25.05.2020 – Usedom

25.05.2020 Usedom

Für die nächsten Tage hatten wir uns vorgenommen, die großen Inseln im Osten etwas näher kennenzulernen. Eigentlich standen für heute die Kreidefelsen in Rügen auf dem Programm. Aber ein Blick auf die Wetter-App zeigte, dass uns die Sonne dort nicht beglücken würde. Ein paar Kilometer weiter auf Usedom sieht es wesentlich freundlicher aus.

Also geht es weiter. Ziel war Heringsdorf. Warum gerade dorthin? Fans von Loriot werden wissen, dass für den Film „Papa ante Portas“ die Familienfeier dort auf einer Seebrücke gefilmt wurde. Und die wollten wir uns mal live und in Farbe anschauen.

Die Fahrt dorthin verlief problemlos. An der Stelle, an der die A20 abgesackt war, ging es kurzfristig etwas langsamer, aber wenn das der einzige Stau bleibt…

Kurz hinter Greifswald liegt der Ort Wieck, ein kleines malerisches Fischernest mit einer Klappbrücke. Warum nicht dort mal vorbeischauen?

Ganz in der Nähe sollte es noch eine Klosterruine geben. Ein Foto auf einem Prospekt zeigte eine einsame Mauer, die in den Himmel ragte. Wir mussten ein paar hundert Meter laufen, dann konnten wir das Gelände des ehmaligen Klosters Eldena betreten. Die besagte Mauer stand dort, aber das war nur ein winziger Teil des großen Areals, welcher viele Backsteinreste beherbergte.

Nun aber weiter nach Heringsdorf. Nach einer vertretbaren Zeit konnten wir in der Nähe des Dorfkerns unser Auto auf einem – natürlich kostenpflichtigen – Parkplatz abstellen.

Feste Schuhe anziehen und schon ging es los in Richtung Strand. Schöne Häuser begegneten uns auf dem Weg (leider im Hintergrund ein riesiges und häßliches „Kurhotel“), eine schattige Promenade führt an der Küste vorbei.

Und dann sahen wir das Gebilde, welches so ganz und gar nicht unser Erinnerung entsprach.

Vielleicht war es ja in den letzten Jahrzehnten der Verwitterung zum Opfer gefallen? Links davon ragten jedenfalls einige Holzpfeiler aus dem Boden.

Schauen wir uns dieses moderne Monstrum aus Glas und Metall an. Der Wind wehte um die Nase, die Sonne schien. So kann Urlaub aussehen.


Wenn man nach Osten schaut, sieht man – direkt an der Waterkant – ein weißes Gebäude, welches älteren Ursprungs ist und schon eher Ähnlichkeit mit dem Loriot-Tempel hat.

Kurz die allwissende Suchmaschine angeworfen und tatsächlich. Das auf dem Strand stehende Bauwerk ist das im o.g. Film gezeigte.

Also auf nach Ahlbeck, einem hübschen Vorort von Heringsdorf, dort auch einen Parkplatz aufgesucht und ab zum Strand.

Und da war sie nun, die „Seebrücke“ aus dem Film. OK, ganz so sah sie nicht mehr aus, aber die kleinen Änderungen seien der filmischen Freiheit geschuldet.

Auf dem Weg zurück – die Sonne neigte sich gen Horizont – machten wir noch einen kleinen Umweg durch Ahlbeck. Pompöse Hotels der alten Seebäder standen dort und an der Pforte kündeten Blechschilder von den Größen aus Politik und Unterhaltung, wer dort schon alles genächtigt hatte.

Auffallend an diesem Stadtteil war für mich, dass selbst die Neubauten – und von denen gab es einige – nicht einfach als seelenlose Betonklötze in die Landschaft gestellt wurden. Nein, man versuchte wirklich, sich dem Stil der alten Seebäder anzupassen. Und das ist meines Erachtens dort besser als in vielen anderen Locations gelungen.

Für die Fahrt zurück musste ich mir noch eine Aral-Tankstelle suchen, was in dieser Gegend gar nicht so einfach ist. In Anklam wurden wir fündig. Angesichts der fortgeschrittenen Stunde verzichteten wir auf eine Ortsbesichtigung, obwohl auch hier die Bauten in der Backsteingotik einiges zu bieten gehabt hätten.

Nach Sonnenuntergang trudelten wir dann endlich in unserer Behausung ein und fielen todmüde in die Feder. Ich kann nur eines sagen: MC-Pomm ist schön.

Schreibe einen Kommentar