ahlbeck auf einen gleichmäßigen Stil geachtet.

Imposant ragt vom Marktplatz aus der Dom in die Höhe. Von innen unterscheidet er sich wohltuend durch seine Nüchternheit von den überladenen Kirchen im Süden Deutschlands.

Die Stadt hatten wir der Länge und Breite nach durchquert und marschierten auf einem ähnlichen Weg wieder zurück.

Auf der schwimmenden Wiese machten wir ein Päuschen und beobachteten einen Reiher, der sich an einem riesigen Fisch versuchte. Ich glaube, er gab irgendwann auf und ließ den Fisch im Wasser liegen.

Zurück durch die Gärten ging es wieder zum Auto.

Letztes Ziel für heute: Schloss Wiligrad. Dies liegt nördlich von Lübsdorf am Schweriner Außensee.

Das faszinierende an diesem Schloss sind die toll verzierten Backsteinornamente, welche sich kontrastreich vom weißen Hintergrund abheben.

Genug gesehen für heute, es sind nur ein paar Minuten bis zum Hotel, wo wir den Abend ausklingen lassen.

Als wir ankamen, begrüßten uns die Haus-Lamas.

 

27.05.2020 – Fahrt nach Schwerin

Heute ist Abreisetag. Zumindest aus Rostock. Es ist schön in der Studentenbude, aber wir fühlen uns auch in Hotelzimmern recht wohl. Vor allen Dingen, wenn wir das Hotel kennen.

Und das liegt in Schwerin. Aber da müssen wir erstmal hinkommen. Hatte ich schon erwähnt, dass meine allerliebste Frau neben einer Kap-Liebhaberin auch eine Insel-Liebhaberin ist? So ergab es sich, dass wir auf dem Weg noch einen kleinen Abstecher auf die Insel Poel machen konnten.

Wir kamen erst nach dem Mittag los (die Wohnung hatte keine Checkout-Time) und fuhren schnurstracks dorthin. Poel ist durch einen kleinen Damm vom Festland getrennt und hat im wesentlichen zwei Orte:

Der erste war Kirchdorf mit einem kleinen Hafen

und – wie das Foto zeigt – einer Kirche.

Von dort ging es weiter nach Timmendorf. Schreibweise wie in Schleswig Holstein. Dort der Wagen vor dem Ort zu parken und man läuft durch eine sehr ruhige Straße bis zum Hafen.

Es gibt eine kleine Siedlung mit Rieddach-Häusern.

Von da aus ging es dann auf dem direkten Weg nach Schwerin. Wie würde man dort mit den Corona-Vorschriften umgehen? Zum Frühstück hatten wir schon was gehört, wie sieht es mit den Zimmern aus?

Dort angekommen, lief das Personal und wir natürlich auch mit Maultäschle rum. Das Hotel ist nur zu 60% belegt und vor einer Neubelegung eines Zimmers vergehen jeweils mehrere Tage. Die Zimmerreinigung findet nur auf Wunsch statt, natürlich gibt es frische Handtücher und auch den Mülleimer stellt man vor die Tür.

Wir gingen – wie wir es dort so gerne machen – zum Steg am See und genossen den Abend.

Saugemütlich, wir haben ein gutes Gefühl in diesem Hotel. Das Personal ist sehr freundlich und wir fühlen uns gut aufgehoben. Vom Frühstück berichte ich dann morgen.

26.05.2020 – Rügen

26.05.2020 – Rügen

Wieder ging es Richtung Osten. Diesmal sollte die Insel Rügen das Ziel sein. Vor ein paar Jahren hatten wir schon einmal versucht, die Kreidefelsen zu besichtigen. Damals waren wir sehr blauäugig am frühen Nachmittag losgefahren. Um dann auf dem Parkplatz festzustellen, dass man nicht mal eben zur Küste hüpfen konnte, sondern noch ca. 3 km Fußmarsch durch einen der größten Buchenwälder vor sich hatte. Mit der Folge, dass wir kurz vor Dunkelheit dort ankamen.

Suboptimal. Diesmal wollten wir es besser machen und waren schon früh auf den Rädern (den Auto-Rädern). Unser Filius hatte uns vorgeschlagen, von Sassnitz aus ca. 8 km bis zum Königsstuhl zu laufen und dann evtl. mit dem Bus zurückzufahren – so wir denn keine Lust hätten, zu laufen.

Aber in Sassnitz schwappte uns eine trübe Erbsensuppe vom Meer her entgegen,

so dass wir den gut gemeinten Ratschlag in den Wind schlugen (so es denn welchen gegeben hätte) und fuhren dann doch wieder zu einem Dorf namens Hagen, wo es einen großen Parkplatz gibt. Und für lumpige 30 Euro bekommt man einen Parkplatz, einen Bustransfer hin und zurück sowie auch den Eintritt in den Nationalpark. Von der Zeitökonomie nicht zu verachten. So kann man sich länger dort aufhalten und auch ggf. anschließend noch ein anderes Ziel anfahren.

Gesagt, getan. Alle hatten brav ihren Schnutenpulli um und vom Museum ging es dann schnell zum Königsstuhl. Ich muss allerdings gestehen, dass ich bei dem Begriff immer an ein Häufchen denke, dass seine Majestät hinterlassen hat. Dort angekommen erwartete uns eine lange Schlange, immer brav auf Abstand.

Eine junge Dame sorgte dafür, dass die Aussichtsplattform immer nur von einer begrenzten Menge an Menschen betreten wurde.

Machen wir ein paar Fotos. Hat nicht so lange gedauert, wie Caspar David Friedrich für seine Gemälde gebraucht hat, aber der hatte damals auch mehr Zeit.

Wir wollten die Küstenregion noch ein wenig weiter erforschen und wandten uns in Richtung Sassnitz auf dem Höhenuferweg. Wir hatten die Hoffnung, dort noch mehr Ausblicke auf die Felsen zu bekommen. Leider war dies aus zweierlei Gründen nicht oder nur schlecht möglich. 1. führt der Weg durch einen schönen Buchenwald, meistens etwas entfernt von der Küste und 2. machte der Nebel an der Waterkant den Blick nach unten fast unmöglich. Ab und zu konnte man durch eine kleine Lücke ein Stück der Felsen sehen.

Auf der Höhe des Kolliker Bachs drang dann die Sonne durch den Nebel und die Bäume, ein mystisches Bild.

Wir waren mittlerweile ca. 4 km gelaufen, über Stock und Stein und hätten auch die gleiche Strecke wieder zurücklaufen müssen.

Zum Glück stand plötzlich ein Schild im Weg, welches uns in 3,3 km die Ankunft auf unserem Parkplatz versprach. Für den Rückweg incl. Bustransfer hätten wir deutlich länger gebraucht. Also machten wir uns auf den Weg zum Auto und waren froh, als wir dort wieder angekommen waren.

Kurze Snackpause und dann die Überlegung, was nun? Die beste Göttergattin von allen ist ein großer Kap-Fanatiker. Und immer, wenn das Wort Kap auf der Landkarte auftaucht, schreit sie begeistert „hier“. Kap Arkona lag sehr nahe, also machten wir uns auf den Weg dorthin.

Die Straße führt durch grüne Felder und schöne alte Baumalleen und endet in Putgarten (nicht zu verwechseln mit Puttgarden auf Fehmarn).

Dort muss man den Wagen stehen lassen und dann sich dann auf den Weg durch das Dorf machen.

Wir entschieden uns in Downtown für einen Schwenk nach rechts, um das Dorf Vitt zu erkunden und von dort an der Küste entlang zum Kap Arkona zu laufen.

Das sind noch einige zusätzliche Kilomenter, aber wir waren (noch) voll Energie. Etwas über 1 km hinter Putgarten geht es dann den Berg runter bis auf Meereshöhe, wo ein zauberhaftes kleines Dorf liegt mit ca. 10 Häusern. Fast alle mit Riet gedeckt und einige auf den Tourismus vorbereitet.

Fischerei wird hier anscheinend auch noch betrieben.

Der Weg zum Kap führt dann logischerweise wieder nach oben via Treppe. Stellenweise versperrt dichter Nebel die Sicht. An einer Stelle führt eine weitere Treppe dann die Steilküste hinunter. Oben sitzende Wanderer warnten uns vor, das es 110 Stufen seien, sehr unbequem zu laufen und anstrengend. Ich versuchte, einen Rücktransport zu organisieren, aber von den anderen Leuten hatte gerade keiner eine Sänfte dabei. Also selbst ist der Mann.

Unten angekommen, erwartete uns ein Küstenstreifen (Strand kann man das nicht nennen), der über und über mit Obsidianbrocken bedeckt war. An einer Stelle – dem Kap – kam auch die weiße Steilküste raus. War schon ein bisschen wie in Oregon oder an der Washington Coast.

Wir genossen einen Augenblick die schöne Natur und machen uns dann an den Aufstieg.

Oben angekommen kurz unter das Sauerstoffzelt, dann ging es dann schön flach – auch für Fahrräder geeignet – weiter bis zum ersten Turm, dem Peilturm von Kap Arkona. Dort konnte man sich mit touristischen Nutzlosigkeiten eindecken, was nicht unser Ziel war.

Wir liefen weiter am Leuchtturm vorbei bis zur Treppe vom Siebenschneiderstein.

Die Treppe selbst schenkten wir uns, da sich die vorangegangenen Kilometer so langsam in den Knochen bemerkbar machten. Und wir mussten ja noch über zwei Kilometer zum Parkplatz zurück.

Auf dem Rückweg noch die Gelegenheit genutzt, eine der Leuchttonnen im Gegenlicht abzulichten und dann fielen wir ziemlich erschöpft in die Sitze unseres Autos. Selten hat das so gut getan. Schließlich waren wir heute ca. 15 km zu Fuß unterwegs.

Dann ab auf die Piste und im Licht der untergehenden Sonne gen Rostock.

Wieder ein wunderschöner Tag zu Ende.

25.05.2020 – Usedom

25.05.2020 Usedom

Für die nächsten Tage hatten wir uns vorgenommen, die großen Inseln im Osten etwas näher kennenzulernen. Eigentlich standen für heute die Kreidefelsen in Rügen auf dem Programm. Aber ein Blick auf die Wetter-App zeigte, dass uns die Sonne dort nicht beglücken würde. Ein paar Kilometer weiter auf Usedom sieht es wesentlich freundlicher aus.

Also geht es weiter. Ziel war Heringsdorf. Warum gerade dorthin? Fans von Loriot werden wissen, dass für den Film „Papa ante Portas“ die Familienfeier dort auf einer Seebrücke gefilmt wurde. Und die wollten wir uns mal live und in Farbe anschauen.

Die Fahrt dorthin verlief problemlos. An der Stelle, an der die A20 abgesackt war, ging es kurzfristig etwas langsamer, aber wenn das der einzige Stau bleibt…

Kurz hinter Greifswald liegt der Ort Wieck, ein kleines malerisches Fischernest mit einer Klappbrücke. Warum nicht dort mal vorbeischauen?

Ganz in der Nähe sollte es noch eine Klosterruine geben. Ein Foto auf einem Prospekt zeigte eine einsame Mauer, die in den Himmel ragte. Wir mussten ein paar hundert Meter laufen, dann konnten wir das Gelände des ehmaligen Klosters Eldena betreten. Die besagte Mauer stand dort, aber das war nur ein winziger Teil des großen Areals, welcher viele Backsteinreste beherbergte.

Nun aber weiter nach Heringsdorf. Nach einer vertretbaren Zeit konnten wir in der Nähe des Dorfkerns unser Auto auf einem – natürlich kostenpflichtigen – Parkplatz abstellen.

Feste Schuhe anziehen und schon ging es los in Richtung Strand. Schöne Häuser begegneten uns auf dem Weg (leider im Hintergrund ein riesiges und häßliches „Kurhotel“), eine schattige Promenade führt an der Küste vorbei.

Und dann sahen wir das Gebilde, welches so ganz und gar nicht unser Erinnerung entsprach.

Vielleicht war es ja in den letzten Jahrzehnten der Verwitterung zum Opfer gefallen? Links davon ragten jedenfalls einige Holzpfeiler aus dem Boden.

Schauen wir uns dieses moderne Monstrum aus Glas und Metall an. Der Wind wehte um die Nase, die Sonne schien. So kann Urlaub aussehen.


Wenn man nach Osten schaut, sieht man – direkt an der Waterkant – ein weißes Gebäude, welches älteren Ursprungs ist und schon eher Ähnlichkeit mit dem Loriot-Tempel hat.

Kurz die allwissende Suchmaschine angeworfen und tatsächlich. Das auf dem Strand stehende Bauwerk ist das im o.g. Film gezeigte.

Also auf nach Ahlbeck, einem hübschen Vorort von Heringsdorf, dort auch einen Parkplatz aufgesucht und ab zum Strand.

Und da war sie nun, die „Seebrücke“ aus dem Film. OK, ganz so sah sie nicht mehr aus, aber die kleinen Änderungen seien der filmischen Freiheit geschuldet.

Auf dem Weg zurück – die Sonne neigte sich gen Horizont – machten wir noch einen kleinen Umweg durch Ahlbeck. Pompöse Hotels der alten Seebäder standen dort und an der Pforte kündeten Blechschilder von den Größen aus Politik und Unterhaltung, wer dort schon alles genächtigt hatte.

Auffallend an diesem Stadtteil war für mich, dass selbst die Neubauten – und von denen gab es einige – nicht einfach als seelenlose Betonklötze in die Landschaft gestellt wurden. Nein, man versuchte wirklich, sich dem Stil der alten Seebäder anzupassen. Und das ist meines Erachtens dort besser als in vielen anderen Locations gelungen.

Für die Fahrt zurück musste ich mir noch eine Aral-Tankstelle suchen, was in dieser Gegend gar nicht so einfach ist. In Anklam wurden wir fündig. Angesichts der fortgeschrittenen Stunde verzichteten wir auf eine Ortsbesichtigung, obwohl auch hier die Bauten in der Backsteingotik einiges zu bieten gehabt hätten.

Nach Sonnenuntergang trudelten wir dann endlich in unserer Behausung ein und fielen todmüde in die Feder. Ich kann nur eines sagen: MC-Pomm ist schön.