Project Terrasse

Planung

Und es begab sich aber zu der Zeit, in der das Corona-Virus die ganze Welt in Atem hielt und mehr oder weniger strenge Ausgangsbeschränkungen die Mobilität der Menschen einschränkte. Und es begab sich ebenso, dass wir hinter unserem Haus ein ca. 100 m langes Gartenstück unser eigen nennen konnten.

Eigentlich wollte ich diesen Artikel  mit “Project Runway” betiteln, aber dann evtl. anstehende Namensstreitigkeiten mit Heidi Klum ließen mich davon Abstand nehmen.

Bisher hatte mein Vater die Fläche als hauptsächlichen Gemüsegarten unter seiner Ägide gehabt, aber nun beschloss meine Göttergattin, dass dies nicht ihre Lieblingsbeschäftigung sei, aber Garten mit Blümelein und zum Zwecke der Erholung ist ok. In einem Mammutprojekt wurde die ganze Fläche in grünes Grasland umgewandelt. Mir hätte es auch gereicht, einfach durchgehend zu betonieren und grün zu streichen, aber das war keine Option.

Offensichtlich war das des Grünen dann doch zuviel und im Laufe der Zeit mussten die gerade zart angewachsenen Grashälmchen Rosen und anderen nicht immergrünen Gartenprodukten (nichts Essbares) weichen. Wozu haben wir dann den Rasen eingesäht? Im Sommer stellten wir fest, dass es ganz angenehm sein kann, wenn man sich im Schatten der Bäume auf dem Nachbargrundstück dem Müßiggang hingibt. Einzig störend: die Hügellandschaft, die die Stühle schief stehen und die Getränke aus den Gläsern laufen ließ. Das Zauberwort lautet: Terrasse. Aber wie? Videos wurden geschaut, Baumarktmitarbeiter (so man sie fand) genervt, Beschreibungen gelesen, gedacht, geplant und dann festgestellt: Eine Steinterrasse bedingt einen riesigen Erdaushub, gewaltige Ressourcen sowohl finanzieller als auch personeller Art. Eine Konstruktion dieser Art wäre leicht in einen fünfstelligen Kostenbereich abgeglitten.

Aber es geht auch anders: Ganz in Erinnerung an meinen Vater kristallisierte sich der Gedanke an eine Terrasse aus Holz heraus. Ist auch ganz einfach: Boden nivellieren, Längsverlattung legen und die Bretter drauf verschrauben. Wo bekommen wir das Holz her? Welches Holz nehmen wir? Bei den Recherchen der besten Terrassenbauerin von allen stieß sie auf die Holzsorte Bangkirai, ein Holz, welches sich durch große Beständigkeit auszeichnet (dass das eine gute Entscheidung war, sehen wir hoffentlich später). Empfohlen wurde uns auch der Holzgroßhandel Lumbeck in Langenberg. Dort war auch große Expertise in Sachen Terrassenbau vorhanden, so dass wir nicht ganz blank einsteigen mussten und uns bei der Planung beraten lassen konnten.

Erste Schritte

OK, legen wir los. Der Platz war schnell gefunden. Die Größe ergab sich in der Diskussion mit Lumbeck, um bei der Verwendung der vorhandenen Bretter so wenig wie möglich Verschnitt zu haben: Länge 4,57 m, Breite 3,99 m. Daraus ergaben sich 7 Bohlen für die Längsunterkonstruktion und 31 Bodenbretter, verlegt mit 8mm Abstand. Diese wurden uns mit vielen, vielen Schrauben und diversen anderen Kleinteilen geliefert. Unter anderem 80 Drehteller verschiedener Höhen, um die Bohlen auf die gleiche Höhe zu bringen. Als wir dann die Garage vollstehen hatten, stellten wir fest, was wir uns aufgehalst hatten: Erstmal die Bretter von der Unterseite mit Bangkirai-Öl streichen und dieses sanft einmassieren.

Im Garten selbst stand uns das größere Problem bevor: Zwischen der hinteren und der vorderen Kante liegt ein Höhenunterschied von locker 40 cm.

Entweder wir nivellieren oder machen direkt eine Rutschbahn aus der Terrasse. Letzteres fand seitens meiner Göttergattin keine Billigung, also machten wir uns an die Arbeit, am oberen Ende die Grasnarbe abzutragen und mit (zum Glück noch aus dem Erbe meines Vaters vorhandenen) Gehwegplatten zu unterfüttern.

Viel Schweiß, schmutzige Klamotten und Denkarbeit später waren wir soweit, dass wir die Drehteller aufstellen und die Unterbohlen darauf festschrauben konnten.

Übrigens: Um die Schrauben zu befestigen, hatten wir von Holz Lumbeck einen Spezialbohrer mitbekommen, welcher nicht nur 4mm Löcher vorbohrt, sondern auch sofort für die Versenkung der Schraube sorgt.

Zwischendurch – wir hatten mal nicht ein komplettes Wochenende durchgearbeitet – bekam meine Architektin/Ingenieurin/Apothekerin eine kleine Panik-Attacke, weil sie meinte, dass alles krum und schief sei und wir das nie wieder gerade bekommen.

Die Schraubenpäckchen (Edelstahl, weil unedlere mit dem Holz reagieren) wurden ebenfalls mitgeliefert.

Und in jedem Päckchen war ein Torks-Bit mit dabei. Da lagen sie also, die Drehteller.

In zwei Größen, um sie optimal an unseren welligen Untergrund anzupassen. Dann die Bohlen für die Unterkonstruktion drauflegen und Richtlatte und Wasserwaage anlegen. Mist, schief. Sowohl, was die Teller betraf als auch die Bohlen. Ist halt Holz, ein Naturprodukt. Und, was Holz noch von Beamten unterscheidet (zumindest der landläufigen Meinung nach): Holz arbeitet.

Erschwerend kam noch hinzu, dass die Bodenbretter (auf denen man läuft) von der linken zu rechten Seite pro Meter Brett ein Gefälle von 1 cm haben sollten. Macht über die gesamte Länge einen Abfall von 4 cm. Dies galt es nebenbei auch noch zu berücksichtigen.

Aber irgendwann hatten wir am hinteren Ende und am vorderen Ende jeweils ein Bodenbrett aufgeschraubt. Dieses bitte schön im rechten Winkel anbringen. Zum Glück brauchte ich dazu nur in die Werkstatt meines Vaters zu gehen und hatte einen großen Winkel zur Verfügung. Wir hatten zwar auch einen Laser-Winkel gekauft. Aber dieser stellte sich als ungeeignet für dieses Projekt heraus (vielleicht waren wir auch nur zu dumm, um ihn zu bedienen). Jedenfalls machte ich es auf die alte “Schreiner-Art” und glaube, dass wir es ganz gut hinbekommen haben.

Jetzt wird es schön

Jetzt kam der am meisten befriedigende Teil: Bodenbretter auslegen und festschrauben.

Mit einem Picker das Bohrloch vorstechen und mit dem oben erwähnten Spezialbohrer Bodenbrett und Unterbohle anbohren. Fließbandarbeit pur. Die beste Akkuschrauberin folgte mir auf dem Fuße, um die Schrauben reinzudrehen. Da der Akkuschrauber die Schrauben nur zu 4/5 reindrehte, machte ich anschließend eine weitere Runde, um sie festzuziehen. Dazu später mehr.

Soweit, so gut. Eigentlich fast fertig.

Pflanzkübel müssen rein

Aber vollgepumpt mit Adrenalin schossen meiner Göttergattin weitere Ideen durch den Gärtnerkopf: Rechts und links lassen sich aufgrund der Breite der Terrasse keine Beete mehr anpflanzen. Aber eine Abgrenzung muss her. Am besten in Form von Pflanzkübeln. Wo bekommt man die her? Eine Ikea-Aufbau-Anleitung konnten wir nicht aus dem Internet runterladen. Also ein Wochenende Gehirnschmalz investieren und eine Stückliste erstellen, was wir alles an Holz benötigen. Und wenn wir schon gerade beim Denken sind, ist eine Trittstufe für die Frontpartie auch noch drin.

Mit einer 30-seitigen Exceltabelle bewaffnet fuhren wir (kurz vor dem Lockdown) nochmals zu Holz Lumbeck. Diese sägten uns freundlicherweise alle Stücke, die wir brauchten, auf die richtige Länge.

Ein wenig Panik bekam ich wegen der Achslast, als wir meinen Wagen mit Brettern (ca. 1,30 m lang) und diversen anderen Hölzern vollgeladen hatten.


Juut soweit. Jetzt wird es sich herausstellen, ob wir richtig geplant und konstruiert haben.

An einem regnerischen Tag verzogen wir uns in die Garage und bauten nach und nach die Trittstufe

und die Pflanzkübel zusammen.

Als die beste Akkuschrauberin von allen zufällig an einen Schalter vom Akkuschrauber kam, auf dem Power stand, ließen sich die Schrauben auch komplett eindrehen. Bitte jetzt keine dummen Kommentare.

Irgendwann hatten wir die Kübel alle fertig (waren echt schwer) und verbrachten sie (bestes Beamtendeutsch)

auf die Baustelle.

Dort angekommen versuchten wir, sie erstmal auf aufgeschichtete Ziegelsteine zu stellen, mussten aber feststellen, dass dies aufgrund des extrem unebenen Geländes SO unmöglich war. Also wieder Schaufel raus und Erde/Grasnarbe abtragen, bis man einigermaßen gerade die Nivellierung beginnen konnte.

OK, Kübel stehen. Zumindest drei von vieren.

An den letzten traute ich mich noch nicht ran, weil ich noch keine Idee hatte, wie man ihn anbringen könnte. Machen wir erstmal die leichteren Sachen. Als da wären die Frontbretter, die mit einer Hinterlattung zusammengeschraubt und dann an der Oberkonstruktion befestigt wurden.

Check. Nächstes Tagesziel: Die Trittstufe anbringen. Ich hatte zuerst an den sagenumwobenen Siemensschen Lufthaken gedacht, aber zum Schluss entschieden wir uns dann doch für Erdspieße, derer vier. Diese mit einem Fäustel in die Erde treiben. Ging leichter als erwartet. Ich hatte befürchtet, dass ich einen Vorschlaghammer benötigen würde.

Darauf wurde die Trittstufe geschraubt. Easy und fertig. Und natürlich bestens in der Horizontalen ausgerichtet.

Und dabei fiel uns dann auf, dass wir in zweierlei Hinsicht genau gearbeitet hatten: Vier Zentimeter Gefälle für die Oberkonstruktion, gut ausgerichtet, Trittstufe gut waagerecht. Das fällt schon optisch auf. Mal sehen, vielleicht richten wir das noch nach.

Und da wir mit den Erdspießen so gute Erfahrungen gemacht hatten, trieben wir zwei weitere auf der linken Seite in den Boden und stellten den letzten Pflanzkübel darauf. Ein paar Schrauben befestigten die Kiste an der Terrasse.

Letztes Ziel (vorerst): Die Rückwand soll zwei Bretter hoch hinter dem letzten Bodenbrett emporsteigen. Dazu mussten wir uns erst eine Konstruktion einfallen lassen: Edelstahlwinkel, um sie zu befestigen. Anders hätten wir sie nicht optisch unsichtbar am letzten Brett befestigen können.

OK, Holz für die Rückkonstruktion ist auch vorhanden. Unser Holzhändler des geringsten Misstrauens hatte uns trotz Lockdown freundlicherweise bis an die Ladengrenze geliefert und so steht einem weiteren Ausbau nichts im Weg.

Zuerst wurden fünf Erdspieße im Boden versenkt, um sowohl die Rückwand daran zu befestigen als auch mit Blechen das von oben herandrängende Erdreich abzuhalten.

Das Einhämmern der Erdspieße ging zu großen Teilen problemlos. Quadratische Pfosten wurden mit zwei dicken Schrauben darin befestigt.

 

Dann musste “nur” noch der Aufsteller für den Heizstrahler befestigt werden. Steckdosen wurden witterungsbeständig anbebracht, damit wir auch dort die Handys laden können.

Oder mal einen Beamer aufstellen. Oder einen Grill. Oder, oder oder…

Von vorne sieht es jetzt so aus:

Fehlt jetzt nur noch eines:

Hinter dem linken Pflanzkübel muss noch ein Trittbrett angebracht werden, da vom Weg zur Terrasse eine ca. 15 cm breite Lücke klaffte. Die erste Idee war, diese mit Erdnägeln zu befestigen. Den ersten “Nagel”, den ich versuchte, in die Erde zu schlagen, stieß ca. 20 cm vor Ende auf Stein und war auch nicht mehr rauszubekommen. Man sieht ihn auf dem nächsten Foto auf der rechten Seite. Da wir nicht alles wieder ausgraben wollten, schlug ich ihn einfach krum. Danach mal kurz im Holzhandel anrufen und noch drei Drehteller gekauft. Darauf positionierte ich das Brett und wir befestigten es mit Holzklötzen an der Terrasse.

Fertig. Zumindest erstmal.

Stolz blicken wir auf unser Werk.

Wenn jetzt die Möbel kommen, können wir einziehen. Ein paar Ideen haben wir noch, aber das sind Schönheitskorrekturen.

12. und letzter Reisetag: Rückkehr nach Essen

Manchmal kommt es anders als man denkt. Wir hatten in den letzten Tagen sowohl die Corona-Zahlen auch die Wetteraussichten genau im Auge. Und mit Blick auf diese beiden nicht ermutigenden Werte stand für uns eines heute morgen fest:

Es lohnt sich nicht, teures Geld für ein Hotel im Norden von Hamburg auszugeben, nur um den Tag dann im Hotelzimmer zu verbringen. Sooo schön sind Hotels nun auch nicht.

Zum Glück hatten wir das Hamburger Hotel so gebucht, dass wir bis 18 Uhr am gleichen Tag stornieren konnten. Und das anschließend in Bremerhaven gebuchte konnten wir auch noch absagen.

Wir holten uns unsere “Henkersmalzeit” auf unser Zimmer. Schön eindecken und dann genüßlich mit Blick auf das graue Meer so lange wie möglich genießen.

Dann den Wagen beladen und noch einen letzten kurzen Spaziergang zum Wasser. Obwohl wir vermuteten, dass wir davon in den nächsten Stunden noch genug mitbekommen würden.

So war es dann auch. Über uns öffneten sich die Schleusen des Himmels, als ob sie es bezahlt bekämen.

Ca. 1,5 Stunden brauchten wir incl. Pausen mehr, als das Navi bei Abfahrt angekündigt hatte.

Aber jetzt sind wir wieder zuhause und das Wetter kann uns ziemlich egal sein.

Resumée: Es war ein schöner Urlaub. Er kann nicht mit unseren üblichen USA-Urlauben verglichen werden, obwohl wir im Endeffekt die gleichen Freiheiten hatten wie drüben. Aber es fehlt die Weite, die großen Entfernungen, ein schöner Pickup-Truck. Trotzdem haben wir viel Neues gesehen und wenn uns Corona einen Ausflug über den großen Teich im Frühjahr des nächsten Jahres nicht genehmigt, machen wir es ähnlich.

Was mich persönlich nervte: Wenn wir “drüben” sind, kaufen wir uns einen Nationalparkpass, evtl. einen Statepark-Pass und noch einen “Metro”-Ausweis. Damit sind dann außer den Hotel- , den Lebensmittel- und den Spritkosten 99% aller Kosten abgedeckt. Parken ist allermeistens kostenlos und ein sauberes Toilettensystem steht überall zur Verfügung. Hier muss man einen riesigen Beutel an Kleingeld mit sich rumschleppen, denn an jeder Ecke steht ein Parkautomat und bei den öffentlichen ist es nicht viel anders. Ein nationaler Park-Pass und ein nationaler Pinkelpass wäre mal eine Lösung, über die sich Deutschland Gedanken machen sollte.

Danke fürs Mitlesen und ich hoffe, wir sehen uns an dieser Stelle bald wieder.

11. Reisetag: Gespensterwald – Kühlungsborn

Im Gegensatz zu gestern präsentierte sich heute der Himmel auf die Ostsee eher grau in grau – so ein steingrau bis betongrau, falls jemand nach der genauen Tönung fragen sollte. Also beschlossen wir, das Frühstück ein wenig auszudehnen, was uns in unserer Suite auch mühelos gelang.

Da der Wetterbericht für etwas später am Tag Besserung versprach, holten wir dann gegen Mittag unseren Filius in Rostock ab und machten uns auf zum Gespensterwald in Nienhagen. Also wir erwarteten nicht wirklich, Gespenster zu sehen, dazu waren die Wanderer und Radfahrer zu gut genährt. Aber wenn hier bei schlechtem Wetter der Nebel durchzieht, können schon diesbezüglich Gedanken aufkommen. Es ist eine Art Naturschutzgebiet mit stellenweisem dichten Unterholz, welches sich durch Wind und Wetter zu einem undurchdringlichen Vorhang verflochten hat.

Direkt daran anschließend lichtet sich selbiges und eine große Kolonie, meistens Buchen bestimmen das Bild.

Speziell mit einem Teleobjektiv da rein zu halten, verdichtet die Perspektive und lässt das Bild interessant aussehen.

Überall wachsen Pilze, ich habe noch nie so viele im Wald gesehen. Hier: Ein Männlein steht im Walde…

Ab und zu unterbrochen von fotografierenden Menschen, die ebenfalls im Wald stehen.

Dazwischen wieder Buchen und dazwischen Zwischenräume.

Auf der anderen Seite geht die lehmige Steilküste steil nach unten – wie der Name schon suggeriert.

Dort wachsen dann andere “Gewächse”, bis sie von der nächsten Sturmflut weggewaschen werden.

Auf dem Rückweg schien die Sonne dann in den Wald hinein und beleuchtete den einen oder anderen Stamm. Wieder kein Gespensterfeeling.

Weiter geht es nach Kühlungsborn. Eines der “großen” Seebäder unterscheidet es sich nicht wesentlich von anderen wie Ahlbeck: Viiiiele Hotels, Ferienwohnungen, eine Seebrücke,

Andenkenläden, Fress-Stände und teure Parkplätze. Und natürlich viele Leute, die sich anscheinend das letzte halbe Jahr bei Ikea verirrt und deshalb gar nicht mitbekommen hatten, dass es sowas wie Corona gibt. Ist die Luft hier so gesund, dass sich das Virus nicht hierhin traut? Oder ist Kühlungsborn soweit am A… der Welt, dass Corona noch nicht von dem Nest gehört hat?

Jedenfalls gibt es hier alles, was das Herz begehrt und man nicht unbedingt braucht.

Als wir uns mitten auf der Seebrücke befanden (laut Angabe der besten Seebrückentesterin von allen muss man sie begangen haben), kam so langsam eine schwarze Wolke in unsere Richtung.

Schnell zurück. Am Strand frei nach Herbert Grönemeier die deutsche Ordnung: “… stehn in Reih und Glied, ein Anblick den man gerne sieht”.

 

Auf dem Rückweg hätte ich gerne noch einen Blick ins Doberaner Münster geworfen, aber es wurde schon spät und wir wollten noch in Rostock einen Happen einwerfen. Wir schlugen bei einem Thailänder auf. Meinen Mitessern hat es sehr gut geschmeckt, ich fand es eher “neutral”.

Dann, ganz zum Schluss, ein besonderes Highlight, dass ich Euch aufgrund seiner Seltenheit nicht vorenthalten darf: Sunset over Doberaner Platz.

Zurück zum Hotel, die letzte Nacht in unserer Supersuite beginnt.

10. Reisetag: Warnemünde

Es ist so RICHTIG gemütlich, in einer Suite aufzuwachen. Ich kann am Rechner ein wenig aufräumen und unsere Kaffeemaschine bemühen, ohne die in tiefen Träumen liegenden Prinzessin zu wecken…

Kommen wir zu unserem ersten Frühstück. Von einem früheren Besuch wussten wir, dass das Frühstücksrestaurant ein langer schmaler Schlauch war, im Normalfall kein Problem, zu Corona-Zeiten schon. Deshalb mussten wir unser Essen vorbestellen, welches dann an einem Tisch bereitgestellt würde, um den Publikumsverkehr auf ein Minimum zu beschränken. Und eine Uhrzeit wurde uns auch angeboten. 7.45 Uhr + 45 Minuten.

Aber können wir nicht auch auf dem Zimmer frühstücken? Ja, aber das Tablett können sie nicht raufbringen. Kein Problem, das schaffen wir noch. Also fanden wir uns um 7.30 Uhr im Frühstücksraum ein und nahmen ein großes Tablett und ein kleineres in Empfang. In unseren riesigen Zimmern haben wir deutlich mehr Platz und wir können uns auch beliebig Zeit lassen.

Was wir dann auch taten. Das machen wir morgen wieder.

Der Himmel zeigte sich von seiner freundlichsten Seite, was uns für den Tag hoffen ließ.

Etwas später gesellte sich unser jüngster Filius hinzu, um uns die Schönheiten von Warnemünde (wir waren ja auch noch nie hier…) zu zeigen.

Auf zum Strand und am Wasser entlang bis zur Hafeneinfahrt.

Das Wetter hatte es sich doch noch anders überlegt und als wir an der Mole ankamen, nieselte es leise und beständig vor sich hin. Aber zumindest ist es nicht allzu voll, wie uns unser Sohn versicherte. Toll.

Wir flüchteten uns ins zentrale Cafe und hielten uns jeder ca. 1,5 Stunden an einem Getränk fest, während wir auf den Regen starrten. Ein Stück Kuchen gesellte sich zum Schluss auch noch dazu.

Als der Regen dann wärmer wurde, stapften wir durch den Hafen bis zur Warnow, wo die richtig großen Pötte ankamen.

Weite, Fernweh, Reise, weg von hier. Das waren so die Gedanken, die einen durchzogen.

Der Rückweg ging durch Downtown Warnemünde, hatten wir bisher noch nicht gesehen.

Zurück im Hotel wurde erstmal eine mächtige Mittagspause, verschönert durch Burger von Peter Pane, eingelegt.

Am Abend brachten wir unseren Jüngsten noch zurück nach Rostock, auch weil wir mal wieder Aldi einen Besuch abstatten mussten.

Und da ich im Wagen wartete, konnte ich ein tolles Beispiel Rostocker Parkkunst beobachten.

Der silberne VW hatte schon gut vorgelegt, was das Treffen der Parklücke betrifft.

Aber als ich sah, wie der schwarze SUV sich einfach vor den Notausgang stellte, obwohl – wie man unschwer sehen kann – drumherum reichlich Parkplätze frei sind, musste ich daran denken, dass auf einem anderen Kontinent nicht die einzigen dummen Menschen leben.

Ab ins Hotel, da ist es so gemütlich.

9. Reisetag: Fahrt von Berlin nach Warnemünde

Goodbye Berlin. Oder besser Brandenburg.

Auf der Fahrt an die Ostsee wollten wir nicht den kürzesten Weg nehmen, sondern noch ein paar Sehenswürdigkeiten rechts und links besichtigen.

Der Plan war, über Anklam nach Usedom zu fahren. Der Seebrücke von Loriot einen Besuch abzustatten, dann über Greifswald und Strahlsund nach Westen weiterzudüsen.

So ganz hat es leider nicht geklappt. Wir hatten nämlich die Gelegenheit, mal im Radio aufzutauchen: “Auf der A11 in Richtung Norden vor dem Kreuz Uckermark ist durch einen liegengebliebenen LKW in einer Baustelle ein Stau von einer Stunde entstanden”. Und wir waren mittendrin. Eine nicht beabsichtigte Art von Berühmtheit.

Als wir dann irgendwann die Autobahn verließen, ging es über schöne Alleen bis nach Anklam. Dieses Nest hatten wir in unserem vorigen Urlaub kurz von außen gesehen und wollten jetzt intensiv eintauchen.

Einige schöne Backsteingebäude zieren diese Stadt, in der Otto Lilienthal geboren wurde.

Aber wir waren schnell durch und fuhren nach Norden, nach Usedom. Der Seebrücke mussten wir einen kurzen Besuch abstatten, das Meer riechen, die Wellen sehen.

Jetzt war schon soviel Zeit vergangen, dass uns für Greifswald und Strahlsund keine Zeit mehr blieb. Abgesehen davon war der Himmel mittlerweile zugezogen. Gegen 18.30 Uhr trafen wir dann auch am Hotel ein und hatten richtig GLÜCK. Wir bekamen die Min Herzing Suite zugewiesen. Hier bleiben wir.

Nachdem wir uns von der Überraschung erholt hatten, wollten wir nochmal Seeluft schnuppern und machten uns bei Dunkelheit auf den Weg nach Downtown.

Hier ergab sich auch noch die Gelegenheit für ein paar Langzeitbelichtungen.

Zurück im Hotel werden wir richtig schön unsere Suite genießen.