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Ein anstrengender Tag steht bevor. Früh sind wir aus den Federn, nicht nur um die Sonne zu begrüßen.
Wir wollen heute bis ins Monument Valley fahren, eine reine Fahrzeit von ca. 2,5 Stunden. Und dazwischen liegen natürlich auch noch diverse Sehenswürdigkeiten. Und wirklich: Um 8.30 Uhr sind wir auf der Straße und fahren noch kurz zur Tankstelle des Citymarkets. Dort hatten wir (und die unsere Vorgänger im Ferienhaus) auf die Einkaufskarte schon fleißig Punkte gesammelt, so dass wir pro Gallone 20 Cent abziehen konnten. Spritpreis daher: 2,629 USD. Absoluter Niedrigpreis.
Es ging auf den Highway 191 Richtung Süden, auf dem ich leider 😉 schon nach kurzer Zeit den ersten Fotostop einlegen musste. Die Wilson Arch, die so beiläufig am Wegesrand herumliegt, hatte sich für die aufgehende Sonne genau in Position gebracht.

Wir durchfuhren auf eintöniger Straße
die Städte Monticello, Blanding und Bluff, um kurz danach am Sand Island Campground das längst fällige Frühstück einzunehmen. Mit diesem Campground, an den Ufern des San Juan River gelegen, verbindet uns eine lange Geschichte. Nicht nur, dass wir früher hier gerne mit dem Wohnmobil übernachtet haben, hier legten meine Söhne auch die Grundlage für ihre Handballkarriere. Kein Stein war vor ihnen sicher, kein Felsbrocken zu groß, als dass er nicht in den schlammigen Fluten des Flusses versunken wäre. Gut, nach unseren Besuchen musste dort regelmäßig ausgebaggert werden, aber für die Kinder… Hier unser damaliger Campground. Schattig, mit Zugang zum Wasser!
Ein anderer Zeitvertreib war das Beobachten der Natur.
Weiter in Richtung Süden zweigt westlich die Straße ins „Valley of the gods“ ab.
Eine Dirt-Road, die aber bei Trockenheit auch noch einigermaßen mit PKW zu befahren ist. Unser Truck fühlte sich so richtig in seinem Element und schaukelte uns gemütlich über alle Bodenwellen und Unebenheiten. Sehenswürdigkeit(en) hier: Rote Felsen in allen möglichen Formationen. Und ein Minivan mit asiatischen Touristen, die wir leider in einer Staubwolke hinter uns lassen mussten.
Als wir das Tal verließen, bogen wir nach rechts ab,
auf den Moki-Dugway. Man sieht, wie auch im Bild oben, dass das Verzieren von Straßenschildern eine beliebte Freizeitbeschäftigung ist.
Er führt ähnlich wie der Shafertrail am Berghang entlang auf einer Dirt Road auf die Felsenklippen.
Fahrtechnisch kein Problem. Nur die von Höhenangst zart geplagte Karin setzte sich vorsichtshalber bei jeder Kehre auf die Bergseite im Fahrzeug. Oben angekommen ging es zum Muley Point Overlook, ein Traum für meine beiden höhenwandelnden Söhne, ein Albtraum für ihre Mutter.
Aber auch dieser „Höhe“-punkt wurde überwunden. Zurück in Richtung Monument Valley. Kurz bevor es wieder auf die „Hauptstraße“ ging, kam noch der Abzweig zum Goosenecks Statepark. Für einen Eintritt von 5 USD pro Fahrzeug darf man sich recht nah an den Rand des Abgrundes stellen und hat den Blick auf die Doppelschleife des San Juan. Ich muss gestehen, dass ich da selbst mit 14mm an den Rand meiner Möglichkeiten kam. Werde mir demnächst wohl doch mal ein Fisheye zulegen müssen…
Ganz ohne Superweitwinkel klappte es ein paar Meilen weiter mit dem Mexican Hat, ein Wahrzeichen, welches hoffentlich noch lange den Reisenden den Weg weisen wird. Wir haben jedenfalls nicht an den Felsen gerüttelt.
Nach der Durchfahrt durch das gleichnamige Dorf kamen kurze Zeit später endlich die markanten Felsen des Monument Valley in Sicht.
John Ford hatte als Regisseur schon ein Näschen, als er viele seiner Western dort drehte. Vor 28 Jahren standen wir zum ersten Mal an der Aussichtsplattform mit einem Blick über diese tolle Gegend. Heute kostet der Eintritt pro Wagenladung (bis 4 Personen) 20 USD, aber das ist es auch wert.
Der Ausblick ist heute absolut der gleiche, nur steht man nicht mehr im Staub, sondern auf der Plattform eines Besuchercenters/Hotels/Restaurants/Souveniershops.
Ja, die Besitzer des Landes, die Navajo, haben begriffen, wie sie vom weißen Mann Geld zurückbekommen können. Und das ist auch gut so.
Wenn man ins Tal blickt, kann man kleine, sich bewegende Punkte sehen. Das sind die Fahrzeuge, die es auf sich genommen haben, den 17 Meilen langen Rundkurs durch das Tal zu fahren. Als wir das erste Mal hier waren, haben wir uns das mit unseren PKW nicht getraut. In späteren Jahren mit Wohnmobil wäre es nicht möglich gewesen. Aber unser Pickup war in diesem Fall kein Hindernis und los ging es. Wahrscheinlich hätten wir es auch mit einem normalen Wagen geschafft, denn vor uns kroch immer wieder mal ein gelber Camaro im Schneckentempo über die Bodenwellen.


Auch dieser Ritt war einmal zu Ende. Dann noch kurz nach Süden abgebogen. Meine Söhne sprachen immer von einer schnurgeraden Straße mit der Kulisse mit roten Felsen im Hintergrund, die sie in diversen Filmen gesehen hatten. Hier ist sie.

Dann, übersättigt von all den Eindrücken, ging es auf direktem Weg nach Hause. In White Mesa nochmal den Tank vollladen (2,679 USD pro Gallone ohne Rabatte, sonst überall 2,999 USD) und gegen 20 Uhr und 350 Meilen später schaukelten wir dann in das Tal des Colorado nach Moab hinein.

What a day. Magnificient.
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und ich darf Euch mein neues Home-Office vorstellen.
OK, etwas haben wir heute schon noch unternommen: Die Youngsters brauchten etwas Action und so klapperten wir diverse Anbieter ab in der Hoffnung, etwas zu finden, was sowohl ins Budget passte, aber auch nicht in die Kategorie „sterbenslangweilig“ fiel. Wobei wir da mit unseren Jeeptouren die Messlatte schon recht hoch gelegt hatten. Die Wahl fiel auf eine Jet-Boat-Tour auf dem Colorado, Start kommender Samstag um 17 Uhr. Wohlgemerkt, nur die Kids, mir persönlich ist das Geld dafür zu schade.
standen wir vor den Wasserfällen.
Logisch, dass die beiden Herren Söhne diese ausgiebig erkundeten und (wozu sind wir überhaupt hier hingekommen?) die Sprungmöglichkeiten nutzten.
Und da sie am Vormittag noch einem Kurs im Synchronkopfschütteln teilgenommen hatten, mussten sie das Gelernte natürlich ausgiebig präsentieren.

Gut, wenn man den Kurs nicht mitgemacht hatte, sah es so aus:
Da mein Interesse eher der Landschaft galt, verzog ich mich in die Felsen und lichtete das wunderbare Tal ab.
nochmal kurz in den Supermarkt, Grillfleisch einkaufen. Und um 18 Uhr waren wir schon wieder zurück und alle platt. Heute ist früh schlafen angesagt, denn morgen wollen wir auf einen Ritt ins Monument Valley, auf den Spuren von John Wayne. Das sind 2,5 Stunden reine Fahrzeit und da dürfen wir nicht erst um 11 Uhr aufbrechen.
Gute Nacht.
Und ich war so optimistisch zu glauben, dass ich heute mal mit weniger Fotos hinkommen würde. Als sich der Regen zu einem heftigen Guss ausweitete, wurde mein Optimismus noch bestärkt.
Nach den Anstrengungen der letzten Tage hatten wir uns auch ein wenig Abhängen verdient und so verschliefen wir den größten Teil des Tages. Gegen 16 Uhr machten wir uns dann mal auf ins Dorf, um im Visitorcenter eine Beratung für Aktivitäten für die Jugend zu bekommen. Als da wären: Rafting, Biking, Climbing und und und.
Dieser ist bekannt durch die weltweit größte Ansammlung von Naturbögen in einer unwirklichen Felsenlandschaft.
Wir fuhren bis zum Ende des Parks durch und machten (der Regen hatte doch aufgehört) eine kurze Wanderung zu einer der größten Arches, der Landscape Arch.







Und wie man sieht, ist es mir gelungen, mal drei Arches auf ein Bild zu bannen.


Eigentlich hatte ich angenommen, dass schon alle Bürgersteige hochgeklappt wären, aber weit gefehlt. Auch kurz vor 21 Uhr hatten noch viele Läden geöffnet und die Restaurants erfreuten sich guten Besucheransturms.










Der Name stammt daher, dass die Abbruchkante in die Tiefe in der Hauptsache aus weißem Gestein besteht. Dort führt eine Straße nach „rechts“ entlang des White Rims, so dass man innerhalb von drei Tagen wieder zu einer Auffahrt gelangen würde.
welche sich in einem ca. 50 Meter weiten Bogen über die Tiefe spannt. Es war nicht ganz leicht, die lieben Kids dazu zu bringen, NICHT darüber zu laufen.
In der anderen Richtung kommt man zum Colorado River und auf direktem Weg nach Moab. Auf der teilweise nicht ganz planen Strecke bieten sich immer wieder tolle Einblicke auf den Colorado.
Die Straße wird in Potash wieder zu einer asphaltierten Straße. In Potash (Pottasche = Kaliumcarbonat) wird das Salz in großen Becken gewonnen und per Schiene abtransportiert.
Auf dem Weg nach Moab überlegten wir uns an der „Gold Bar“-Anlegestelle noch, ob wir ins Wasser springen sollten. Aber der Fluss war an der Stelle so flach, dass man hätte durchwaten können und außerdem recht schlammig.
Also nichts mit Schwimmen, dafür kurz noch in den Supermarkt einkehren und diverse Lebensmittel auffrischen.
immer mal wieder mit Sandbänken versehen. Eine besonders schöne südlich des Campgrounds zum Hal Canyon pickten wir uns raus und packten die Liegestühle, die Badehandtücher und die Sonnenmilch aus. Und dann ab in den Green River.
Um uns herum gerade mal 3 weitere Menschen und 3 weitere Hunde. Die eine Töle hatte wirklich viel Spaß, mit dem Wasser zu spielen,
aber die Kids und die „Erwachsenen“ genossen das kühle Nass genauso.
Die Gegend mit ihren roten sehr markanten Felsen
ist aus früheren Zeiten bekannt aus der Malboro-Reklame und den Western mit John Wayne (unter anderem). Aber auch Kakteen laden für einen Fotostop ein.
Besonders Spaß machten den Youngsters natürlich die „Flussdurchfahrten“, soweit man bei diesem Rinnsal von einem Fluss sprechen kann.
Am höchsten Punkt des Trails ein fantastischer Überblick über das Tal des Onion Creeks.

Auch auf dem Rückweg musste der Wagen nochmal für eine Fotosession bei einer Bachdurchquerung herhalten.
Und kurz bevor es wieder auf die asphaltierte Straße ging, auf einem Aschenplatz die Traktionskontrolle raus und eine Runde Staub aufgewirbelt.
Der Rückweg im Licht der untergehenden Sonne zeigte die Felsen im Gegenlicht bzw. im warmen Abendlicht.
Zum Schluss noch ein paar Impressionen von Moab. 

Ein toller Tag geht zu Ende.