Ca. 50 Meilen östlich von Monterey liegt der Pinnacles National Park, ein kaum beachteter Nationalpark in Kalifornien. Wir hatten ihn bei einem unserer letzten Urlaube auf der Durchreise mehr zufällig gefunden und wollten ihn jetzt weiter erkunden. In Schlangenlinien windet sich eine enge Bergsstraße auf der westlichn Seite bis zum Visitorcenter. Dort erfuhren wir, dass es lohnenswert wäre, die Balcony Caves zu erkunden. Lampen wären schon nützlich, aber die Handy-Taschenlampen täten es auch. Da wir wie die guten alten Pfadfinder auf alles vorbereitet sind, holten wir unsere Stirnlampen aus dem Gepäck und machten uns von der Chaparral Picnic Area auf den Weg. Die schroffen Felsen erwartet man in der von sanften Hügeln umgebenden Landschaft nicht, genauso wenig wie die Temperaturen, die schnell in die 80er anstiegen.
Dann standen wir vor dem Eingangstor und schnell wurde es eng, seehr eng. Und nicht mein muskulöser und ausladender Körperbau bereitete die Probleme, eher das Stativ, das ich in Erwartung von Langzeitbelichtungen zusätzlich auf den Fotorucksack geschnallt hatte.
Noch ging es ohne Lampe, aber irgendwann tauchten wir dann in die völlige Dunkelheit ein. Lampen an und auf allen vieren, tastend und vorsichtig bewegend kamen wir langsam vorwärts. Aber die Blindheit währte nicht lange. Nach kurzer Zeit war die Höhlenforschung zu Ende und wir kehrten aussen, dafür über den Berg, wieder zurück. Als wir beim letzten Mal in dem Park waren, hatten wir eine andere „Höhle“ besucht, welche uns wesentlich besser gefallen hatte.
Die Felsen werden häufig auch für Kletterer genutzt, aber danach stand uns nicht der Sinn.
Wir wollten wieder an den Strand, das Meer sehen. Also fuhren wir nach Marina, dort hatten wir früher in einem Hotel direkt am Strand übernachtet und den Ausblick für gut befunden. Wo andere einige Minuten mit Kurverei und Parkplatzsuche verbrachten, hatten wir ausnahmsweise mal Glück und konnten unseren Pickup so hinstellen, dass wir während der Mittagspause auf das Meer, den Strand, die Wellen schauen konnten.
Mich überkam eine unüberwindbare Müdigkeit, weshalb ich mich auf der Ladefläche ausstreckte zu einem kleinen Nickerchen, während die beste Strandläuferin von allen zum Ufer runterstapfte, um etwas näher an den Delfinen zu sein, die man relativ gut beobachten konnte.
Auch ich gönnte den Wellen mit der Kamera und meinem langen Tele einen Blick, als ich wieder aufwachte und da kam auch schon die fleißige Wanderin die Düne hochgestapft.
Noch sehenswert war der Wagen eines Nachbarn, der über und über mit Glitzer besetzt war. Sollte ich bei meinem Dienstwagen auch mal drüber nachdenken…
Den Abend wollten wir eigentlich am Point Lobos im Süden von Monterey verbringen, aber am Einfahrtstor teilte man uns mit, dass schon VOR Sonnenuntergang geschlossen werde. WAS SOLL DAS?
Also drehten wir die Schnauze unseres Wagens Richtung Süden und fanden in der Nähe des Soberanes Point ein Plätzchen, um den Sonnenuntergang zu genießen.
Danach ab nach Hause, in der Lobby Bericht schreiben und Bilder hochladen. Heute war es etwas geruhsamer, muss auch mal sein.

Die Tour ging um 9 Uhr los und wir waren ca. 20 Min. vorher da. Angemeldet hatten wir uns schon am Tag vorher, heute gab es nur noch eine Sicherheitseinweisung von Pete. Pete ist Neuseeländer, was man seinem Akzent auch anhörte. Ansonsten hätte er hervorragend in jeden Piratenfilm gepasst.
Pünktlich ging es los, durch das Hafenbecken vor die Küste, wo wir nach kurzer Zeit die erste Sichtung von Buckelwalen hatten.
Dazu gesellten sich auch noch Delfine, die sich aber nur zu kurz zeigten, als dass man bessere Fotos von ihnen hätte schießen können. Ich hatte meine D850 mit dem Nikon 200-500mm-Objektiv bestückt und hoffte auf das eine oder andere gute Foto.
Es ging weiter nach draußen, die Wellen hatten stellenweise eine Höhe von 1-2 Metern. Gut, dass wir eine Tablette gegen Seekrankheit vorher eingeworfen hatten.
Ich hatte bisher weder davon gehört noch einen gesehen. Wieder eine Bildungslücke geschlossen. Meine Ehefrau hatte Spaß am Bug des Bootes.
In der Luft begleiteten uns Pelikane. Dieses Exemplar kam uns so nahe, dass das hier gezeigte Foto KEINE Ausschnittvergrößerung ist.
Und dann kamen endlich die spitzen Schwanzflossen der Killerwale in Sicht. Ein Rudel von 6 Tieren incl. einem Baby Orca tummelte sich in unserer Nähe.
Wohl, weil wir so brav waren, gab es auch den einen oder anderen Sprung. Dabei konnte ich den Unterschied zwischen Teleobjektiv und Handy feststellen:
Der Kapitän erklärte zwischendurch, dass sich die Tiere einen Seehund geschnappt hätten. Sehen konnte ich davon nichts. Aber nicht zu übersehen war der Mann im Kajak, der munter zwischen den Killerwalen hertrieb. An und für sich hätte er vermutlich nichts zu befürchten gehabt (vermutlich dachte er: Die wollen nur spielen), aber wenn sich der Seehund auf das Kajak gerettet hätte, hätten die Orcas keinen großen Unterchied zwischen dem tierischen und dem menschlichen Proteinriegel gemacht.
Irgendwann war dann unsere Zeit abgelaufen und wir machten uns zurück auf den Weg zum Hafen.
Im Hafenbecken gibt es eine Kolonie von Harbour Seals, die sich zusammen mit einigen Pelikanen die Felsen teilen.
Als wir die Viecher genug gestalkt hatten,
gingen wir zu unserem Wagen in der Parkgarage zurück und machten dort ein Nickerchen – die Tabletten haben als Nebenwirkung „Müdigkeit“ – stimmt auffallend.
Damit auch meine Göttergattin wieder wach wurde, brachte ich sie zu einem Ross-Store, um ihre Lebensgeister wieder in Schwung zu bringen.

Nachdem sie untergegangen war, begann wie vermutet das „Nachglühen“

Anschließend ging es zum Bonita Lighthouse, von wo aus man einen Blick auf die Brücke erhaschen kann. Natürlich liegt diese am Morgen heftigst im Gegenlicht und man kommt um das diffuse Licht nicht herum.
Dann, auf dem Weg zur 101, noch einen Stopp am Aussichtspunkt von gestrigen Abend, dort die obligatorischen Fotos geschossen (ohne Model-Einlage)
– man sieht, es gibt auch hier die Unsitte mit den Schlössern – und dann noch auf den Parkplatz auf Höhe der Brücke.
Von dort aus kann man unter der Brücke herlaufen und selbige von der Sonne angestrahlt besichtigen.
Nun aber ab nach Pacifica. Dort schlenderten wir gemütlich zu dritt über den Pier, genossen die Sonne und die Wellen und bedauerten all die, die nicht das Glück hatten, hier zu sein.
Um die Mittagszeit ging es in ein süßes Restaurant, wo wir sogar halbwegs preisgünstig die leckere Variante von Burger und Sandwich genießen konnten.
Nach tränenreichem Abschied setzten wir uns auf den Highway 1 und sahen zu, dass wir Land gewannen.
In Santa Cruz gerieten wir in unseren ersten größeren Stau. Brauchte ich nicht wirklich, das habe ich auch zuhause.
um das Abendessen und den Sonnenuntergang zu genießen.
Immer wieder schön, die Schwärme der Pelikane vorbeirauschen zu sehen.
Und dabei gemütlich in eine Decke gewickelt auf der Ladefläche unseres Trucks zu sitzen.
Jetzt aber schnell ab nach Hause, morgen wird es ein anstrengender Tag.
Auch die Fußgängerbrücke sah im Sonnenlicht klasse aus.
Etwas südlich liegt das Nest Mendocino. Die älteren Leser erinnern sich vielleicht an den Song von Michael Holm. Endlich lernt man das Nest mal selber kennen. Wie viele Dörfer an der Küste stehen dort viele süße Häuser.
Am Navarro Beach stoppten wir kurz, um einen Blick auf die riesigen Baumstämme zu werfen, die niemand weggeräumt hat, nachdem jemand anderes sie vergessen hat.
Nächster halt war Cabrillo Light House. Auch hier wieder wildromantische Küste.
In Gualala machten wir dann Mittagspause und luden auch den Tank nochmal voll. Ein teurer Spaß.
Gegen 16 Uhr erreichten wir dann Petaluma und luden unsere Koffer ins Zimmer. Danach war noch etwas Zeit, weiter Richtung Süden zu fahren.
Dann ging es zum letzten Tagesziel, der Golden Gate Brücke. Hier wollten wir vom Golden Gate Park den Sonnenuntergang erleben und noch ein paar Nightshots machen. Der direkte und kurze Weg war leider versperrt und wir mussten einen ziemlichen Umweg durch den Park fahren, um zum Aussichtspunkt zu gelangen. Die Straßen waren besonders aufbereitet (mit vielen Parkplätzen), vermutlich um die Besucher der jetzt stattfindenden Fleetweek aufnehmen zu können. Der Wind pfiff heftig und wir waren froh, unsere dicken Jacken mitgenommen zu haben.
Zwischendurch wurde ein Canonian und wir noch Zeuge eines witzigen Shoots: Der Gentleman hatte seine Cam auf ein Stativ gestellt und versuchte, die Dame und sich in einem besonders guten Licht zu präsentieren.
Falls die Dame gefroren haben sollte, man merkte es ihr nicht an.
Eine halbe Stunde später waren wir wieder im Hotel. Auf der Autobahn kamen auf Schildern ständig Meldungen, dass der Strom abgeschaltet würde in diversen Regionen um SFO. Bin mal gespannt, was wir davon mitbekommen.
Ziel des heutigen Tages ist die Küstenstadt Fort Bragg, die Luftlinie weniger als 100 Meilen südlich von Eureka liegt. Aber die kann man strecken, wie wir gleich sehen werden.
Wieder auf dem Highway liegt auf dem Weg nach Süden die „Avenue of the Giants“, eine Straße, die zwischen den riesigen Redwoods mittendurch führt, immer wieder mal mit kleinen Wanderwegen, sogenannten Groves.
So genossen wir die Mittagspause in der Sonne und machten uns danach weiter auf den Weg über die Avenue.
Die Straße führte die ganze Zeit entland des South Fork Eel River.
Irgendwann war diese (also die Avenue) auch zu Ende und wir setzten uns wieder auf die 101. Um nach Fort Bragg zu gelangen, kann man – von Norden kommend – entweder über die 20 von Willits aus ankommen oder in Leggett auf die 1 abbiegen. Wir entschieden uns für Letzteres, da wir ja schon 20 Meilen kurvige Strecke geübt hatten und jetzt ein ähnliches Vergnügen erneut auskosten wollten.
Was waren wir froh, als endlich die Küste in Sicht kam. Schnell ein paar Fotos schießen und hoffen, dass der Rest der Strecke nicht zu kurvig ist. So langsam bekomme ich Muskelkater in den Armen.
Da bis zum Sonnenuntergang noch etwas Zeit war, kurvten wir eine Runde durchs Dorf (knapp 7.000 Einwohner) und drehten dann am Glass Beach bei.
Der Küstenstreifen erinnerte stark an die Oregon-Küste – hier bei Yachats, nur dass im Sand keine Achate zu finden waren, sondern alles voller rundgeschliffener Glasscherben lag. Die brauche ich nicht wirklich.
Wir suchten uns ein schönes Plätzchen für den Sonnenuntergang und schossen die obligatorischen Fotos. Da müsst ihr jetzt durch.
Die Sonne wirkte schon ein wenig teigig, ich hoffe, das hat nichts zu bedeuten.
Als die Sonne ins Meer geplumpst war, ging es schnell zum Hotel zurück. Dort noch einen letzten Schuss aus dem Fenster, Feierabend.