Was tun wir heute?
Erstmal wieder lecker frühstücken mit einem Mango-Smoothie.
Die Wetterkarte sagte, dass es vermutlich im NP einigermaßen schön werden könnte. OK, ab auf den Berg und schauen (fotographieren?), was das Zeug hält.
Schon gegen 10.30 Uhr waren wir auf der Straße, zahlten am Eingang 10 USD für einen Tagespass (sieben Tage gültig) und wandten uns relativ schnell in Richtung „Crater Rim Drive“, an deren Anfang der Trail zum Kilauea Iki Krater liegt.
Den wollten wir heute mal durchwandern, um das Gefühl zu erleben, wie es ist, wenn unter einem die Lava noch kocht.
Der Weg vom Parkplatz führt durch üppige Flora (wenn man den Rundweg, ca. 4 Meilen gegen den Uhrzeigersinn durchläuft) auf einem sanft nach unten gehenden Pfad ca. 120 Meter auf den Boden des Kraters.
Auf dem Weg durch den Dschungel bekamen wir auch ein deutliches Beispiel dafür, wie fremd eingeführte Pflanzen endemische Pflanzen verdrängen. Der wilde Ingwer (wild Ginger, Kahili Ginger Hawaii) hat sich mittlerweile so breit gemacht, dass er mittlerweile in aufwändigen Aktionen wieder niedergemacht werden muss. Unsere Hawaii-Kennerin Angie nimmt bei ihren Aufenthalten als Volunteer an solchen Aktionen teil.


Mich persönlich faszinieren immer am meisten die süßen Kringel, die sich bei Farnen bilden.


Unten angekommen, abgesehen von spärlicher Vegetation nur schwarze Lava in den verschiedensten Formationen.

Was will uns das Schild auf obigem Foto sagen, wenn man danach das nächste Foto betrachtet?




Nachdem man den Krater der Länge nach durchmessen hat, geht es auf relativ steilen Treppenstufen wieder nach oben
und man läuft am Kraterrand ca. 1,8 Meilen wieder zum Ausgangspunkt zurück. 

Insgesamt ein tolles Erlebnis.
Die direkt gegenüber auf dem Parkplatz liegende „Thurston Lava Tube“ schenkten wir uns heute, da sich gerade zwei Busladungen von Roberts Hawaii entleert hatten. Vermutlich lag ein Kreuzfahrtschiff vor Anker.
Dann lieber die „Chain of Craters Road“ bis zum Ende durchfahren. In früheren Jahren führte die Straße mal weiter bis Kalapana, bis sich ein Lavafluss drüber legte und das Ganze zu einer Touristenattraktion machte.
Auf diversen Stopps bekommt man eine guten Überblick über die Lavaflüsse der vergangenen Jahrzehnte.

Aber vorher noch ein Stop am Milepost 14, wo ein Stückchen Straße bewundert werden kann, welches es geschafft hat, sich den Lavafluten zu entziehen. Nicht, dass es ihr etwas genutzt hätte…
Fast am Ende der Straße angekommen, führt ein kurzer Weg an die Steilküste mit einer wunderbaren Sea Arch und der Möglichkeit, die Wellen zu beobachten, die an die Felsen schlagen.
Die letzten paar hundert Meter legt man dann zu Fuß zurück um dann schließlich die gewaltige Macht der Lava zu bewundern.


Auf dem Weg zurück nach oben


hatten wir durch eine mehr oder weniger wage Beschreibung vom „Devils Throat“ gehört, ein Kraterloch, welches sich ganz unspektakulär von einem unmarkierten Turnout innerhalb von 60 Sekunden zu Fuß erreichen lassen soll. Gut, wären wir wirklich eine Minute gegangen, wären wir mitten im Kraterloch gelandet, denn schon nach 45 Sekunden tat sich ein tiefes und ungesichertes Loch auf. Gut, dass dieser „Throat“ nicht mehr gerülpst hat.
Rundherum konnte die beste Botanikerin von allen mal wieder organoleptische Proben von diversen Beeren nehmen, diesmal sogar essbare. Um den Hunger zu stillen reichte es nicht.
Es gibt zum Einen die essbare Ohelo-Beeren, zum anderen die giftigen Akia-Beeren, die von der Beere her ganz ähnlich aussehen, aber andere Blätter haben. Oder andere rote Beeren, die gleichzeitig reif sind und auch nicht essbar sind. Stellt sich mir übrigens die Frage, ob eine Ohelo Berry, wenn sie im Halema’Uma’U gefunden wird, dann nicht Hale Berry genannt werden kann?

Langsam senkte sich die Dunkelheit herab und wir erreichten in der hereinbrechenden Dämmerung das Jagger-Museum, welches einen Superblick auf den aktiven Vulkan Halema’Uma’U ermöglicht. Im Museum selbst ist es unter anderem interessant zu beobachten, wie ein Seismograph die eigenen Schritte anzeigt.
In der Dämmerung war schon ein leichtes rotes Glühen aus dem Krater zu sehen, welches sich im leichten Nieselregen und der Dunkelheit zu einem kräftigen Glühen verstärkte.

Leider wehte die ganze Zeit ein mäßiger Wind, welcher es fast unmöglich machte, die Fotos mit einer langen Belichtungszeit verwackelungsfrei trotz Stativ (wieso heißt es eigentlich StaTIV, nicht StaHOCH?) aufzunehmen.
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In Hilo downtown angekommen, wandten wir uns in Höhe des Suisan-Fischmarktes mal nach links, um einen Blick auf den Wailoa State Park zu werfen, der uns mit seinen Brücken schon öfters (jedes Mal beim Vorbeifahren auf der Hauptstraße) ins Auge gefallen war.
In der Nähe, an einem anderen Ausläufer des Waiakea Ponds entstand dieses Bild mit den schönen Spiegelungen im Wasser.
Ein paar hundert Meter weiter diese Kirche an der Kilauea Ave, die ich eigentlich nur als Vordergrund für den fantastischen Himmel haben wollte.
Noch kurz am Farmers Market vorbei, Bananen, Tomaten und auch Cuban-Bananas einkaufen.
Dann endlich zu dem Sträßchen, das von Coconut Island zum Suisan Fish Market an der Küste vorbei führt (ich glaube, es ist die Lihiwai Street). Dort den Wagen abgestellt. Klappte mal wieder gut dank der Hawaiian Parking Spot Division (HPSD), der Zentralstelle für freie Parkplätze, der wir mal eine großzügige Donation hatten zukommen lassen. So finden wir immer und überall einen freien Parkplatz in bester Lage.


und dann nochmal zur Flaniermeile, um dort das „Nachtleben“ und die Geschäftsauslagen von Hilo einzufangen.







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Vor uns ein „richtiger“ Jeep, nicht so ein weichgespülter wie unserer (sorry, sollte keine Beleidigung sein).
Und wozu ein Baby gut sein kann, zeigt uns diese fröhliche Joggerin.
Wir haben uns für eine der nördlichen Routen entschieden, also entweder über die Saddle Road oder über Waimea und dann die 19 runter. Welche wir davon wählen, steht noch nicht fest, flexible Planung halt.
Kurze Zeit später taucht das Waikoloha Resort auf. Wir biegen nach links ab und fahren dann hinter den Kings Shops weiter geradeaus, um in einer großen Runde die „Wohngebiete“ der verschiedenen Anlagen zu besichtigen.
Nächster „Turnout“ ist die Mauna Lani-Anlage. Dort gibt es neben chiquen Villenvierteln auch einen Strand (Hanaka’ope Beach), den wir allerdings nur mit einer Zutrittskarte besuchen dürfen. Selbst Name und Telefon-Nr. werden notiert.



Ach ja, falls sich jemand fragen sollte, wie ich den Ablauf so wunderbar rekonstruieren kann (bei meinem Alter und dem entsprechenden Gedächtnis): Ich schaue mir einfach in Lightroom im Kartenmodus an, welche GPS-Koordinaten in die Fotos eingestempelt sind. Wo sind wir jetzt gewesen???

Zurück auf die Straße und zum Puako Harbor (also eigentlich eher eine Bootsrampe) und einen Blick in die Bucht geworfen. Machen wir alles nur für die Leser des Berichts, die sich mal schnell informieren wollen.

Weiter geht es nach Norden bis nach Kawaihae, mal einen Blick auf den Hafen und angrenzenden Ministrand werfen.
Und als wir dann wieder auf der 270 sind, langsam etwas aufgewärmt (Karin diesmal auch, sie hatte gerade keine Plumeria zum Abkühlen ins Haar gesteckt), kam uns die Idee, dass der Mahukona Harbour mit der gleichnamigen Bay doch genau der richtige Punkt für eine Abkühlung sei. Also direkt auf der Mole bis an die Waterkant gefahren, Autoschlüssel aus der Tasche genommen und in voller Montur ab in die klaren Fluten.
Wir lieben diesen Spot, weil man so herrlich leicht ins Wasser kommt, das Wasser schön klar ist, eine wunderbare Süßwasserdusche zur Verfügung steht und man immer wieder interessante Leute dort sieht.


Hier noch ein paar Zeugen einer längst vergangenen Industrie.
Eine Meile weiter nördlich geht es zum Kapaa Beach Park, welcher mit extrem klaren Wasser wirbt. Gerade macht sich ein Schulbuss voller Kinder auf den Weg zum Abmarsch. Wir genießen die Szenerie von oben und werden dann noch von einer Bekannten begrüßt, die wir kürzlich am Mahukona Harbour kennengelernt haben.
Ach ja, falls sich jemand fragen sollte, wie all die tollen Fotos entstanden sind: Hier meine Superausrüstung 😉 .
Kleiner Scherz, die richtige Reisekameraausüstung wird auf dieser
Noch ein Stück weiter nördlich cruisen wir dann mal wieder durch Hawi und biegen nach rechts auf die 250 ab, die uns durch das Bergland von Kohala führt. Und hier erwartet (zumindest mich) die größte Überraschung des Tages: Der Weg führt durch herrlich grüne Weiden, unterbrochen mit Blicken auf die Kohala Mountains und auf der anderen Seite auf die Küste. Wir durchfahren Bergwiesen und kommen uns vor wie auf der Alm.

Dann, nach ca. 20 Meilen liegt vor uns Waimea, von mir respektlos als Regenlosch bezeichnet.
Und, oh Wunder, hier sind meine ersten Aufnahmen von diesem Ranchnest in der SONNE (gut, ist nur eine 125stel Sekunde Belichtung, aber immerhin). Kurze Pause bei Burger King (unser erstes Fast Food auf dieser Reise, hat historische Gründe: Immer, wenn wir durch dieses Nest fahren, ist Fast Food angesagt).


Und dann durch weitere grüne Wiesen die 19 Richtung Hilo. 56 Meilen steht auf einem Schild.
25 Meilen vor Hilo liegt der Laupahoehoe Point, an dem mal von einem Tsunami eine ganze Schulklasse ins Meer gesogen wurde.
Und an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank an die Forenleserin Yvonne, die uns den Tip gegeben hat, hier mal den Sonnenuntergang mitzuerleben. Ihretwegen hatten wir es so getimed, dass wir gegen 18 Uhr ankamen. Eine ganz tolle Stimmung mit den Wellen, der Sonne, den Felsen und auch sonst. Ein herrlicher Abend.





Danach ging es schnurstracks nach Hilo, nochmal kurz bei Safeway tanken (3,939 USD/Gallon, die Tankstelle hat übrigens bis 23 Uhr geöffnet) und ab in unsere Hütte. Vertrauter Regen begrüßte uns.

Dann das Wunder im Anfangsstadium: Direkt vor der Flaniermeile ein freier Parkplatz. Das ist ein Wink des Himmels. Stativ geschultert, Kamera in die andere Hand schlendern wir vom südlichen Ende bis zum Hafen.




Da in den Foren ab und zu darüber geredet wird, hier noch Uncle Billys Hotel.


Und das ist doch mal Arbeitseifer, da sollten wir Deutsche uns mal ein Beispiel dran nehmen.
Wenn John Wayne das gewusst hätte…
Auf der Kaimauer praktiziert Karin eine neue Art des Schnorchelns:
Dry Snorcheling. Das Wasser ist so klar, dass man nicht nur die Schildkröte (mit Maske, äh Maui-Jim Polarisationsbrille), sondern auch die Fische deutlich erkennen kann (s. übernächstes Foto).


Deshalb erstmal zu Costco zum Durchprobieren, Abkühlen und für eine Mittagspause. Eine Slice Combo-Pizza (also mit allem, was bei Costco übrig war) und ein Hotdog incl. Softdrink zum Nachfüllen kostet mich 3,64 USD.
Da Sonntag ist, begehen die Hawaiianer den Tag auf die übliche Weise: Zelt aufbauen, Lebensmittel aufstellen und es sich gut gehen lassen.
Wir wenden uns nach rechts zur Mahaiula Bay. Die Wellen sind einladend, der Strand im Endeffekt wunderschön, aber nach zwei Metern hört der Sand auf, nur noch Steine und das Wasser total trübe. Es tummeln sich zwar Schildkröten im Wasser, aber keine Chance, sie mit der Kamera zu erfassen.
Direkt am Strand und mitten in der Lavawüste stehen zwei Gebäude, verlassen wie sonst was, aber frisch aufgesetzte Parkbuchten für Behinderte lassen uns raten, was das soll.
Mittlerweile ist es 16 Uhr geworden und wir trödeln langsam zurück, um uns das Salz von der Haut zu waschen. Natürlich waren wir mal kurz im Wasser.





Nachdem sich die Sonne verabschiedet hat, fahren wir noch kurz nach Kona rein, um ein wenig durchs Dorf zu schlendern. 28°C und eine leichte Brise lassen uns verstehen, warum dieses Nest ein solches Flair hat.


Und es war gut, dass ich diese Aufnahmen noch geschossen habe. Auf dem Rückweg fällt der größten Planerin von allen auf, dass wir – oh Gott, oh Graus – morgen schon Abreisetag nach Hilo haben. Muff.
Und blieben nur zwei kurze Sichtungen übrig, aber aus Langeweile machte ich eine Aufnahme vom Hotel und zwei Langzeitbelichtungen von den angestrahlten Felsen unter uns.

Ab nach Hause, packen, schlafen.





Dann ging es für unsere Verhältnisse ziemlich straight Richtung Norden,
nur zwei Mini-Stops gönnten wir uns. Der erste in Hawi, einem malerischen Aussteigerdorf, welches so langsam den Tourismus für sich entdeckt.



Und der zweite in Kapaau. Wer dort vorbeikommt, sollte der hübschen Kirche auf dem Berg einen Blick gönnen
und auf jeden Fall King Kamehameha die Hand schütteln. Zu mindest aber die Ehre erweisen, falls er seine Hände gerade erhoben in die Luft hält.
Dies ist nämlich die originale Statue, eine weitere steht in Hilo, werde ich beizeiten auch mal ablichten, wenn die Sonne es zulässt.
Der Weg nach unten war OK, weil trocken, in nassem Zustand würde ich es als „interessant“ charakterisieren.
Und ich möchte mal anregen, dass sich der Jeep Club von Hawaii mal Gedanken darüber macht, den Weg als Challenge für 4Wheel-Drive Autos auszuschreiben.

ein schöner Blick ins Tal,
ein schöner Anblick einer hübschen Qualle (Karin meint, es könnte eine portugiesische Galeere sein).
Und wieder ab nach oben. Gut, dass ich ab und zu für eine Langzeitbelichtung (20-30 Sek.) anhalten musste, um wieder zu Atem zu kommen.
Dann im Licht der langsam untergehenden Sonne zu den Waikoloa Beach Villas mit angeschlossenem A‘ Beach.
Vor dem Sonnenuntergang noch ein kurzer Spaziergang am Strand entlang

mit Blick auf die Lava Lava Bar
und der obligatorischen Turtle, (Karin hat sie allerdings nicht gesehen, sie musste gerade wieder schnorcheln)
und dann den Sonnenuntergang genießen.



Eigentlich wäre der Abend damit zu Ende gewesen, wenn uns nicht lautes Getöse aus der Richtung des Hotels aufgeschreckt hätte. Dort fand zu Ehren des monetären Gottes ein Luau statt, ein Narrator erzählte die Geschichte Hawaiis, immer wieder untermalt von tänzerischen Darbietungen zauberhafter männlicher und weiblicher Geschöpfe (damit sowohl die Damen als auch die Herren unter den Zuschauern/innen auf ihre Kosten kamen),
bis dann die Trommeln zum Essen riefen. Aber da hatten wir uns schon dankend verabschiedet (schließlich hatten wir ja auch keine 100 USD pro Person berappt), warfen noch einen letzten Blick auf das Hotel (das Waikoloa Beach Marriot)
und den Abendhimmel
und waren schon fast auf dem Weg zur Hauptstraße, als Karin noch einfiel, dass in den Kings-Shops (eines der beiden Einkaufszentren in Waikoloa, das andere sind logischerweise die Queens-Shops) ja „The Walking Company“ vertreten ist. Was soll ich euch sagen? Heute gibt es Schuhe zum Abendessen.
Aber dann ging es auf dem direkten Weg nach Hause, ein traumhafter und toller Tag.